Archiv für die Kategorie ‘entgiften’

h1

Europäerin?

9. September 2009

Wie schon die letzten zwei Jahre habe ich auch dieses Jahr eine Woche in Barcelona verbracht. Für mich jedes Mal wieder eine interessante Erfahrung. Erstens erfahre ich viel über Spanien (ein EU-Grenzstaat) und das Leben dort. Zweitens ist es lehrreich als Europäerin, weil man schon im Zug verschiedenen Nationalitäten begegnet. Angefangen beim Asylanten aus Senegal, der einen fragt, ob man in Deutschland „gut unterkommt“, bis hin zu schweizer Mädchen, die Philosophie studieren wollen und einem erkären, was die Schweiz im Innersten zusammenhält (im Gegensatz zu Spanien, das jedes Jahr mehr auseinanderzubrechen droht) und reizenden spanischen Omis, die zum Thema Computer sagen: „Nee, da lass ich die Finger von. Ich wische nur ab und zu den Staub ab“. (Im Original noch schöner: „Computadoras? No las toco! Solamente para quitarles el polvito de encima.“)

Ich liebe Europa und bin „inbrünstig“ Europäerin. Die Idee, Verschiedenes unter einem Dach zu haben, scheint mir nur logisch und es zeigt die Wichtigkeit auf, Toleranz zu üben. Andere Weisen zu akzeptieren und ihnen etwas abgewinnen zu können, auch wenn sie anders sind als das, was man bisher kannte. Wir können schließlich alle voneinander lernen. Auch verneige ich mich vor all denjenigen, die ihr Leben gelassen haben und lassen mussten. Nur deshalb sind wir heute an diesem Punkt. Von all dem Leid habe ich nichts mitbekommen, aber weil ich bin und sein darf, während sie nicht sein durften, will ich zumindest gedenken.

Jeder Mensch ist gleich. Sollte gleich sein. Jeder sollte würdig leben dürfen. Davon sind wir so weit entfernt. Wir können so leben, weil andere nicht so leben. (Die „Anderen“ kommen dann in Schrottbooten über das Mittelmeer, und wenn sie nicht ertrunken sind, dann leben sie noch heute von unseren Abfällen, blasen uns für 10 Euro, verkaufen uns Taschen für 50 Euro, die im Laden 50.000 kosten, ernten unsere Tomaten, damit Aldi sagen kann „Große Qualität. Kleine Preise.“). Es ist wirklich so und tut weh.

Von all dem Leid, habe ich nichts mitbekommen? Kann ich nur gedenken?

Das was ich dazu beitragen kann, damit die Welt gerechter wird, will ich tun. Was kann ich schon dafür, dass ich Europäerin bin? Nichts. Auch wenn das was in meiner Möglichkeit liegt, nur eine Kleinigkeit und ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Und auch wenn alle Korinthenkacker sagen werden, ja aber du trägst ja trotzdem Turnschuhe von Adidas. Und dann kaufst du T-Shirts aus Biobaumwolle? Und hast Ökostrom? Und kaufst fairtrade Schokolade. Du hast aber trotzdem einen iPod. Ja, verdammt! Ich kann eben nicht 100% nachhaltig sein. Aber ich mache was, ich verzichte auf einiges, was hier so zum Lebensstandard gehört, während ihr Scheißer nichts tut außer meckern und die Augen zumacht, weil das in Deutschland alles ziemlich weit weg von uns ist (im Gegensatz zu Spanien, da ist das alles sehr präsent). Der Mensch sieht nicht mehr, dass das Steak auf seinem Teller mal ein Tier war. Das gilt für grundsätzlich alles. Wir sehen keine Zusammenhänge, leben zusammenhangslos. Warum auch? Wir lernen die Tiere nie kennen. Und die Kinder nicht, die unsere Turnschuhe herstellen. Und deren Eltern, die im Meer ertrinken, nachdem sie das Ganze Geld im Dorf aufgetrieben haben um zu uns zu kommen, nach Europa. Warum bleiben sie nicht zu Hause? Warum ist Senegal nicht Deutschland?

Wir müssen für mehr Gerechtigkeit in der Welt einstehen. Es wird nie endgültige Gerechtigkeit geben (außer für die, die daran glauben, dass wir gerichtet werden, auf die eine oder andere Weise). Aber wir können das Ideal im Kopf haben. Und JEDER kann ETWAS tun.

