Archiv für die Kategorie ‘laOTRAmérica’

have to make it happen
16. Mai 2012
Coolness vs. Travelling bzw. Genieß es!
10. Mai 2012Liebe X.,
wo auch immer du bist, ich hoffe, es geht dir gut.
Ich bin seit anderthalb Wochen zurück und habe so meine Schwierigkeiten. Obwohl meine Freunde mir einen lieben Empfang bereitet haben, ist das Wiedereingewöhnen für mich nicht so einfach und die Sehnsucht nach Lateinamerika ist groß.
Die erste Arbeitswoche war schon ganz schön schräg. Man weiss gar nicht, wie man in diese Welt wieder reinpassen soll. Auch die Menschen in Deutschland kommen mir so unglaublich kalt und distanziert vor. Hier geht´s nur ums Cool-sein. Cool IST aber fast keiner! Vielmehr sind alle Emotionslegastheniker.
Ich merke, dass ich nicht mehr mein ganzes Leben hier sein kann/will. Mal sehen… Und wollte dir nur sagen, genieß die Zeit! Genieß die Reise!
Solltest du dich auch schräg fühlen, wenn du zurück kommst, kannst du dich gerne bei mir auslassen… :-)
Herzliche Grüße aus Mannheim
(in dem sich weniger ändert, als man denkt)
Marie
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Hallo Liebes,
ich hab schon oefter an dich gedacht und mir vorgestellt wo du wohl bist und was du schon alles gesehen hast.
schoen dass du mir berichtest, ich hab auch wirklich ein bisschen angst vor dem nach hause kommen. ich hab meinen flug auf september verlegt und kann der coolness so nochmal etwas laenger entkommen. und na klar, auch ich spiel mit dem gedanken etwas komplett neues anzufangen. wenn man erstmal weg ist, merkt man, dass man ja doch ein freier mensch ist und sicherheit nicht aaaaalles ist im leben. die kaelte in deutschland hab ich schon lange gespuert, ich habs nur nie geschafft zu fliehen ;-D
ich bin uebrigens immer noch in brasilien, ich komm von diesen tollen leuten einfach nicht los. ich hab ziemlich viel zeit in paraty (genauer gesagt trindade) verbracht, war ca. 1 monat in rio und bin jetzt seit ca. 1 monat im norden und reise hier mit einem schwulen isreali (voll super, wir koennen ueber maenner reden und sind beide extrem empfaenglich fuer alles positive um uns herum). morgen gehts aufs boot durch die amazonas. oh mann, ich hab ehrlich gesagt ganz schoen schiss, haha. aber ich will das fuer mich machen, ich glaub das tut mir gut. danach will ich nach peru zum machu pichu und dann nach kolumbien 1 monat volunteering. mehr plaene mach ich lieber gar nicht, ich bin echt ziemlich impulsiv bisher gereist, hehe.
liebes, bewerb dich doch einfach mal wild ueberall. du sprichst ja spanisch und so wie ich verstanden hab haengst du nicht extremst an deinem job in monnem?
hehe, vielen dank fuers angebot, ich werde bestimmt drauf zurueckkommen =)
ganz liebe gruesse und lass dich nicht aergern von den coolis ;-D
X.

Far away, but close to you.
10. Mai 2012Querida América Latina,
estoy muy lejos de tí, mi amor.
Pero…
I feel so close to you right now, it´s a force field
I wear my heart upon my sleeve, like a big deal
Your love pours down on me, surrounds me like a waterfall
There´s no stopping us right now, I feel so close to you right now.
:-)

