Archiv für die Kategorie ‘Kunst!’

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Wi-Fi überall

25. September 2008

Liebe Leute,

endlich habe ich Urlaub. Und wisst ihr was an Paris total cool ist? Überall gibt es WLAN, pardon Wi-Fi (klingt wie Bifi, igitt!). Ich sitze gerade im Centre Pompidou (Moderne Kunst), wo ich den Nachmittag verbracht habe, und klicke auf mein AirPort-Symbol und finde 8 WLANs von denen zwei frei sind. Und im ICE gibt´s auch WLAN. Say yes to mobile life!

Was mir heute Nachmittag alles aufgefallen ist, schreibe ich hier noch kurz, bevor ich mich in die überfüllte Métro 7 nach Orly setze und meine Tante vom Flughafen abhole:

  • Museen sind voller hübscher, ganz außergewöhnlicher Männer. Ins Gespräch kommt man trotzdem nicht. Aber man kann ja mal hingucken. Wandelnde Kunstwerke. ;-)
  • Beuys hatte definitiv ein Filz-Trauma. Deshalb riecht es in seinen Räumen hier genauso wie im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt.
  • Yves Klein hat die diesjährige Modefarbe blau-lila, oder wie auch immer das die Modeleute nennen, schon vor Jahren vorausgeahnt.
  • Warum machen Leute mit ihrer Digitalkamera Fotos von Kunstwerken statt sie zu betrachten?
  • Teenager-Mädels im Zug sind immer wieder lustig. Lesen sich gegenseitig aus “Feuchtgebiete” vor, erzählen einander Masturbationstechniken von Männern (natürlich der Staubsauger, klar), kichern den Zug zusammen und singen beim Einfahren nach Paris “Aux Champs-Élysées”. Ob ich auch mal so war? Ich glaube nicht.

Nun aber auf zum Flughafen. Tout suite.

Au revoir, les enfants.

MJF

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Female Trouble in München

19. August 2008

Als Frau sorgt man oft für Ärger, ist klar. Mein “Female Trouble”-Wochenende begann jedenfalls mit einem Fotoshooting im EC, das - nach Ankunft und Zwischenstation im Hotel - im sonnendurchfluteten Englischen Garten weiter ging. (Eines dieser Fotos wird hoffentlich bald die “about”-Seite bevölkern). Die Objektive der Kamera meiner Freundin verursachten bei manchen Männern Penisneid und auch das Stativ, welches vom “best girl” tapfer durch die Stadt geschleppt wurde, sorgte für Aufsehen. Wir verbrachten viel Zeit auf diversen Brücken, verpassten dabei den chinesischen Turm, kamen dann bei einem ungemütlichen Schwulenfest im Glockenbachviertel zum Halten und hätten mit leckerem Essen und einem Gang in die Hotelsauna den Abend beenden sollen. Aber nein, nach dem Essen ging der Female Trouble erst los. Denn wir wollten noch Tanzen gehen. Aus Bequemlichkeit in die nächstgelegenste Disko gefahren und einen der schlechtesten Partyabenden der letzten Zeit verbracht. Eine knappe Erklärung, die das Martyrium nur unzulänglich beschreiben kann, folgt in 4 Punkten:

1. Von einem 19-jährigen angemacht werden, der mit bayrischem Akzent behauptet er sei aus New York, den man, weil man ihn nicht gleich vor den Kopf stoßen will und einen Satz mit ihm wechselt, nicht mehr loswird. Schließlich sieht man sich gezwungen, zu radikaleren Maßnahmen zu greifen und muss ihm in Gesicht sagen: “Schätzchen, ich bin 26. Viel zu alt für schlechten Sex.” Das ist Female Trouble.

2. Von einem Kerl, der auf den Boden spuckt, darauf hingewiesen zu werden, dass man nicht aussieht, als habe man Spaß. Ihm dann zu sagen, das läge daran, dass hier drin alle Männer Tieren gleichen. Er dann schleimig-tröstend sagt, nicht alle Männer seien Tiere. Worauf man nur antworten kann: Zum Glück! Das ist Female Trouble.

3. Aus dem Konsumtempel mit Tieren und Tussen endlich an die frische Luft zu gehen, sich das Kaugummi von den Füssen entfernend, zur S-Bahn-Station zu eilen um dann festzustellen, dass es kalt ist und die S-Bahn sich alle 10 Min. um 10 Min. verspätet. Das ist Female Trouble.

