Archiv für die Kategorie ‘deceptionOFyourLIFE’

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Before – and After

3. Juni 2009

When you’ re young – they want you older,

When you’re old – they want you young;

When she’s gone – you wish you’d told her,

When she’s back – you bite your tongue.


When you’re cross – it’s „Let’s not fight, dear,“

When you’re tired – it’s party time!

When you’re hard – it’s „Not tonight, dear,“

When you’re prose – she speaks in rhyme.


When you’re broke – it’s „I’ve been thinking…“

When you’re rich – it’s „… join the gym!“

When you’re ill – it’s „…all that drinking…“

When you’re dead – it’s „Who? Oh, him!“

Felix Dennis

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Ich suche nach…

24. August 2008

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Ort der Extreme

9. Dezember 2007

Gestern Abend war ich tanzen. Mit Melanie. Melanie und ich waren seit 2002 nicht mehr zusammen tanzen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Seit 5 Jahren nicht mehr mit ihr tanzen gewesen. Es war also höchste Zeit. Die Location: Ein kleiner Mannheimer Club. Klein aber SoHo. ;-)

Mal davon abgesehen, dass die Musik (RnB, HipHop) nicht so ganz meines war (bis auf das ab und zu eingestreute Vocal House), war´s ganz nett. Man muss nur genug trinken, dann klappt das auch mit dem HipHop. Meine Arbeitskollegin sagte mir, ich solle berichten wie das Publikum so sei. Vielleicht Kindergarten? Jetzt wo ich da war, kann ich sagen, nein, Kindergarten nicht. Aber Grundschule. BWLer Grundschule. Was vielleicht am HipHop lag? Whatever. Drei Stunden später sind wir jedenfalls wieder heim. Der Alkoholeinfluss hatte nachgelassen, die Füsse taten in den schicken Schuhen weh und der DJ weigerte sich erneut Vocal House zu spielen. Time to go.

Jedenfalls habe ich mich heute morgen an eine E-Mail von einem Freund erinnert. Eine E-Mail in Sachen Discotheken, Frauen und Männern. Der Mann schreibt unglaublich, ich will dass er ein Buch schreibt. Aber lest selbst:

Hi Marie,

ich könnte kotzen, Frauen drehen es sich immer so wie sie es brauchen.

Ich habe gerade mit Nadine telefoniert. Was man so erzählt. Ich habe von letzter Woche geredet. Meiner Geburtstagsfeier und letzten Donnerstag. Von der Verena aus Polen mit der ich mich verabredet hatte. Die Verena die ich im Club an meinem Geburtstag kennengelernt hatte. Die Verena, der ich dort gesagt hatte: Ich finde dich hübsch, ich habe Leidenschaft für dich, blah…

Und hier kommt Nadine mit ins Spiel und sagt ich würde ja auch immer übertreiben. Es sei meine Schuld. Die Frauen kriegen Angst. Ich würde mich benehmen wie ein Psycho. Es mächte einen Eindruck als sei ich ein „notgeiler Stelzbock“. Und hier weiß ich da gäbest du ihr Recht. Sollte ich das Geschriebene wirklich an dich abschicken? Jedenfalls sag ich : Jaah. Ist auch so. Sie sagt weiter ich würde mich verstellen und das geht so nicht. Man lernt sich in Diskos gar nicht kennen. Man tauscht nur Adressen aus.
Und wenn da einer ist und eine Frau gleich so anhimmelt und schwärmt und drängt, dann sähe man das ja an meiner Erfolglosigkeit, dass es der falsche Weg und total plem plem sei. Ich solle mich erst mal zurück nehmen und unterhalten und auf Freundschaft machen.
Nun sage ich aber zu meiner Rechtfertigung. Das der Ort Diskothek ein Ort der Extreme ist. Es geht den Leuten dort zwar sicherlich auch um Freundschaft. Aber zu allererst. Ist es ein Ort des Kampfes. Beide Geschlechter sind dort im Kampf untereinander, miteinander und gegeneinander. Den Frauen geht es oft um die meiste Aufmerksamkeit. Das ist die Tussies Spezies. Eine Unterart der Männer plustert sich auf und läuft mit den „Rasierklingen unter den Armen“ überall anstoßend durch das Gewühl. Die Männer schauen sich abschätzig an. Die Frauen eifersüchteln im Tanz. Es ist eine total überspitzte Situation. Kein Wunder, dass ich auf Signale übertrieben reagiere. Wenn eine Frau lächelt. Begeistere ich mich all zu überschwänglich. Schließlich darf man ja keine Schlägerei mit den Kerlen anfangen: Doch die Energie muss irgendwohin… Ich gebe es zu, ich muss dringend mein Bedürfnis bedienen. Und das ist hormonell bedingt. SEX SEX SEX SEX.

