Archiv für die Kategorie ‘zuVIEL’

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Die Jugend von heute

10. Oktober 2008

Schlimm, dass ich dies überhaupt denken muss. In meinem Alter! Aber es ist so. Die Jugend von heute ist irgendwie anstregend. Und ich zähle mich nicht mehr dazu, obwohl ich gerade Leute im Sinn habe, die nur 4 Jahre jünger sind als ich. Und doch… Welten! Die kennen Blur gar nicht mehr, bzw. wenn überhaupt, dann nur von “Song 2″, der auf jeder Party als Jetzt-darf-ich-30-Sek-schubsen-Lied gespielt wird. Was sind das für Menschen?

Wie kann soviel Unterschied in vier Jahren stecken, frage ich mich, gerade aus dem Zimmer meiner Mitbewohnerin zurückkommend, die mit ihren “Mädels” vorgeglüht hat, um nun auf eine Schneckenhofparty zu gehen. Mal ganz im Ernst: Schneckenhofpartys. Das sind Partys für Leute, die noch nicht begriffen haben, wo es lang geht im Leben. (Nicht dass ich mich zu den anderen zählen kann, aber ich bin immerhin 100 Km voran). Die sich cool fühlen, wenn sie für viel Geld eine schlechte, aber durchorganisierte Party gekauft haben, auf der es darum geht, bei lauter Musik möglichst viel Körperkontakt zu haben. Tanzen kann man das nicht mehr nennen.

Leute die ständig Fotos davon machen, wie sie sich amüsieren (aka. vollsaufen, Küsschen geben und unter den Rock fassen). “Dein Hals sah gerade so erotisch aus, Baby.” Und was machen sie an so einem Abend? Natürlich sich Fotos zeigen vom letzten Mal Amüsement. “Ohmygod, das ist ja so süß!” - “Guck mal, du mit dem honk.” - “Oh no, <> honk, he´s just got the nicest penis.” - “Und der da, weißt du noch, dass du ihn auf der Party von…”. Das ist StudiVZ alive. Ich bin nichts ohne meine Freunde. Meine Freunde sind nichts ohne mich. Und ich muss der ganzen Welt zeigen, wie lieb wir uns haben. Die modernen Musketiere!

Wenn ich da also aus diesem nach Essen und Alkohol riechenden Zimmer raus gehe, dann fühle ich mich alt. Aber nicht schlecht alt. Sondern gut alt. Erwachsen. Gut, gut, gut, dass das vorüber ist. (Bzw. nie so war bei mir.) Und ich sag euch, worin der große Unterschied besteht: Arbeiten gehen. Und zwar richtig. Irgendwie ernüchtert das. Und das ist nicht schlecht.

Oder was meint ihr?

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Female Trouble in München

19. August 2008

Als Frau sorgt man oft für Ärger, ist klar. Mein “Female Trouble”-Wochenende begann jedenfalls mit einem Fotoshooting im EC, das - nach Ankunft und Zwischenstation im Hotel - im sonnendurchfluteten Englischen Garten weiter ging. (Eines dieser Fotos wird hoffentlich bald die “about”-Seite bevölkern). Die Objektive der Kamera meiner Freundin verursachten bei manchen Männern Penisneid und auch das Stativ, welches vom “best girl” tapfer durch die Stadt geschleppt wurde, sorgte für Aufsehen. Wir verbrachten viel Zeit auf diversen Brücken, verpassten dabei den chinesischen Turm, kamen dann bei einem ungemütlichen Schwulenfest im Glockenbachviertel zum Halten und hätten mit leckerem Essen und einem Gang in die Hotelsauna den Abend beenden sollen. Aber nein, nach dem Essen ging der Female Trouble erst los. Denn wir wollten noch Tanzen gehen. Aus Bequemlichkeit in die nächstgelegenste Disko gefahren und einen der schlechtesten Partyabenden der letzten Zeit verbracht. Eine knappe Erklärung, die das Martyrium nur unzulänglich beschreiben kann, folgt in 4 Punkten:

1. Von einem 19-jährigen angemacht werden, der mit bayrischem Akzent behauptet er sei aus New York, den man, weil man ihn nicht gleich vor den Kopf stoßen will und einen Satz mit ihm wechselt, nicht mehr loswird. Schließlich sieht man sich gezwungen, zu radikaleren Maßnahmen zu greifen und muss ihm in Gesicht sagen: “Schätzchen, ich bin 26. Viel zu alt für schlechten Sex.” Das ist Female Trouble.

2. Von einem Kerl, der auf den Boden spuckt, darauf hingewiesen zu werden, dass man nicht aussieht, als habe man Spaß. Ihm dann zu sagen, das läge daran, dass hier drin alle Männer Tieren gleichen. Er dann schleimig-tröstend sagt, nicht alle Männer seien Tiere. Worauf man nur antworten kann: Zum Glück! Das ist Female Trouble.

3. Aus dem Konsumtempel mit Tieren und Tussen endlich an die frische Luft zu gehen, sich das Kaugummi von den Füssen entfernend, zur S-Bahn-Station zu eilen um dann festzustellen, dass es kalt ist und die S-Bahn sich alle 10 Min. um 10 Min. verspätet. Das ist Female Trouble.