Zurueckkommen
31. März 2012Ich denke gerade viel darueber nach, wie es sein wird nach Deutschland zurueck zu kommen. Ich habe Szenen am Flughafen und Szenen auf der Arbeit im Kopf. Warum? Ich habe noch einen ganzen Monat Reise vor mir und ich denke ans Zurueckkommen. An die Freude meine Freunde und Familie wieder zu sehen, aber auch an das Gefuehl, das ich haben werde, wenn ich wieder zurueck bin.
Meine Schwester hatte recht, ich bin nicht mehr dieselbe, die weg ging. Meine Augen werden alles anders betrachten. Liebevoll, aber auch entrueckt, weil ich weiss, dass das nicht alles ist. Meine Gedanken werden oft in Suedamerika sein und bei den Erlebnissen dieser Reise. Ein Laecheln wird ueber mein Gesicht huschen, die Arbeit wird mir nicht mehr so wichtig sein, ich werde das Gefuehl haben, mehr ueber diese Welt zu wissen, als die meisten anderen, ich werde das Gefuehl haben, es nicht wirklich teilen zu koennen, ich werde sehr sehnsuechtig nach lateinamerikanischen Menschen oder Menschen sein, die diese Welt kennen. Ich werde nicht wirklich wissen, was ich in Mannheim soll. Ich werde merken, es ist einfach nur eine deutsche Stadt, ein Teil Heimat sehr wohl, bei der gleichzeitigen Gewissheit, dass mir in Deutschland immer etwas fehlen wird, dass ich mich nach Lateinamerika sehnen werde, dass ich Menschen brauche, die das verstehen.
Was gibt es da eigentlich zu verstehen? Was genau ist es, was ich jemandem, der nie hier war, nicht vermitteln kann? Die Landschaft, der Geruch, die verschiedenen Arten von Spanisch, der Klang des Portugiesischen, wenn man Spanisch versteht, die Blicke der Maenner, das Verhalten der Menschen, das Essen, der hartblaue Himmel auf der Hoehe, die Bettdecken, der harte Regen, die Busfahrten, die Kaelte und Waerme, die halbgaren Auskuenfte, die Farben, die Musik, die Stoffe, die Saefte, die Herzlichkeit, das Chaos, die Mischung der Kulturen?

Glueck, jetzt.
6. Februar 2012Waehrend ich im Nachtbus nach Curitiba sitze, blicke ich ab und zu raus, bin ganz bei mir, gelassen und gluecklich, so dermassen geloest und dankbar fuer diese Reise, fuer diese Freiheit, so gluecklich, dass ich jetzt bereit waere zu sterben, ohne Angst, voller Dankbarkeit fuer dieses Leben, voller Dankbarkeit!
Diese Reise ist wie eine Pause, wie ein Innehalten des Alltags, was es ja auch ist, wie der Moment zwischen zwei Atemzuegen. Ich bin so sehr HIER und JETZT und habe das beruhigende Gefuehl, dass es genau so sein muss, dass es genau richtig ist, dass es nur diesen Moment gibt, dass alles jetzt ist. Meine Seele baumelt, mein Geist ist ruhig. Es ist erstaunlich wie natuerlich sich manche Momente anfuehlen, naemlich so, als waere es schon immer so gewesen. Schon nach kurzer Zeit stellt sich eine Selbstverstaendlichkeit ein, die sich gut anfuehlt.

Amor América
5. November 2011Flüge klargemacht. Yeah! Gabelflug. Messerflug. Löffelflug. Ich werde reisen.
Nachts: Angst. Tagsüber: Freude. Tagsüber denke ich: Yeah, everybody else is doing it, so why can´t we? Nachts denke ich: Ja, aber everybody ist nicht so emotional impliziert wie ich. Everybody reist einfach, weil neu, geil, aufregend, cool, anders und exotisch. Ich reise, weil… ich muss. Ich kann nicht anders. Es geht sonst nicht weiter. Es ist nötig. Es war schwer, diese Idee zuzulassen. In einem seltsam spontanen bzw. sorglosen oder auch freien Moment habe ich Sonderurlaub beantragt und einfach so bekommen. Einfach so! So einfach!
Und jetzt fliege ich. Der Plan umfasst vor allem Länder, die ich nicht kenne und schließlich das Land, das ich am Besten kenne. Ich freue mich, ich weiß es wird anstregend, ich weiß ich werde an Grenzen kommen (aber auch, dass sich diese überwinden lassen), ich weiß, dass ich noch oft nachts Angst haben werde. Aber die Nacht geht vorbei und ich weiß, dass diese Reise wichtig für mich ist, weshalb mich nichts aufhalten wird. Vor allem nicht ich selbst.
“Mirelo así. En Estados Unidos , un padre se preocupa porque a su hijo le venden droga en la escuela. En América Latina, un padre cultiva coca para que su hijo vaya a la escuela. O simplemente, para que coma.”
~ Maruja Torres, Amor América ~