4. Um halb fünf endlich im Hotel anzukommen, die Füsse gleichen einem Christus (wie man auf Spanisch sagen würde), aber: selbst schuld daran, weil Frauen immer komplizierte Schuhe anhaben müssen. Das ist Female Trouble.

Am nächsten Tag dann endlich die Krönung dessen, auf das ich mich in der Nacht schon einmal einstimmen durfte: Female Trouble in der Pinakothek der Moderne. Sehenswert, denn so ist das Leben. Als Frau wünscht man sich oft, mehr Mensch sein zu dürfen. Und weniger Frau. Wie schön ist es also, wenn man in einer Videoinstallation zugucken darf, wie eine attraktive Brünette in einem herrlich wehendem hellblauem Kleid und roten Lackschuhen eine Straße entlag läuft, eine stabile Blume in der Hand, und jedem dritten Auto die Scheibe einschlägt. Dabei wunderschön lächelt und von Polizistinnen und Pasantinnen freundliche Zustimmung erfährt. Herrlich!

Zur Ausstellung:

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My aunt says

13. August 2008

… that I look like a “Chica Labanda” (by Jordi Labanda),

means more or less like this:

Actually this could be me. Infront of a Pollock. Certainly not liking it.

And certainly not knowing who the guy at my right is!

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Mein März

29. Februar 2008

Ganz im Sinne des Kulturspiegels plant Frau Frapeur ihren März.

  • Beginnen soll er mit einer Kurzreise nach Berlin. Dort geht es zunächst auf eine eintägige Fortbildung mit dieser äußerst interessanten Dame, auf die ich schon sehr gespannt bin. Außerdem langersehntes Wiedersehen mit den Berlinmädels und Berlinjungs. Besuch von Monsieur Vuong. Das Restaurant, nicht den Social-Bookmark-Dienst!
  • Bücher lesen: Ich werde vermutlich keine Zeit haben, aber falls doch, würde ich gerne die zwei folgenden neuen Skandalbücher lesen: “Feuchtgebiete” von Charlotte Roche (die mir schon immer sympathisch war), in dem es darum geht, den Körperkult der Frauen auf eine krasse Art zu entmystifizieren. Und “Die Wohlgesinnten” von Jonathan Littell, von dem Jorgé Semprún sagt “Dieses Buch ist das Ereignis unserer Jahrhunderthälfte.”
  • Ausgetrickst” von Alex Robinson besprechen. Endlich einen/eine (?) “graphic novel”!!!
  • Meinen Resturlaub verbraten, vermutlich um Ostern herum. Nur wohin es gehen soll, weiß ich noch nicht. Irgendelche Tipps (bitte keine die ein Flugzeug erfordern ;-)?
  • Folgende Filme scheinen mir interessant: Control, Unsere Erde, Märzmelodie.
  • Ins Nationaltheater zu einem Stück von Lars von Trier gehen: Der Boss vom Ganzen / The Boss of it all.
  • Hoffentlich schaffe ich es auch in die Ausstellung Comics made in Germany in der DNB in Frankfurt.

Soweit, so gut. Ich informiere dann, wie erfolgreich ich war. :-)
Gruß von den Rechercheclients der ZLB in Berlin
sendet euch
Marie Jacqueline

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Spritz

27. Februar 2008

dieses Bild ist zu gut um es nicht zu posten.

via toothsoup  // webseite des künstlers

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Rückblick auf restliche Paris-Erlebnisse

6. November 2007

Der Berg auf der Arbeit und der endlich freigeschaltete Festnetzanschluss mit Flatrate haben diesen Post hinausgezögert, aber jetzt ist er da. Anbei also noch ein Überblick über die restlichen Paris-Erlebnisse:

* Am Samstag Morgen ging´s auf zu den Katakomben, wirklich gruselig. Bei all den Schädeln und Knochen die da so aufgestapelt waren, fand ich es auch nicht so lecker, wenn einem dann Wasser auf den Kopf tropft. Aber in jedem Fall sehr eindrucksvoll. Und dann doch nicht so schlimm, als dass man danach nicht einen hervorragenden Crepe essen konnte. Und außerdem habe ich wieder einmal festgestellt: Zum Glück gibt es McDonalds und Starbucks um aufs Klo zu gehen. Was sollte man dort auch sonst?

* Weiter nach Montmatre, wo wir uns die Sacré Coeur, mit Kuppel-Aufstieg, dann Amélies Cafe (Café des deux moulins) in der Rue Lepic und schließlich noch den um die Ecke liegenden Moulin Rouge angeschaut haben. Abends, die Füsse taten weh, das brasilianische Kartenspiel “truco” gelernt.

