Archiv für die Kategorie ‘DasLiebeD.’

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Coolness vs. Travelling bzw. Genieß es!

10. Mai 2012

Liebe X.,

wo auch immer du bist, ich hoffe, es geht dir gut.

Ich bin seit anderthalb Wochen zurück und habe so meine Schwierigkeiten. Obwohl meine Freunde mir einen lieben Empfang bereitet haben, ist das Wiedereingewöhnen für mich nicht so einfach und die Sehnsucht nach Lateinamerika ist groß.

Die erste Arbeitswoche war schon ganz schön schräg. Man weiss gar nicht, wie man in diese Welt wieder reinpassen soll. Auch die Menschen in Deutschland kommen mir so unglaublich kalt und distanziert vor. Hier geht´s nur ums Cool-sein.  Cool IST aber fast keiner! Vielmehr sind alle Emotionslegastheniker.

Ich merke, dass ich nicht mehr mein ganzes Leben hier sein kann/will. Mal sehen… Und wollte dir nur sagen, genieß die Zeit! Genieß die Reise!

Solltest du dich auch schräg fühlen, wenn du zurück kommst, kannst du dich gerne bei mir auslassen… :-)

Herzliche Grüße aus Mannheim
(in dem sich weniger ändert, als man denkt)
Marie

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Hallo Liebes,

ich hab schon oefter an dich gedacht und mir vorgestellt wo du wohl bist und was du schon alles gesehen hast.

schoen dass du mir berichtest, ich hab auch wirklich ein bisschen angst vor dem nach hause kommen. ich hab meinen flug auf september verlegt und kann der coolness so nochmal etwas laenger entkommen. und na klar, auch ich spiel mit dem gedanken etwas komplett neues anzufangen. wenn man erstmal weg ist, merkt man, dass man ja doch ein freier mensch ist und sicherheit nicht aaaaalles ist im leben. die kaelte in deutschland hab ich schon lange gespuert, ich habs nur nie geschafft zu fliehen ;-D

ich bin uebrigens immer noch in brasilien, ich komm von diesen tollen leuten einfach nicht los. ich hab ziemlich viel zeit in paraty (genauer gesagt trindade) verbracht, war ca. 1 monat in rio und bin jetzt seit ca. 1 monat im norden und reise hier mit einem schwulen isreali (voll super, wir koennen ueber maenner reden und sind beide extrem empfaenglich fuer alles positive um uns herum). morgen gehts aufs boot durch die amazonas. oh mann, ich hab ehrlich gesagt ganz schoen schiss, haha. aber ich will das fuer mich machen, ich glaub das tut mir gut. danach will ich nach peru zum machu pichu und dann nach kolumbien 1 monat volunteering. mehr plaene mach ich lieber gar nicht, ich bin echt ziemlich impulsiv bisher gereist, hehe.

liebes, bewerb dich doch einfach mal wild ueberall. du sprichst ja spanisch und so wie ich verstanden hab haengst du nicht extremst an deinem job in monnem?

hehe, vielen dank fuers angebot, ich werde bestimmt drauf zurueckkommen =)

ganz liebe gruesse und lass dich nicht aergern von den coolis ;-D

X.

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Tranquille / Schauspiel / sent from my

15. Dezember 2011

Die deutschen Tugenden sind Filmkulissen. Es ist alles unecht. Nur Pappe.

Ich habe die Nase gestrichen voll von der Pseudo-Spießbürgerlichkeit, den Pseudo-Konservativen, den Pseudo-Werten. Am Ende mauscheln sie doch alle vor sich hin, schlafen sich hoch, nehmen Drogen statt Lebensmitteln zu sich und finden sich dabei sau geil und normal. Jeder ist nur an seinem eigenen Wohlergehen und evtl. noch an dem der unmittelbaren Familie und des Freundeskreises interessiert.

Leistung zählt nicht. Auf Pünktlichkeit wird geschissen. Verbindlichkeit ist Geschichte.

In dem Moment, wo ihnen ein Gedanke kommt, fangen Sie an aktionistisch zu agieren. Keiner denkt mehr, keiner reflektiert und bevorzugt werden die kurzfristigen Lösungen, die einen selbst gut aussehen lassen. Ob das langfristig gut ist, interessiert keine Sau. Ob es Auswirkungen hat, die mich nicht unmittelbar betreffen interessiert auch keine Sau.

