Archiv für die Kategorie ‘Grübeleien’

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Choosing my religion

11. September 2008

Letztendlich sagen die meisten Religionen etwas ähnliches. Lebe! Sei umsichtig mit dir selbst und anderen! Also warum dann eine konkrete Religion? Kann man nicht eher nach einer allgemeinen Moral und Ethik leben? Eine, die auf Weisheit, Erfahrung und Verstand beruht? Das heißt für mich: Ich kann meditieren gehen, ich kann Yoga machen, ich kann an Weihnachten in die Kirche gehen. Nichts ist falsch, alles ist richtig, solange es mir hilft, zur Ruhe zu kommen, mich selbst zu erkennen, meine Umwelt genauer wahrzunehmen und zu respektieren. Das Leben täglich in Frage stellen. Dankbar sein. All das.

Folgende Texte gefallen mir jedenfalls und bringen dies ganz gut zum Ausdruck:

Jack Kornfield (Meditation für Anfänger): “Zweck dieses Unterfangens ist es keineswegs, dass du Buddhist wirst oder fernöstliche Zeremonien bzw. rituelle Verbeugungen erlernst. Vielmehr geht es darum zu lernen, wie man meditiert und davon im täglichen Leben profitiert. Wenn wir uns Zeit nehmen, zur Ruhe zu kommen, dann spüren wir - und jeder Mensch ist dazu in der Lage -, dass wir unser Leben mitfühlender und wachsamer leben können. Zu meditieren bedeutet, dass wir diese innere Fähigkeit fördern und sie in unserem Leben zum Ausdruck bringen.”

“Mit dem Meditieren beginnen bedeutet, dass wir unser Leben mit Anteilnahme und Liebenswürdigkeit betrachten und herausfinden, wie man wachsam und frei sein kann. Wir haben so viele Vorstellungen und Überzeugungen in Bezug auf uns selbst. Wir erzählen uns Geschichten über das, was wir wollen oder wer wir sind, sei es klug oder sanft. Oft sind das nicht hinterfragte und begrenzte Vorstellungen anderer Menschen, die wir verinnerlicht haben und dann in unserem Leben zum Ausdruck bringen. Meditieren heißt, neue Möglichkeiten entdecken und eine Fähigkeit entwickeln, die jeder von uns besitzt: nämlich ein weiseres, liebevolleres, mitfühlenderes und erfüllteres Leben zu führen.”

