Archiv für die Kategorie ‘TippsFürsLeben’

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Über die Vorteile des Fixierens von Klingelschildern

13. Juli 2009

Frau Frapeur aka. Ghetto-Marie wurde gestern Abend beinahe in eine polizeiliche Begegnung involviert. Das passiert einem, wenn man nachts mit schwarzem Kapuzenpulli auf Brücken herum läuft. Höchst verdächtig! Warum muss auch just in dem Augenblick die Polizei vorbei kommen? Jedenfalls: So tun als wäre nix hilft. Also schön weiter die Brücke runter gelaufen (Sachen unterm Arm) und mental schon einmal mögliche Gesprächssituationen vorbereitet: „Junge Frau, laufen Sie immer mit Pinsel, Kleber und seltsamen Figuren bestückt über diese Brücke?“

Antwort A) „Bitte, bitte verhaftet mich nicht, das ist ein Kunstprojekt.“

Antwort B) „Nein, manchmal laufe ich auch unter den Brücken durch.“

Antwort C) „Ja, das mache ich zur Entspannung. Ist das etwa verboten?“

Antwort D) „Ich führe meine Mädels aus.“

Gottseidank kam es aber nicht zu diesem Gespräch. Als sie nämlich ein zweites Mal um den Block fuhren, war ich schon an der Straße und habe mich in das Lesen von Klingelschildern vertieft. Sie fuhren langsamer und hielten. Sie guckten, ich drehte mich um guckte frech zurück. Dann fuhren sie weiter. Puhhhh!

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Neulich…

28. Juni 2009

Liebe Leute,

heute mal wieder ein Tipp für´s Leben: Nehmt euch in Acht vor Kameras. Ehe man sich versieht, läuft man auf Viva, MTV und You Tube.

Geschockter Gruß

Marie Jacqueline

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Überraschungen

1. Mai 2009

Man weiß nie wo es hingeht im Leben. Dabei lässt es sich immer etwas Neues einfallen. Und ist dabei ganz anders, als man es sich vorgestellt hat. Manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die einem ein Lächeln auf´s Gesicht zaubern.

Der liebe Gott hat mir jedenfalls gestern drei Dinge geschenkt:

  • eine Himbeerpflanze
  • ein Fahrradrücklicht
  • eine interessante Begegnung

Und die gute Musik dazu habe ich gekauft. ;-)

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Gute Gespräche

21. April 2009

„Was ist herrlicher als Gold?“ fragte der König. „Das Licht,“ antwortete die Schlange. „Was ist erquicklicher als Licht?“ fragte jener. „Das Gespräch,“ antwortete diese. (Goethe)

Gute Gespräche, wo kämen wir ohne sie hin? Ob man dabei an einem sonnigen Abend am Fluss entlang geht, im Bett liegt und das Telefon am Ohr hat oder in einem Café sitzt, egal. Ich liebe Gespräche. Im Prinzip geht es darum, dass zwei Personen sich austauschen und bereichern. Erst erzählt der eine, dann der andere, dann spricht man über dieses, dann über jenes Thema. Und wenn es richtig gut läuft, dann schließen sich die Themen am Ende und führen aufeinander zu.

Zu einem guten Gespräch gehört für mich auch immer ein bisschen Philosophie: Was machen wir hier und warum machen wir es, wie wir es machen? Warum ist das Leben so und nicht anders und warum muss es gerade so sein? Was weiß ich heute besser als früher, was habe ich gelernt? Und besonders toll ist es, wenn man es schafft die Philosophie mit dem Alltag zu vermischen. Aufmerksam zuzuhören und laut lachen zu können, wenn es lustig ist. Vertrauen zu haben und einfach ehrlich sein dürfen. Fragen zu können: Geht es dir auch so? Was meinst du dazu? Sich Meinungen einholen von Menschen, die man mag. Zu hören, was sie erleben und wie es ihnen hier geht. Erzählen zu dürfen, was man selbst denkt und fühlt.

Gute Gespräche sind die Basis für fast alles. Ich hatte diese Woche schon drei Stück. Und jedesmal war ich glücklich danach. Was will man mehr?

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Vitamin B

5. März 2009

In der Kulturbranche scheint Vitamin B die einzig wirksame Methode zu sein, um an gute Stellen zu kommen. So etwas wird nicht ausgeschrieben, so etwas wird szeneintern vergeben. Man muss einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und die richtigen Leute kennen.

