Chester Brown: Fuck – Reprodukt, 2008.
Originaltitel: I never liked you.
Dieser Comic wurde 1994 zum ersten Mal in kleiner Auflage auf Deutsch veröffentlicht. Nun hat der für seine gehaltvollen Graphic Novels bekannte und von mir heißgeliebte Berliner Verlag Reprodukt die autobiografische Geschichte des Kanadiers Chester Brown erneut aufgelegt. Dabei sollte der Titel nicht abschrecken: Dahinter verbirgt sich kein Teenager Sex-Drama. Dies ist eine harmlose, mitunter zärtlich anrührende Geschichte eines Teenagers, der in den 70er Jahren in einer kanadischen Kleinstadt aufwächst. Der kleine Chester weiß dabei nicht immer etwas mit seinen Gefühlen anzufangen, geschweige denn sie zum Ausdruck zu bringen. Dies fällt ihm nicht nur bei gleichaltrigen Nachbarschaftsmädchen, sondern auch in Gegenwart seiner kranken Mutter schwer. Ein feinfühlig, mit klaren Linien gezeichneter Comic, der inhaltlich am ehesten mit einem Entwicklungsroman zu vergleichen ist. Wer Craig Thompsons „Blankets“ mochte, wird sicherlich auch an dieser Graphic Novel Gefallen finden.
Der deutsche, äh englische, Titel erklärt sich übrigens deshalb, weil Chester nicht flucht und von seinen Schulkameraden damit immer aufgezogen wird.







Ein melancholischer Rockstar, eine sitzengelassene Kellnerin, ein fanatischer Irrer, eine aufstrebende Büroaushilfe, eine verlorene Tochter und ein Fälscher: Die Geschichten dieser sechs unterschiedlichen Protagonisten verbinden sich im Laufe dieses Comics zu einem unvorhersehbaren Finale.
Einer meiner absoluten Lieblingscomics (Graphic Novels) ist von dem amerikanischen Künstler Craig Thompson und heißt 
In dem eindringlich gezeichneten Comic erzählt der frankokanadische Autor die Geschichte seines dreimonatigen beruflichen Aufenthalts in der südchinesischen Freihandelszone Shenzhen, wo er die Leitung eines Zeichenstudios übernimmt um die Produktion einer Trickserie zu überwachen. Er lernt die eintönige, schnell wachsende Millionenstadt und das befremdliche Leben eines Ausländers in China kennen und beschreibt anekdotenhaft seine Versuche den Einwohnern näher zu kommen. Doch trotz regelmäßiger Besuche des Fitnessstudios, Abendessen mit Dolmetscherin und Kollegen sowie Gesprächen mit Unbekannten im Bus ändert sich nichts: Shenzhen bleibt fremd. Der düstere Zeichenstil spiegelt die Trostlosigkeit der seelenlosen Großstadt wieder. Dabei gelingt es dem Autor ähnlich wie Craig Thompson in „Tagebuch einer Reise“ (Reprodukt 2005) die Schwierigkeiten des Aufeinandertreffens verschiedener Kulturen darzustellen. Während Thomson jedoch das Fremde als Anlass für eine innere Reflexion nimmt, liefert Desisle eine eher sachliche Reisereportage, die zum Nachdenken anregt.