* Sonntag, letzter Tag, in 2,5 Std durch´s Musée d´Orsay gehetzt, 2. Stock fand ich am besten, dann zur Metro (ich hab die Nase voll von der Metro! ganz schlimm, die Linie 4 Porte d`Orleans nach Porte de Clignancourt, mit Gepäck kaum zu bewältigen) und dann in den ICE nach Saarbrücken. Und kaum ist man da drin, fühlt man sich wieder wie zu Hause.

Fazit: Wunderschöne Stadt. Unfreundliche Kellner. Elegante Französinnen. Stendhal-Syndrom.

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36 Std. in Paris

3. November 2007

Herzlich willkommen im Tourismusmarathon: Die Kurzfassung (etwas langsamer als sonst, da brasilianische Laptoptastaturen etwas gewoehnungsbeduerftig sind, aber immerhin nicht ganz so schlimm wie die franzoesischen, bei denen jeder Buchstabe wo anders ist):

  • TGV von Grenoble nach Paris, um ein Haar verpasst, dann aber doch bekommen. Am Gare de Lyon Treffpunkt mit Carlinhos, einem brasilianischen Erasmus-Kollegen von meinem Bruder. Deshalb auch die brasilianische Tastatur. :-)
  • Zur Jugendherberge (D´Artagnan, Metro: Porte de Bagnole) fahren, die eigentlich prima ist, bis auf die fehlenden Kopfkissenhuellen.
  • Dann auf zum Hotel de Ville, weiter zu Notre Dame. Erste Lektion: Paris ist teuer, gerade was Getraenke angeht. Und je naeher an Sehenswuerdigkeit, desto teurer. Ich habe einen schwarzen Tee getrunken, der so schmeckte, als haette sich eine Maus vorher drin gebadet. Lecker! Anschliessend zu St. Chapelle, die zu viel Eintritt kostete, also wieder raus.
  • Danach weiter zum Jardin de Luxembourg, wo wir nach 10-minuetigem Entspannen auf der Parkbank wieder weg geschickt wurden, da um 17 Uhr “fermeture” ist, wie laut auf Trillerpfeifen blasende Polizisten uns zu verstehen gaben.
  • Von dort aus zum Panthéon, und dann ziemlich fertig zurueck in die Jugendherberge und anschliessend ins Kino um “Paranoid Park” zu gucken (von Gus van Sant). Der Film hat mir erstaunlich gut gefallen, da fantastisch fotografiert.
  • Heute Morgen: Nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht - auch Franzoesinnen schnarchen - aufgebrochen zum Eiffelturm. Anstehen, anstehen, anstehen. Aber dann habe ich mich sogar in die zweite Etage hochgetraut und es nicht bereut. Und eine schicke Uhr gekauft, die in die Kueche kommt.
  • Dann zu Trócador gelaufen und den Eiffelturm nochmal aus der Ferne betrachtet, technotanzende Youngster gesehen, weiter mit der Metro zum Arc du Triomphe. Den Wahnsinn der Verkehrskreisel in Paris begutachtet. Ulrich Wickert meint ja angeblich, man kann da drueber laufen, wenn man nur die Autofahrer nicht anguckt, aber wir haben das nicht ausprobiert.
  • Von dort aus zum Louvre, das war der beeindruckendste Teil des Tages. Was fuer ein grosses Museum. Fast schon groessenwahnsinnig und kaum zu bewaeltigen ohne Stendahl-Syndrom. Ich sach nur: Mona Lisa on tour, so ungefaehr geht es in dem einen Saal ab. Kreischende Teenies und gehobene Digitalkameras. Ich glaube, man kann darin eine Woche verbringen, aber fuer uns mussten 3 Std. ausreichen. Und natuerlich teuer im Museumscafé gegessen. Kellner scheinen in Frankreich oft eher schlecht gelaunter Natur zu sein.
  • Vor einer Stunde noch zur Place de la Concorde, Riesenrad und blitzenden Eiffelturm bewundert, an der Seine entlang spaziert (Paris ist wirklich sehr romantisch). Und nun sitze ich in der Bar der Jugendherberge und schreibe dies.
  • Es gibt uebrigens eine Metro-Station, die Kléber heisst. :-)

Bonne soirée.

PS: Ein kleiner Nachtrag zu Grenoble: Ein empfehlenswertes kleines Laedchen zum Teetrinken und selbstgebackene Kekse essen: “Adelaide” an der Rue des Clercs.

