Archiv für die Kategorie ‘Mannheim’

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Buschnacht

3. Dezember 2011

eine Mannheimer Erzählung.

Motive: Mannheim, Jungbusch, Identitätskonstruktion durch Raum und soziale Praktik, Leben, Erleben, Transkulturalität, hart sein vs. sich fallen lassen, chaotische Alltagsrealitäten, elektronische Musik, Effekte von sozialen Kontexten, das boshafte unsicherheitsbasierte Coolsein junger Menschen vs. seltener Herzlichkeit, das Glück des Vorhandenseins von Drogen, selbstgesponnenes Bedeutungsgewebe.

Line, Jens und ich abends in der Jungbuschstraße. Wenn es eine Straße gibt, die für mich aufgeladen ist mit Bedeutung, dann ist es diese Straße. Was da schon alles passiert ist. Ich könnte jetzt Hausnummern aufzählen, aber ich lasse es. Mit wem ich diese Straße alles verbinde. Wieviel Teile meiner Identität mit dieser Straße zu tun haben. Denken wir für den Rest des Textes die Jungbuschstraße als Wirbelsäule meiner Identität. Jedenfalls, die herzliche Line, der schüchterne Jens und die sprudelnde M. (es sprudelt aber immer nur, wenn man es schüttelt) im C., weil da die Band unseres Vertrauens spielte (wobei einer davon überlegt aus der Musikmacherei auszusteigen und Manipulator zu werden und ein anderer davon früher ein netter Junge war und nun zur Gottwiegeilichbin-Fraktion gewechselt ist, man wundert sich jedenfalls etwas…). Ich war erstmal leicht müde, nüchtern und schüchtern, vorsichtig und gehemmt. Auf hab acht, statt bei mir selbst zu sein.

Es ist nämlich so: Ich praktiziere grundsätzlich Selbsthemmung, aber an manchen Abenden Enthemmung (die Autorin dankt dem Universum für Drogen, zum Beispiel in Form von Alkohol). Ich bin dann enthemmt, wenn ich natürlich bin und mir keine Grenzen setze. Die Grenzsetzungen, die Schwarz-Weiß-Malerei, das Ganz-oder-garnicht-Verhalten, die ich zuhauf an den Tag lege, sind begründet in unverarbeiteten transkulturellen Identitätskonflikten. Sozialisationsbedingt bin ich etwas orientierungslos, deshalb halte ich mich verbissen an Dingen fest und liebe Ausschluss und Differenzbildung. Ordnung im Geist, Psychohygiene. Weil ich in mir drin extrem unordentlich bin. Weil ich weiß, dass alles relativ ist. Chaotische Alltagsrealität. Dreck im Gesicht. Tod am Hafen. Kennen wir ja schon. An zuviel Sagrotan sollen aber auch schon Menschen zugrunde gegangen sein, meine Liebe, also lass das Chaos zu. Mit Wein zum Beispiel. Rotwein über alles. Eigentlich trinke ich im C. zur Enthemmung immer Zweigelt, heute Cabernet Sauvignon. Nicht ganz so gut. Mein Lieblingskoch ist nicht da, schade. Das C. ist nämlich auch so ein Ort. Es riecht nach Geschichte, unserer Geschichte. Es war eine Etappe unseres Lebens.

Mannheim. Da liess es sich ohne Mann aushalten, ohne ernsthafte Beziehung jedenfalls. Und während ich in den letzten Zügen meiner 20er steckte, war ich unter anderem Dienstleisterin für Akademiker – Sklaven des Impact Factors und der Drittmittelhascherei – und 20-Jährige, zu denen der Entwicklungsabstand erst kaum bemerkt wurde, um schließlich immer alarmierender ins Bewusstsein zu rücken: Unsere Kinder. Unsere Poster-Kinder, unsere ungeduldigen Druck-Kinder, unsere Studis, unsere Spätpubertierenden, unsere Party-Kinder, unsere Sich-Abchecker, unsere Kleinherdentiere, unsere Kicherer, unsere Klausurlerner, unsere Ungedulds-Kinder, unsere Erstis, unsere Kreutzer, unsere nervösen Examenskandidaten, unsere Nervensägen, unsere Heulbojen, unsere bekifft vor facebook-flackernden Bildschirmen schlafende Testosteron-Sprüher, unsere H&M-Schickeria, unsere Geheimnisvollen, unsere Unheimlichen, unsere Pornogucker, unsere Gebührendiskutierer, unsere verschämt Guckenden, unsere Kinder. Moment, ich war doch vor Kurzem auch erst so. Und trotzdem ist das Erwachsenwerden so gnadenlos, dass man sich kaum zurück versetzen oder gar erinnern kann, wie es war, bevor man älter wurde. War auch ich einmal so unfrei/unreif/unsicher?

