Schlimm, dass ich dies überhaupt denken muss. In meinem Alter! Aber es ist so. Die Jugend von heute ist irgendwie anstregend. Und ich zähle mich nicht mehr dazu, obwohl ich gerade Leute im Sinn habe, die nur 4 Jahre jünger sind als ich. Und doch… Welten! Die kennen Blur gar nicht mehr, bzw. wenn überhaupt, dann nur von “Song 2″, der auf jeder Party als Jetzt-darf-ich-30-Sek-schubsen-Lied gespielt wird. Was sind das für Menschen?
Wie kann soviel Unterschied in vier Jahren stecken, frage ich mich, gerade aus dem Zimmer meiner Mitbewohnerin zurückkommend, die mit ihren “Mädels” vorgeglüht hat, um nun auf eine Schneckenhofparty zu gehen. Mal ganz im Ernst: Schneckenhofpartys. Das sind Partys für Leute, die noch nicht begriffen haben, wo es lang geht im Leben. (Nicht dass ich mich zu den anderen zählen kann, aber ich bin immerhin 100 Km voran). Die sich cool fühlen, wenn sie für viel Geld eine schlechte, aber durchorganisierte Party gekauft haben, auf der es darum geht, bei lauter Musik möglichst viel Körperkontakt zu haben. Tanzen kann man das nicht mehr nennen.
Leute die ständig Fotos davon machen, wie sie sich amüsieren (aka. vollsaufen, Küsschen geben und unter den Rock fassen). “Dein Hals sah gerade so erotisch aus, Baby.” Und was machen sie an so einem Abend? Natürlich sich Fotos zeigen vom letzten Mal Amüsement. “Ohmygod, das ist ja so süß!” - “Guck mal, du mit dem honk.” - “Oh no, <> honk, he´s just got the nicest penis.” - “Und der da, weißt du noch, dass du ihn auf der Party von…”. Das ist StudiVZ alive. Ich bin nichts ohne meine Freunde. Meine Freunde sind nichts ohne mich. Und ich muss der ganzen Welt zeigen, wie lieb wir uns haben. Die modernen Musketiere!
Wenn ich da also aus diesem nach Essen und Alkohol riechenden Zimmer raus gehe, dann fühle ich mich alt. Aber nicht schlecht alt. Sondern gut alt. Erwachsen. Gut, gut, gut, dass das vorüber ist. (Bzw. nie so war bei mir.) Und ich sag euch, worin der große Unterschied besteht: Arbeiten gehen. Und zwar richtig. Irgendwie ernüchtert das. Und das ist nicht schlecht.
Oder was meint ihr?




Meine Oma hat mal zu mir gesagt: “Kind, zwischen Männern und Frauen kann es keine Freundschaft geben.” Und ich habe gesagt, dass das nicht stimmt und dass ich eine sehr gute und min. vier gute Männerfreundschaften habe. Ich gebe zu, alle sind (mehr oder weniger) glücklich vergeben. Aber wäre es denn wirklich so, sollte da einer frei werden, würde derjenige sich einbilden, dass ich plötzlich eine Option sei? Was ich damit
Und ich war mittlerweile auf drei Weihnachtsmärkten. Fast alle Geschenke sind besorgt, die Riesterrente abgeschlossen, die Wirtschaft angekurbelt und ich habe nun Lust feiern zu gehen. Mit Simone und Julia in die Sauna, auf das man so schön zurückglotzen kann wie man angeglotzt wird (was einem aber bei 3,5 Dioptrin nicht viel bringt). Mit Kollegen im Ballett und im Café Flo, wobei man feststellen kann, von Kultur zu Unkultur braucht es nur ein paar Getränke. Auf der Weihnachtsfeier des Instituts, die dann wohl morgen ist, und bei der ich versprochen habe bis um 5 Uhr zu bleiben. Ohje. Im neu eröffneten VaPiano in Mannheim, als Ausklang in eine besinnliche Stimmung. Und was da noch so kommen möge.
