Archiv für die Kategorie ‘Grübeleien’

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Mundane

20. September 2009

What I did this weekend:

  • learn
  • socialize
  • hang up big pictures
  • suffer
  • relish
  • smile

What I did not:

  • call my friends
  • prepare for conference
  • clean
  • sleep well
  • relax

Life can be so mundane sometimes. On the other hand: Surely can´t be brooding, pondering or wondering 24/7, can I?

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Europäerin?

9. September 2009

Wie schon die letzten zwei Jahre habe ich auch dieses Jahr eine Woche in Barcelona verbracht. Für mich jedes Mal wieder eine interessante Erfahrung. Erstens erfahre ich viel über Spanien (ein EU-Grenzstaat) und das Leben dort. Zweitens ist es lehrreich als Europäerin, weil man schon im Zug verschiedenen Nationalitäten begegnet. Angefangen beim Asylanten aus Senegal, der einen fragt, ob man in Deutschland „gut unterkommt“, bis hin zu schweizer Mädchen, die Philosophie studieren wollen und einem erkären, was die Schweiz im Innersten zusammenhält (im Gegensatz zu Spanien, das jedes Jahr mehr auseinanderzubrechen droht) und reizenden spanischen Omis, die zum Thema Computer sagen: „Nee, da lass ich die Finger von. Ich wische nur ab und zu den Staub ab“. (Im Original noch schöner: „Computadoras? No las toco! Solamente para quitarles el polvito de encima.“)

Ich liebe Europa und bin „inbrünstig“ Europäerin. Die Idee, Verschiedenes unter einem Dach zu haben, scheint mir nur logisch und es zeigt die Wichtigkeit auf, Toleranz zu üben. Andere Weisen zu akzeptieren und ihnen etwas abgewinnen zu können, auch wenn sie anders sind als das, was man bisher kannte. Wir können schließlich alle voneinander lernen. Auch verneige ich mich vor all denjenigen, die ihr Leben gelassen haben und lassen mussten. Nur deshalb sind wir heute an diesem Punkt. Von all dem Leid habe ich nichts mitbekommen, aber weil ich bin und sein darf, während sie nicht sein durften, will ich zumindest gedenken.

Jeder Mensch ist gleich. Sollte gleich sein. Jeder sollte würdig leben dürfen. Davon sind wir so weit entfernt. Wir können so leben, weil andere nicht so leben. (Die „Anderen“ kommen dann in Schrottbooten über das Mittelmeer, und wenn sie nicht ertrunken sind, dann leben sie noch heute von unseren Abfällen, blasen uns für 10 Euro, verkaufen uns Taschen für 50 Euro, die im Laden 50.000 kosten, ernten unsere Tomaten, damit Aldi sagen kann „Große Qualität. Kleine Preise.“). Es ist wirklich so und tut weh.

Von all dem Leid, habe ich nichts mitbekommen? Kann ich nur gedenken?

Das was ich dazu beitragen kann, damit die Welt gerechter wird, will ich tun. Was kann ich schon dafür, dass ich Europäerin bin? Nichts. Auch wenn das was in meiner Möglichkeit liegt, nur eine Kleinigkeit und ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Und auch wenn alle Korinthenkacker sagen werden, ja aber du trägst ja trotzdem Turnschuhe von Adidas. Und dann kaufst du T-Shirts aus Biobaumwolle? Und hast Ökostrom? Und kaufst fairtrade Schokolade. Du hast aber trotzdem einen iPod. Ja, verdammt! Ich kann eben nicht 100% nachhaltig sein. Aber ich mache was, ich verzichte auf einiges, was hier so zum Lebensstandard gehört, während ihr Scheißer nichts tut außer meckern und die Augen zumacht, weil das in Deutschland alles ziemlich weit weg von uns ist (im Gegensatz zu Spanien, da ist das alles sehr präsent). Der Mensch sieht nicht mehr, dass das Steak auf seinem Teller mal ein Tier war. Das gilt für grundsätzlich alles. Wir sehen keine Zusammenhänge, leben zusammenhangslos. Warum auch? Wir lernen die Tiere nie kennen. Und die Kinder nicht, die unsere Turnschuhe herstellen. Und deren Eltern, die im Meer ertrinken, nachdem sie das Ganze Geld im Dorf aufgetrieben haben um zu uns zu kommen, nach Europa. Warum bleiben sie nicht zu Hause? Warum ist Senegal nicht Deutschland?

Wir müssen für mehr Gerechtigkeit in der Welt einstehen. Es wird nie endgültige Gerechtigkeit geben (außer für die, die daran glauben, dass wir gerichtet werden, auf die eine oder andere Weise). Aber wir können das Ideal im Kopf haben. Und JEDER kann ETWAS tun.