Frauen sind gar nicht so, sagt Nadine. Sie sind nicht für eine Nacht rumzukriegen. Und hier wird es nun wirklich interessant. Was soll das denn, frage ich mich. Sie regt sich über notgeile Typen auf. Ich sage ihr, sie ist doch früher auch mit den Typen mitgegangen oder nicht? Und hier kommt das Gespräch in ein Gebiet wo es mir wehtut. Da sagt sie: Ich hatte meinen Vater verloren und wollte vergessen, ich war ein Wrack und niemand hat es gesehen. Oder meinst du ich habe es genossen mich von den Typen halb vergewaltigen zu lassen? Meinst du ich habe dabei irgendetwas gefühlt?
Ich finde es schon fast wieder lustig. Oder muss ich jetzt heulen? Da bekomme ich Hass. Diese blöde Sau. Dreht es sich wie sie es brauch. Jeder konnte sehen, dass ich verliebt war in sie. Und sie hielt mich als Pausenklown. Und gab sich jedem dahergelaufenem Spasti hin. Während ich alles für sie tat. Sie beschwert sich über mein falsches Bild von Frauen, das erst durch sie mitgeprägt wurde. Und das mich jedes weitere Mal, dass sie mit anderen rumgefickt hat, verletzt hat, daran denkt sie gar nicht. Mein Leben damals hat mich total zerstört. Ich hatte null Selbstwertgefühl. Jahre brauchte ich um das zu verarbeiten. Heute da es sich mit in alle Bereiche meines Lebens zieht, diese Peinigungen von damals… Und sie sagt jetzt, dass es ihr dabei ach so schlecht ging! Und sie sei ein Wrack gewesen.

Du bist ja nicht dumm, Marie. Du bist eine Frau. Ihr wisset mehr über einen Mann als er selbst. Ich schreib das jetzt dir. Doch hätte ich es der Nadine gerne auch gleich gesagt. Was meinst du? Hauptsache, du weißt was ich so denke. Vielleicht hilft es ,wenn du das weißt. Letztlich muss ich es immer wieder bei Frauen wie dir versuchen. „Nur Freunde sein„ das kann man ja wenn man erstmal miteinander geschlafen hat. Andererseits weiß ich, dass es Schwachsinn ist wie ich es gerne hätte. Es ist kurzsichtig und utopisch. Wie das Takatuka Land. Wir können nichts miteinander haben. Wir sind nicht ohne Vergangenheit. Ich bin ein blöder Idiot. Zu leicht lass ich mich immer wieder um den Finger wickeln. Ich will das nicht mehr, ich will Kämpfen gegen solche Frechheiten. Das Leben ist kein Spiel. Es geht um die Zukunft. Irgendwo tief in mir ist mein Stolz. Ein kleiner Mann mit zu leiser Stimme. Ich habe seine Warnungen missachtet damals. Darf man nicht machen! Großer Fehler. Jetzt muss ich alles tun, seine Sprache wieder zu lernen. Denn er schreit teilweise und faselt unverständliches Zeug. Manchmal verstehe ich ihn auch falsch.

Eine Beziehung wäre wie Medizin für mich. Ich bin froh das ich die Arbeit habe. Und die Leute mit denen ich arbeite. Sie halten mich wirklich vom Abgrund weg.

Lieber Freund,

Diskotheken sind ein Ort der Extreme. Vollkommen richtig. Und ich weiß auch nicht, ob es der richtige Ort ist um jemanden kennen zu lernen. Letzendlich ist man nicht so, wie man dort ist. Man projiziert ein Bild von sich: Das der verruchten Frau. Das der Frau, die ihren Hüften schwingt. Das der Frau, die in die Knie geht. Das der Frau, die sich vor Musikgeilheit auf die Lippen beisst. Die vollen, feuchten Lippen. Und wie ist man daheim? Jogginghose, ungeschminkt. Griesbrei essend. Klo putzend. Verstehst du?