Jedenfalls: M. Mein Engel mit Schnauze, lieb und nett, agressiv und destruktiv. Kollegin, Freundin, Verbündete. Man sagte uns gar eine Ehe nach. Nicht nur verarzteten wir gemeinsam unsere Kinder, Akademiker und Menschen-Handwerker, nein, privat ging auch eine ganze Menge. Denn wir mussten raus aus diesem akademischen Umfeld, dieser ausgedachten Welt. Und da die Kaffeepausen im sogenannten “Paradies” nicht reichten (“Currywurst mit Pommes, wea hod Körriworschd mit Bommes bestellt?”) um genug Konfrontation mit den gemeinen Mannheimern und der realen Welt abzubekommen, gingen wir nach einiger Überlegung (“wir müssen etwas tun” – “es muss etwas passieren”) und Konzeptschreiberei am sonnigen Rhein schnurstrakst in den verruchten, aber eigentlich ziemlich harmlosen Stadtteil Jungbusch und lernten dort Musiker, Künstler, Türken, Mystiker, Alkoholiker, 68er, Hipster, schräge Typen, interessante Menschen und Mannheimer Originale kennen. Immer mit Frau Gentri F. Izierung im Nacken, dieser blöden Sau. Soviel jedenfalls in aller Kürze zu diesem Ort und meinem/unserem Platz darin.

Die Line lebt im Jungle. Und der Lieblingskoch auch. Und der Journalist auch. Und der schüchterne Jens lebte mit der Line und vier anderen, aber diese WG wird auch ständig neu konstruiert. Jedenfalls saßen wir gestern Abend am Katzentisch. Das ist der Tisch, an dem die Musiker immer sitzen, lauschten der Musik und ich schaute dabei auf die Oberarme des lustigen Schlagzeugers (“ihr sitzt ja immer noch da, bin ich nicht laut genug?”). Oberarme sind beim Mann das was bei der Frau der Ausschnitt ist. Lecker. Aber ich war ja noch gehemmt. Also verbot ich mir meinen sofortig einsetzenden mentalen Durchfall, der mich mit dem Körper des Schlagzeugers in Verbindung brachte, um das mal ganz diplomatisch zu sagen. Schöne Oberarme, schöne Hände. Die Hände sind beim Mann das, was bei der Frau die Brüste sind.

Das Publikum war sehr jung und wir kannten während des ersten Sets kaum jemanden. Was seltam selten ist. Während des zweiten Sets war das schon anders. Und als dann fertig war und wir gingen, standen ein paar Posterkinder vor der Tür. Die Posterkinder kommen auch manchmal in den Jungle. Mich irritiert das immer ein wenig, weil ich dann die Grenzen schließen muss, wobei der Zweigelt und ich doch erst gerade ein Schengener-Abkommen zur Öffnung geschlossen hatten.  Also schnell weg, zumal Mr. Whisky da auch herum stand. Ein langfristiges Alkohlproblem von mir. Höchste Zeit zu gehen… aber nicht ohne noch die obligatorischen Komplimente für mein Fahrrad mitzunehmen. Ich bekomme von Männern immer Komplimente für mein Fahrrad.