Und wenn es nur „wählen gehen“ ist. Oder mal fairtrade Cashewnüsse kaufen, die das Doppelte kosten. Oder ein kleines Auto statt ein großes kaufen. Oder ehrenamtlich tätig werden, statt vor dem Fernseher zu versauern. Sich mit den eigenen Kindern zu beschäftigen, statt im Internet nach Pornos zu suchen. Geräte zu kaufen, die nicht nach zwei Jahren wieder kaputt sind. Nur soviele Lebensmittel kaufen, wie man wirklich braucht. Licht ausschalten. Fahrrad fahren. Hosen zweimal tragen. Oder dreimal. Mal einen Nachmittag mit der Oma verbringen. Nicht nach Dubai in Urlaub zu fliegen. Nur ein Mal pro Jahr nach Ibiza statt drei Mal. Oder noch besser nach Usedom.

Ich glaube, es steht außer Frage, wen ich wählen werde. Perfekt ist das zwar alles nicht, aber perfekt ist auf dieser Welt gar nichts. Wirklich gar nichts.

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Leben

20. August 2009

Voller Inbrunst denke, fühle und meine ich: Das Leben ist schön. Zum Glück weiß ich den Tag meines Todes nicht. Sonst könnte ich nicht leben. Ich lebe jeden Tag so wie es anders nicht sein könnte. Alles andere hat keinen Sinn.
Zu leben ist nicht selbstverständlich. Auch wenn es sich die meiste Zeit so anfühlt. Der Tag wird kommen, früher oder später. Eines ist mir jetzt schon klar: Egal wann es sein wird: Danke für das was war. Es war intensiv, abwechslungsreich, lehrreich und einmalig. Dabei werde ich winken. Ohne Wehmut. Während sich mein Selbst auflöst.

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Verrannt

26. Juni 2009

Erkenntnis ist ja bekanntlich immer der erste Schritt zur Besserung: Heute morgen bekenne ich also schamlos, dass ich mich verrannt, verlaufen und verirrt habe.

Auf der Arbeit sitze ich neben einem großen Fenster. Obwohl wir diese dämlichen Aufkleber drauf haben, gibt es ab und zu ein paar Vögel, die dagegen fliegen. Seit einiger Zeit komme ich mir vor wie einer dieser Vögel. Wisst ihr, nicht die, die einmal dagegen fliegen, sich eine Beule holen, runter rutschen, sich kurz schütteln und merken: Nee, dat geht nüscht. Sondern wie einer von denen, die dagegen fliegen, runter rutschen, sich aufrappeln und anfangen ganz ungläublig mit dem Schnabel gegen die Scheibe zu picken. Pick, pick, pick. Geht dat echt nüscht? Kann doch gar nicht sein! Ich probiere es einfach nochmal. Und rumms, wieder liegen die armen Kerlchen da. Schütteln sich und zur ersten Beule gesellt sich eine zweite. Und eventuell eine dritte. Life is pain.

Es gibt bei mir grundsätzlich zwei Sorten von Ideen:

1. Ideen, die mir des nachtens kommen und die mich in diesem wunderbaren Zustand des Halbschlafs derart begeistern, dass ich – trotz extremer Faulheit – sogar schaffe, sie manchmal aufzuschreiben. Am nächsten Morgen gucke ich dann auf das Geschriebene und denke: Achherrje, ist ja alles ganz nett, aber… die Begeisterung ist irgendwie verschwunden. Neuerdings sammele ich diese Ideen dann auf Post-its, die ich von innen an meinen Kleiderschrank klebe. Da kleben sie – es werden immer mehr – und ab und zu sortiere ich sie um. Nach oben die, die mich langfristig begeistern, nach unten die, die auf den zweiten und dritten Blick nicht mehr so interessant scheinen. Jetzt müsste ich  mir halt mal endlich die oberen nehmen und in die Tat umsetzen. Wie sagt schon Antigone? „Ich mag nicht Liebe, die mit Worten liebt.“ Also: Go, go, go! Do, do, do! Yeah, Baby, yeah… Mal sehen.

2. Ideen, die klein anfangen und die immer größer werden. Die eher früher als später in Kopfkino ausarten. Mein Kopfkino ist… sagenhaft. Es läuft und läuft und läuft. Ich kann sogar Gespräche führen, den Leuten ins Gesicht gucken, nicken, hmmm sagen und in mir drin bin ich meilenweit weg und gucke Kopfkino. (Gut, manchmal kommt es durchaus vor, dass ich zuhöre ;-). Problem mit diesem Kopfkino ist, dass es eben nicht die Realität ist, sondern eine Vision. Eine Vision in der alles so ist, wie ich es gerne hätte. Also eine extrem unrealistische Version der Vision. Traumwelten. Und manchmal gehe ich darin so auf, dass es Auswirkungen darauf hat, wie ich mich in der Realität fühle. Und dann war´s mal wieder zu viel. Und es lässt sich nur ganz schwer rückgängig machen. Loslassen! Diese Ideen muss man dann wieder mühsehlig loslassen. Sich abkratzen wie klebrigen Teig von den Händen. Loslassen ist sooo schwierig!