Ich glaube, zum jemanden mitnehmen sind Diskos sehr gut. Aber stelle sicher, dass diejenige vor dem nächsten Morgen wieder weg ist. Oder dass du verschwunden bist. Sonst würde man Dinge sehen, die man vielleicht gar nicht sehen will. So ist das, wenn man nur Sex haben möchte, und sich einbilden möchte, der andere sei perfekt. Denn eigentlich ist es so: Wir sind doch alles zugleich. Verrucht und müde, sexy und traurig, anziehend und nachdenklich, hübsch und hässlich. All das in einem Menschen. Aber das wollen die Leute, die in Diskos gehen, nicht sehen. Der Markt ist erstmal einer der Oberflächlichkeiten. Stimmen diese, kann man dann gucken, was hinter der kleinen Kellertür steckt. Ob es dort wirklich so dunkel und verstaubt ist. Ob man dort putzen muss, putzen soll, oder ob man versucht, diesen Ort zu ignorieren.

Ansonsten: Rasierklingen unter die Achseln und ab ins Getümmel. Meine Erfahrung: Man ist immer so sexy und anziehend wie man sich selbst gerade fühlt. Und frag mich nicht zu Beziehungen: Ich weiß nicht, wie diese funktionieren. Und wie man da jemanden geeigneten trifft: Nur durch Glück. Aber glaube auch nicht, dass dich eine Beziehung heilen kann. Verabreiche dir die Medizin erstmal selbst. Unser Selbstbewusstsein in einer Beziehung zu heilen, das ist langfristig ungesund. Es muss nämlich auch ohne Beziehung stimmen. Das ist das was ich gelernt habe.

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Ich war hinter dir

16. September 2007

Nicolas Fargues: Nicht so schlimm, 188 S., Rowohlt 2007, Originaltitel: J´étais derrière toi

Letztens eine Kritik im Kultur Spiegel gelesen, die mich glauben ließ, diesen Bestseller aus Frankreich unbedingt lesen zu müssen. Also gekauft. Das Buchcover in diesem neumodischen „Alles ist erleuchtet“-Stil gestaltet, darauf fährt das junge Zielpublikum (alle bis 40, schätze ich, heute bin ich mal nett) natürlich ab. Sehr schlimm, die deutsche Variante des Titels: „Nicht so schlimm“. Was ist DAS denn bitteschön? Nicht so schlimm, dass uns für dieses Buch kein besserer Titel eingefallen ist? Warum nicht „Ich war hinter dir“? Weil das junge Publikum sonst nicht kauft? Pah!

Zum Inhalt ein paar Stichpunkte:

  • Ein junges Paar (gutaussehend, erfolgreich, Kinder, Jetset) betrügt sich gegenseitig und der Mann schreibt aus seiner Perspektive, wie er dies erlebt, wie schwer es ihm fällt, sich von seiner Frau zu trennen, die, das muss hier wohl mal gesagt werden, einige psychische Probleme zu haben scheint. Aber wer hat die nicht? Und auch er merkt, dass er an seinem Selbstbewusstsein noch feilen muss.
  • Ich weiß nicht, ob ich es ok oder nicht ok finden soll. Im Prinzip ist es gut geschrieben, aber auch etwas anstrengend, da es ein fortwährender Monolog ist, der hauptsächlich um Gefühle und Rechtfertigungen geht. Ein jammernder, stellenweise unreifer Mann. „Ein wirklich großer Liebesroman.“ – Ich weiß nicht.
  • Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich den Erzähler für tiefsinnig oder oberflächlich halten soll. Da er gut aussieht, tendiere ich zu Letzterem. MJF malt mal wieder schwarz-weiß, aber ja, tendenziell ist es so, dass sehr gut aussehende Menschen oft nicht sehr tiefsinnig sind. Sie haben es ja auch nicht nötig. ;-)
  • Laufen so Männergespräche ab? Am Ende fehlt nur, dass der Freund seine Bierflasche auf den Tisch stellt, seufzt und ihm auf die Schulter klopft.
  • Ich werde den Verdacht nicht los, dass dieser Roman sehr autobiografisch ist. Und da fragt man sich ja schon, ob das sein musste. Weil doch sehr privat. Vielleicht als Geschenk für „Emilia / Alice“? Bzw. als Beweis, dass es nun doch wahre Liebe ist. Was weiß ich. Jedenfalls: Nicht so schlimm. Nicht so schlimm, wenn man es nicht liest. Nicht so schlimm, wenn man es doch liest. Nicht so schlimm, dafür Geld auszugeben.