Heißt: Wenn man da mitmischen will, muss man sich in die Szene hineinstürzen. Kontakte knüpfen. Telefonieren. E-Mails schreiben. Auf Vernissagen erscheinen. Am Ball bleiben. Vitamin B in rauen Mengen. So läuft der Hase.

Ist vermutlich allgemein bekannt, nur die kleine MJF stellt es wieder einmal mit Verwunderung fest.

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Die Bedingungen des Bademantels

25. Januar 2009

„Mir ist aufgefallen, daß Frauen, die einen Bademantel tragen, diesen in bestimmten Situationen fest zuzurren, und zwar dann, wenn sie beschlossen haben, ernst zu sein oder die Liebessession zu beenden. So wie man nach der Vorstellung die Theatertüren schließt und die letzten Zuschauer hinauswirft, die ein Autogramm erbitten, das Stück verlängern oder mit der Schauspielerin im nächsten Lokal einen Kaffee trinken wollen. Diese Geste von Frauen im Bademantel heißt in etwa: „Mein/e Liebe/r, für heute Nacht ist der Laden“ – ihr Körper – „geschlossen. Schluß mit der Liebe. Nun bin ich eine bekleidete Frau, das heißt, Herrin meiner selbst. Alles, was zwischen uns war, gehört der Vergangenheit an, es war sehr schön, aber es ist vorbei. Wenn du ein andermal weitermachen willst, müssen wir neu über die Bedingungen verhandeln.“

(Endlich allein!, Cristina Peri Rossi)

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Die innerpsychische Welt

28. November 2008

Heute im Studium gelernt: Ich kann mir einen Sahne-Joguhrt kaufen, der in der Werbung mit „Weekend-Feeling“ verbunden ist. Aber ob ich „Weekend-Feeling“ beim Essen des Joguhrts verspüre, liegt immer noch an meiner innerpsychischen Welt.

Aha! *blingbling* Wenn ich also wirklich will, dann kann ich auch Weekend-Feeling beim Kotzen haben. Oder – schöner gesagt – jeden Abend beim Schlafen. D.h. wiederum: Man kann sich alles einreden, wenn man es nur ernsthaft genug betreibt. Und das wiederum bedeutet: Ich muss keine Drogen nehmen, ich muss keine coolen Klamotten kaufen, ich muss nicht mit hübschen Männern flirten, ich muss nicht tanzen gehen. All das brauche ich nicht, wenn ich mir mit der ganzen Mächtigkeit meines Gehirns einrede, dass es mir gut geht. Dass ich auch Spaß habe, wenn ich Freitags über meinen Büchern hänge!

Das Verrückte ist: Ich hab wirklich Spaß. Und warum? Weil ich jetzt fleißig bin und weiß, dass ich morgen – wenn ich Lust habe – kotzen, Drogen nehmen, flirten, tanzen oder einkaufen gehen kann. Yes I can, yes you can, yes we all can!

Ich glaube, was ich eigentlich sagen will ist: Glück ist dann, wenn man in sich selber ruht und ganz ohne äußere Einwirkung oder Besitztümer sagen kann: Mir geht es in diesem Moment einfach so gut und ich bin von ganzem Herzen dankbar dafür, dass ich gerade so fühlen darf.

Beziehungsweise: Excuse me, while I throw up. ;-)

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Choosing my religion

11. September 2008

Letztendlich sagen die meisten Religionen etwas ähnliches. Lebe! Sei umsichtig mit dir selbst und anderen! Also warum dann eine konkrete Religion? Kann man nicht eher nach einer allgemeinen Moral und Ethik leben? Eine, die auf Weisheit, Erfahrung und Verstand beruht? Das heißt für mich: Ich kann meditieren gehen, ich kann Yoga machen, ich kann an Weihnachten in die Kirche gehen. Nichts ist falsch, alles ist richtig, solange es mir hilft, zur Ruhe zu kommen, mich selbst zu erkennen, meine Umwelt genauer wahrzunehmen und zu respektieren. Das Leben täglich in Frage stellen. Dankbar sein. All das.