Loslassen! Vergessen! Sein lassen!

Panta rhei, Freunde. Ich komme immer wieder an diesen Punkt.

„Wer in denselben Fluß steigt, dem fließt anderes

und wieder anderes Wasser zu.“

Wir steigen in denselben Fluß und doch nicht in denselben,

wir sind es und wir sind es nicht.“

„Man kann nicht zweimal in denselben Fluß steigen.

„Die primäre Welterfahrung liegt nach der Flusslehre in dem fortwährenden Stoff- und Formwechsel. Sie ist eine Metapher für die Prozessualität der Welt. Das Sein ist das Werden des Ganzen. Das Sein ist demnach nicht statisch, sondern als ewiger Wandel dynamisch zu erfassen. Doch hinter und zugleich in dem unaufhörlichen Fluss steht die Einheit: Einheit in der Vielheit und Vielheit in der Einheit.“

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Der Knackpunkt mit den Gedanken

13. März 2009

Zu wenig ist schlecht, zu viel ist auch schlecht. Also quasi, wie fast alles. Das Mittelmaß ist der richtige Weg.

Ich sitze hier und lebe gar nicht im Jetzt, sondern denke schon an die Zukunft. Statt dass ich mich also freue, Blicke austauschen, leben, arbeiten zu können, denke ich schon an das, was danach kommt. Wieso? Ist doch völlig unsinnig, mir jetzt schon Gedanken darüber zu machen, welche Probleme in der Zukunft auftreten könnten. Dieses super rationale Vorgehen, dieses „Bloß die richtige Entscheidung treffen“-Wollen und die ganzen Konsequenzen möglichst genau abschätzen ist doch beschissen. Hindert einen am unbeschwerten Leben.

Was ich damit sagen will ist, ich schränke mich mental schon vorher ein, indem ich mir irgendwelche möglichen Abläufe vorstelle, bewerte, bedenke. Schon bevor irgendetwas auch nur passiert ist. Und das ist doch blöd, das frustriert. Ich bremse mich aus, obwohl es nichts zum Bremsen gibt, sozusagen. Und ich erinnere mich daran, dass ich schon so war, als ich 16 war. Warum?

Es ist zwar schön, dass ich vernünftig bin. Aber ist es vernünftig, sich vor lauter Vernunft Überlegungen zu machen, die man jetzt noch gar nicht so en-detail machen muss? Muss ich immer alles bedenken? Und hilft es überhaupt, alles zu bedenken? Auf vieles habe ich ja doch kein Einfluss. Vielleicht stelle ich mich gerade deshalb hin und bin so pedantisch mit den Überlegungen und Möglichkeiten, weil ich denke, dass ich das worauf ich Einfluss habe, dann aber auch ordentlich beeinflussen will.

Herrje!

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Was ist real?

20. Februar 2009

Und ein Fachmann ist ein Mensch, der seiner Phantasie nur Vorstellungen erlaubt, die sein Verstand in Wirklichkeit verwandeln kann. Also wird nur noch das Allermöglichste gedacht. Das Nicht-sofort-mögliche ist das Unmögliche. Und das Unmögliche zu Denken ist dem Fachmann lächerlich. (Martin Walser)

In den letzten Tagen mache ich mir viele Gedanken über das was real ist. Angeregt durch Diskussionen in meinem Blog, angeregt durch die Erfahrung, dass 4 Tage Schneewelt einen völlig aus dem Alltag entfernen und man plötzlich singend und klatschend im Auto sitzt und sich des Lebens freut wie ein kleines Kind. Dann stellt sich noch die Frage nach der Wirksamkeit von Homöopathie und Schulmedizin. Und die Frage: Ist ein mehrmaliges Anlächeln schon Grund genug um anzunehmen, dass jemand an einem interessiert ist? Welche Rolle spielen Wahrnehmung und Einbildung? Im Prinzip wäre nämlich, wenn man konsequent ist, alles Einbildung was man glaubt wahrzunehmen. Das sagt zumindest der radikale Konstruktivismus.

Was ist wahr? Im Beickpackzettel eines Medikaments steht bspw. als Nebenwirkung Selbstmordgedanken und Suizid. Mir stellt sich nur die Frage: Woher wollen die Leute denn wissen, ob die Selbstmordgedanken mit dem Medikament zusammen hängen? Vielleicht haben diese Selbstmordgedanken etwas mit der Krankheit zu tun. Ich glaube nämlich letzteres. Aber wirklich wissen können wir es nicht. Oder doch? Wir könnten das Medikament einfach Leuten geben, die nichts haben. Tun wir aber nicht, weil es böse ist. Und auch das wäre noch keine neutrale Testumgebung. Eigentlich bräuchte man Leute, die nicht wissen, was sie da nehmen, weil sie quasi unbeeinflusst sind. Und das wäre dann richtig böse. Deshalb tun wir es nicht. Und nehmen lieber Tiere. Aber die können uns ihre Selbstmordgedanken nicht mitteilen. Herrje!