Während ich noch leicht im Post-Whisky-Zustand war (hätte ich bleiben sollen, hätte ich ein Gespräch anfangen sollen, meine übliche Reaktion), gingen wir weiter ins O. Dort unverhofft gute elektronische Musik. Ahhh, elektronische Musik, my love. Das und drei Moscow-Mules waren eine hervorragende Ablenkung. Ich habe es bisher noch nie erlebt, dass im O. getanzt wurde. Aber gestern tanzten eine erlesene handvoll Menschen mit gutem Geschmack zu guter Musik. Ich stehe gerade sehr auf diesen organischen, wabernden Elektro mit afrikanischen oder lateinamerikanischen Ryhthmen drin. Sogar Jens hat getanzt. Es macht Spaß zu sehen, wie die Nicht-Enthemmten etwas auf die Enthemmten neidisch sind. Was man sich dort auch schön anschauen konnte, ist wie sozial anstrengend doch Menschen mit unausgegorener Persönlichkeit sind. Die sind nämlich nicht echt, teilweise boshaft und verhalten sich ausgrenzend-abweisend. Damit meine ich diese ganze Grüßen oder Nicht-Grüßen-Geschichte. Das Sich-Anerkennen oder das Ignorieren. Das verstehe ich nicht. Entweder ich kenne einen Menschen und grüße ihn (man kann das durchaus knapp halten) oder ich kenne jemanden nicht. Seltsames Gehabe. Da lobe ich mir die Herzlichkeit der Line, was ich ihr auch gleich gesagt habe. Und sie meinte, das gehe für sie gar nicht anders. Nur das sei es wert, gelebt zu werden. Sie hat ja so recht! Der neue türkische Besitzer des Ladens schaute sich in dieser ganzen Zeit vom Tresen aus diese partisierende Menschenmischung mit Sorge und Verwunderung an und bat den DJ dann irgendwann leiser zu machen.

Man trifft natürlich doch wieder ein paar der üblichen Verdächtigen. Da ich mittlerweile auf funktionale Weise enthemmt war, lief es auch mit dem Anlabern ganz gut. Einen Drink ausgegeben bekommen. Den Namen des DJs erfahren (schön). Ein wenig geflirtet. Mir krasse Sachen habe sagen lassen (von einem mit ähnlichem Vibrationshintergrund): Ok gut, ich mit meinen harten Prinzipien. Mehr Chaos zulassen. Gut. Nichts planen. Gut. Ok. Wabern. Ok. Ok. Ok. Ich versuche es ja. Meinen Marktverkäufer getroffen und den Jungen von der Fahrradparade. Dieses sich beim Weggehen nahe am Gesicht unterhalten, mag ich außerordentlich gerne. Es ist so intim, man ist sich plötzlich so nahe. Kurz realisiert, dass ich scheinbar anziehend sein kann. Das tut gut. Ich mochte den Abend dann doch noch sehr.

Statt in die D2, wo alle noch hinwollten, sind wir dann beim Türken gelandet und haben um 4 Uhr nachts lecker gegessen. Lammspieße. Nach dem Feiern noch etwas zu essen ist auch wie so ein Ritual. Ich will das nicht verlieren, nur weil ich bald 30 bin. Ich will weiter gute Musik hören, mich mit Freunden gehen lassen, tanzen und Gespräche nahe am Ohr führen. Genau das ist Glück. Wenn Dinge passieren, an die man nicht gedacht hatte. Wenn Dinge anders kommen, als man sie sich ausmalt. Wenn man es schafft, es sich gar nicht mehr auszumalen. Keinen Plan haben, oder nur einen groben. Das Leben sich entwickeln lassen. Hatte ich diese Erkenntnis nicht schon einmal? Nichts kaputtzubewerten oder kaputtzufantasieren. Wie schaffe ich es mich dauerhaft zu befreien? Ich bin auf dem Weg… Italian state of mind. Mehr Rotwein!

Nach Hause gekommen, glücklich gewesen und nur leicht angetrunken. An diesen Abenden ist meine Zuneigung zu Mannheim unheimlich groß. Die neue Freiheit liegt darin, trotzdem loslassen zu können, ohne dass es schmerzt. Ich will gehen, ohne dass es schmerzt. Sich nicht an Erinnerungen festhalten, sondern den Moment richtig er/leben.

— Zugabe 1 —

“Wir sollten unsere Aufmerksamkeit nicht nur auf die Beobachtung unseres Gegenstandes richten, sondern auch auf die Art und Weise der Beobachtung unseres Gegenstandes.” – A. Pott: Identität und Raum, in: Kulturelle Geografien, 2007.

— Zugabe 2 —

Sie suchten nach Bildern zu “Buschnacht”.

Leider keine Treffer.

Meinten Sie “beechnut”?

Nein, *seuftz*, meinte ich nicht!

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Der alltägliche Wahnsinn / Stadt / Interaktion

16. November 2011

Seit drei Jahren die halbbewusste Strategie: Flucht / Bewegung / Interaktion.

Meine Mutter sagt: Ich unternehme zu viel.

Ein Freund sagt: Du hast immer nur Zeitfenster für mich.

Eine Freundin sagt: Du bist ja nie zu Hause.