Deutschland, Europa und die ganze westliche Welt ist eine falsche Gesellschaft. Ein Schauspiel. Nichts ist echt. Alles ist Farce. Am liebsten vergammeln sie in ihren teuren Wohnungen, fressen Mist und gucken sich Mist auf dem Großbildflachdingsbums an. Der Inhalt muss mit Größe kompensiert werden. Oder gerne kompensiert man Inhalt auch durch Reaktionsgeschwindigkeit. Unüberlegte Scheiße. Sent from my iphone. Da war der Finger mal wieder schneller als das Gehirn…

Ich muss hier sowas von weg…

Zum Beispiel hierhin:

Eigentlich ist das Ziel Gelassenheit. Scheint leider noch nicht ganz zu klappen. ;-)

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Finnisch?

10. Dezember 2011

Zwei brasilianische Freunde erzählten mir gestern Abend, dass es nicht einfach ist, in Deutschland als Ausländer zu leben. Man würde alle Nase lang darauf hingewiesen oder angesprochen. Was das denn für eine komische Sprache sei, die man spreche. Finnisch? Warum man dann aber so europäisch aussehe. Und warum man überhaupt hier sei. Man bekäme oft das Gefühl vermittelt, nicht ok zu sein.

Ich fürchte, es ist so. Die Deutschen fremdeln sehr. Sie kommen mit Andersartigkeit (Otherness – auf Deutsch nicht in der Wikipedia vorhanden, war ja klar) nicht klar. Sie schaffen es immer wieder, einem das Gefühl zu geben, man sei nicht ok, sobald man sich nicht wie die bürgerliche Mitte verhält. Schön auch immer wieder die Frage: “Ja, aber wo kommst du URSPRÜNGLICH her?” – “Aus deinem Arsch!” würde ich manchmal gerne antworten. Denn sie erwarten eine einfache Antwort. Wenn ich dann mit meiner Lebensgeschichte komme, dann möchte man schnell das Thema wechseln, ist zu kompliziert, kann nicht direkt eingeordnet werden. Gut. Und “den zweiten Teil deines Namens lasse ich weg. Ist einfacher.” – “Ach, du kannst mich auch gerne 0815 nennen. Ist noch einfacher.”

Warum immer diese Definition von Herkunft? Warum nicht das sich einlassen auf den Menschen, wie und wo er jetzt gerade ist. Mehr Offenheit!!! Ob es wirklich am Klima liegt?

As minhas desculpas.

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Wörter, Sätze

7. November 2011

Vibrationshintergrund

“Man reißt sich um den Schmuck unserer nicht aussprechbaren Namen, um ihn an die Brusttasche des für den besonderen Anlass geliehenen Jacketts zu pappen.” (Editorial von “freitext”)

Danke, dass es diese Zeitschrift gibt, danke, dass ich sie entdeckt habe. Da geht mir richtig das Herz auf. Genauso “wie als” ich kürzlich in B war. In Berlin fühlt man sich so normal (was das Leben leichter macht), weil die Messlatte eine ganze andere ist. Hinter meinem eher links liegenden Punkt der Abgefahrenheit geht es dort noch Ewigkeiten weiter. In Mannheim bin ich eher am äußeren Rand, was manchmal anstrengend ist, da man sich alleine fühlt und viel um die Akzeptanz seiner Ansichten kämpfen muss. Auf der anderen Seite muss man sich nicht so sehr abgrenzen, weil das fast automatisch passiert (was das Leben auf einer anderen Seite leichter macht). Mit gewissen Hosen wird man hier in gewissen Teilen der Stadt schon komisch angeguckt und es führt zugleich zu einem Abspruch von Alter und Kompetenz. In Berlinski interessiert das keine Sau, ganz nach dem Motto “arm, aber sexy” bzw. abgefahren angezogen, aber kreativ/innovativ/anders (und impliziert dabei etwas Positives, nicht etwas Negatives). Grundsätzlich geht es mir darum, in Deutschland die Akzeptanz für Andersartigkeit zu erhöhen. Anders ist interessant und nicht erschreckend. Man muss nur offen sein. Und innerlich stabil. Wie oft muss ich mir die Verkürzung meines Namens auf den in Deutschland bekannten Teil anhören, weil “einfacher”. Well, fuck you, dann ist es eben etwas schwerer für dich. Gehirnjogging gratis, faules Pack!