Was ist also real? Das ist defintiv Definitionssache. Real ist doch letztendlich für mich das, was ich mir gerade einbilde zu erleben, zu fühlen, zu sehen. Das heißt wir schweben alle in unserer kleinen Blase herum und stoßen vielleicht mal aneinander. Ich bin der Meinung ich sehe scheiße aus. Andere Leute sehen das anders. Ich bin der Meinung heute sei schönes Wetter. Andere Leute sehen das anders. Ich bin der Meinung meine Einstellung ist die einzige Option für vernünftige Leute ;-) und die anderen denken vermutlich genau das Gleiche über sich. Ohje!

Unter dieser Prämisse ist es quasi fast unmöglich, miteinander zu kommunizieren. Sich wirklich so verständlich zu machen, dass der andere genau nachvollziehen kann, was ich ausdrücken will, ist quasi unmöglich. Wobei es da sicherlich wieder Gebiete gibt, bei denen dies einfacher möglich ist (Fakten) und Gebiete, bei denen man auf überhaupt keinen gemeinsamen Zweig kommen kann (Gefühle). In meinem Studienbrief lese ich dazu: „Kommunikation ist ein komplexer Vorgang, in dessen Verlauf Sinnangebote unterbreitet und in vielfältigen Rückkopplungen von Kommunikationspartnern mit dem Ziel bearbeitet werden, zu einer gemeinsamen Orientierung im gesellschaftlichen Miteinander zu gelangen. Solche Orientierung richtet sich nicht nach einer naiv als gegeben angenommenen Wirklichkeit, sondern nach Verabredungen, was als Wirklichkeit angenommen werden soll. Kommunikation besteht darin, Angebote gemeinsamer Orientierung zu machen und über deren Akzeptanz Verstehen herbeizuführen.“ Das klingt vernünftig.

Und weiterhin frage ich mich: Was sind wir? Wie werden wir zu dem was wir sind? Wie konstituiert sich das Subjekt (um es mal soziologisch zu formulieren)? Ich denke da an die Faktoren: Biologie (Genetik), Sozialisation (Umfeld) und Gesellschaft (übergeordneter Wirkungsrahmen). Konstituiert sich das Individuum also aus Genetik, Umfeld und Wirkungsrahmen? Was haben Erfahrungen, was hat Lernen damit zu tun, wie wir sind? Was hat Reisen damit zu tun, wie wir sind? Was hat unser Geburtsort damit zu tun, wer wir sind? Was für einen Einfluss haben unsere Eltern, unsere Freunde? Kann ich mir als Elternteil überhaupt die Kapuze des „Erziehers“ überstülpen? Kann ich mir überhaupt einbilden, ich könne mein Kind auch nur annähernd formen?

Halten wir also fest: Wir sind Produkte unterschiedlichster Einflüsse. Da jeder anders wahrnimmt, etwas anderes erlebt und anders geprägt wird, gibt es Individuen. Individuen sind individuell (sagenhafte Erkenntnis). Und zwar derart, dass sie einzigartig sind und zwar so einzigartig, dass das was sie sind von keinem wirklich 100% nachvollzogen werden kann. (Polarkreis18 singt dazu: „Wir sind allein. Allein, allein. Allein, allein.“) So können wir uns also nur damit abgeben, uns anzunähern. Uns mit den Blasen anzustupsen (statt mit Facebook). Wir können nur beständig versuchen zu verstehen und tolerant zu sein. Und das ist die Handlungsmaxime, wie ich finde: Versuchen sich mitzuteilen, versuchen zu verstehen. Tolerant sein. Niemals aufgeben. Denken ohne Geländer. Alles in Frage stellen. An nichts festhalten (denn das verursacht nach buddhistischer Denkweise das ganze Leid). Und das nennt man dann Leben im Fluss. Panta rhei.

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With or without you

30. Dezember 2008

Ich sollte putzen, studieren, einkaufen, mir die Beine rasieren und aufhören in PubMed nach meiner Lieblingskrankheit zu suchen. Und doch kitzelt es mich in den Fingern, wabbert in meinem Kopf herum und da ist es wieder, das Thema Beziehungen. Du denkst nichts Böses und plötzlich fallen die Soldaten um dich herum tot zu Boden. Beziehungen, das omnipräsente Thema. Als ginge es in diesem Leben um nichts anderes.

Es scheint ein inneres Bedürfnis zu sein (oder ist es, in fact, ein gesellschaftlich eingetrichtertes Bedürfnis?), jemanden zu finden, der es langfristig mit einem aushält und mit dem man es aushält. Sehr unromantische Ansicht, denkt ihr jetzt sicherlich. Ich kann auch anders: Letztendlich geht es darum, jemanden zu finden, der dich trotz deiner Macken auf Händen trägt. Und – sehr wichtig und oft vergessen: Bei dem du ehrlich bereit bist, das Gleiche zu tun. Die meisten Leute haben doch in erster Linie Erwartungen. Aber was ist mit dem, was ich geben will / sollte / müsste / kann?