“Buddha sagt: “Ich bin erwacht.” Was ist das zu dem wir erwachen sollen? “Dharma”. Es ist ein Wort aus dem Sanskrit und Pali, das sich auf die universellen Wahrheiten bezieht: die Gesetze des Universums und die Lehren, die es beschreiben. In diesem Sinne ist Dharma etwas, das sich augenblicklich enthüllen kann. Es ist die Weisheit, die immer gegenwärtig ist und nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Das Dharma der Weisheit, zu dem wir erwachen können, ist die Wahrheit, die genau dort ist, wo wir sind - wenn wir uns von unseren Fantasien und Erinnerungen lösen und uns auf die Wirklichkeit der Gegenwart einlassen. Wenn wir das tun und ganz aufmerksam sind, dann beginnen wir, die Merkmale des Dharma in eben dem Leben zu erkennen, das wir gerade leben. Zu den ersten Merkmalen des Dharma, die sich während der Meditation enthüllen, gehören Unbeständigkeit und Unsicherheit. “So sollst du denken über diese flüchtige Welt”, heißt es in einem buddhistischen Sutra. “Ein Stern in der Dämmerung, eine Luftblase in einem Fluss, ein Lichtblitz in einer Sommerwolke, ein Echo, ein Regenbogen, ein Trugbild und ein Traum.” Je ruhiger du sitzt, je genauer du beobachtest, desto deutlicher wird dir, dass sich alles, was du siehst, in einem Zustand der Veränderung befindet. Gewöhnlich erscheint uns alles, was wir erleben, beständig - auch unsere Persönlichkeit, unsere Umwelt, unsere Gefühle und die Gedanken in unserem Kopf. Es ist so, wie wenn wir uns einen Film anschauen und derartig von der Handlung gefangen sind, dass sie uns wirklich erscheint, obwohl es sich doch nur um flackernde Lichtbilder auf der Leinwand handelt. Wenn du dich aber sorgfältig konzentrierst auf das, was du siehst, dann ist es möglich zu erkennen, dass der Film in Wirklichkeit aus einer Folge von Standbildern besteht, die eines nach dem anderen ablaufen. Eines erscheint, dann kommt eine kurze Unterbrechung, und dann taucht das nächste auf. Genau das geschieht in unserem Leben. Denn es ist so: Nichts im Leben bleibt für eine sehr lange Zeit beständig oder unverändert. Du brauchst kein Meister im Meditieren zu sein, um zu erkennen, dass alles stets im Wandel begriffen ist. Konntest du jemals einen bestimmten Geisteszustand über einen sehr langen Zeitraum aufrechterhalten? Gibt es irgendetwas in deinem Leben, das ganz und gar gleich bleibt? Dies bringt uns zu dem zweiten Gesetz des Dharma. Wenn wir wollen, dass Dinge, die sich ständig ändern, unverändert bleiben, und uns daran festklammern, werden wir eine Enttäuschung erleben und leiden. Nicht, dass wir leiden müssen, und es dient auch nicht dazu, uns zu bestrafen. Es ist einfach der Lauf der Welt und es ist so elementar wie die Schwerkraft. Wenn wir krampfhaft darauf bestehen, dass etwas so bleibt, wie es ist, dann wird es sich trotzdem verändern. Wenn wir versuchen, daran festzuhalten, dann wir uns das nur Leid und Enttäuschung einbringen, denn das Leben ist ein Fluss und alles ändert sich. Wenn wir beginnen, die Gesetze des Lebens anzuerkennen - dass die Dinge unbeständig sind und dass Anhaftung Leid verursacht -, dann können wir auch fühlen, dass es einen anderen Weg geben muss. Und es gibt ihn. Man könnte diesen Weg als “Unsicherheitsweisheit” bezeichnen. Das ist die Fähigkeit, mit den Veränderungen zu fließen, zu erkennen, dass sich alles in einem Wandlungsprozess befindet, und sich entspannt in die Ungewissheit zu fügen. Die Meditation lehrt uns, wie wir loslassen und inmitten des Wandels in unserer Mitte bleiben können. Wenn wir erst einmal eingesehen haben, dass alles unbeständig ist und wir es nicht festhalten können und dass wir eine gewaltige Menge Leid auf uns ziehen, wenn wir daran haften, dass die Dinge gleich bleiben, dann erkennen wir auch, dass die klügere Art zu leben darin besteht, sich zu entspannen und loszulassen. Wir erkennen, dass Gewinn und Verlust, Lob und Tadel, Lust und Pein zum Tanz des Lebens dazugehören, der uns, die wir in einen menschlichen Körper hineingeboren wurden, auferlegt ist. Loslassen bedeutet nicht, den Dingen gleichgültig gegenüberzustehen. Es bedeutet vielmehr, dass wir uns in kluger und den Umständen angepasster Weise um die Dinge kümmern. In der Meditation schenken wir unserem Körper eine sorgsame und respektvolle Beachtung. Wir meditieren also, um zur Erkenntnis der Lebensgesetze zu erwachen. Wir erwachen, indem wir die Aufmerksamkeit von der Vielzahl unserer Gedanken und Ideen abziehen und sie auf unseren Körper und unsere Empfindungen lenken. Wir beginnen zu verstehen, wie unser Körper und unser Geist funktionieren, und so können wir eine weisere Beziehung zu ihnen aufnehmen. Der Kern dieses inneren Übungsweges ist das aufmerksame Lauschen und Achten auf unser Umfeld, auf unseren Körper, auf unseren Geist, auf unser Herz und auf die Welt um uns herum. Das ist es, was als Achtsamkeit bezeichnet wird - eine sorgsame und respektvolle Aufmerksamkeit. In der Meditation entdecken wir eine natürliche, offenherzige und nicht bewertende Bewusstheit für unseren Körper und unsere Gefühle. Schritt für Schritt können wir diese gütige und offene Bewusstheit dazu bringen, alles wahrzunehmen, was unseren Geist ausmacht. Wir lernen, das Gesetz der Unbeständigkeit zu verstehen und ihm zu vertrauen - das heißt, dass wir damit anfangen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist.”

Alan Watts: “Lebenskunst … ist weder ein sorgloses Dahintreiben noch ein angstvolles Festklammern an der Vergangenheit… Sie besteht darin, in jedem Augenblick ganz einfühlsam zu sein, ihn als völlig neu und einzigartig anzusehen und das Bewusstsein offen und ganz und gar empfänglich zu halten.

Richard Rohr: “Das Leben in dieser Konsumwelt, in einem physischen Körper und mit so vielen Wahlmöglichkeiten infiziert uns mit einer Krankheit namens Überfluss - eine wirklich gefährliche Krankheit, die unseren Blick trübt und es noch schwerer macht, ins Zentrum vorzudringen. Die meisten Menschen kennen kein anderes Selbst als ihr in sich abgekapseltes Ego, dem sie auf dem Leim gehen. Den allermeisten Menschen muss jedenfalls erst das Sehen beigebracht werden. Wirklich sehen zu können, das ist das Herzstück einer gegenwärtigen Spiritualität.”

