
Die Stadt B.
1. Februar 2005Die Stadt B. liebt und hasst man zugleich. Einerseits ist da diese menschliche und kulturelle Vielfalt, dieses lange Spektrum von geschmacklos, wenig sinntragend bis wundervoll und einmalig was die Kunst betrifft und jämmerlich, eintönig bis interessant und einmalig, was das Menschliche betrifft.
Andererseits ist sie zu groß um wirklich ein Gefühl von Heimat zu bekommen. Wer kennt hier schon alles? Keiner. Man kann zwar etwas Gutes mitnehmen, verpasst aber gleichzeitig auch noch mehr Gutes. 100m weiter ausgesetzt, würde man vermutlich nicht nach Hause finden. Man hat die Qual der Wahl, 100 Vorstellungen am Abend, und man bleibt doch daheim, vor lauter Unentschlossenheit, bzw. Überforderung. Es hat alles etwas anonymes, alles etwas von „du kannst – musst aber nicht“. Ja, ich würde sagen, das Großstadtleben, vielleicht sogar besonders das der Stadt B. hat etwas unverbindliches, dass sich wie ein roter Faden durch die ganze Stadt zieht.