Manchmal erscheint es mir ein wahres Wunder, dass es Leute gibt, die langfristig zusammen sind (und dabei zufrieden). Es ist ein Wunder! Immerhin hat man es mit zwei Leuten zu tun, die sich entwickeln. Und es funkt so viel dazwischen: Der Haushalt, die Familie, die Vergangenheit, die Lust auf Sex mit anderen Menschen, Oberflächlichkeiten, der Alltag, die Selbstzentriertheit, mangelnde Selbstliebe und Selbstreflexion, mangelndes Vertrauen.

Aber die spannendste Frage: Ist „die eine Beziehung“ wirklich das, was uns Menschen enstpricht? Warum wollen wir das „Einzigartige“, das „Ewige“, das „Unbedingte“? Sind wir hoffnungslose Romantiker? Haben wir zu viel Kino geguckt? Sind wir konterevolutionär? Warum fühlen wir so? Es scheint, der Mensch will – inmitten der ständigen Veränderung – sich unbedingt an etwas festhalten. Aber Festhalten verursacht Leid.

Ich weiß nicht warum und wie es geht. Aber eines ist sicher: Glückliche Beziehungen, das ist nicht etwas was existiert, das ist etwas was täglicher Investition bedarf, Reife, Gelassenheit und Liebe. Und ich glaube, unbedingte Liebe, das ist etwas, was sehr wenige zu geben imstande sind. Weil es auch so überhaupt nicht unserer (westlichen? selbstzentrierten? kapitalistischen?) Denkweise entspricht.

Ein paar kluge Worte zum Thema, leider nicht von mir:

„Love makes people hurt themselves and other people, too.“

„Liebe so, als seist du nie verletzt worden.“

„Liebe birgt die Erwartung des absoluten Glücks, eines Paradieses auf Erden: eine Insel inmitten des chaotischen Lebens von heute, eine Zuflucht aus Sex, Zärtlichkeit und Gemeinsamkeit, die uns für immer von der Einsamkeit befreien wird, von der Monotonie, wir selbst zu sein.“

„Wie im Theater gibt es auch in der Liebe mehrere Akte.“

„Der Volksmund sagt, dass wir uns in die Vorstellung von jemandem verlieben und uns trennen, sobald wir den anderen wirklich kennen. Freud versucht es so zu erklären: „Liebe ist die Überhöhung des Objekts, auf das sich die Libido richtet.“ Hat sich die Libido dieses Objekt der Lust auserkoren, beginnt die Abhängigkeit und Angst.“

„Sind es tatsächlich zwei Menschen? Da gibt es unzählige verborgene Phantome, die aus der Kindheit kommen und die sich hinter dem geliebten Gesicht, dem begehrten Körper verstecken. Nicht zu sprechen von den Phantomen der Gegenwart; manchmal eine Mutter, ein Sohn oder eine Tochter, eine Freundin oder einen Chef, die Arbeit, Süchte.“

„Todavía es así: Hombres no pueden con mujeres de carácter…“

„Love is all very well in its way, but friendship is much higher. Indeed, I know of nothing in the world that is either nobler or rarer than a devoted friendship.“

„You come to love not by finding the perfect person, but by seeing an imperfect person perfectly.“

„There is more hunger for love and appreciation in this world than for bread.“

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Die innerpsychische Welt

28. November 2008

Heute im Studium gelernt: Ich kann mir einen Sahne-Joguhrt kaufen, der in der Werbung mit „Weekend-Feeling“ verbunden ist. Aber ob ich „Weekend-Feeling“ beim Essen des Joguhrts verspüre, liegt immer noch an meiner innerpsychischen Welt.

Aha! *blingbling* Wenn ich also wirklich will, dann kann ich auch Weekend-Feeling beim Kotzen haben. Oder – schöner gesagt – jeden Abend beim Schlafen. D.h. wiederum: Man kann sich alles einreden, wenn man es nur ernsthaft genug betreibt. Und das wiederum bedeutet: Ich muss keine Drogen nehmen, ich muss keine coolen Klamotten kaufen, ich muss nicht mit hübschen Männern flirten, ich muss nicht tanzen gehen. All das brauche ich nicht, wenn ich mir mit der ganzen Mächtigkeit meines Gehirns einrede, dass es mir gut geht. Dass ich auch Spaß habe, wenn ich Freitags über meinen Büchern hänge!

Das Verrückte ist: Ich hab wirklich Spaß. Und warum? Weil ich jetzt fleißig bin und weiß, dass ich morgen – wenn ich Lust habe – kotzen, Drogen nehmen, flirten, tanzen oder einkaufen gehen kann. Yes I can, yes you can, yes we all can!