“Wie können wir etwas finden, das doch schon da ist? Warum sticht es nicht ins Auge? Weshalb müssen wir erst unser wahres und tiefes Selbst erwecken? Und wie macht man das? Durch Gebet und Meditation? Durch mehr Schweigen, mehr Rückzug? Ja, all das kann helfen, aber das wichtigste ist, dass wir voll und ganz in unserer Wirklichkeit leben und sie annehmen. Das klingt so simpel und harmlos, dass wir meistens alle möglichen religiösen Leimruten fabrizieren, um bloß nicht unser eigenes so gar nicht heroisches, sondern prosaisches und alltägliches Kreuz auf uns nehmen zu müssen.”

Jostein Gaarder: Mir fehlt ab und zu eine Erinnerung daran, daß es mich gibt. Denn ich bin nur dieses eine Mal hier und werde danach nie wieder zurückkehren. Auch das ist leicht zu vergessen. Ich weiß es ja, ich weiß es natürlich die ganze Zeit, wenn ich mir das nur kurz überlege. Aber niemand fordert mich dazu auf. Hier herrscht keine öffentliche Vertraulichkeit. Wenn ich in der Flut der Informationen vergesse, daß ich lebe, dann ist das mein Problem. Ich könnte mir in allen großen Zeitungen des Landes folgende Mitteilung vorstellen: Wichtige Mitteilung an alle Bürgerinnen und Bürger: Die Welt ist hier und jetzt!

Pantha rhei, sagt Heraklit. Auch er sagt es also.

Durch Konzentration, das ewig Unbeständige der Welt erkennen und diese Wahrheit zu akzeptieren. Die Gegenwart zu leben, nur sie zählt.

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Fahrrad fahren macht jung

28. Juli 2008

Liebe Leute,

kommt es vor, dass ihr deprimiert seid oder schlecht drauf? Eventuell sogar der Meinung, der beste Teil eures Lebens läge hinter euch? Dann schnappt euch ein Fahrrad, fahrt durch die Straßen eurer Stadt und lasst euch den Fahrtwind ins Gesicht und durch die offene Strickjacke wehen. Fahrrad fahren ist wie Weinen. Es löst keine Probleme, aber es beruhigt innerlich und lässt Zuversicht aufkommen.

Und wenn man beim Fahrrad fahren Gedanken hat, wie die im Folgenden etwas genauer aufgeführten, dann hat es sich nicht nur für die Umwelt gelohnt, sondern auch für einen selbst. Ich bin also für mehr Fahrrad fahren!

Gedanke Nr. 1: 25-30 zu sein, ist das Beste, was mir bisher passiert ist. Es ließ sich zwar dramatisch an, aber der tiefe Start ermöglicht einen raschen Aufstieg. Bla blubb, die Jacqueline dreht mal wieder auf und ab. Was ich eigentlich sagen will: Die Vorteile liegen auf der Hand. Man ist jung, aber nicht mehr zu jung. Man verdient sein erstes Geld und ist wahrhaft unabhängig. Man kennt sich einigermaßen, mittlerweile, und weiß einigermaßen was man will. Und trotzdem bleibt es spannend. Man blickt auf gute und schlechte Dinge zurück und betrachtet beide trotzdem neutral. Man ist erwachsen und jung zugleich.

Gedanke Nr. 2: Heiraten kann man später noch. Glorreiche Erkenntnis?! Mal ganz im Ernst: Wer der Meinung ist, die oder denjenigen gefunden zu haben, der oder die ES ist, sollte zuschlagen. Ganz klar. Aber alle anderen… Lasst euch Zeit, Menschenskinder! Man kann auch verbindlich sein, man kann auch lieben OHNE. MIT ist auch keine Garantie. Für nichts. Genausowenig wie OHNE nicht bedeutet, keine Garantie zu haben. Was wirklich zählt, Freunde, ist das innere Gefühle. Die innere Zugehörigkeit. Dann ist Heiraten eigentlich nur noch eine Geste. Eine nette Geste.

Gedanke Nr. 3: Der Mensch ist ein Sicherheitstier. Aber Sicherheit besteht niemals. Sich an Dingen fest zu halten, bewirkt immer Leid. Sagt Buddha. Heißt nicht, sich niemals zu binden, oder sich keine Sorgen machen zu dürfen. Sondern heißt: Bewusst zu leben. Die kleinen Dinge schätzen und nicht auf die großen Dinge hoffen. Je freier man von konkreten Vorstellungen ist, desto besser lebt man. Konkrete Vorstellungen führen zu konkreten Enttäuschungen. Man sollte weniger Vorstellungen haben und sich mehr überraschen lassen. Vom Leben. Vom lieben Gott. Oder wie ihr das halt nennt.

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In Frage stellen

10. Juni 2008

Heute habe ich Fieber und bin irgendwie ein bisschen betrübt. Warum passiert mir das? Eigentlich bin ich zur Zeit doch ein relativ zufriedener Mensch. Trotzdem sitze ich hier - klar mir ging es körperlich schon einmal besser - grüble und verliere den Lebenssinn. An den meisten Tagen ist dieser ja recht klar: Verwirklichung in Beruf, Beziehung, Familie. Freunde, Kultur, etwas hinterlassen was in den Gehirnen der zukünftigen Generationen fortleben wird. Trotzdem passiert mir das manchmal: Ich verliere den Lebenssinn außer Augen. Dann stelle ich alles in Frage und frage mich: Werde ich eigentlich jemals wirklich ankommen und sagen: “Ja, das ist es was ich will. Hier fühle ich mich wohl, muss nichts mehr ändern und nur noch leben.”?