Also, ihr Lieben: Ich verbringe mindestens 10 Std. pro Tag zu Hause, eher 12. Klingt schon mal gut. Ist aber vermutlich wenig, im Vergleich mit dem Durchschnitt. Gut, wenn ich also nicht zu Hause bin, ist es sehr wahrscheinlich, dass ich in Mannheim unterwegs bin (auf irgendwelchen Kulturveranstaltungen, in irgendwelchen Cafès/Kneipen/Lokalen, auf einer meiner Arbeit(en)). Da ich mich gewissen Technologien verweigere, kann man leider zum Glück nicht sehen, wo genau gerade, aber – um das mal zu spezifizieren und ein bisschen Humangeografie zu betreiben – könnte ich eine Karte anlegen. Ich überlege das schon länger, bin aber unentschlossen in Sachen Datenschutz / Privatsphäre. Nicht nur meine, sondern auch die meiner Freunde und überhaupt, was bezwecke ich denn damit? Genauer gesagt: Ego, was bezweckst du damit? Stalkerei? Identitätskonstruktion über Verortung? Guck mal wie geil/toll/alternativ/intellektuell/schräg ich bin und wo ich mich überall herumtreibe? Belassen wir es vorerst bei der Aussage: Ich bin zumeist in Mannheim unterwegs und auf dem Handy erreichbar.

Ich gebe zu, ein gewisser Zwang ist schon dabei. Ich fühle mich unruhig zu Hause, weil es dort kaum Interaktionspotential gibt. Klar, der sympathische Mitbewohner, die Telefonanrufe von Freunden, das Laptop als Tor zur Bitwelt (ganz zu schweigen von dem grummelnden Kühlschrank, aber “dem seine” Nachrichten konnte ich bisher nicht dekodieren)… aber eben deutlich weniger atomare/physische Serendipität. Deswegen gehe ich raus und bewege mich im Stadtraum. Vielleicht ist jedoch die eingebildete Interaktionsmöglichkeit dort viel geringer, als ich impliziere. Gehen wir nicht immer wieder an Orte, die wir schon kennen? Treffen wir aufgrund des Lebensstils nicht immer wieder auf Leute, die wir schon kennen? Ich habe den Eindruck, ich bewege mich in Mustern und die Stadt existiert als dreidimensionale (?) Matrix für mich ganz anders als für andere. Aber sie überschneidet sich (manchmal).

Die Idee ist, mehr an Orte zu gehen, die ich noch nicht kenne. Die Idee ist, zu erfahren, wie andere Menschen leben. Die Idee ist, der Versuch einer ganzheitlichen Erfassung: Was ist Mannheim? Um der “absoluten Wahrheit” ein Stückchen näher zu kommen, wobei mein Instrument (Körper/Geist) durch und durch von immanenter Subjektivität geprägt ist. Kann ich trotzdem, zumindest versuchen, die Stadt (als “soziales Totalphänomen”, als “kulturelles Projekt”, als “mehrschichtiges, komplexes kulturelles System”) ehrlicher zu erfassen? Versuch es! Aufgeben, so ein Freund, sei grundsätzlich keine Option.

Vielleicht ist es aber nur die Flucht vor oder die Verdrängung der Erkenntnis, dass jeder von uns alleine ist. Herrje, ich wiederhole mich, nicht wahr? Naja. Man könnte auch sagen, ich konstruiere Realität. :-)

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Random Revolution

16. Oktober 2011
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Mannheim, Germany

12. Oktober 2011

bestellt.

Nicht bei A, sondern bei meinem B(uchhändler des Vertrauens).

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Verkehrte Welt

25. August 2011

Samt pathetischer Musik.

und

ich habe es einfach nicht mehr mit euch ausgehalten!

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Neckar

10. August 2011

Mannheim, Neckarufer. An einem der fünf Momente des bisherigen Sommers, als die Sonne kurz aus dem Backstage kam. (Ist aber nicht von mir.)