Und wenn es nur „wählen gehen“ ist. Oder mal fairtrade Cashewnüsse kaufen, die das Doppelte kosten. Oder ein kleines Auto statt ein großes kaufen. Oder ehrenamtlich tätig werden, statt vor dem Fernseher zu versauern. Sich mit den eigenen Kindern zu beschäftigen, statt im Internet nach Pornos zu suchen. Geräte zu kaufen, die nicht nach zwei Jahren wieder kaputt sind. Nur soviele Lebensmittel kaufen, wie man wirklich braucht. Licht ausschalten. Fahrrad fahren. Hosen zweimal tragen. Oder dreimal. Mal einen Nachmittag mit der Oma verbringen. Nicht nach Dubai in Urlaub zu fliegen. Nur ein Mal pro Jahr nach Ibiza statt drei Mal. Oder noch besser nach Usedom.

Ich glaube, es steht außer Frage, wen ich wählen werde. Perfekt ist das zwar alles nicht, aber perfekt ist auf dieser Welt gar nichts. Wirklich gar nichts.

h1

Das Leben als Kleinkunst

14. Juli 2009

Heute ist so ein Tag an dem man langsame Musik hören, sich mit einem guten Buch auf die Couch verziehen und Tee trinken sollte. Vielleicht noch Kerzen anmachen und dem Regen dabei zuhören wie er leise an die Scheibe klopft.

Im Leben läuft nicht alles so, wie man es gerne hätte. Aber: Oft weiß man auch gar nicht was wirklich gut für einen ist. Das Leben kriegt es dann erstaunlicherweise rückblickend gesehen doch ganz gut hin. Man erkennt es halt in diesem Moment oft nicht.

Gestern „Kabale und Liebe“ gesehen. Mitgelitten.

Heute Privatsphäre überprüft. Fleck entdeckt. E-Mail geschrieben. Hoffen.

Morgen sollen es 30 Grad werden und schwül. Schwitzen.

Menschen, die sich nicht permanent in Frage stellen, gibt es die eigentlich? Und wenn ja, wie geht das? Kann mir das jemand erklären? Obwohl. Ich weiß, dass es die gibt. Es gibt sie ganz oft. Und ich will nicht so werden. Also gut, dann stelle ich mich halt jeden Tag in Frage. Und mache Kleinkunst.

Ihr sitzt in euren Zimmern und ihr wartet auf das Glück
und ihr habt schon 20000 Zigaretten ausgedrückt
redet nur von den Projekten und von eurem neuen Stück
manchmal frag’ ich mich : „Bin ich oder ihr verrückt ?“
Ich will nicht schlecht über euch reden, es ist ja doch nur primitv
Ich verabscheue euch wegen euerer Kleinkunst zutiefst
Es gibt eine Herzlichkeit jenseits vom Jonglieren
Das ist doch wirklich gar nicht allzu schwierig zu kapieren
Ihr werdet 100000-mal Kaffee trinken gehen
Und werdet 100000-mal wieder nichts verstehen
Ich will nicht schlecht über euch reden, es ist ja doch nur primitv
Ich verabscheue euch wegen euerer Kleinkunst zutiefst

(Tocotronic: Ich verabscheue euch wegen euerer Kleinkunst zutiefst)

Ah, die Sonne geht auf. :-)

h1

Spritz

27. Februar 2008

dieses Bild ist zu gut um es nicht zu posten.

via toothsoup  // webseite des künstlers

h1

Ort der Extreme

9. Dezember 2007

Gestern Abend war ich tanzen. Mit Melanie. Melanie und ich waren seit 2002 nicht mehr zusammen tanzen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Seit 5 Jahren nicht mehr mit ihr tanzen gewesen. Es war also höchste Zeit. Die Location: Ein kleiner Mannheimer Club. Klein aber SoHo. ;-)

Mal davon abgesehen, dass die Musik (RnB, HipHop) nicht so ganz meines war (bis auf das ab und zu eingestreute Vocal House), war´s ganz nett. Man muss nur genug trinken, dann klappt das auch mit dem HipHop. Meine Arbeitskollegin sagte mir, ich solle berichten wie das Publikum so sei. Vielleicht Kindergarten? Jetzt wo ich da war, kann ich sagen, nein, Kindergarten nicht. Aber Grundschule. BWLer Grundschule. Was vielleicht am HipHop lag? Whatever. Drei Stunden später sind wir jedenfalls wieder heim. Der Alkoholeinfluss hatte nachgelassen, die Füsse taten in den schicken Schuhen weh und der DJ weigerte sich erneut Vocal House zu spielen. Time to go.