Aber da sitzt diese kleine Raupe Nimmersatt bzw. der “kleine Ist-nie-zufrieden-Mann” in meinem Kopf”. Und selbst wenn ich eigentlich ganz zufrieden bin, kann es mir jederzeit passieren, dass ich alles in Frage stelle und zweifle: Was ist das alles hier? Was ist mein Weg?

“Du, ich, wir alle, die wir uns durchs Leben schlagen und unser Päckchen zu tragen haben, sind Helden und Heldinnen im Roman unseres eigenen Lebens, und der ist viel schöner und tausendmal besser als alle erdichteten Romane.”
(Teresa de la Parra)

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Papier, Gedanken, Abenteuer.

28. Mai 2008

Ich komme zu dem Schluss, dass alles was ich mir ausdenke nicht wahr werden kann. War ja schon immer so. Früher, da habe ich ganz viel auf dem Computer geschrieben, dann habe ich ihn aus meinem Zimmer rausgeschmissen. Als er dann nicht mehr da war, habe ich mir ein dickes Heft mit linierten Blättern gekauft, habe von da an dort hineingeschrieben. Nicht Tagebuch, das ist doof. Trotzdem kann man, glaube ich, an den Sachen die ich da hineingeschrieben habe, sehr viel darüber lesen, wie ich mich entwickelt habe und wie ich mich fühlte und so weiter, also viel persönliches. Meinem ersten Freund habe ich dieses dicke Heft gegeben, er hat sich ein paar Sachen durchgelesen, aber er hat sie nicht verstanden, er hat nur gesagt, dass sich das gut anhört und dass ich ein Talent habe zu schreiben. Aber er hat nicht verstanden, was es mich gekostet hat ihm dieses innere Stück von mir zu überreichen, das ist ja ein Stück Seele von mir. Und dann, als mein zweiter Freund kam, da habe ich immer weniger in dieses Buch geschrieben. Weil es nicht viel zu berichten gab? Weil ich zufrieden war? Relativ. Und zufrieden macht so unkreativ. Zufrieden sind bekanntlich nur die Lumpe.

Also, ich habe ja auch keine Zeit und meine Gedanken sind so schnell. Ich kann dann nicht per Hand schreiben, denn während ich schreibe, kommen schon neue Gedanken und die habe ich dann vergessen, wenn ich die vorherigen aufgeschrieben habe, das ist schlecht. Also bevorzuge ich doch wieder den Computer. Da drücke ich einfach Tasten, und es geht viel schneller und auch leichter, wenn man denn mit 10 Fingern schreiben kann. Etwas auf Papier zu bringen, hingegen, kostet einen viel mehr. Man erlaubt sich nicht, irgendetwas lediglich hinzuschreiben, irgendeinen Quatsch. Weil, das ist ja dann wirklich da, während es im Computer noch nicht ganz so wirklich da ist. Und das Wichtigste: Man überlegt sich nicht, ob man etwas weglässt, damit es schneller geht. Man lässt die kleinen Sachen draußen, wenn man auf Papier schreibt. Die sind aber auch wichtig. Ich gebe also folgende Empfehlung ab: Kondensierte Gefühle auf Papier (weil man sich mehr Gedanken über das macht was man schreibt und diese dann auch bewertet und nur diejenigen aufschreibt die man würdig genug findet um auf Papier zu stehen). Und der Computer ist also der Platz für Gedanken, die einem durch den Kopf gehen. Wild.

In letzter Zeit habe ich den Drang alles zu dokumentieren, denke, oh Mann, wenn ich das aufschreiben oder aufnehmen könnte und jemand anderem zeigen, oder mir noch einmal durchlesen. Ich glaube, wenn man schreibt, dann muss man den Leuten von der Realität erzählen und das was passiert oder passieren könnte. Klar, Fantasy, das ist cool, das lässt einen Träumen, aber das was einen erschüttert, das ist doch die Realität. Das ist der eigene, langweilige Alltag, all diese kleinen Dinge, die so viel sind, und so wenig gelten. Keine Abenteuer oder so. Abenteuer sind überhaupt Quatsch. Alle Deutschen sagen immer zu mir, oh Deutschland ist ein so biederes Land, und träumen nachts in ihren bayrischen Massivholz- oder Ikeabetten von der Karibik, dem Urwald oder Neuseeland und obendrüber immer die strahlende Sonne. Wisst ihr, alles Schöne entdecke ich hier. Das hier ist ein schönes Leben, ich mag Deutschland, ich liebe es, hier zu leben, das ist meine Erfüllung, ich liebe auch England, was wollt ihr denn alle immer mit euren Stränden und eurer Sonne, das verstehe ich nicht. Hier ist doch die Erfüllung. Aber da alle auf Abenteuer aus sind… Das verstehe ich nicht. Vielleicht hatte ich einfach schon zu viel Sonne in meinem Leben?