Post-alles-mögliche

“Nun ist Jeffrey Eugenides ein Autor, der im Post-alles-möglichen ebenso versiert ist wie im Meta-alles-übrigen. In “Die Liebeshandlung” unternimmt er die Rekonstruktion des klassischen Liebesromans vor dem Hintergrund seiner Dekonstruktion. “ (dradio Kultur über JEs neuen Roman)

Nachdem ich vor etwa zwei Jahren erstmalig anfing zu begreifen, was es heißt in einer post-modernen Gesellschaft zu leben, in der sich alles auflöst (es ist so – wir können z.B. nicht kommunizieren, zumindest nicht auf einer höheren Verständnisebene, weil wir unterschiedliche Sinnstrukturen haben, und nur jemand der meinen “Vibrationshintergrund” hat, sich dem überhaupt ansatzweise annähern kann, weshalb Transkulturalität einen echten Vorteil darstellt, man versteht mehr Menschen bzw. man gibt sich mehr Mühe sie zu verstehen), habe ich kürzlich erst in besagter Zeitschrift das Adjektiv “post-migrantisch” entdeckt. Juhu! Und mich umsomehr geärgert, dass die Vorstellungen von “Verrücktes Blut” bei den Schillertagen ausverkauft waren und es bei meinem letzten Berlin-Aufenthalt keine Vorstellung im Ballhaus Naunynstraße gab. Nun gut, nächstes Mal. Wenn alles mögliche “post” und überwunden ist.

<Ergänzung>

Postkolonial: “Ziel ist es, Begriffspaare zu dekonstruieren, um dem damit ausgedrückten Machtgefüge entgegenzuwirken.” (aus Wikipedia).

Herr Bhaba ist da ja so ein spannender Typ. Und sein Konzept des dritten Raums erst: Im dritten Raum erfolgt eine Verschiebung / Dezentrierung / Umkehrung durch unpassenden Gebrauch von Symbolen und Repräsentationen, wodurch diese Zeichen  und ihre Bedeutung hybridisiert (verunreinigt / umgedeutet) werden: Vibrationshintergrund, eben. :-)

Und Herr Hall ist auch so ein spannender Typ. Weil endlich Bedeutungsproduktion durch Kodierung und Dekodierung erkannt statt Sender/Empfänger/Nachricht-Scheiße. Und jawohl, man kann sehr wohl nicht kommunizieren, Herr W. Wir können nämlich eigentlich überhaupt nicht kommunizieren! Weil das was ich denke, kann in keiner (oder nicht nur einer) Sprache ausgedrückt werden. Und ich kann nicht einmal ansatzweise ausdrücken, was ich fühle (weil es mehrdimensional, prozesshaft und ursächlich undeutlich ist), wie soll das also überhaupt jemand ansatzweise verstehen (heißt rationalisieren) können? Wir sind eben getrennte Systeme. Jeder für sich alleine. So sieht es nämlich aus, Herr Luhmann, und das ist ein wenig traurig. Ich glaube, deshalb strebt der Mensch überhaupt ständig nach “Sozialem”. Weil er verdrängen will, dass er eigentlich – tief in sich drin – alleine ist und auch alleine sterben wird.

</ ausufernde Ergänzung>

 

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Verschwendung, Vergangenheit

14. November 2010

“Das Verfassen von Texten kann ein Weg sein, das neu zu gestalten, was als die Welt gilt.”

~ Judith Butler

War das, ist das ausgedacht oder wird das noch wahr?

Ist denn die Vergangenheit so weit weg, wie der Ort, an dem sie statt gefunden hat? Und dann auch noch die Frechheit, der Weiterexistenz dieses Ortes OHNE mich. Frechheit! Und die Frage, ob alles kollabiert, wenn die mühselige Reise dorthin aufgenommen wird. (“Vorstellungen sind mitunter das Schlimmste.” – Theodor Fontane).

15 Jahre war ich nicht dort. Ich wollte nicht fliegen. Ich wollte nichts wissen. Ich wollte die Sprache nicht sprechen. Ich wollte die Ausreden nicht hören. Ich wollte die Oberfläche abstreifen. Ich wollte einfach nichts mehr außer Vergessen und die Vergangenheit sein lassen. Es war vorbei.

Jetzt sitze ich im Flugzeug, was ich all die Jahre nicht einmal denken konnte, ohne Panik zu kriegen, und blicke auf die Lichter Frankfurts. Die tausende Lichter Frankfurts lasse ich hinter mir, was für ein Ausblick. Ich lasse alles Deutsche hier, in diesem Flugzeug. Lufthansa, noch ein wenig Deutsches haftet an. Aber die Räder sind schon in der Luft, kein Kontakt mehr. Ich lasse alles Deutsche sein. Ich lasse alles Kleine hinter mir. Aber auch alles Geliebte. Dies kann nur ein Teil der Menschheit verstehen.