Sueño Buenos Aires, sueño Berlin.
2. Juni 2011Ah, wieder was Schönes gehört. Wunderschön, das ganze Album. Und passend zu meinem Gemütszustand.
“go back to that time in Berlin that was a deep and intense experience and make sense of it all”
Link zu einer Besprechung “como dios manda” und zu Federico Aubele.

No pasó nada
29. Mai 2011- Por qué lloras? – me dijo.
– Porque sentí que ustedes estaban llorando.
– Eso no es un motivo – dijo -. Aquí se llora cuando no se aguanta más, y por cosas de importancia. Oyó?
– Sí, papi.
– La próxima vez que lo pille llorando le voy a sacar la chucha para que llore con ganas. Entendió?
En la vida uno se encuentra con muchos libros. Por lo general unos te excitan más, otros menos. La mayoría de veces están “bien”, es decir: no ha estado mal leerlos, pero tampoco han cambiado tu vida. Pero muy rara vez pasa que uno se encuentra con un libro que por razones x en éste justito momento encaja bárbaramente en tu vida. A mi me acaba de pasar eso con un texto del año 1980, el cuál me ha dejado fascinada y “alucinando” (como dirían los españoles) y que por lo tanto he tenido que leer dos veces seguidas este fin de semana. Se trata de “No pasó nada” del chileno Antonio Skármeta y este relato realmente me ha reventado el corazón. Ese lenguaje sabroso, que combina lo vulgar y la tristeza de una forma tan bella, que me ha dejado boquiabierta. Siempre me fascina cuando me encuentro con un escritor que – tratando temas tristes – es capaz de hacernos reír a la misma vez. Aquí un par de ejemplos:
“El papi para variar me dijo que me iba a sacar la chucha por andar preguntando huevadas. Como se habrán dado cuenta mi papito colabora con cariño y entusiasmo a la educación de sus hijos.”
“Yo al comienzo me sentí más tirado que pucho en Berlín. Para más remate a mi hermano y a mí nos metieron de cabeza en la Escuela del barrio. Cuando nos decían “Guten Morgen” creíamos que nos estaban sacando la madre.”
“Era mayor que yo, pero sería de mi mismo tamaño. Y tenía una cara chiquita, así como de conejo, y unos ojos inmensos que se los aleteaba a cada rato con esas pestañas falsas cargadas de su buena libra de petróleo. Las pestañas de Sophie eran la falsedad absoluta, pero no la mirada. Era la vendedora más convincente que he conocido, incluyendo a los que venden “Die Wahrheit” en Turmstraße, los sábados a la salida del Hertie.”
Gracias por este libro!
El cartel de la adaptación filmográfica alemana.

Can´t go to Cuba
19. April 2011- Sehnsucht nach LatAm.
- Interne Hindernisse.
- Dann wieder Sehnsucht.
- Fliegend nicht, aber vielleicht schreibend?
- Warum nicht?
- Erinnerungen.
- Ihr habt doch keine Ahnung.
- Ouija spielend unter der Schnellstraße.
- Wasserblasenübungen im Schwimmbad.
- Día de campo bis spät in die Nacht.
- Jugo de naranjilla. Añada un poco más de azúcar, mija.
- Señoras y señores pasajeros.
Can´t go to Cuba by Nikita Quasim.

