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Ohne Models

18. November 2009

Ich bin ja Feministin (und darunter eine Differenzialistin, wen es genau interessiert). Was bleibt einem als Frau in einer pseudo-gleichberechtigten Welt auch anderes übrig? Und deshalb begrüße ich die Initiative „Ohne Models“ von Brigitte. Endlich traut sich mal jemand was! Auch wenn ich die Brigitte höchsten zwei Mal pro Jahr beim Zahnarzt lese. Ich glaube, ich bin im April wieder beim Zahnarzt. Mal sehen was bis dahin passiert ist. ;-)

Hierzu passt auch wunderbar dieses Zitat aus dem grandiosen „On beauty“ von Zadie Smith:

„Right. I look fine. Except I don’t,“ said Zora, tugging sadly at her man’s nightshirt. This was why Kiki had dreaded having girls: she knew she wouldn’t be able to protect them from self-disgust. To that end she had tried banning television in the early years, and never had a lipstick or a woman’s magazine crossed the threshold of the Belsey home to Kiki’s knowledge, but these and other precautionary measures had made no difference. It was in the air, or so it seemed to Kiki, this hatred of women and their bodies– it seeped in with every draught in the house; people brought it home on their shoes, they breathed it in off their newspapers. There was no way to control it.

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Hibbelig

12. November 2009

Schönes Wort, das meinen derzeitigen Zustand treffend beschreibt. Meine letzten Tage waren geprägt von:

  • zu viel small talk (nett aber anstrengend!)
  • Freude über die lokale Presse
  • der Erkenntnis, dass ich niemals nur eine Sache machen werde, weil ich nämlich kein linearer, sondern ein mehrere Dinge gleichzeitig machender, lesender, denkender – quasi vielseitiger Mensch bin
  • der Erkenntis, dass ich niemals in einer Sache richtig gut, aber dafür in vielen gut sein werde :-)
  • Begegnungen mit Menschen, die diese Stadt ebenfalls ins Herz geschlossen haben (Hamburgerin, Münchner, Darmstädter)
  • dem Ausprobieren von Vitamin B
  • zu wenig Schlaf
  • großartigem Essen
  • Filmen („ilusiones ópticas“, „Schloss Gripsholm“)
  • Kunst (Fotografie in einem Café und im REM)
  • Lasern (Masterarbeitsproposal darüber gelesen, nüscht verstanden, sich über den eigenen Bruder gewundert und ein neues Wort gelernt „geseedet“)

Lieber Gott, liebes Internet, liebe Welt, liebe Natur, liebe Freunde: Danke!

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Wissenschaftler

4. November 2009

Mist. Ich habe mir vor einiger Zeit ein grandioses Zitat rausgeschrieben und weiß nicht mehr wo her. Ich glaube es ist aus der IWP. Werde nochmal recherchieren und ggf. die Quelle ergänzen:

„Ein Wissenschaftler braucht Wahrheitsliebe. Darum werden wohl die heute von Hardlinern der Evaluation und ministeriellen Richtlinien gezüchteten neuen karriereglatten und anpassungsgeschmeidigen WissenschaftlerInnen, die nur mehr auf effizientes Erwirtschaften maximaler Journal-Impact-Faktor-Punkte und Drittmittel schielen, nur wenig echt Innovatives oder gar wissenschaftlich Revolutionäres hervorbringen.“

Es ist wirklich so. Wissenschaftler sind die Sklaven des Impact-Faktors. Und alle machen brav mit.

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artmetropol.tv

23. Oktober 2009

Mag ich gerne. Nicht nur wegen der hübschen und intelligente Fragen stellenden Moderatorin. Denn artmetropol.tv bildet schön die regionale Kulturszene ab. Besonders mochte ich folgende Videos:

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Mehr Tränen

23. Oktober 2009

Ach du Scheiße! Ich glaube ich muss mehr deutschen HipHop hören. Das ist echt bewegend. Überhaupt: Musik ist eines der wichtigsten Dinge im Leben.

Mein Vater fragt mich was ich verdiene, was soll ich sagen?
Denn eigentlich fragst du ja nach dem Kontostand bei der deutschen Bank.
Denn wenn du wirklich wissen willst was ich verdiene,
würd ich Liebe, Glück, Begeisterung antworten, plus ein bisschen Friede.
Die Gier nach Leben in mir ist einfach zu riesig
und noch nicht befriedigt durch hübsche Frauen, die lächeln im Zwielicht
der Disco oder dem Decken des Dispos oder dem Echo oder was weiß ich,
ich weiß irgendwie selber gar nicht was es ist.
Der Euphorie durch den Rausch folgt die Depression,
Drinks sind bittersüße Tränen, ich schlaf mich aus, morgen wird es schon.

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Zwei weitere Jahre

21. Oktober 2009

Ich glaube, ich werde meinen Vertrag verlängern. Um damit mein Lotterleben um zwei weitere Jahre fortführen zu können, während ich vornerum tue, als wäre ich seriös+harmlos und hintenrum probiere ich alles mögliche aus. Und in zwei Jahren ist dann die 30 da. Dann werde ich vernünftig. Bis dahin…

  • Kunst kaufen trotz keinem Geld,
  • schwärmen, abwechselnd für Männer und für Mannheim,
  • die Stadt verschönern, auf verschiedene Arten,
  • nur zu Hause zu sein um zu schlafen, kochen, duschen und waschen,
  • andere Städte bereisen,
  • meine Familie und Freunde herzen,
  • ein Buch schreiben.

Da ist es. Ich gebe mir zwei Jahre. Mal gucken.