Ich glaube, was ich eigentlich sagen will ist: Glück ist dann, wenn man in sich selber ruht und ganz ohne äußere Einwirkung oder Besitztümer sagen kann: Mir geht es in diesem Moment einfach so gut und ich bin von ganzem Herzen dankbar dafür, dass ich gerade so fühlen darf.

Beziehungsweise: Excuse me, while I throw up. ;-)

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Choosing my religion

11. September 2008

Letztendlich sagen die meisten Religionen etwas ähnliches. Lebe! Sei umsichtig mit dir selbst und anderen! Also warum dann eine konkrete Religion? Kann man nicht eher nach einer allgemeinen Moral und Ethik leben? Eine, die auf Weisheit, Erfahrung und Verstand beruht? Das heißt für mich: Ich kann meditieren gehen, ich kann Yoga machen, ich kann an Weihnachten in die Kirche gehen. Nichts ist falsch, alles ist richtig, solange es mir hilft, zur Ruhe zu kommen, mich selbst zu erkennen, meine Umwelt genauer wahrzunehmen und zu respektieren. Das Leben täglich in Frage stellen. Dankbar sein. All das.

Folgende Texte gefallen mir jedenfalls und bringen dies ganz gut zum Ausdruck:

Jack Kornfield (Meditation für Anfänger): „Zweck dieses Unterfangens ist es keineswegs, dass du Buddhist wirst oder fernöstliche Zeremonien bzw. rituelle Verbeugungen erlernst. Vielmehr geht es darum zu lernen, wie man meditiert und davon im täglichen Leben profitiert. Wenn wir uns Zeit nehmen, zur Ruhe zu kommen, dann spüren wir – und jeder Mensch ist dazu in der Lage -, dass wir unser Leben mitfühlender und wachsamer leben können. Zu meditieren bedeutet, dass wir diese innere Fähigkeit fördern und sie in unserem Leben zum Ausdruck bringen.“

„Mit dem Meditieren beginnen bedeutet, dass wir unser Leben mit Anteilnahme und Liebenswürdigkeit betrachten und herausfinden, wie man wachsam und frei sein kann. Wir haben so viele Vorstellungen und Überzeugungen in Bezug auf uns selbst. Wir erzählen uns Geschichten über das, was wir wollen oder wer wir sind, sei es klug oder sanft. Oft sind das nicht hinterfragte und begrenzte Vorstellungen anderer Menschen, die wir verinnerlicht haben und dann in unserem Leben zum Ausdruck bringen. Meditieren heißt, neue Möglichkeiten entdecken und eine Fähigkeit entwickeln, die jeder von uns besitzt: nämlich ein weiseres, liebevolleres, mitfühlenderes und erfüllteres Leben zu führen.“