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Schlafstörungen und Schwächen

17. April 2008

MJF zieht heute einmal wieder ihr psychologisches Mäntelchen über und sinniert über Schlafstörungen.

Interessanterweise kenne ich bisher nur Männer (alle zwischen 25-35), die darunter leiden. Und ich habe mir überlegt, dass dies vielleicht daher kommt, dass Männer in unserer Gesellschaft grundsätzlich noch weniger Schwächen zeigen dürfen als Frauen. Da baut sich also ein gewisser Druck auf, der daher kommt, dass man gut sein möchte, seine Ziele erreichen, Anerkennung ernten möchte, sich selbst verwirklichen will. Dazu kommt, dass jeder gescheite Mensch sich ab und zu in Frage stellt, Zweifel hat. Und dieser Druck, denke ich, ist die Mutter der Schlafstörung. Vielleicht können Männer diesen Druck weniger abbauen, weil sie es nicht zugeben wollen, dass er da ist. Weil es “unmännlich” ist, etwas nicht im Griff zu haben oder etwas nicht standhalten zu können. Dies widerum bringt mich zu der Frage: Warum ist das eigentlich so?

Alle Menschen haben Schwächen. Schwäche an sich, ist schon ein falscher Begriff, finde ich. Sagen wir also eher “Eigenschaften, die negativ belegt sind”. Aber, kein Mensch redet darüber. Es ist ja eine Schwäche! Die will ich nicht preisgeben! Und so kommt es, dass Schwächen, außer im Vorstellungsgespräch, nicht gefragt sind und zumeist nur unzureichend thematisiert werden.

Aber warum? Weil sich im Kapitalismus nur das oberflächlich einwandfreie Gemüse gut verkauft und die schrumpeligen Zucchinis liegen bleiben? Was aber, wenn die pralle, tiefrote Paprika toll aussieht, aber nach nix schmeckt. Die kleine runzelige Paprika aber super lecker ist. Liebe Leute: Um hier mal kurz und prägnant darzustellen was ich meine, greife ich in die “Bilder mit Worten”-Kiste:

Ich will mehr Bio-Gemüse unter den Menschen! Mehr Menschen mit Schwächen, die keine Angst haben, diese zu zeigen. Die ihre Schwächen akzeptieren und vielleicht sogar zu ihnen sagen: “Hey, alte Freundin, da bist du ja wieder. Komm, lass uns zusammen ein Bier trinken gehen.” Und weniger Douglas-verblödete Menschen, die nur BWL in ihren Venen fließen haben. Die vor lauter Perfüm und Makeup gar nicht mehr lecker sind, von innen. Deren einzige Schwäche ist, dass sie “ihre eigene Ordnung haben” oder “sehr ehrgeizig” sind. Lecker sind die, die sich ihrer Schwächen bewusst sind, zu ihnen stehen und dabei sagen können: “Ok, ich habe da eine Delle (sei es körperlich oder psychisch), aber ich bin trotzdem cool!” Und dies gilt insbesondere für Männer. Männer dieser Welt: Zeigt uns eure Schwächen. Das macht euch interessanter und liebenswerter als ein Waschbrettbauch vorweisen zu können. Wobei, der wäre natürlich auch nett. ;-)

Um gleich Gerüchten vorzubeugen: Ich habe keine Schlafstörungen. Deshalb gehe ich jetzt auch ins Bett. Gute Nacht, eure Jacqueline.

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Endlich Abbitte (und Gedanken über Krieg)

21. Februar 2008

Endlich war ich in dem Film Abbitte (Atonement) und fand ihn großartig: Hervorragende Schauspieler, gute Filmmusik, perfekt fotografiert sowie eine der besten Kriegsszenen, welche die Absurdität und den Greul zeigen, wie schon das Buch. Highlights: Brionys kindliches Gesicht und ihre blühende Fantasie. Cees Kleider und ihre Art zu rauchen. Und Robbies Grinsen nach DEM Satz mit dem “worst word of the world” auf der Schreibmaschine - einfach göttlich.

Als ich 2003 den Roman von Ian McEwan las, habe ich mich dermaßen über Briony aufgeregt, dass ich tatsächlich durch die Wohnung gelaufen bin und vor mich hin gesagt habe: “Das kann doch nicht wahr sein. Briony, du kleines Miststück!” Und zugleich ist sie so naiv und kindlich, dass sie einem wiederum leid tut, und das Mitgefühl auch bei ihr ist. Ist es nicht letztendlich sie, die das härteste Schicksal hat?