Erhält von mir den Preis für den schlechtesten Titel des Jahres.

Aber das ist ja eigentlich gar

Nicht so schlimm.

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Never sin against myself again

8. März 2007

And if another angel says just grin and bear it
I might be forced to smash his head
against the wall and never sin again
against myself or trust in anyone
write me off for suffering.

Boysetsfire – Still Waiting For The Punchline

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Objektorientierte Geschichten: Der Botschafter

7. November 2004

Der nicaraguayische Botschafter war vor dem Regen, der seit Tagen die Stadt in eine Ansammlung von Rinnsälen, Bächen, Flüssen und Tropfsteinhöhlen verwandelt hatte, in das spanische Kulturinstitut geflüchtet. Hier drinnen ist es warm, alle reden die geliebte Muttersprache und sind freundlich, dachte sich der exquisit, jedoch nicht mehr ganz aktuell gekleidete Botschafter. Draußen war es unvorstellbar kalt, die Deutschen waren ihm ein vollkommen fremdes Volk und er war froh, für ein paar Stunden sicher vor ihnen zu sein.

Er hatte seinen Schirm, grauen Mantel und Hut bei dem zuvorkommenden Herren am Empfang abgegeben, war zum Fahrstuhl gegangen und hatte dort den obersten Knopf gedrückt und sich während der kurzen Fahrt das Jacket glatt gestrichen und seine Krawattennadel zurechtgerückt, die eine dunkelrosa Krawatte in vertikaler Form an seinem stattlichen Oberkörper befestigte.

Das hatte er nie gewollt, in einem kalten, verkrampften, so wenig herzlichen Land wie Deutschland zu leben. Es waren nicht einmal die USA geworden, damit hätte er sich ja noch anfreunden können, auch wenn er die Gringos nicht besonders mochte, aber man hätte öfter heimfliegen können. Nun saß er in Europa, und seine Botschaft war nicht einmal halb so groß wie die der anderen europäischen Länder. Und sein Land verfügte auch nicht über genug Geld um ein solch schönes Kulturinstitut mit einer so prächtigen Bibliothek zu finanzieren, weshalb er auf die Spanier ein wenig eifersüchtig war. Und gleichzeitig dankbar, dass sie ihm einen Platz geschenkt hatten, der wärmer war, als das kalte und viel zu korrekte Deutschland. Hier ließ sich aber auch gar nichts unter der Hand regeln. All seine Fähigkeiten, die ganzen diplomatischen Tricks, waren hier nicht so einfach anzuwenden wie in seiner Heimat Lateinamerika.

Aber nun: Hinein in die gute Stube, dachte sich der Botschafter. Er lief aus dem Aufzug hinaus und trat ein in die Stille, Wärme und Geborgenheit der Bibliothek.

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Don´t give me that attitude thing, honey

5. Januar 2003

I spent the most terrible year of my life in the USA, as an Au Pair. Even today I can´t tell you why I didn´t quit it and went home earlier. The family I lived in was detestable. The mother was a little slut, she would not clean the kitchen, she would not wash her children´s cloths, but buy them new ones and throw the old stuff away. They didn´t have much money, actually they even begged me to pay their energy bill one time, money which I never saw again. But she had money for new cloths and ebay auctions, only that her husband didn´t seem to know.

I felt sorry for Mr. Slut because he seemed to be a nice person. The woman he was living with wasn´t the woman he´d married anymore. She had turned into the deception of his life. And yes, does it work that way? A friend of mine once told me that the thing she liked about marriage was the fact that you didn´t have to make efforts to look beautiful once you had married a man. And no, I don´t feel that way.

But I also don´t want to spend hours in the bathroom, when the sex I´m getting will be as boring as always, just because I don´t like to wear slinky red things. And I´m convinced that men who didn´t get to see many porns are better to live with, because their minds are not perverted. I mean, who will ever be satisfied with „simple sex“ after having seen all these… things! I don´t know. And sometimes I´m so glad and thankful to be a woman. The way we´re not too tied to this sex drive men are tied to makes me happy, but the way we´re too emotional sometimes makes me sad.

And I say: You know, I don´t really want to go out with your friends, they´re boring, they don´t talk to me, because they don´t know how to treat a woman decently. And he says: Don´t give me that attitude thing, honey.