„Buddha sagt: „Ich bin erwacht.“ Was ist das zu dem wir erwachen sollen? „Dharma“. Es ist ein Wort aus dem Sanskrit und Pali, das sich auf die universellen Wahrheiten bezieht: die Gesetze des Universums und die Lehren, die es beschreiben. In diesem Sinne ist Dharma etwas, das sich augenblicklich enthüllen kann. Es ist die Weisheit, die immer gegenwärtig ist und nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Das Dharma der Weisheit, zu dem wir erwachen können, ist die Wahrheit, die genau dort ist, wo wir sind – wenn wir uns von unseren Fantasien und Erinnerungen lösen und uns auf die Wirklichkeit der Gegenwart einlassen. Wenn wir das tun und ganz aufmerksam sind, dann beginnen wir, die Merkmale des Dharma in eben dem Leben zu erkennen, das wir gerade leben. Zu den ersten Merkmalen des Dharma, die sich während der Meditation enthüllen, gehören Unbeständigkeit und Unsicherheit. „So sollst du denken über diese flüchtige Welt“, heißt es in einem buddhistischen Sutra. „Ein Stern in der Dämmerung, eine Luftblase in einem Fluss, ein Lichtblitz in einer Sommerwolke, ein Echo, ein Regenbogen, ein Trugbild und ein Traum.“ Je ruhiger du sitzt, je genauer du beobachtest, desto deutlicher wird dir, dass sich alles, was du siehst, in einem Zustand der Veränderung befindet. Gewöhnlich erscheint uns alles, was wir erleben, beständig – auch unsere Persönlichkeit, unsere Umwelt, unsere Gefühle und die Gedanken in unserem Kopf. Es ist so, wie wenn wir uns einen Film anschauen und derartig von der Handlung gefangen sind, dass sie uns wirklich erscheint, obwohl es sich doch nur um flackernde Lichtbilder auf der Leinwand handelt. Wenn du dich aber sorgfältig konzentrierst auf das, was du siehst, dann ist es möglich zu erkennen, dass der Film in Wirklichkeit aus einer Folge von Standbildern besteht, die eines nach dem anderen ablaufen. Eines erscheint, dann kommt eine kurze Unterbrechung, und dann taucht das nächste auf. Genau das geschieht in unserem Leben. Denn es ist so: Nichts im Leben bleibt für eine sehr lange Zeit beständig oder unverändert. Du brauchst kein Meister im Meditieren zu sein, um zu erkennen, dass alles stets im Wandel begriffen ist. Konntest du jemals einen bestimmten Geisteszustand über einen sehr langen Zeitraum aufrechterhalten? Gibt es irgendetwas in deinem Leben, das ganz und gar gleich bleibt? Dies bringt uns zu dem zweiten Gesetz des Dharma. Wenn wir wollen, dass Dinge, die sich ständig ändern, unverändert bleiben, und uns daran festklammern, werden wir eine Enttäuschung erleben und leiden. Nicht, dass wir leiden müssen, und es dient auch nicht dazu, uns zu bestrafen. Es ist einfach der Lauf der Welt und es ist so elementar wie die Schwerkraft. Wenn wir krampfhaft darauf bestehen, dass etwas so bleibt, wie es ist, dann wird es sich trotzdem verändern. Wenn wir versuchen, daran festzuhalten, dann wir uns das nur Leid und Enttäuschung einbringen, denn das Leben ist ein Fluss und alles ändert sich. Wenn wir beginnen, die Gesetze des Lebens anzuerkennen – dass die Dinge unbeständig sind und dass Anhaftung Leid verursacht -, dann können wir auch fühlen, dass es einen anderen Weg geben muss. Und es gibt ihn. Man könnte diesen Weg als „Unsicherheitsweisheit“ bezeichnen. Das ist die Fähigkeit, mit den Veränderungen zu fließen, zu erkennen, dass sich alles in einem Wandlungsprozess befindet, und sich entspannt in die Ungewissheit zu fügen. Die Meditation lehrt uns, wie wir loslassen und inmitten des Wandels in unserer Mitte bleiben können. Wenn wir erst einmal eingesehen haben, dass alles unbeständig ist und wir es nicht festhalten können und dass wir eine gewaltige Menge Leid auf uns ziehen, wenn wir daran haften, dass die Dinge gleich bleiben, dann erkennen wir auch, dass die klügere Art zu leben darin besteht, sich zu entspannen und loszulassen. Wir erkennen, dass Gewinn und Verlust, Lob und Tadel, Lust und Pein zum Tanz des Lebens dazugehören, der uns, die wir in einen menschlichen Körper hineingeboren wurden, auferlegt ist. Loslassen bedeutet nicht, den Dingen gleichgültig gegenüberzustehen. Es bedeutet vielmehr, dass wir uns in kluger und den Umständen angepasster Weise um die Dinge kümmern. In der Meditation schenken wir unserem Körper eine sorgsame und respektvolle Beachtung. Wir meditieren also, um zur Erkenntnis der Lebensgesetze zu erwachen. Wir erwachen, indem wir die Aufmerksamkeit von der Vielzahl unserer Gedanken und Ideen abziehen und sie auf unseren Körper und unsere Empfindungen lenken. Wir beginnen zu verstehen, wie unser Körper und unser Geist funktionieren, und so können wir eine weisere Beziehung zu ihnen aufnehmen. Der Kern dieses inneren Übungsweges ist das aufmerksame Lauschen und Achten auf unser Umfeld, auf unseren Körper, auf unseren Geist, auf unser Herz und auf die Welt um uns herum. Das ist es, was als Achtsamkeit bezeichnet wird – eine sorgsame und respektvolle Aufmerksamkeit. In der Meditation entdecken wir eine natürliche, offenherzige und nicht bewertende Bewusstheit für unseren Körper und unsere Gefühle. Schritt für Schritt können wir diese gütige und offene Bewusstheit dazu bringen, alles wahrzunehmen, was unseren Geist ausmacht. Wir lernen, das Gesetz der Unbeständigkeit zu verstehen und ihm zu vertrauen – das heißt, dass wir damit anfangen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist.“

Alan Watts: „Lebenskunst … ist weder ein sorgloses Dahintreiben noch ein angstvolles Festklammern an der Vergangenheit… Sie besteht darin, in jedem Augenblick ganz einfühlsam zu sein, ihn als völlig neu und einzigartig anzusehen und das Bewusstsein offen und ganz und gar empfänglich zu halten.