Selten hat ein Buch so starke Gefühle in mir ausgelöst. Und eine Liebe, wie in diesem Buch, das ist - glaube ich - die wonach wir uns alle sehnen. Aber ist sie vielleicht nur durch den schicksalhaften Verzicht so glühend, so sehnend? Wären Robbie und Cecilia nie durch Brionys Lüge und den Krieg getrennt worden, wären sie dann das glückliche Paar auf dem Lande geworden? Man weiß es nicht. Vielleicht bedarf eine große Liebe, eine solch unglaublich leidenschaftliche Liebe, vielleicht bedarf diese einer Katastrophe, eines Krieges, einer Trennung.

Und jetzt werde ich naiv und gebe mich einer gefährlichen Fantasie hin: Leben wir nicht in langweiligen Zeiten? Weil bei uns alles stabil, alles ruhig und sicher zugeht. Weil uns nichts bedroht. Weil wir deshalb das Wesentliche nicht sehen. Und uns mit dem, was das Leben bietet, nicht zufrieden geben. Entertainment brauchen. One-night-stands. Handyfotos vom letzten Konzert. Flachfernsehdinger. Pauschalurlaub.

Ich will keinen Krieg erleben. Und ich wäre vor Angst gestorben. Aber: Kann es vielleicht sein, dass man damals intensiver gelebt hat? Wenn ich mir aussuchen dürfte, in welcher Zeit ich sonst gerne gelebt hätte, dann müsste ich wohl, naiv wie ich gerade bin, sagen: Ich wäre gerne 1910 geboren. Nicht weil ich es mir lustig, romantisch und bohemisch vorstelle. Sondern weil ich einfach gerne erlebt hätte, wie es wirklich war. Wie war Berlin in den 20ern, wie war Deutschland in den 30ern und wie war der Krieg? Denkt was ihr wollt, haltet mich für plemplem, aber ich weiß durchaus die Vorzüge meiner Zeit zu schätzen und frage mich trotzdem: Wie wäre es damals gewesen?

In dem Roman heißt es in dem Gespräch zwischen Lola und Briony (als sie ihr von dem Brief erzählt) dann übrigens noch:

“He was thinking about it all the time?” - “The man´s a maniac!” ;-)

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Confusion

2. Februar 2008

I don´t like my changing moods, I watch me being and I doubt it´s rightness. I´d appreciate a more constant self. A more balanced self. Right now I am asking myself: Am I a material girl? Am I not able to see what is really important? I would like to settle down, mentally speaking. What is important, after all? What I don´t like about me right now:

* I don´t like me not being able to answer emails as fast as I would like to. In fact, in the office I manage just fine. Whereas in private life I´m a total mess… There´s people I´ve been owing emails like for six months!

* I don´t like making decisions. Again: In the office I manage just fine. But concerning myself, I´m a bit of a mess. There are always pros and cons to consider. Why is it so difficult to decide when it affects me? I´ll just have to accept the fact that only very small portions of life can really be planned.

Do not forget your former self. At this moment I believe that I was more self confident a few years ago. Knowing what to do. Trusting that it would be ok. I would like to meet my former self. Reading one´s emails is helpful and a small kind of “wayback machine”. I also recorded some phone calls I made some years ago. If I listen to them now it´s like a little earthquake. Hey, look at me. I was that kind of person. On the one hand, she´s very familiar. On the other hand, she´s strange.

If I got blind, would I be more grateful? Would I see, would I realize the important things better without eyes? Is it true, can´t we see the good things that happen to us? I would like to focus on them. And to rest in them when the rest is shaking.

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Mein Leben

17. Januar 2008

Heute Abend habe ich die Fotokiste aufgemacht und mein Leben angeguckt. Mit fast 26, ist man da eigentlich noch jung oder schon nicht mehr? Wenn ich mir so angucke, was ich schon alles erlebt habe, mit wem und wo ich schon überall war, dann denke ich: Herrje, Jacqueline, dein Leben war schon so voll von schönen Momenten. Eigentlich könnte es morgen vorbei sein und es wäre nicht schlecht gewesen.

Und trotzdem: Sie ist erst 26! Stellt euch erst einmal vor, was da noch so kommen mag. Kaum vorstellbar, wieviel Zeit es noch zu verbraten gibt. Auf der anderen Seite, wie schnell die Zeit vergeht. Schnipp, und noch ein Jahr. Seit sie arbeitet erst recht.

Auch schlechte Jahre gehen vorbei. Schlechte Jahre sind ja - bei Licht betrachtet - die Besten. So dass ich mich jetzt also nicht wirklich ernsthaft hinstellen kann und sagen kann, das war das Schlechteste. Auch wenn ich an meine Grenzen geführt wurde. Guck mal, nur bis dahin warst du bisher, aber es geht noch weiter! Wenn ich es recht bedenke, ist es gut mal ab und zu im Leben die Grenzen zu sehen. Auf die eine oder andere Weise bekommt man sie gezeigt. Und diese Erfahrungen sind vielleicht der Mörtel zwischen den Backsteinen der Persönlichkeit.