Jedenfalls habe ich mich heute morgen an eine E-Mail von einem Freund erinnert. Eine E-Mail in Sachen Discotheken, Frauen und Männern. Der Mann schreibt unglaublich, ich will dass er ein Buch schreibt. Aber lest selbst:

Hi Marie,

ich könnte kotzen, Frauen drehen es sich immer so wie sie es brauchen.

Ich habe gerade mit Nadine telefoniert. Was man so erzählt. Ich habe von letzter Woche geredet. Meiner Geburtstagsfeier und letzten Donnerstag. Von der Verena aus Polen mit der ich mich verabredet hatte. Die Verena die ich im Club an meinem Geburtstag kennengelernt hatte. Die Verena, der ich dort gesagt hatte: Ich finde dich hübsch, ich habe Leidenschaft für dich, blah…

Und hier kommt Nadine mit ins Spiel und sagt ich würde ja auch immer übertreiben. Es sei meine Schuld. Die Frauen kriegen Angst. Ich würde mich benehmen wie ein Psycho. Es mächte einen Eindruck als sei ich ein „notgeiler Stelzbock“. Und hier weiß ich da gäbest du ihr Recht. Sollte ich das Geschriebene wirklich an dich abschicken? Jedenfalls sag ich : Jaah. Ist auch so. Sie sagt weiter ich würde mich verstellen und das geht so nicht. Man lernt sich in Diskos gar nicht kennen. Man tauscht nur Adressen aus.
Und wenn da einer ist und eine Frau gleich so anhimmelt und schwärmt und drängt, dann sähe man das ja an meiner Erfolglosigkeit, dass es der falsche Weg und total plem plem sei. Ich solle mich erst mal zurück nehmen und unterhalten und auf Freundschaft machen.
Nun sage ich aber zu meiner Rechtfertigung. Das der Ort Diskothek ein Ort der Extreme ist. Es geht den Leuten dort zwar sicherlich auch um Freundschaft. Aber zu allererst. Ist es ein Ort des Kampfes. Beide Geschlechter sind dort im Kampf untereinander, miteinander und gegeneinander. Den Frauen geht es oft um die meiste Aufmerksamkeit. Das ist die Tussies Spezies. Eine Unterart der Männer plustert sich auf und läuft mit den „Rasierklingen unter den Armen“ überall anstoßend durch das Gewühl. Die Männer schauen sich abschätzig an. Die Frauen eifersüchteln im Tanz. Es ist eine total überspitzte Situation. Kein Wunder, dass ich auf Signale übertrieben reagiere. Wenn eine Frau lächelt. Begeistere ich mich all zu überschwänglich. Schließlich darf man ja keine Schlägerei mit den Kerlen anfangen: Doch die Energie muss irgendwohin… Ich gebe es zu, ich muss dringend mein Bedürfnis bedienen. Und das ist hormonell bedingt. SEX SEX SEX SEX.

Frauen sind gar nicht so, sagt Nadine. Sie sind nicht für eine Nacht rumzukriegen. Und hier wird es nun wirklich interessant. Was soll das denn, frage ich mich. Sie regt sich über notgeile Typen auf. Ich sage ihr, sie ist doch früher auch mit den Typen mitgegangen oder nicht? Und hier kommt das Gespräch in ein Gebiet wo es mir wehtut. Da sagt sie: Ich hatte meinen Vater verloren und wollte vergessen, ich war ein Wrack und niemand hat es gesehen. Oder meinst du ich habe es genossen mich von den Typen halb vergewaltigen zu lassen? Meinst du ich habe dabei irgendetwas gefühlt?
Ich finde es schon fast wieder lustig. Oder muss ich jetzt heulen? Da bekomme ich Hass. Diese blöde Sau. Dreht es sich wie sie es brauch. Jeder konnte sehen, dass ich verliebt war in sie. Und sie hielt mich als Pausenklown. Und gab sich jedem dahergelaufenem Spasti hin. Während ich alles für sie tat. Sie beschwert sich über mein falsches Bild von Frauen, das erst durch sie mitgeprägt wurde. Und das mich jedes weitere Mal, dass sie mit anderen rumgefickt hat, verletzt hat, daran denkt sie gar nicht. Mein Leben damals hat mich total zerstört. Ich hatte null Selbstwertgefühl. Jahre brauchte ich um das zu verarbeiten. Heute da es sich mit in alle Bereiche meines Lebens zieht, diese Peinigungen von damals… Und sie sagt jetzt, dass es ihr dabei ach so schlecht ging! Und sie sei ein Wrack gewesen.