4. Um halb fünf endlich im Hotel anzukommen, die Füsse gleichen einem Christus (wie man auf Spanisch sagen würde), aber: selbst schuld daran, weil Frauen immer komplizierte Schuhe anhaben müssen. Das ist Female Trouble.

Am nächsten Tag dann endlich die Krönung dessen, auf das ich mich in der Nacht schon einmal einstimmen durfte: Female Trouble in der Pinakothek der Moderne. Sehenswert, denn so ist das Leben. Als Frau wünscht man sich oft, mehr Mensch sein zu dürfen. Und weniger Frau. Wie schön ist es also, wenn man in einer Videoinstallation zugucken darf, wie eine attraktive Brünette in einem herrlich wehendem hellblauem Kleid und roten Lackschuhen eine Straße entlag läuft, eine stabile Blume in der Hand, und jedem dritten Auto die Scheibe einschlägt. Dabei wunderschön lächelt und von Polizistinnen und Pasantinnen freundliche Zustimmung erfährt. Herrlich!

Zur Ausstellung:

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Ich mag Katzen

20. April 2008

mehr als Kater. Ihr? Ich sitze auf meinem Balkon, die Frühlingssonne scheint, gute Musik läuft und esse ein Laib Brot, ungeschnitten. Hat irgendwie etwas Unangepasstes. Brot ist unglaublich lecker. Manchmal könnte ich einfach nur Brot mit dick Butter drauf essen. Aber heute lasse ich dich, Butter, weg, weil mir sonst vielleicht schlecht werden könnte. Da ist nämlich eine latente Übelkeit. Und da sind Kopfschmerzen, trotz 2 Aspirin. Und die Frage: Wird es mir jemals wieder gut gehen? Werde ich jemals wieder klar denken können?

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4 Dinge, die ich noch erzählen möchte

11. März 2008

bevor ich zu Bett gehe. Alleine.

  1. “Der Boss vom Ganzen” war amüsant und hat zum Nachdenken im moralischen Bereich angeregt. Imponiert hat mir die Rechtsanwältin: Seriöses schwarzes Kostüm und Perlenkette, aber trotzdem roter Lippenstift und Schlitz im Rock. So will ich auch mal werden. :-) IT-Menschen haben ja so ihre ganz eigene Sprache: Performance, Conference Call, Termin, Forecast… Willkommen in der Welt des fehlenden deutschen Ausdrucks. Bzw. er würde halt weniger cool klingen. Touche!
  2. 180 Euro sind viel Geld für Kopfhörer. Mal sehen, ob es sich gelohnt hat. Selten bin ich so unvernünftig, aber ab und zu überkommt´s mich dann doch. Das Bo(e)se.
  3. An Mannheims Neckar entlang spazieren ist sehr schön. Wenn das Uniklinikum kein Krankenhaus wäre, könnte man aus dem vorderen Teil ein Hotel machen. Und ich will unbedingt in den Luisenpark, wenn schönes Wetter ist. Glück ist: Einen Stein mit Moos darauf finden und mit nach Hause zu nehmen.
  4. Notiz an mich selbst: Mehr Madrugada hören.
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Selbstbezogene Grübelei

10. Januar 2008

Es gibt Tage an denen ich von meiner Antriebskraft, nämlich der Individualität und Selbstverwirklichung, genervt bin. Dieses Wahrgenommenwerdenwollen, dieses Lechzen nach Geborgenheit, Freundschaft, Mitgefühl, Anerkennung, Beachtung, Wertschätzung. Es nervt mich manchmal unglaublich. Dann denke ich mir: Hallo DU, was genau machst du da und warum genau tust du es? Was soll das alles?

Manchmal frage ich mich, ob wir nicht in einer zu individualistisch geprägten Gesellschaft leben. Jeder denkt an sich, jeder findet sein ICH wertvoll, will an seinem ICH arbeiten, will sein ICH als wertvoll empfunden bekommen. Will sich verwirklichen. Moment mal, sich verwirklichen? Sich also wortwörtlich wirklicher machen als man sowieso schon ist. Wir sind doch alle schon wirklich. Können wir dieses noch wirklicher werden wollen nicht mal sein lassen? Oder ist es so: Wenn ich aufhöre, noch wirklicher sein zu wollen, werde ich dann unwirklich? Werde ich unwirklicher als andere und sterbe deshalb aus der Wirklichkeit ab? Ist das die moderne Evolution?

Was tun wir eigentlich, wenn wir mit anderen Leuten reden? Wir projizieren ein Bild unseres ICH in die Umgebung. Interaktion ist immer eine Mitteilung unseres Selbst. Wenn wir Kleidung kaufen und anziehen, wenn wir unsere Meinung mitteilen, wenn wir unseren Alltag gestalten, wenn wir unseren Lebenssinn suchen, die Art und Weise wie wir Dinge tun, das sind alles Äußerungen des ICH. Und ich glaube, Menschen sind gar nicht so unterschiedlich. Jeder will etwas besonderes sein, aber letztendlich sind wir gar nicht so verschieden. Trotzdem streben wir alle nach etwas ganz Eigenem, etwas Besonderem. Warum ist es so schwer zuzugeben, dass man gar nicht so einzigartig und besonders ist? Und sich einfach so zu akzeptieren. Ohne nach dem Grund zu suchen, warum alles letztendlich ok ist, so wie es ist und man sich nicht ständig profilieren, abheben, individualisieren muss.

