Archiv für die Kategorie ‘arbeiten’

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A Librarian’s 2.0 Manifesto

22. Juli 2008

I commit to the following manifesto:

  • I will recognize that the universe of information culture is changing fast and that libraries need to respond positively to these changes to provide resources and services that users need and want.
  • I will educate myself about the information culture of my users and look for ways to incorporate what I learn into library services.
  • I will not be defensive about my library, but will look clearly at its situation and make an honest assessment about what can be accomplished.
  • I will become an active participant in moving my library forward.
  • I will recognize that libraries change slowly, and will work with my colleagues to expedite our responsiveness to change.
  • I will be courageous about proposing new services and new ways of providing services, even though some of my colleagues will be resistant.
  • I will enjoy the excitement and fun of positive change and will convey this to colleagues and users.
  • I will let go of previous practices if there is a better way to do things now, even if these practices once seemed so great.
  • I will take an experimental approach to change and be willing to make mistakes.
  • I will not wait until something is perfect before I release it, and I’ll modify it based on user feedback.
  • I will not fear Google or related services, but rather will take advantage of these services to benefit users while also providing excellent library services that users need.
  • I will avoid requiring users to see things in librarians’ terms but rather will shape services to reflect users’ preferences and expectations.
  • I will be willing to go where users are, both online and in physical spaces, to practice my profession.
  • I will create open Web sites that allow users to join with librarians to contribute content in order to enhance their learning experience and provide assistance to their peers.
  • I will lobby for an open catalog that provides personalized, interactive features that users expect in online information environments.
  • I will encourage my library’s administration to blog.
  • I will validate, through my actions, librarians’ vital and relevant professional role in any type of information culture that evolves.

Original post here.

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Kongresse

6. Juni 2008

Ich habe gerade vier Tage auf einem Kongress verbracht. Das ist zwar immer anstrengend, aber auch schön. Und irgendwie kommt eine Aufbruchsstimmung auf, wenn man so viele Fachkolleginnen und -kollegen um sich herum hat, die einem Neues vorstellen. So viele Dinge könnte man auch einmal ausprobieren. Ständig gibt es etwas zu verbessern. Aber auch teilweise die Feststellung: Das machen wir ja schon ganz gut.

Was ich auch mag: Die Lieferanten treffen, mit Bretzeln und Kaffee auf Standpartys verwöhnt zu werden, After-Congress-get-togethers mit Fingerfood. All das erfordert gute Kenntnisse in der Kunst des Smalltalks. Denn man möchte nicht nur stillschweigend stehen und essen. Allzeit beliebt die Themen: Wetter, Kongressorganisation, die gastgebende Stadt, die Klimatisierung, der Stand, Anekdoten aus dem Betriebsalltag, gemeinsame Bekanntschaften.

Was ich vor allem mitgenommen habe: Wir brauchen mehr Informationsempathie. Das bedeutet “sich in die Voraussetzungen und Bedürfnisse der Informationsnutzer zu versetzen und diese so besser verstehen, antizipieren und interpretieren zu können”. Allerdings habe ich gerade vor wenigen Tagen der Informationskompetenz-Schulung einer Kollegin beiwohnen dürfen: Wenn die Studierenden dann trotz großer vorangegangener Erklärung eine bibliografische Angabe per copy&paste “as is”:

“The use of virtual acoustics in the evaluation and development of binaural hearing aid algorithms. J Acoust Soc Am. 2008 May;123(5):3861″

in den Katalog eingeben, dann kann man als Infospezialist manchmal nur noch die Hände vor dem Kopf zusammen schlagen. In Zukunft werde ich dies nicht mehr tun, sondern freundlich lächeln und es NOCH EINMAL erklären.

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Neues Vokabular

15. Mai 2008

Fängt man wo neu an (schönes Deutsch!), dann taucht man ein in eine völlig neue Sprache und bekommt Ausdrücke um die Ohren geschmissen, von denen man noch nie gehört hat bzw. die zur Unternehmenskultur gehören. So erzählte mir ein sehr gute Freund letztens, dass es bei ihm öfter heißt “das ist nicht mein Beritt” oder “dann holen wir ihn aus seiner Burg“.