Du bist ja nicht dumm, Marie. Du bist eine Frau. Ihr wisset mehr über einen Mann als er selbst. Ich schreib das jetzt dir. Doch hätte ich es der Nadine gerne auch gleich gesagt. Was meinst du? Hauptsache, du weißt was ich so denke. Vielleicht hilft es ,wenn du das weißt. Letztlich muss ich es immer wieder bei Frauen wie dir versuchen. „Nur Freunde sein„ das kann man ja wenn man erstmal miteinander geschlafen hat. Andererseits weiß ich, dass es Schwachsinn ist wie ich es gerne hätte. Es ist kurzsichtig und utopisch. Wie das Takatuka Land. Wir können nichts miteinander haben. Wir sind nicht ohne Vergangenheit. Ich bin ein blöder Idiot. Zu leicht lass ich mich immer wieder um den Finger wickeln. Ich will das nicht mehr, ich will Kämpfen gegen solche Frechheiten. Das Leben ist kein Spiel. Es geht um die Zukunft. Irgendwo tief in mir ist mein Stolz. Ein kleiner Mann mit zu leiser Stimme. Ich habe seine Warnungen missachtet damals. Darf man nicht machen! Großer Fehler. Jetzt muss ich alles tun, seine Sprache wieder zu lernen. Denn er schreit teilweise und faselt unverständliches Zeug. Manchmal verstehe ich ihn auch falsch.

Eine Beziehung wäre wie Medizin für mich. Ich bin froh das ich die Arbeit habe. Und die Leute mit denen ich arbeite. Sie halten mich wirklich vom Abgrund weg.

Lieber Freund,

Diskotheken sind ein Ort der Extreme. Vollkommen richtig. Und ich weiß auch nicht, ob es der richtige Ort ist um jemanden kennen zu lernen. Letzendlich ist man nicht so, wie man dort ist. Man projiziert ein Bild von sich: Das der verruchten Frau. Das der Frau, die ihren Hüften schwingt. Das der Frau, die in die Knie geht. Das der Frau, die sich vor Musikgeilheit auf die Lippen beisst. Die vollen, feuchten Lippen. Und wie ist man daheim? Jogginghose, ungeschminkt. Griesbrei essend. Klo putzend. Verstehst du?

Ich glaube, zum jemanden mitnehmen sind Diskos sehr gut. Aber stelle sicher, dass diejenige vor dem nächsten Morgen wieder weg ist. Oder dass du verschwunden bist. Sonst würde man Dinge sehen, die man vielleicht gar nicht sehen will. So ist das, wenn man nur Sex haben möchte, und sich einbilden möchte, der andere sei perfekt. Denn eigentlich ist es so: Wir sind doch alles zugleich. Verrucht und müde, sexy und traurig, anziehend und nachdenklich, hübsch und hässlich. All das in einem Menschen. Aber das wollen die Leute, die in Diskos gehen, nicht sehen. Der Markt ist erstmal einer der Oberflächlichkeiten. Stimmen diese, kann man dann gucken, was hinter der kleinen Kellertür steckt. Ob es dort wirklich so dunkel und verstaubt ist. Ob man dort putzen muss, putzen soll, oder ob man versucht, diesen Ort zu ignorieren.