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Bonsoir Mesdames et Mesieurs

31. Oktober 2007

Radio Bemba aus Grenoble. Oder so. Mit Stichpunkten zu dieswöchigen Erlebnissen in der Schweiz und in Frankreich:

* Mit abgelaufenem Personalausweis lässt sich weiterhin prima durch Europa reisen. Aber vielleicht hatte ich bisher auch einfach nur verdammt viel Glück!

* Im IC von Basel nach Genf wird einem sehr sehr schlecht, wenn man rückwärts sitzend die hervorragende Neigetechnik des Zuges genießen kann. Da hilft nur schlafen. Oder kotzen. Ich habe mich für ersteres entschieden.

* Ohrenschützer sind nicht leicht zu finden, vor allem wenn einen die Angestellen von den Galeries Lafayette in die Apotheke schicken wollen, weil sie glauben man sucht Ohrenstöpsel. Aber das war letzte Woche in Frankfurt. Jetzt suchten wir “cache oreilles“. Ohrenverstecker, zu deutsch. Und fanden sie nach 1 Std.

* In französischen Studentenwohnheimen orientiert man sich am Platzbedarf für Sardellen in einer Dose. Das Zimmer meines Bruders ist, wir haben es abgemessen, 11,80 qm groß. Davon muss man 2,5qm für Bad abziehen. 0,5qm für Schrank. Weitere 0,5qm für Schreibtisch und weitere 0,5qm für Regal. Sowie 2 qm für Bett. Bleiben ca. 6 qm zum stehen und sitzen. Was zu zweit sehr gemütlich ist.

* In Grenoble gibt es gleich 3 hervorragend sortierte Comicläden. Einer davon sogar mit Café, superb! Auch habe ich den Eindruck, dass die französische Comicszene echt gut ist. Es gibt unglaublich viele, sehr schön hergestellte Ausgaben. Nur leider alles auf französisch. Bei uns sind Comicläden ja oft etwas schmuddelig und klein, hier sind sie sehr stylisch.

* Ansonsten noch “Michael Clyton” gesehen, guter Thriller mit George Clooney. Auf Englisch natürlich. Auf die Bastille gestiegen und wieder runter. Ein Muss! Und in der Impressionistenausstellung gewesen.

Morgen geht´s nach Paris. Et sur ce, bonsoir!

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Eine interessante Mischung

2. September 2007

Ada Castells: Ein Leben lang, 256 Seiten, Bloomsbury 2007, Originaltitel: Tota la vida

Der dritte Roman dieser katalanischen Autorin beinhaltet zwei auf raffinierte Weise verbundene Geschichten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. So erzählt die Teilzeitschriftstellerin Sílvia zum einen aus ihrem chaotischen Leben im heutigen Barcelona, das sich zwischen dem Verkaufstresen in dem Hemdengeschäft des verstorbenen Vaters, den bürgerlichen Erwartungen der Mutter (”Kind, wäre dieser Mann nicht etwas für dich?”) und einer unbefriedigenden Liebesbeziehung zu einem exzentrischen Maler, Vicenc, bewegt, der für den Auftrag eines Kunden seine Liebste schon mal zu perversen Spielchen zwingt. Zum anderen schreibt sie nachts, wenn sie enttäuscht oder wütend von Vicenc zurück kommt, an einer Biografie über Caspar David Friedrich und lässt uns an dessen der romantischen Malerei gewidmeten, von Gefühlen bestimmten Leben teilhaben.

Es gelingt Ada Castells, deren Werk zum ersten Mal in deutscher Sprache erscheint, einen Einblick in das Leben zweier Künstler aus dem 18 Jh. und 21. Jh. zu geben, die beide auf ihre Art psychologische Hintergrundschäden haben. Herzerfrischend ist der von Ironie gespickte Erzählstil der Hauptfigur (der mich an Lucía Etxebarría erinnert). Der fließende Wechsel zwischen den Handlungssträngen und die zuvor beschriebenen rätselhaften Vorkomnisse machen aus diesem Roman eine kurzweilige und zugleich bildende Lektüre. Eine elegante Art, uns Lesern einen seit 200 Jahren toten Maler nahe zu bringen. Denn wir müssen nicht befürchten einen zu detaillierten Historienschinken vor uns zu haben, da dieser immer wieder durch die Verrücktheiten des heutigen Lebens unterbrochen wird.

Erscheint am 17. September.