Mein aktueller Ohrwurm folgt. Ich strapaziere das aber auch immer so. Wenn mir ein Lied gefällt höre ich das vier Tage lang in Endlosschleife. Ein bisschen brutal, ich weiß. Aber:

Alles kann besser werden
Holen wir uns den Himmel auf Erden
Alles soll besser werden
Holen wir uns den Himmel auf Erden
Alles wird besser werden
Wir holen uns den Himmel auf Erden
Und keiner muss sein Leben mehr gefährden
Einer der kostbarsten Schätze auf Erden

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Sie schwankt

5. Oktober 2009

Ja, das ist der Normalzustand. Sie schwankt. Himmelhochjauchzend zu Tode betrübt. Sollte ich mich eventuell beizeiten auf Schizophrenie oder manische Depression untersuchen lassen?

Die Stadt M

Meine Liebe für diese Stadt ist unerklärlich. Wo kommt sie her? Wo führt sie hin? Ich weiß nicht, was ich euch sagen soll, damit ihr es einigermaßen nachvollziehen könnt oder es mir zumindest glaubt. Ich lasse mich anfahren, ich verschmiere mein Blut an Brücken, ich klebe mit bloßen Händen meine Bilder an Wände, ich bleibe zu lange in der Straße der Straßen, ich sitze an Ufern und in Cafés, ich rieche allerlei,  ich betrachte Gebäude, Plätze, Brücken. Ich finde einfach keinen hässlichen Ort. Alles gehört so. So ist das Leben. So sieht es aus. Ich möchte einen Menschen treffen, der so ist, wie diese Stadt.

Duale Persönlichkeit

Für Abwechslung und Aufregung sorgt die Tatsache, dass man zwei Seelen in sich trägt. Sagte ja auch Goethe schon. Befreiend und beängstigend zugleich, wenn man unterschiedliche Persönlichkeiten ausleben kann. Den angeblich spießigen Teil: Im Öffentlichen Dienst arbeiten, Pseudo-Sicherheit mit befristetem Vertrag, Tagungen, vor jungen Quälgeistern dozieren, sich über Drucker und Bürokratie aufregen und über die Servicementalität mancher „Abteilungen“ auch. Den angeblich wilden Teil: Rotwein bis zum Abwinken, Kleben Kleben Kleben, Hinz und Kunz treffen, mit 19-jährigen Briefträgern aus Berlin und 32-jährigen Informatikern und einem Darmstädter bei den Strümpfen kickern. Scheiße, war der Berliner gut. Mit einer Hand (in der anderen die Kippe oder die Bierflasche) gegen zwei und trotzdem scheißgut. Mann. Das will ich auch!

Ich weiß nicht, ob ich in 10 Jahren zwei Kinder und einen Arzt als Mann haben will, die ich täglich bekoche, nachdem ich morgens im Engelhorn BOSS-Pullis einkaufen war. Oder ob ich in Sneakers durch Gebüsche rennen und „on the edge“ leben soll, direkt in den Mund, eine kleine Mietwohnung haben, aber auf sämtlichen Gästelisten stehen, Hedonismus und Freiheit.

Mensch, ich bin sooo unentschlossen. Beides ist fatal und interessant zugleich.

Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,
Die eine will sich von der andern trennen;
Die eine hält, in derber Liebeslust,
Sich an die Welt mit klammernden Organen;
Die andere hebt gewaltsam sich vom Dust
Zu den Gefilden hoher Ahnen.
(Faust I)

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Man kann nicht alles haben

29. September 2009

Leider konnte ich nicht zu:

  • Naked Lunch nach LU (der verkanntesten Stadt Deutschlands)
  • Sophia nach KA (der Stadt mit dem vielen Testosteron)

Dafür war ich bei:

  • Sophie Hunger in MA (*alle schon anstrengende Liebesode an MA*)

Und kann nur noch schmachten. Musikalisch ähnliche Bühnenperfektion wie Get well soon. Krass!

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Ich bin Leben

27. September 2009

Es ist sehr sehr sehr spät. Ich bin leicht alkoholisiert und habe gefeiert. Small getalked und tiefsinnige Gespräche geführt. Leute eingeordnet. Kaffee getrunken. Rotwein getrunken. Hüften zur Musik bewegt. Den getroffen und die. In ein paar Jahren ist das egal. Aber für heute Abend war es perfekt. Das ist mein Leben. Und ich liebe es.

Mein Leben ist klein. Es besteht aus einem unaufgeräumten Nachttisch. Aus vielen Büchern, aus Armbändern und Ohrringen. Taschentüchern und tausend Zetteln. Aus meinen Gedanken und aus meinen Gesprächen mit anderen Menschen. Mal mehr, mal weniger interessante Menschen, mal mehr, mal weniger interessante Gedanken.

Ich komme nach Hause, bin froh, so wenig braucht es, mich froh zu machen, und betrachte nicht ohne Liebe meinen Nachttisch. Ich weiß, so kann es nicht ewig weitergehen. Wird es auch nicht. Aber für den Moment ist es ziemlich gut. Ich kann mich jetzt schlafen legen und sagen: Hey, ich war dabei. Ich habe den Augenblick gelebt und ich mache genau das was ich will.

:-)

‘Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das Leben will.’

(Albert Schweitzer)

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Kurioses

25. September 2009

Bild 2

1. Fundstück des Tages. Aus der WDL.

2. Fundstück des Tages. Aus der W.

‚Bohème’ und ‚Avantgarde’ werden häufig fälschlicherweise synonym verwendet: Die Bohème provoziert durch Normverstöße in ihrer Lebensführung, eine Avantgarde dagegen provoziert durch Normverstöße in ihrer Kunst. Sollte ein Künstler sowohl durch seine Lebensführung als auch in seiner Kunst gegen die etablierten Normen verstoßen, können sich die Begriffe überlagern. Doch dies ist nicht zwangsläufig der Fall.