Ansonsten: Rasierklingen unter die Achseln und ab ins Getümmel. Meine Erfahrung: Man ist immer so sexy und anziehend wie man sich selbst gerade fühlt. Und frag mich nicht zu Beziehungen: Ich weiß nicht, wie diese funktionieren. Und wie man da jemanden geeigneten trifft: Nur durch Glück. Aber glaube auch nicht, dass dich eine Beziehung heilen kann. Verabreiche dir die Medizin erstmal selbst. Unser Selbstbewusstsein in einer Beziehung zu heilen, das ist langfristig ungesund. Es muss nämlich auch ohne Beziehung stimmen. Das ist das was ich gelernt habe.

h1

Outing: Ich gehöre zu den LOHAS

5. September 2007

Wie einige von euch bereits wissen, neigt MJF ja durchaus zu einer gewissen Radikalität. Was vielleicht auf die südländische Mentalität zurück zu führen ist? Keine Ahnung. Wie auch immer: Wenn ich von etwas überzeugt bin, dann bin ich meist sehr hartnäckig darin. Und dann muss auch erstmal etwas Dickes passieren, um mich davon wieder abzubringen. Beim Vegetarismus ist dies noch nicht passiert (das klappt seit 7 Jahren sehr gut, und da zwischenzeitlich kein Gammelgemüse aufgetaucht ist, vermutlich auch weiterhin).

Grundsätzlich bin ich ja auf dem Gesundheits-Trip. :-) D.h. ich bin der Meinung, die Gesundheit ist eines unserer höchsten Güter und viele Leute werfen sie täglich weg und gehen schlecht mit ihrem Körper um, weil man meistens erst dann jammert wenn es weh tut. Für mich gibt es nichts Abschreckenderes als Krankenhäuser. Deshalb will ich gesund leben. Und überhaupt. Die Gesundheit setzt sich (nur die körperlichen Aspekte betrachtend) aus drei Faktoren zusammen: Nahrung, Bewegung, Entspannung.

Bewegung: Dass regelmäßig Sport treiben ganz gut ist, hat jeder mittlerweile zumindest schon einmal gehört. Entspannung: Gut die meisten denken, das würde auch prima vor dem Fernseher klappen, eigentlich gehört etwas mehr dazu, aber immerhin: Die meisten Leute sind der Meinung sie können sich prima entspannen. Aber Nahrung? Sie essen alles. Alles. Und denken nicht darüber nach. So gibt es Menschen, die viel Geld für Klamotten ausgeben, aber Lebensmittel immer nur zum billigsten Preis kaufen möchten. Diese Menschen finde ich seltsam. Viele stopfen extrem viel Müll in sich hinein. Was daran liegt, dass ihr Vertrauen in die Lebensmittelhersteller recht groß ist.

Bei mir ist das anders. Einerseits versuche ich vielseitig zu essen, d.h. auch nicht so viel Süßzeug sondern viel Gemüse und Obst. Auf der andern (der radikaleren) Seite zweifle ich grundsätzlich daran, dass Lebensmittelhersteller daran interessiert sind, ein gutes Produkt zu verkaufen. In erster Linie wollen sie Profit machen. Punkt. Profit macht man mit Scheisse. Mit wohlschmeckender und gutaussehender Scheisse. Da ich dies glaube (warum ich das glaube, das „würde diesen Beitrag sprengen“, ich möchte hier nur auf sämtliche Skandale verweisen bzw. zum Gucken von „We feed the World“ raten) bin ich (entgegen der Behauptung auf dem Button oben rechts) eine optimale Zielgruppe für Bio-Produkte. Junge Dame mit akademischen Hintergrund, die gesundheitsbewusst lebt, bereit ist dafür viel Geld auszugeben und dies zu ihrem Lifestyle macht, somit neusoziologisch zugehörig zu den LOHAS („Lifestyle of Health and Sustainability“). Gesundheitsförderung besteht im salutogenetischen Ansatz darin, die stabilisierenden, gesunden Anteile in den Vordergrund zu stellen, d.h. sie zu benennen, zu begünstigen und sich entsprechend zu verhalten. Also kauft diese Dame gerne Bio-Produkte (im Bioladen, im Reformhaus, im Biosupermarkt, ja, auch im Discounter), glaubt, damit die Welt zu verbessern und sich selbst gesund zu essen. (Übrigens: Ich finde bei vielen Bio-Produkten schmeckt man, dass sie Bio sind).

Deshalb bin ich momentan etwas erschüttert über den Fakt, dass es auch bei den Biolebensmitteln Skandale gibt (siehe den Titel des dieswöchigen Spiegels), dass LIDL bei Basic einsteigt und ich eigentlich dieser Verarschung und dem Essen von Scheisse aus dem Weg gehen wollte. Aber: Es ist schwer! Und deshalb bin ich etwas deprimiert, weil ich quasi feststelle, das Gott nicht aussieht wie David Hasselhof sondern wie Bart Simpson. Im übertragenen Sinne zu verstehen.