Wenn ich nach hinten gucke, bin ich voller Erinnerung. Meistens voller guter Erinnerung. Es ist erstaunlich, dass man sich eher an das Gute, als an das Schlechte erinnert. Aber ich werde auch schwermütig, wenn ich zurück blicke. Darmstadt, Berlin. All das war so gut zu seiner Zeit. Und es ist schade, dass mir erst jetzt bewusst wird, wie gut es doch war. Es war wirklich sehr schön.

Doch es ist vorbei. Und man soll ja, sagen die Buddhisten, nicht an der Vergangenheit festhalten, nicht in die Zukunft blicken. Sondern im Hier und Jetzt leben. Und das will ich mir wirklich vornehmen. Aufhören, die Vergangenheit zu vermissen und wehmütig an die Schulzeit, Südengland, die Studienzeit, die Mathildenhöhe, das Johannes- und Martinsviertel, an Kreuzberg und Friedrichshain zu denken. Und an die Leute von damals und daran, wie sie damals waren. Aber ich will auch aufhören, in die Zukunft zu leben. Ständig zu denken, da kommt noch was. Auf etwas hin zu leben. Als wäre das, was man hat, tut und erlebt, nicht auch schon ok. Als wäre die Gegenwart nur ertragbar, wenn man sich auf eine bessere Zukunft freut.

Ich nehme mir also heute Abend vor:

* die Vergangenheit nicht zu vermissen, sondern sie ganz frei zu betrachten, und wenn überhaupt dann schlichtweg dankbar für diese wertvollen Zeit sein, die ein Teil von mir ist und bleiben wird. Was war, das war.

* die Zukunft nicht zu erwarten, sondern sie einfach auf mich zukommen zu lassen. Es wird sicherlich was zu lachen und zu weinen geben. Ohne, dass ich daran etwas ändern könnte. Was noch nicht da ist, kann man nicht ändern. Was sein wird, wird sein.

* die Gegenwart zu lieben und mir auch in schwierigen Momenten klar zu machen, dass dies vorüber geht und gute Momente in vollen Zügen genießen, weil auch diese vorüber gehen. Was ist, das ist. Und nur das zählt wirklich. Jetzt in diesem Moment ist das Hier und Jetzt das Wichtigste. Und letztendlich, wenn man es aufmerksam betrachtet, war jeder Zeitpunkt der Vergangenheit einmal Gegenwart. Und wird jeder Zeitpunkt meiner Zukunft einmal Gegenwart sein.

Los- und Kommen lassen und dabei leben. Das ist Devise. Meint eure Jacqueline.

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Selbstbezogene Grübelei

10. Januar 2008

Es gibt Tage an denen ich von meiner Antriebskraft, nämlich der Individualität und Selbstverwirklichung, genervt bin. Dieses Wahrgenommenwerdenwollen, dieses Lechzen nach Geborgenheit, Freundschaft, Mitgefühl, Anerkennung, Beachtung, Wertschätzung. Es nervt mich manchmal unglaublich. Dann denke ich mir: Hallo DU, was genau machst du da und warum genau tust du es? Was soll das alles?

Manchmal frage ich mich, ob wir nicht in einer zu individualistisch geprägten Gesellschaft leben. Jeder denkt an sich, jeder findet sein ICH wertvoll, will an seinem ICH arbeiten, will sein ICH als wertvoll empfunden bekommen. Will sich verwirklichen. Moment mal, sich verwirklichen? Sich also wortwörtlich wirklicher machen als man sowieso schon ist. Wir sind doch alle schon wirklich. Können wir dieses noch wirklicher werden wollen nicht mal sein lassen? Oder ist es so: Wenn ich aufhöre, noch wirklicher sein zu wollen, werde ich dann unwirklich? Werde ich unwirklicher als andere und sterbe deshalb aus der Wirklichkeit ab? Ist das die moderne Evolution?

Was tun wir eigentlich, wenn wir mit anderen Leuten reden? Wir projizieren ein Bild unseres ICH in die Umgebung. Interaktion ist immer eine Mitteilung unseres Selbst. Wenn wir Kleidung kaufen und anziehen, wenn wir unsere Meinung mitteilen, wenn wir unseren Alltag gestalten, wenn wir unseren Lebenssinn suchen, die Art und Weise wie wir Dinge tun, das sind alles Äußerungen des ICH. Und ich glaube, Menschen sind gar nicht so unterschiedlich. Jeder will etwas besonderes sein, aber letztendlich sind wir gar nicht so verschieden. Trotzdem streben wir alle nach etwas ganz Eigenem, etwas Besonderem. Warum ist es so schwer zuzugeben, dass man gar nicht so einzigartig und besonders ist? Und sich einfach so zu akzeptieren. Ohne nach dem Grund zu suchen, warum alles letztendlich ok ist, so wie es ist und man sich nicht ständig profilieren, abheben, individualisieren muss.