Richard Rohr: „Das Leben in dieser Konsumwelt, in einem physischen Körper und mit so vielen Wahlmöglichkeiten infiziert uns mit einer Krankheit namens Überfluss – eine wirklich gefährliche Krankheit, die unseren Blick trübt und es noch schwerer macht, ins Zentrum vorzudringen. Die meisten Menschen kennen kein anderes Selbst als ihr in sich abgekapseltes Ego, dem sie auf dem Leim gehen. Den allermeisten Menschen muss jedenfalls erst das Sehen beigebracht werden. Wirklich sehen zu können, das ist das Herzstück einer gegenwärtigen Spiritualität.“

„Wie können wir etwas finden, das doch schon da ist? Warum sticht es nicht ins Auge? Weshalb müssen wir erst unser wahres und tiefes Selbst erwecken? Und wie macht man das? Durch Gebet und Meditation? Durch mehr Schweigen, mehr Rückzug? Ja, all das kann helfen, aber das wichtigste ist, dass wir voll und ganz in unserer Wirklichkeit leben und sie annehmen. Das klingt so simpel und harmlos, dass wir meistens alle möglichen religiösen Leimruten fabrizieren, um bloß nicht unser eigenes so gar nicht heroisches, sondern prosaisches und alltägliches Kreuz auf uns nehmen zu müssen.“

Jostein Gaarder: Mir fehlt ab und zu eine Erinnerung daran, daß es mich gibt. Denn ich bin nur dieses eine Mal hier und werde danach nie wieder zurückkehren. Auch das ist leicht zu vergessen. Ich weiß es ja, ich weiß es natürlich die ganze Zeit, wenn ich mir das nur kurz überlege. Aber niemand fordert mich dazu auf. Hier herrscht keine öffentliche Vertraulichkeit. Wenn ich in der Flut der Informationen vergesse, daß ich lebe, dann ist das mein Problem. Ich könnte mir in allen großen Zeitungen des Landes folgende Mitteilung vorstellen: Wichtige Mitteilung an alle Bürgerinnen und Bürger: Die Welt ist hier und jetzt!

Pantha rhei, sagt Heraklit. Auch er sagt es also.

Durch Konzentration, das ewig Unbeständige der Welt erkennen und diese Wahrheit zu akzeptieren. Die Gegenwart zu leben, nur sie zählt.

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Fahrrad fahren macht jung

28. Juli 2008

Liebe Leute,

kommt es vor, dass ihr deprimiert seid oder schlecht drauf? Eventuell sogar der Meinung, der beste Teil eures Lebens läge hinter euch? Dann schnappt euch ein Fahrrad, fahrt durch die Straßen eurer Stadt und lasst euch den Fahrtwind ins Gesicht und durch die offene Strickjacke wehen. Fahrrad fahren ist wie Weinen. Es löst keine Probleme, aber es beruhigt innerlich und lässt Zuversicht aufkommen.

Und wenn man beim Fahrrad fahren Gedanken hat, wie die im Folgenden etwas genauer aufgeführten, dann hat es sich nicht nur für die Umwelt gelohnt, sondern auch für einen selbst. Ich bin also für mehr Fahrrad fahren!

Gedanke Nr. 1: 25-30 zu sein, ist das Beste, was mir bisher passiert ist. Es ließ sich zwar dramatisch an, aber der tiefe Start ermöglicht einen raschen Aufstieg. Bla blubb, die Jacqueline dreht mal wieder auf und ab. Was ich eigentlich sagen will: Die Vorteile liegen auf der Hand. Man ist jung, aber nicht mehr zu jung. Man verdient sein erstes Geld und ist wahrhaft unabhängig. Man kennt sich einigermaßen, mittlerweile, und weiß einigermaßen was man will. Und trotzdem bleibt es spannend. Man blickt auf gute und schlechte Dinge zurück und betrachtet beide trotzdem neutral. Man ist erwachsen und jung zugleich.

Gedanke Nr. 2: Heiraten kann man später noch. Glorreiche Erkenntnis?! Mal ganz im Ernst: Wer der Meinung ist, die oder denjenigen gefunden zu haben, der oder die ES ist, sollte zuschlagen. Ganz klar. Aber alle anderen… Lasst euch Zeit, Menschenskinder! Man kann auch verbindlich sein, man kann auch lieben OHNE. MIT ist auch keine Garantie. Für nichts. Genausowenig wie OHNE nicht bedeutet, keine Garantie zu haben. Was wirklich zählt, Freunde, ist das innere Gefühle. Die innere Zugehörigkeit. Dann ist Heiraten eigentlich nur noch eine Geste. Eine nette Geste.

Gedanke Nr. 3: Der Mensch ist ein Sicherheitstier. Aber Sicherheit besteht niemals. Sich an Dingen fest zu halten, bewirkt immer Leid. Sagt Buddha. Heißt nicht, sich niemals zu binden, oder sich keine Sorgen machen zu dürfen. Sondern heißt: Bewusst zu leben. Die kleinen Dinge schätzen und nicht auf die großen Dinge hoffen. Je freier man von konkreten Vorstellungen ist, desto besser lebt man. Konkrete Vorstellungen führen zu konkreten Enttäuschungen. Man sollte weniger Vorstellungen haben und sich mehr überraschen lassen. Vom Leben. Vom lieben Gott. Oder wie ihr das halt nennt.