Ich höre euch schon sagen: „Liebe Marie-Jacqueline, das Leben ist nicht schwarz-weiß.“ Ich weiß. Aber es wäre einfacher, wenn es so wäre. Und ich möchte doch so gerne gut sein. Gut zu mir, gut zu anderen, gut zu der Welt. *seuftz*

„Health is a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity.“ (Definition der WHO). Wenn man das nimmt: Wer von uns ist dann eigentlich gesund?

Die schicke Kette gibt´s übrigens bei Katis Atelier.

h1

Greenme

14. Juli 2007

Hello there: Are you green enough?

I believe that anybody can start changing by doing something yourself. My CO2 balance is quite ok, I think: I´ve never owned a car, I stopped flying 9 years ago, I travel by train most of the time. But I use a Mac. And Apple isn´t a very green company. So I was really impressed by the „Green my Apple„-campaign from Greenpeace. You can read about the first outcomes here. I am glad Steve Jobs is reacting. I´d have preferred him acting, though.

Next thing: Blackle. A strange, crazy but simple idea: A white screen consumes more energy than a black screen. So pimp your Google and turn it black. I admit that one has to get used to it, but after using it for a while it´s quite ok.

[update 01-08-2007] Check out this post of SirsiDynix´s Vice President of Innovation, who made a bit of research on the fact that a dark screen consumes less energy than a white one. So it really is true! [/update]

[update#2 14-08-2007] And back we go: On the official Google blog you can find a post that says that a black screen does not necessarily save energy. (It only works for CRT monitors, not for LCDs). Read more about it here: „Is black the new green?[/update]

And the last discovery: Have fun watching „The Unsustainables„.

Ok, boys and girls. I´m off to Barcelona. See, talk to you or hear from you soon.

Love

Marie F.

h1

JP Morgan Chase Frankfurt – geschafft!

13. Juni 2007

Mission accomplished. Marie F. ist 5,6 Km durch Frankfurt gelaufen, hat dafür 37:05 Min. gebraucht und hatte sogar ein bisschen Spaß dabei.

Am Start war es enger als gedacht: Abstand zum Vordermann, zum Hintermann, zum Seitenmann(?) betrug durchschnittlich 0 cm. Zum Glück lockerte sich das etwas auf. Und da Hinz und Kunz mit rannten, war Marie F. durchaus nicht die unsportlichste Person auf der Strecke. Und ist auch tatsächlich – bis auf einen Schluck Wasser – durchgelaufen.

Moral für heute: Geht dahin wo es weh tut! Glaubt an euch selbst! Traut euch auch mal etwas zu! Mich hat´s für einen Abend aus dem Schlamassel geholt.

JP Morgan Chase Frankfurt

h1

JP Morgan Chase Frankfurt – 1 Woche davor

6. Juni 2007

Marie F. dachte sich, man muss dahin gehen wo es weh tut. Also ab nach Frankfurt.

Mittlerweile, das Event naht, denkt sich Marie F.: Was hat mich damals geritten, mich bei diesem Massenlauf anzumelden? Wobei es bei 67.270 Teilnehmern sicherlich jemanden geben wird, der nach mir ins Ziel kommt. ;-)

Also schön, man will ja sein Institut ordentlich vertreten. Da muss man jetzt durch. Gut, dass man sich nicht abmelden kann, ohne das Startgeld selbst bezahlen zu müssen. Haben sich unsere Chefs schon was bei gedacht.

h1

Andere gucken zu

21. März 2007

Es tut schrecklich weh, an Braunschweig vorbei zu fahren. Ich muss nach Berlin. Ich will nach Berlin. Und leider hält der Zug in Braunschweig. Ich weiß das. Also verkrampfe ich schon 15 Min. vorher. Dann die Ansage, dass wir gleich einfahren. Ich nehme mir vor, die Augen zu zu lassen. Also schließe ich sie. Wir fahren ein, ich bin nicht diszipliniert genug, blinzle und schaue auf den Bahnhof. Und schon rollen die Tränen, ich kann gar nichts tun. Ein Mann mir gegenüber fragt, ob alles ok sei. Ich sage „ja“ und lächle tapfer.