Ich weiß, es ist keine Lösung Teile seiner Identität zu verleugnen. Kann ich auch gar nicht, seht her, in welcher Sprache ich dies schreibe. Ich muss einfach verstehen, beides sein zu können. Ohne Widerspruch. Man muss sich nicht entscheiden: Beides ist gleichzeitig möglich. Ich habe etwas gebraucht, um das zu verstehen.

Ich fliege in die Unterentwicklung. Nicht, dass es bei uns besser wäre. Es ist mehr so, dass ich aus der Überentwicklung in die Unterentwicklung fliege. Im Herzen den linken Wunsch, überall nur Entwicklung zu haben. Weder über noch unter. Gleich!

Ich liebe Mannheim. Ich herze auch Berlin, Darmstadt, Frankfurt und Freiburg, aber vor allem liebe ich Mannheim. Mannheim ist die Entwicklung. Für mich. Ich weiß vieles zu schätzen, was wir in Deutschland haben. Vieles, was für uns so selbstverständlich ist, dass es uns manchmal auch anödet, wir Ignoranten. Oder uns, die wie Anderes kennen, manchmal nervt, weshalb wir manchmal sehnsüchtig an das Andere denken.

Dann bin ich dort und grinse herzlich über den Klappstuhl des Busfahrers. In Deutschland undenkbar, aber – ihr Daheimgebliebenen – lasst es euch sagen, so etwas gibt es wirklich. Und es geht gut. Nicht immer, aber oft.

Ich frage mich, ob wir auf dieser Erde irgendwann an den Punkt kommen, wo sich alles mischt, wo wir das Gute aus allem Verschiedenen zu einem Ganzen kombinieren. Ich fürchte, wir löschen uns vorher aus. Aber denkbar ist es. Denkbar ist alles, im Rahmen unserer Möglichkeiten. Die aber auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind.

Ich lasse mich von dem Klappstuhl-Busfahrer in seinem Bus mit eingebautem Schrein durch die Gegend fahren und stelle fest, die Stadt ist sauberer geworden. Ich frage mich wie. Ob es beim Saubermachen sauber zu ging, oder nicht. Ich fürchte nicht. Das Resultat ist Sauberkeit, aber die Frage ist, wie ist es dazu gekommen. Sauberkeit durch Schmutz? Ich fürchte ja.

Ich treffe die Menschen der Oberschicht und schlafe bei ihnen. Manche leben und zweifeln an nichts. Nicht an ihren Autos, nicht an ihren gut umzeunten Häusern, nicht an ihren Hausangestellten. Nicht an den privaten Schulen ihrer Kinder, nicht an ihrem Strandhaus, nicht an ihrem Bankkonto. Manche leben und sagen dir offen ins Gesicht: Ja, wir beuten sie aus. Das machen wir hier schon immer so. Lachen und leben weiter.

Ich treffe Menschen aus der Unterschicht. Ich will helfen und kann es doch nicht in dem Ausmaß, wie ich gerne würde. Am liebsten würde ich denen aus der Oberschicht in den Arsch treten und schreien: Es sind doch eure Leute! Das sind doch Leute wie du und ich, du Arsch, es ist auch dein Interesse, dass es ihnen gut geht. Es ist unser aller Interesse. Wieso ist das so schwierig zu verstehen? Ich weiß es: Ihr habt es einfach nicht gelernt.

Ich bin Verschwendung, ich weiß. Ich bin der Tropfen auf dem heißen Stein, der sich sofort in Luft auflöst und verdampft. Aber ich weiß, wenn wir viele wären, dann würde der Stein abkühlen. Und ich kann sagen: Ich war einer davon. Ich verschwende mich gerne für das was mir richtig scheint. Nichts anderes hat Sinn. Ich weiß, dass Anderen Anderes wichtig ist. Ich weiß, das Andere anders sind. Ich weiß, ich weiß, ich weiß.

Ich weiß, dass ich erschossen und vergewaltigt enden werden. Ich weiß, ich werde im Straßenrand verroten und die Vögel werden an meinen Eingeweiden fressen. Bio, ihr Arschgeier! Es ist nicht sicher, aber viel wahrscheinlicher, als in Deutschland. Dort könnte ich es gemütlich haben, ich könnte es sicherer haben, ich könnte es bequemer haben. Aber auch sinnloser. Für mich.

Trotz all dem: Trotzdem!

Voy.