Warum habe ich trotzdem dieses Bedürfnis? Es nervt.

Nun zu diesem ICH:

Wie ich wirklich bin: Das wahre ICH.

–> kennt wohl keiner wirklich, nicht einmal ich selbst, aber es unterliegt einer Veränderung bzw. ständigen Verfeinerung. Ich werde immer mehr zu mir selbst und kann nicht anders. Ständige Transformation. Wobei irgendetwas die Basis bildet.

Wie ich glaube, zu sein: Das eingebildete, selbstwahrgenommene ICH.

–> ist bei mir abhängig von der Tagesform. Und manchmal für meinen Geschmack etwas zu instabil. Ich nehme mich in unterschiedlichen Sichten wahr. Zu unterschiedlich? Ich wäre für mich selbst gerne konstanter. Ich hätte gerne eine ausgewogene Meinung über mein eigenes Sein.

Wie ich anderen dies mitteile und mich darstelle: Das verbreitete ICH.

–> durchaus unterschiedlich. Ich wäre gerne für jeden etwas anderes und ich bin bereit mich anzupassen. Braves für Brave. Nachdenkliches für Nachdenkliche. Lustiges für Lustige. Dreistes für Dreiste. Versautes für Versaute. Aber meistens bricht die Grundessenz von dem was ich bin doch aus mir heraus. Und vielleicht sind dann manche überrascht. Manche lernen sie früher, manche später kennen. Manche gar nicht.

Wie ich glaube, wahrgenommen zu werden: Das eingebildete, wahrgenommene ICH.

–> unterscheidet sich oft deutlich von dem, wie ich wirklich wahrgenommen werde. Was sicherlich an mir liegt. Ich kann nicht anders als interpretieren. Das führt oft zu falschen Schlüssen. Es fällt mir aber sehr schwer, dieses Interpretieren sein zu lassen, obwohl ich mir der Gefahr bewusst bin, dass dies vermutlich selten der Wirklichkeit entspricht.

Wie ich wirklich von anderen wahrgenommen werde: Das wahrgenommene ICH.

–> durchaus unterschiedlich, denn da spielt ja auch das ICH des anderen wiederum eine Rolle. Ich gehöre zu den Personen, die nicht so viel Wert darauf legen, so wahrgenommen zu werden wie sie wirklich sind. (Ist ja sowieso illusorisch.) Solange man mir nicht etwas unter die Nase reibt, was überhaupt nicht stimmt. Dann habe ich großen Aufklärungsbedarf.

So, es reicht für heute. Nicht, dass ihr mir noch alle davonklickt. Statt dessen im nächsten Post für euch das zum Hören, was ich höre und mag. Tipp zum Öffnen: Was bedeutet mein zweiter Vorname?

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Advent blues

13. Dezember 2007

Nothing special to say. So don´t you write about it, you say. I say, well. Let´s add a bit of nothingness to this web of confusion and chaos. My days consist of:

* A december that wants to be an april. A wednesday that feels like a friday. All wrong.

* Treacherous cups at the office - they reveal wheather somebody has already left or not. Is that blue cup already there, waiting to be put into the dish washer? Then colleague XYZ has left. Again so early. Or: It´s not there. Hey, she must still be here. Working? Or fucking in the copy room. (Ok, too much “sex and the city” lately.)

* Peep show: My baby wants to eat your pussy´s SO DEEP has a video now. I´m very happy. :-) If you want to see them, they are playing in Weinheim at the Café Central on the 22nd of december. I won´t make it. What a shame!

* Persepolis, a graphic novel by the great Marjane Satrapi, turned into a movie. Actually it´s quite nice.

* Real friends. An archaic idea. Really, real friends, do you have some? Haven´t they all gone on holiday with their partner? Why are partners suddenly best friends, I wonder. Why are friends too lazy to come over to your place? I don´t think phone calls are enough. I realize: I have too many acquaintances and not enough good friends. Real friends. My sister says: It´s not hard to meet new people, but at your age it´s hard to make real friends. And the real question behind all this: Why are people so afraid to get to know each other better? With all the good and bad things one has to offer. Is it like this at 25: You´ve got your circle of friends, and that´s it? You don´t need to get to know other people better?

* Have your ever wanted a glimpse of clarity on electronic music? Here it is. Amazing. ;-)

* What is your job worth? To yourself, really. Why do you work? To make money? To let the world know how good you are? To believe it yourself? To spend some time? Not to hang around in vain? For your fulfilment? I don´t know. Right now I think: Why don´t I marry a rich man? And all I have to do is: offer regular meals, decorate our house, casual sex, some shopping, some cleaning. And the rest just for myself. Is this such a bad life after all? Women nowadays think it´s big shit to define themselves through their jobs. I think so too. And the truth is, I don´t know.

The pillars are cracking, friends.

Thank god for music. For food. And sleep.