Erinnerung ist schmerzhaft.

h1

Unsere Nächte sind farbiger als eure Tage

27. Januar 2002

Ich weiß nicht, warum nach einer guten Nacht immer so eine gewisse Sehnsucht bleibt. Es ist, als ob einem die Leute fehlen, als wären sie Freunde oder Bekannte, obwohl man sie eigentlich gar nicht kennt. Man vermisst die Masse, weil sie sich in den Momenten fühlt wie man selbst. Ich bin die Masse. Alle diejenigen, die mitmachen, die ebenfalls elektrisiert sind, die all das fühlen, sind wie ich. Und ich bin wie sie. Egal, wie sie aussehen wenn sie tanzen und schwitzen. In den Momenten sind sie wichtig. Und danach, im Bett mit dem ewigen Tinitus, vermisst man sie.

Ich habe ein Mädchen gesehen, das wundervoll tanzen konnte. Perfekte Bewegung zur perfekten Musik. Da spielt der Körper keine Rolle mehr…

Als ich klein war, wollte ich irgendwann ein Bild malen, dass die Leute zum Weinen bringt. Dabei stelle ich es mir immer als eine richtige Attraktion vor: Das Bild würde in einem Museum einen kleinen schwarzen Raum für sich alleine bekommen, wegen der Wirkung. An den Wänden hängen sonst nur noch Taschentuchspender. Und alle Leute die reingehen und sich das Bild angucken, müssen weinen.

Jetzt wo ich etwas größer bin und schon viele schreckliche und traurige Sachen gesehen habe, stelle ich fest: mit Bildern Gefühle zu erwecken ist schwer. Das liegt daran, dass die Augen so viel sehen und dabei abstumpfen. Wir haben doch bereits in jungen Jahren alles gesehen und gehört. Die Jugend von heute hat mit 14 Jahren Sex. Was kann da noch kommen? Es gibt keine Geheimnisse mehr, und dort wo es keine Geheimnisse gibt, gibt es keine Kindheit.

Richtige Gefühle erweckt man mit Musik. Was wäre ein trauriger Film ohne die Hintergrundmusik? Er wäre nicht traurig! Kauft man sich einen Soundtrack, stellt man fest, dass Musik alleine jedoch die traurige Wirkung nicht verliert. Also werde ich irgendwann einmal Musik machen. Die erweckt richtige Gefühle.

Ich hatte immer feste Richtlinien: Keine Drogen außer Alkohol und Hasch in meinem Leben. Letztes Wochenende stand ich dann vor der Wahl: B. hatte Pilze dabei. Zu Pillen und Tickets konnte ich bisher immer problemlos NEIN sagen, aber zu Pilzen? Hmmm, die sind doch natürlich, dachte ich mir. Auf der einen Seite wollte ich es: Aufgedreht sein, wegfliegen, Alltag abstreifen. Auf der anderen Seite hatte ich Angst. Wer weiß, wie ich reagiere (und ich hasse den Verlust der Selbstkontrolle). Und was, wenn es mir zu gut gefiel? Ich habe dann nichts genommen. Heute frage ich mich warum, und ich frage mich, ob man überhaupt Drogen nehmen kann, ohne süchtig zu werden. Ich hatte immer feste Richtlinien.

Gestern habe ich festgestellt, man braucht gar keine Drogen. Vodka Red Bull und geile Musik, das ist Droge genug. Man kann plötzlich so rumspringen. Ich wollte ja drauf kommen, also das Zeug super schnell runtergespült. Dann eine riesige Wolke in meinem Kopf. Geil, geil, geil…. Ich muss die Musik in Bewegung umsetzen und alle Leute gucken so, weil sie sehen, dass es passt. Meine Bewegungen passen. Der Mensch kann sich mit Vodka Red Bull und einem mächtigen Gehirn sehr viel einreden. Man kann sich Gott und die Welt einreden…

Es lebe das Robert Johnson. Es lebe gute elektronische Musik.

Wer braucht schon Drogen, wenn er die beste Musik hat? Keiner! Und es ist vollkommen ok irgendwann müde zu sein. Gute Dinge müssen ein Ende haben. Sonst wären sie nicht so gut.