Folgende Texte gefallen mir jedenfalls und bringen dies ganz gut zum Ausdruck:

Jack Kornfield (Meditation für Anfänger): „Zweck dieses Unterfangens ist es keineswegs, dass du Buddhist wirst oder fernöstliche Zeremonien bzw. rituelle Verbeugungen erlernst. Vielmehr geht es darum zu lernen, wie man meditiert und davon im täglichen Leben profitiert. Wenn wir uns Zeit nehmen, zur Ruhe zu kommen, dann spüren wir – und jeder Mensch ist dazu in der Lage -, dass wir unser Leben mitfühlender und wachsamer leben können. Zu meditieren bedeutet, dass wir diese innere Fähigkeit fördern und sie in unserem Leben zum Ausdruck bringen.“

„Mit dem Meditieren beginnen bedeutet, dass wir unser Leben mit Anteilnahme und Liebenswürdigkeit betrachten und herausfinden, wie man wachsam und frei sein kann. Wir haben so viele Vorstellungen und Überzeugungen in Bezug auf uns selbst. Wir erzählen uns Geschichten über das, was wir wollen oder wer wir sind, sei es klug oder sanft. Oft sind das nicht hinterfragte und begrenzte Vorstellungen anderer Menschen, die wir verinnerlicht haben und dann in unserem Leben zum Ausdruck bringen. Meditieren heißt, neue Möglichkeiten entdecken und eine Fähigkeit entwickeln, die jeder von uns besitzt: nämlich ein weiseres, liebevolleres, mitfühlenderes und erfüllteres Leben zu führen.“

„Buddha sagt: „Ich bin erwacht.“ Was ist das zu dem wir erwachen sollen? „Dharma“. Es ist ein Wort aus dem Sanskrit und Pali, das sich auf die universellen Wahrheiten bezieht: die Gesetze des Universums und die Lehren, die es beschreiben. In diesem Sinne ist Dharma etwas, das sich augenblicklich enthüllen kann. Es ist die Weisheit, die immer gegenwärtig ist und nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Das Dharma der Weisheit, zu dem wir erwachen können, ist die Wahrheit, die genau dort ist, wo wir sind – wenn wir uns von unseren Fantasien und Erinnerungen lösen und uns auf die Wirklichkeit der Gegenwart einlassen. Wenn wir das tun und ganz aufmerksam sind, dann beginnen wir, die Merkmale des Dharma in eben dem Leben zu erkennen, das wir gerade leben. Zu den ersten Merkmalen des Dharma, die sich während der Meditation enthüllen, gehören Unbeständigkeit und Unsicherheit. „So sollst du denken über diese flüchtige Welt“, heißt es in einem buddhistischen Sutra. „Ein Stern in der Dämmerung, eine Luftblase in einem Fluss, ein Lichtblitz in einer Sommerwolke, ein Echo, ein Regenbogen, ein Trugbild und ein Traum.“ Je ruhiger du sitzt, je genauer du beobachtest, desto deutlicher wird dir, dass sich alles, was du siehst, in einem Zustand der Veränderung befindet. Gewöhnlich erscheint uns alles, was wir erleben, beständig – auch unsere Persönlichkeit, unsere Umwelt, unsere Gefühle und die Gedanken in unserem Kopf. Es ist so, wie wenn wir uns einen Film anschauen und derartig von der Handlung gefangen sind, dass sie uns wirklich erscheint, obwohl es sich doch nur um flackernde Lichtbilder auf der Leinwand handelt. Wenn du dich aber sorgfältig konzentrierst auf das, was du siehst, dann ist es möglich zu erkennen, dass der Film in Wirklichkeit aus einer Folge von Standbildern besteht, die eines nach dem anderen ablaufen. Eines erscheint, dann kommt eine kurze Unterbrechung, und dann taucht das nächste auf. Genau das geschieht in unserem Leben. Denn es ist so: Nichts im Leben bleibt für eine sehr lange Zeit beständig oder unverändert. Du brauchst kein Meister im Meditieren zu sein, um zu erkennen, dass alles stets im Wandel begriffen ist. Konntest du jemals einen bestimmten Geisteszustand über einen sehr langen Zeitraum aufrechterhalten? Gibt es irgendetwas in deinem Leben, das ganz und gar gleich bleibt? Dies bringt uns zu dem zweiten Gesetz des Dharma. Wenn wir wollen, dass Dinge, die sich ständig ändern, unverändert bleiben, und uns daran festklammern, werden wir eine Enttäuschung erleben und leiden. Nicht, dass wir leiden müssen, und es dient auch nicht dazu, uns zu bestrafen. Es ist einfach der Lauf der Welt und es ist so elementar wie die Schwerkraft. Wenn wir krampfhaft darauf bestehen, dass etwas so bleibt, wie es ist, dann wird es sich trotzdem verändern. Wenn wir versuchen, daran festzuhalten, dann wir uns das nur Leid und Enttäuschung einbringen, denn das Leben ist ein Fluss und alles ändert sich. Wenn wir beginnen, die Gesetze des Lebens anzuerkennen – dass die Dinge unbeständig sind und dass Anhaftung Leid verursacht -, dann können wir auch fühlen, dass es einen anderen Weg geben muss. Und es gibt ihn. Man könnte diesen Weg als „Unsicherheitsweisheit“ bezeichnen. Das ist die Fähigkeit, mit den Veränderungen zu fließen, zu erkennen, dass sich alles in einem Wandlungsprozess befindet, und sich entspannt in die Ungewissheit zu fügen. Die Meditation lehrt uns, wie wir loslassen und inmitten des Wandels in unserer Mitte bleiben können. Wenn wir erst einmal eingesehen haben, dass alles unbeständig ist und wir es nicht festhalten können und dass wir eine gewaltige Menge Leid auf uns ziehen, wenn wir daran haften, dass die Dinge gleich bleiben, dann erkennen wir auch, dass die klügere Art zu leben darin besteht, sich zu entspannen und loszulassen. Wir erkennen, dass Gewinn und Verlust, Lob und Tadel, Lust und Pein zum Tanz des Lebens dazugehören, der uns, die wir in einen menschlichen Körper hineingeboren wurden, auferlegt ist. Loslassen bedeutet nicht, den Dingen gleichgültig gegenüberzustehen. Es bedeutet vielmehr, dass wir uns in kluger und den Umständen angepasster Weise um die Dinge kümmern. In der Meditation schenken wir unserem Körper eine sorgsame und respektvolle Beachtung. Wir meditieren also, um zur Erkenntnis der Lebensgesetze zu erwachen. Wir erwachen, indem wir die Aufmerksamkeit von der Vielzahl unserer Gedanken und Ideen abziehen und sie auf unseren Körper und unsere Empfindungen lenken. Wir beginnen zu verstehen, wie unser Körper und unser Geist funktionieren, und so können wir eine weisere Beziehung zu ihnen aufnehmen. Der Kern dieses inneren Übungsweges ist das aufmerksame Lauschen und Achten auf unser Umfeld, auf unseren Körper, auf unseren Geist, auf unser Herz und auf die Welt um uns herum. Das ist es, was als Achtsamkeit bezeichnet wird – eine sorgsame und respektvolle Aufmerksamkeit. In der Meditation entdecken wir eine natürliche, offenherzige und nicht bewertende Bewusstheit für unseren Körper und unsere Gefühle. Schritt für Schritt können wir diese gütige und offene Bewusstheit dazu bringen, alles wahrzunehmen, was unseren Geist ausmacht. Wir lernen, das Gesetz der Unbeständigkeit zu verstehen und ihm zu vertrauen – das heißt, dass wir damit anfangen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist.“