Gespräche, Gedanken, Interpretationen
19. Januar 2011Ihr kennt das ja, in meinem Kopf wuseln immer mehrere Gedanken herum:
- Es gibt keine Zeichen.
Frauen? Meiner Familie? Also, genauer gesagt:Meine Mutter und ich tendieren dazu in allem Zeichen zu sehen. Dies impliziert, dass es jemanden gibt, der all das hier ordnet / plant und dann hin und wieder zur Besänftigung, weil er sich sonst so wenig blicken lässt, ein paar dubiose Zeichen in der Welt hinterlässt, die man dann wahrnimmt und wohlwollend interpretiert, weil es dem Ganzen einen vermuteten Sinn gibt. Ein alter Freund sagte mir dann gestern, es gäbe keine Zeichen. Ich glaube er hat recht und ich bin ihm dankbar, dass er direkt und ehrlich zu mir ist. Alles ist Zeichen, wenn man es zu einem Zeichen macht. Im Kopf. Casa de los espiritus. Daraus: Vengo a sacarlo de aquí. – ¿Por qué? – Porque Blanca me lo pidió. – Váyase al carajo. – Bueno, para allá vamos. Usted viene conmigo. - Gespräche sind das Kostbarste wo gibt. Mein Lebenselexir. Nach einem guten Gespräch fühle ich mich wohl und besänftigt. Weil ich mich i.d.R. danach weniger seltsam fühle. Man hat sich ausgetauscht. Dieser Austausch ist wichtiger als der von Körperflüßigkeiten. Lasst euch das gesagt sein, ihr Jugendlichen. “Was ist herrlicher als Gold?”, fragte der König. “Das Licht”, antwortete die Schlange. “Was ist erquicklicher als Licht?”, fragte jener. “Das Gespräch”, antwortete diese. (Johann Wolfgang von Goethe)
- Menschen, umarmt eure Single-Freunde. Sie haben deutlich weniger Körperkontakt als die Menschen mit Beziehungen. Also tut ihnen einen Gefallen und herzt sie. Da werden irgendwelche guten Hormone ausgeschüttet und dem Stress entgegen gewirkt.
- Bloggen, Zeit, Publikum, Gedanken: Ganz viel mit dem Kopf nicken muss ich bei Frau Schrupps Beitrag Ich schreibe nicht für euch! So spricht sie mir aus dem Herzen, wenn sie sagt: “Leider habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, auch meine Gedanken nach verschiedenen Projekten auseinanderzudividieren, die gehen einfach durcheinander.” Das Ergebnis dieser Tatsache sieht man ja auch bei mir. Und sie bloggt, “damit ich nicht vergesse, was ich mal gedacht habe und was mir wichtig ist.” Auch dem muss ich zustimmen. Und der folgende Satz affiziert mich ebenso: “Einen Gedanken nicht nur im Kopf zu haben, sondern ihn zu verschriftlichen, zwingt nämlich dazu, ihn ordentlich zu denken.” Deshalb musste ich während des Verfassens meiner Masterarbeit auch dringend bloggen, um nämlich im Kopf zu ordnen.
- Vegetarier: Lesenswerte Besprechung des Foer´schen Vegetarismus-Buchs von einem New Yoker Gleichgesinnten, den ich gerne wegen seiner humorvollen amerikanischen Art lese. Daraus der Satz: “Foer never examines the implications of a vegetarian food system.” Der großflächige Sojaanbau ist nämlich durchaus auch beklagenswert, liebe Vegetarier. Und ich mag die Bezeichnung “ethical meat eaters”.
- Ich höre / listening to / escuchando: Clown and Sunset, a small label by Nicolas Jaar (New York City / Chile). Und ich klicke jetzt nicht auf einen Knopf und sage Like. Sondern ich nehme mir die Zeit und beschreibe es: Für mich ist diese Musik transkulturell und verursacht Resonanzen, weil sie meine inneren Sinnstrukturen in Bewegung setzt. Weil ich elektronische Musik mag und schon mit 17 meine Frankfurter Erfahrungen gemacht habe. Weil ich ein paar lateinamerikanische Erfahrungen habe. Weil das großartige “bandido del amor“… ok: too personal. Alles klar? Und ihr Einfältigen sagt Like. Hahaha! Versteht ihr, dass qualitative Information verloren geht zwischen dem was ich soeben beschrieben habe und dem Klicken eines Like-Knopfes? Das ist es, was ich nicht (mehr) mag.