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Fik-tion

29. März 2011
  • Charlotte Roche sagte neulich über ihren ersten Roman: “Es ist eine Fiktion. Mit Betonung auf der ersten Silbe.” Schmunzel, schmunzel.
  • Die Stoffwechsel-Galerie in der Hafenstraße ist sehenswert.
  • Mannheim-Süd ist grün! Lange vermutet, jetzt bestätigt. :-)
  • Ich bin nun stolze Besitzerin eines Rennrads. Krass, wie schnell man damit fahren kann. Gestern war ich 5 Minuten vor 9 auf der Arbeit. Das gab´s schon lange nicht mehr. Aber ich sehe mich schon bald das Krankenhaus meines Vertrauens aufsuchend, weil wer derart über die Straße gleitet, fliegt auch schnell hin.
  • Kürzlich habe ich 2000 Exemplare eines Buchs auf einer Palette gesehen. Irgendwie beeindruckend. Man hatte nicht den Eindruck, das Medium Buch stehe kurz vor dem Fall.
  • Alle Geigenzähler in Deutschland sind ausverkauft! ;-)))
  • Love you gotta lose again. Ah madonna, che bello! Wie eine Freundin jetzt sagen würde.
  • Zu guter Letzt… dieses Foto aus MA. Geilo!

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MA vs. HD vs. MA

21. März 2011

Gerade bei einem jungen Mann aus der Gegend gelesen und herzlich gelacht:

“Ich lebe in Mannheim, der wohl schönsten und tollsten Stadt in Deutschland (ja ich bin mir im Klaren, dass es bestimmt auch andere, größere, tollere Städte auf dieser großen, weiten Welt gibt), doch der Grund warum Mannheim so viel für mich ist, ist das diese Stadt die erste Stadt ist die mir, neben meiner Geburtsstadt Marburg, das Gefühl von zu Hause gegeben hat.”

und

“Heidelberg ist wie Mannheim was besonderes. Einige würden besser behaupten, andere schlechter, für mich ist Mannheim meine Heimat und Heidelberg meine Ferieninsel.”

;-)

PS: Was ganz anderes: Wer Bedürfnis nach Tschernobyl hat: Sehenswerte Dokumentation und Ausstellung.

:-(

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Seattle vs. Mannheim

14. März 2011

eigentlich von den Jungs hier

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Das dringende Gefühl

11. März 2011

Mein alter Freund M. rief mich an, sagte mir, ich glaube, ich muss kommen und er kam, gleich am nächsten Tag aus B. angefahren, um mit mir zu Essen, anschließend nach Heidelberg zu fahren und auf dem Weg dorthin gemeinsam zu bemerken, dass wir nicht rechtzeitig zum beginnenden Theaterstück ankommen würden, so dass wir entschieden, erneut gemeinsam, erst den Berg rechts des Neckars hoch, wo ich vom Lichtermeer begeistert war, und dann wieder herunter zu fahren und anschließend den links des Neckars hochzulaufen, zumindest ein Stück weit, und dann erneut hinunter, wobei wir uns erst über die Dualität des Lebens unterhielten und ich ihm später, dann schon am Neckarufer entlang zurück zum im Parkhaus einer Privatklinik parkenden Auto laufend, gestand, ich müsse zum Schreiben aus Mannheim und meinem dortigen Leben und Alltag hinaus, an einen Ort der von Bedeutung frei ist und an dem ich mir einen Tee kochen und vor dem Laptop sitzend aus dem Fenster auf den Fluss guckend schreiben könne, über das, was mich bewegt, was in mir brennt, was mir zu artikulieren notwendig scheint, vielmehr für mich selbst als für andere, die es jedoch auch lesen können, im Kopf vielleicht den Wunsch es verstehen zu wollen oder aber auch nicht, weshalb M. mir sagte, ich glaube, du musst hierher, in deine Geburtsstadt, die vor beschaulich romantischer Schönheit strotzende, dir aber doch sehr fremde Stadt, da du dich in Mannheim aufgrund der raueren Gegebenheiten wohler fühlst und deshalb nicht oft hier bist, denn du weißt, dass das Leben nicht nur schön ist oder sein kann, weshalb dir Mannheim ehrlicher erscheint, du aber trotzdem daraus flüchten musst, um einen ästhetischen Prozess beginnen zu können, der seit Ewigkeiten als verhaltener Wunsch in dir brütet: Schreiben, schreiben um zu leben, leben um zu schreiben, schreibend leben, lebend schreiben, geschriebenes und beschriebenes Leben, deines, das deiner Gedanken und das anderer, mit denen du dich umgeben hast, obwohl es vielmehr das Leben war, das dich mit ihnen umgeben hat, und das jetzt geschrieben und beschrieben werden will, weshalb du schon seit zwei Wochen das dringende und drängende Gefühl verspürst, dass es hinaus artikuliert werden muss, weil du gar nicht mehr anders kannst und es auch zutiefst willst.

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