Alan Watts: „Lebenskunst … ist weder ein sorgloses Dahintreiben noch ein angstvolles Festklammern an der Vergangenheit… Sie besteht darin, in jedem Augenblick ganz einfühlsam zu sein, ihn als völlig neu und einzigartig anzusehen und das Bewusstsein offen und ganz und gar empfänglich zu halten.

Richard Rohr: „Das Leben in dieser Konsumwelt, in einem physischen Körper und mit so vielen Wahlmöglichkeiten infiziert uns mit einer Krankheit namens Überfluss – eine wirklich gefährliche Krankheit, die unseren Blick trübt und es noch schwerer macht, ins Zentrum vorzudringen. Die meisten Menschen kennen kein anderes Selbst als ihr in sich abgekapseltes Ego, dem sie auf dem Leim gehen. Den allermeisten Menschen muss jedenfalls erst das Sehen beigebracht werden. Wirklich sehen zu können, das ist das Herzstück einer gegenwärtigen Spiritualität.“

„Wie können wir etwas finden, das doch schon da ist? Warum sticht es nicht ins Auge? Weshalb müssen wir erst unser wahres und tiefes Selbst erwecken? Und wie macht man das? Durch Gebet und Meditation? Durch mehr Schweigen, mehr Rückzug? Ja, all das kann helfen, aber das wichtigste ist, dass wir voll und ganz in unserer Wirklichkeit leben und sie annehmen. Das klingt so simpel und harmlos, dass wir meistens alle möglichen religiösen Leimruten fabrizieren, um bloß nicht unser eigenes so gar nicht heroisches, sondern prosaisches und alltägliches Kreuz auf uns nehmen zu müssen.“

Jostein Gaarder: Mir fehlt ab und zu eine Erinnerung daran, daß es mich gibt. Denn ich bin nur dieses eine Mal hier und werde danach nie wieder zurückkehren. Auch das ist leicht zu vergessen. Ich weiß es ja, ich weiß es natürlich die ganze Zeit, wenn ich mir das nur kurz überlege. Aber niemand fordert mich dazu auf. Hier herrscht keine öffentliche Vertraulichkeit. Wenn ich in der Flut der Informationen vergesse, daß ich lebe, dann ist das mein Problem. Ich könnte mir in allen großen Zeitungen des Landes folgende Mitteilung vorstellen: Wichtige Mitteilung an alle Bürgerinnen und Bürger: Die Welt ist hier und jetzt!