Bei mir gibt es bisher folgende interessante Neuzugänge zu verzeichnen:

  1. abgefrühstückt (im Sinne von: das ist erledigt),
  2. angehübscht (im Sinne von verbessert, schicker gemacht),
  3. darüber absterben (im Sinne von: es aufgeben).
  4. das können wir nicht mit Bordmitteln machen (im Sinne von: unsere Kenntnisse dazu sind nicht ausreichend)

Sollte sich in den nächsten Wochen noch mehr bemerkenswertes Vokabular ergeben, werde ich dies hier niederschreiben.

[update 20/06/2008] Andere Leute finden ihr Firmenvokabular auch grausam. Siehe BBC News vom 16. Juni. [/update]

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Arbeit, was sonst?

5. Mai 2008

Stichpunkte zum ersten Arbeitstag:

  • Wenn ich mich verlaufe, lande ich nicht mehr bei einem Kollegen im Zimmer, sondern auf der Intensivstation. Und da mal einen Ausgang zu finden, ist gar nicht so einfach.
  • Im “richtigen” öffentlichen Dienst darf man um Punkt gehen. Das finde ich toll. :-)
  • Mein Einarbeitungsplan ist nach ISO-xxxx zertifiziert und besteht aus vielen Checklisten, damit auch ja nix vergessen wird. Alles hochprofessionell.
  • Mein Arbeitsplatz ist mit Blick ins Grüne und auf die Apotheke. Ich habe einen eigenen Schreibtisch, einen eigenen Rechner. Und die längste E-Mail-Adresse der Welt. Nur das Telefon muss ich mir teilen.
  • Lustig, wenn man von einem EDV-Kollegen, den man noch nie gesehen hat, mit dem Spruch begrüsst wird: “Meine Frau sagt empfehlende Worte über Sie und meint, Sie würden auch gut Klavier spielen.” Krass! Seine Frau = ehemalige Professorin von mir.
  • Heute schon gehört: “Lassen Sie mich durch, ich bin Arzt!” - Der Spruch konnte ja nicht früh genug kommen.
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Wenn man geht…

20. Februar 2008

* erfährt man die ganzen Sex-Geschichten. Z.B., dass ein anderes im Haus ansässiges Institut sich wohl mal beschwert hat, dass es bei uns keine Vorhänge gibt. (O-Ton unsere Putzfrau: “Een Borno könnt man hier drehe.”)

* ist man plötzlich völlig cool, weil keiner einem mehr was kann. Man sollte dieses Gefühl aber grundsätzlich haben, finde ich. Nach dem Motto: Hallo, ich arbeite nicht für Geld, ich arbeite hier weil ich Lust darauf habe.

* wird geweint und gratuliert. Und man selbst weint und gratuliert sich auch innerlich.

* erfährt man die ganze Wertschätzung, die man vorher vermisst hat. Wieso erst jetzt? Das ist wie gute Reden am Grab halten. Man sollte sich die Wertschätzung für einander jeden Tag zeigen. Und zwar während man lebt.

* wird man plötzlich zum seelischen Mülleimer einiger Kollegen. Das ist sehr interessant, weil Sachen an den Tag kommen, die zumindest mich in meiner Entscheidung bestätigen.

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Mein erstes Mal…

13. Februar 2008

* gekündigt. Meine zukünftigen Kunden sind dann ab Mai zukünftige Mediziner.

* mit zwei 85-jährigen über die Woche nach dem 8. Mai 1945 geredet. Sehr spannend!

* einschlafen in der Kirche. (Die Predigt war irgendein Brief vom Bischof von Münster…)

* Zweitstudium. Ab Oktober.

* Fortbildung bei einem dicken Rechtsanwalt in einem Landesministerium.

* 10 Tage lang nicht auf meinen Blog geguckt.

* schöne Lampen in der Küche.

* “Netzkarte” von Sten Nadolny. Sehr amüsant.

* begeisternde Wahrheit: In der Studie Talente, Technologie und Toleranz - wo Deutschland Zukunft hat sind Bibliothekare unter der Berufsklasse “hochkreativer Kern” aufgeführt. Das erfreut.