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“I don´t think identity´s fixed, the real, true self. It is constructed from historical processes: I´m the sum of that boy called a “coolie”, the Rhodes scholar, the socialist from Jamaica. Every identity that feels so solid is the result of excluding things you could have been. I go back to Jamaica and I adore it, but I couldn´t be a Jamaican. I ache for a parallel life I could have lived. I also couldn´t disappear into Englishness. I understand Britian; but I´m only British in a hyphenated way”.

~ Stuart Hall ~

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Heute aufgefallen

3. September 2010

Was mir heute aufgefallen ist:

  • Die vergrößerten Brüste zweier Lateinamerikanerinnen, die in den Fuentes del Algar schwammen. Schwammen? Mehr: Ay, diosito lindo, que fría que está!
  • Dass es mir peinlich ist, deutsche Touristen zu treffen.
  • Dass Söhne von einer Ecuatorianerin und einem Spanier, die in Spanien aufwachsen Spanisch sind. Aber nur oberflächlich. Und nichtmal das.
  • Dass ich brasilianische Musik mag. Oba, lá vem ela.
  • Dass meine beiden Freunde nur das kaufen, was sie kennen (Pilze und Tomaten).
  • Dass ich sehr eigen bin, sehr.
  • Ich weiß noch nicht wann, wie und wohin, aber ich weiß, ich muss für eine Zeit raus aus Deutschland.
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zurück in MA, was von Berlinern auch schon mal für einen Vorort von Frankfurt gehalten wird. ;-)

3. August 2009

J: Liegt aber auch echt dicht beisammen :-)
MJ: Klar, von Berlin aus gesehen. :-)
P: global gesehen is mannheim auch n vorort von berlin, wogegen ich aber doch HEFTIG protestieren möchte!
G: ich würd sagen: frankfurt ist mannheims flughafen – oder?
R: Was ist Frankfurt ?
MJ: Ein Würstchen. ;-)
CCL: dann mag R es :o)
R: So eine Frankfurter Rindswurst ist schon was leckeres, ja ;)
G: zuviel phospor, nitrosamine, ultrafettig, cholesterin …
R: Sag ich doch, lecker.
G: liwwa än äppelwoi on de monnemer rhoipromenad als ä frankfurter westchä im bonkäschatte!
R: Do hoschd abber aa rescht. Mist, jetzt muss ich dauernd an Frankfurter Grüne Soße denken. Die ist nämlich auch lecker. Ich sollte was kochen.
MJ: Ich gehe jetzt Sushi-Essen. Und danach verkneife ich mir einen Berliner. Haha. :-)

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Echt schwäbisch

1. Dezember 2008

Heute in unsere Landeshauptstadt gefahren und festgestellt: Moderne Architektur mitten auf dem Weinberg, Innovation zwischen bürgerlichen Häuschen, Gemütlichkeit bei gleichzeitiger Schickheit, das ist Stuttgart. Das ist echt schwäbisch. Kleinkariert, süß und innendrin ein glänzendes Käpsele.

Mannheim ist davon so unglaublich weit weg, dass man manchmal meinen muss, BaWü muss gucken, dass Mannheim nicht schnell über die Grenze nach RP oder Hessen rutscht.

stuttgart_180_grad

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Female Trouble in München

19. August 2008

Als Frau sorgt man oft für Ärger, ist klar. Mein “Female Trouble”-Wochenende begann jedenfalls mit einem Fotoshooting im EC, das – nach Ankunft und Zwischenstation im Hotel – im sonnendurchfluteten Englischen Garten weiter ging. (Eines dieser Fotos wird hoffentlich bald die “about”-Seite bevölkern). Die Objektive der Kamera meiner Freundin verursachten bei manchen Männern Penisneid und auch das Stativ, welches vom “best girl” tapfer durch die Stadt geschleppt wurde, sorgte für Aufsehen. Wir verbrachten viel Zeit auf diversen Brücken, verpassten dabei den chinesischen Turm, kamen dann bei einem ungemütlichen Schwulenfest im Glockenbachviertel zum Halten und hätten mit leckerem Essen und einem Gang in die Hotelsauna den Abend beenden sollen. Aber nein, nach dem Essen ging der Female Trouble erst los. Denn wir wollten noch Tanzen gehen. Aus Bequemlichkeit in die nächstgelegenste Disko gefahren und einen der schlechtesten Partyabenden der letzten Zeit verbracht. Eine knappe Erklärung, die das Martyrium nur unzulänglich beschreiben kann, folgt in 4 Punkten:

1. Von einem 19-jährigen angemacht werden, der mit bayrischem Akzent behauptet er sei aus New York, den man, weil man ihn nicht gleich vor den Kopf stoßen will und einen Satz mit ihm wechselt, nicht mehr loswird. Schließlich sieht man sich gezwungen, zu radikaleren Maßnahmen zu greifen und muss ihm in Gesicht sagen: “Schätzchen, ich bin 26. Viel zu alt für schlechten Sex.” Das ist Female Trouble.