Pantha rhei, sagt Heraklit. Auch er sagt es also.

Durch Konzentration, das ewig Unbeständige der Welt erkennen und diese Wahrheit zu akzeptieren. Die Gegenwart zu leben, nur sie zählt.

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Fahrrad fahren macht jung

28. Juli 2008

Liebe Leute,

kommt es vor, dass ihr deprimiert seid oder schlecht drauf? Eventuell sogar der Meinung, der beste Teil eures Lebens läge hinter euch? Dann schnappt euch ein Fahrrad, fahrt durch die Straßen eurer Stadt und lasst euch den Fahrtwind ins Gesicht und durch die offene Strickjacke wehen. Fahrrad fahren ist wie Weinen. Es löst keine Probleme, aber es beruhigt innerlich und lässt Zuversicht aufkommen.

Und wenn man beim Fahrrad fahren Gedanken hat, wie die im Folgenden etwas genauer aufgeführten, dann hat es sich nicht nur für die Umwelt gelohnt, sondern auch für einen selbst. Ich bin also für mehr Fahrrad fahren!

Gedanke Nr. 1: 25-30 zu sein, ist das Beste, was mir bisher passiert ist. Es ließ sich zwar dramatisch an, aber der tiefe Start ermöglicht einen raschen Aufstieg. Bla blubb, die Jacqueline dreht mal wieder auf und ab. Was ich eigentlich sagen will: Die Vorteile liegen auf der Hand. Man ist jung, aber nicht mehr zu jung. Man verdient sein erstes Geld und ist wahrhaft unabhängig. Man kennt sich einigermaßen, mittlerweile, und weiß einigermaßen was man will. Und trotzdem bleibt es spannend. Man blickt auf gute und schlechte Dinge zurück und betrachtet beide trotzdem neutral. Man ist erwachsen und jung zugleich.

Gedanke Nr. 2: Heiraten kann man später noch. Glorreiche Erkenntnis?! Mal ganz im Ernst: Wer der Meinung ist, die oder denjenigen gefunden zu haben, der oder die ES ist, sollte zuschlagen. Ganz klar. Aber alle anderen… Lasst euch Zeit, Menschenskinder! Man kann auch verbindlich sein, man kann auch lieben OHNE. MIT ist auch keine Garantie. Für nichts. Genausowenig wie OHNE nicht bedeutet, keine Garantie zu haben. Was wirklich zählt, Freunde, ist das innere Gefühle. Die innere Zugehörigkeit. Dann ist Heiraten eigentlich nur noch eine Geste. Eine nette Geste.

Gedanke Nr. 3: Der Mensch ist ein Sicherheitstier. Aber Sicherheit besteht niemals. Sich an Dingen fest zu halten, bewirkt immer Leid. Sagt Buddha. Heißt nicht, sich niemals zu binden, oder sich keine Sorgen machen zu dürfen. Sondern heißt: Bewusst zu leben. Die kleinen Dinge schätzen und nicht auf die großen Dinge hoffen. Je freier man von konkreten Vorstellungen ist, desto besser lebt man. Konkrete Vorstellungen führen zu konkreten Enttäuschungen. Man sollte weniger Vorstellungen haben und sich mehr überraschen lassen. Vom Leben. Vom lieben Gott. Oder wie ihr das halt nennt.

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Die Himbeerparty

1. Juni 2008

in der Alten Feuerwache ist empfehlenswert.

1. wird dort gut gefeiert.
2. schadet es keinem, sich mal anders zu fühlen.
3. ist es eine lehrsame Erfahrung, vom anderen Geschlecht komplett ignoriert zu werden.

Und trotzdem: Es tut fast schon weh, zwei super gut aussehenden Typen dabei zugucken zu müssen, wie sie sich ohne jegliche Hemmungen abknutschen und anfassen. Eine Begleiterin sah meinen schmachtenden Blick und meinte nur: „Was für eine Verschwendung, oder?“