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Journals you never thought existed

7. Januar 2008

As a librarian you come across the weirdest journal titles. My favourite today:

Journal of Sandwich Structures & Materials” - Sage Publications.

Maybe the editor is called Ronald McDonald?

[update 11.01.2008] After having looked into this subject more deeply it turn´s out that “sandwich structures” are not burgers, but something that has to do with material science. Anyway, it sounds funny. ;-) [/update]

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Streicheleinheiten…

17. September 2007

für die junge bibliothekarische Seele gibt es in dem Artikel der NY Times “A hipper crowd of Sushers“.

Librarians? Aren’t they supposed to be bespectacled women with a love of classic books and a perpetual annoyance with talkative patrons — the ultimate humorless shushers?

Not any more. With so much of the job involving technology and with a focus now on finding and sharing information beyond just what is available in books, a new type of librarian is emerging — the kind that, according to the Web site Librarian Avengers, is “looking to put the ‘hep cat’ in cataloguing.”

Now, there is a public librarian who writes dispatches for McSweeney’s Internet Tendency, a favored magazine of the young literati. “Unshelved,” a comic about librarians — yes, there is a comic about librarians — features a hipster librarian character. And, in real life, there are an increasing number of librarians who are notable not just for their pink-streaked hair but also for their passion for pop culture, activism and technology.”

How did such a nerdy profession become cool — aside from the fact that a certain amount of nerdiness is now cool? Many young librarians and library professors said that the work is no longer just about books but also about organizing and connecting people with information, including music and movies.

And though many librarians say that they, like nurses or priests, are called to the profession, they also say the job is stable, intellectually stimulating and can have reasonable hours — perfect for creative types who want to pursue their passions outside of work and don’t want to finance their pursuits by waiting tables. (The median salary for librarians was about $51,000 in 2006, according to the American Library Association-Allied Professional Organization.) [Anmerkung: Trifft in Deutschland leider nicht zu. Es sei denn man gehört zum höheren Dienst.]

 

The Librarian Action Figure

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Von Türstoppern, E-Mails und Schornsteinfegern

24. Juli 2007

Gute Dinge heute:

* Mein Chef hat sich bei mir per E-Mail entschuldigt. Das besänftigt mich etwas.

* Die Sekretärin meines anderen Chefs hat ihren Türstopper von TCM wieder gefunden und rief ganz begeistert ob der frohen Botschaft bei mir an. Ihr Vertrauen in die Menschheit sei wieder hergestellt. Na Gott sei Dank.

* Einen Schornsteinfeger auf dem Nachbardach gesehen. Glück? Nun gut, der mir anvertraute Türstopper ist wieder aufgetaucht. ;-)

Nervige Dinge heute:

* Der Zugang zu MIT Press geht mal wieder nicht (”Error: client IP is blocked because: Session duration longer than 240 minutes”) und die Kommunikation mit Amerika funktioniert nur stockend. Wir seien das Problem. Sind wir aber nicht.

* Leute verschicken E-Mails ohne Anhang und verschwinden dann für 2 Wochen in Urlaub.

* Elsevier stellt sich stur beim Konsortium, also wieder eine teure Einzellizenz für Science Direct.

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Halbjahresabschluss

19. Juni 2007

Auch diese Art der Fürbitte bleibt einem nicht erspart. Da lobe ich mir meinen öffentlichen Dienst. Wir haben kein Halbjahresabschluss oder ähnlich bedrückende, sich evtl. auf das Gehalt auswirkende Deadlines. Noch.

Hallo Frau Frapeur,
haben Sie den Vertrag erhalten? Wenn ja habe ich eine kleine persönliche Bitte. Ist es möglich, dass Sie uns den unterschriebenen Vertrag im Laufe des heutigen Tages an die Faxnummer oder E-Mail Adresse schicken, die auf der letzten Vertragsseite aufgeführt ist? Wir haben heute intern den Halbjahresabschluss und wenn es möglich ist würde ich den Vertrag dafür gerne noch berücksichtigen. Voraussetzung ist natürlich, dass es Ihnen überhaupt möglich ist so schnell die Prüfung der Unterlagen durchzuführen und die Unterschrift zu bekommen.
Vielen Dank vorweg und beste Grüße, XXX aus FFM.