2. Von einem Kerl, der auf den Boden spuckt, darauf hingewiesen zu werden, dass man nicht aussieht, als habe man Spaß. Ihm dann zu sagen, das läge daran, dass hier drin alle Männer Tieren gleichen. Er dann schleimig-tröstend sagt, nicht alle Männer seien Tiere. Worauf man nur antworten kann: Zum Glück! Das ist Female Trouble.

3. Aus dem Konsumtempel mit Tieren und Tussen endlich an die frische Luft zu gehen, sich das Kaugummi von den Füssen entfernend, zur S-Bahn-Station zu eilen um dann festzustellen, dass es kalt ist und die S-Bahn sich alle 10 Min. um 10 Min. verspätet. Das ist Female Trouble.

4. Um halb fünf endlich im Hotel anzukommen, die Füsse gleichen einem Christus (“los pies hechos un Cristo” wie man auf Spanisch sagen würde), aber: selbst schuld daran, weil Frauen immer komplizierte Schuhe anhaben müssen. Das ist Female Trouble.

Am nächsten Tag dann endlich die Krönung dessen, auf das ich mich in der Nacht schon einmal einstimmen durfte: Female Trouble in der Pinakothek der Moderne. Sehenswert, denn so ist das Leben. Als Frau wünscht man sich oft, mehr Mensch sein zu dürfen. Und weniger Frau. Wie schön ist es also, wenn man in einer Videoinstallation zugucken darf, wie eine attraktive Brünette in einem herrlich wehendem hellblauem Kleid und roten Lackschuhen eine Straße entlag läuft, eine stabile Blume in der Hand, und jedem dritten Auto die Scheibe einschlägt. Dabei wunderschön lächelt und von Polizistinnen und Pasantinnen freundliche Zustimmung erfährt. Herrlich!

Zur Ausstellung:

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Urlaub

2. April 2008
  • Voglhaus in Konstanz: Lecker Kuchen und Caro Kinderkaffee in sehr gemütlicher Atmosphäre. Außerdem sehr gute Sprüche an der Wand, z.B. von Albert Schweitzer.
  • Klettern macht Spaß! Vor allem in einem Hochseilpark.
  • Was entgegnet man einem Schweizer, dem man beim Wandern begegnet, auf sein “Grüzimiteinand”?
  • Sasbachwalden ist das schönste Dorf Deutschlands, aber Straßburg ist auch sehr schön. Und es gibt tatsächlich sehr hilfreiche, nette Franzosen, die einem aus einem Ghetto wieder raushelfen, wenn man verzweifelt in Cronenbourg den Ikea sucht.
  • Es ist lustig, schlafende Australier via Skype zu sehen. Und irgendwie auch sehr süß.
  • Juno” ist su-per! Begeisterung über meinen zuletzt gesehenen Problemfilm. Und ein kleiner Dialog, als Kostprobe:

Ultrasound Technician: Well, there you have it. Would you like to know the sex?
Leah: Yes!
Juno: No!
Leah: Pleease, Juno, please!
Juno: No, there will be no sex!
Ultrasound Technician: Planning to be suprised when you deliver?
Juno: Well, no, but I want Mark and Vanessa to be suprised and if you tell me I’ll just, like, ruin everything.
Ultrasound technician: Are Mark and Vanessa your friends at school?
Juno: No, no, no. They’re the adoptive parents.
Ultrasound technician: Oh, well thank goodness for that!
Bren: What’s that supposed to mean?
Ultrasound technician: I just see a lot of teenage mothers come through here and it’s obviously a poisonous environment to raise a baby in.
Juno: How do you know I’m so poisonous? What if these adoptive parents turn out to be, like, evil molesters.
Bren: They could be utterly negligent. Maybe they’ll do a far shittier job of raising a kid than my dumbass step-daughter would. Have you considered that?… What is your job title exactly?
Ultrasound technician: I’m an ultrasound technician, maam.
Bren: Well, I’m a nail technician and I think we both ought to just stick to what we know.

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