Warum habe ich trotzdem dieses Bedürfnis? Es nervt.

Nun zu diesem ICH:

Wie ich wirklich bin: Das wahre ICH.

–> kennt wohl keiner wirklich, nicht einmal ich selbst, aber es unterliegt einer Veränderung bzw. ständigen Verfeinerung. Ich werde immer mehr zu mir selbst und kann nicht anders. Ständige Transformation. Wobei irgendetwas die Basis bildet.

Wie ich glaube, zu sein: Das eingebildete, selbstwahrgenommene ICH.

–> ist bei mir abhängig von der Tagesform. Und manchmal für meinen Geschmack etwas zu instabil. Ich nehme mich in unterschiedlichen Sichten wahr. Zu unterschiedlich? Ich wäre für mich selbst gerne konstanter. Ich hätte gerne eine ausgewogene Meinung über mein eigenes Sein.

Wie ich anderen dies mitteile und mich darstelle: Das verbreitete ICH.

–> durchaus unterschiedlich. Ich wäre gerne für jeden etwas anderes und ich bin bereit mich anzupassen. Braves für Brave. Nachdenkliches für Nachdenkliche. Lustiges für Lustige. Dreistes für Dreiste. Versautes für Versaute. Aber meistens bricht die Grundessenz von dem was ich bin doch aus mir heraus. Und vielleicht sind dann manche überrascht. Manche lernen sie früher, manche später kennen. Manche gar nicht.

Wie ich glaube, wahrgenommen zu werden: Das eingebildete, wahrgenommene ICH.

–> unterscheidet sich oft deutlich von dem, wie ich wirklich wahrgenommen werde. Was sicherlich an mir liegt. Ich kann nicht anders als interpretieren. Das führt oft zu falschen Schlüssen. Es fällt mir aber sehr schwer, dieses Interpretieren sein zu lassen, obwohl ich mir der Gefahr bewusst bin, dass dies vermutlich selten der Wirklichkeit entspricht.

Wie ich wirklich von anderen wahrgenommen werde: Das wahrgenommene ICH.

–> durchaus unterschiedlich, denn da spielt ja auch das ICH des anderen wiederum eine Rolle. Ich gehöre zu den Personen, die nicht so viel Wert darauf legen, so wahrgenommen zu werden wie sie wirklich sind. (Ist ja sowieso illusorisch.) Solange man mir nicht etwas unter die Nase reibt, was überhaupt nicht stimmt. Dann habe ich großen Aufklärungsbedarf.

So, es reicht für heute. Nicht, dass ihr mir noch alle davonklickt. Statt dessen im nächsten Post für euch das zum Hören, was ich höre und mag. Tipp zum Öffnen: Was bedeutet mein zweiter Vorname?

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Männerfreundschaften

4. Januar 2008

Was ist bloß los mit den Männern? Ich fühle mich wie Frischfleisch an der Theke. (26 Jahre altes Gammelfleisch.)

Ist es nicht möglich, als Single-Frau nett zu einem Mann zu sein? Ist es nicht möglich, nette Konversationen zu führen, gemeinsame Essen zu gehen oder in einer Gruppe mal zusammen weg zu gehen? Sendet man damit gleich das Signal: Ich liebe dich? Ich dachte nein. Die letzen Wochen beweisen jedoch, dass ich offensichtlich falsch liege. Vielleicht sollte ich ein Standardschreiben aufsetzen: “Lieber X, ich will momentan keine Beziehung. Außerdem passen wir nicht zusammen. Zudem kennst du mich gar nicht richtig. Hochachtungsvoll, MJF”. Das jage ich dann 10x durch den Kopierer und bin dann für die nächsten 6 Monate gewappnet. Oder ich sage zukünftig: “Hallo, ich bin MJF. Aber mehr als eine Freundschaft kann und will ich nicht bieten. Also mach dir erst gar keine Hoffnungen.” Blöder Mist.

Meine Oma hat mal zu mir gesagt: “Kind, zwischen Männern und Frauen kann es keine Freundschaft geben.” Und ich habe gesagt, dass das nicht stimmt und dass ich eine sehr gute und min. vier gute Männerfreundschaften habe. Ich gebe zu, alle sind (mehr oder weniger) glücklich vergeben. Aber wäre es denn wirklich so, sollte da einer frei werden, würde derjenige sich einbilden, dass ich plötzlich eine Option sei? Was ich damit sagen fragen möchte: Kann es wirklich keine Freundschaft zwischen Mann und Frau geben? Egal ob beide anderweitig vergeben, single oder wie auch immer sind?

Die Ironie dieses Berichtes soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich echt betroffen bin. Und mich schuldig fühle, ganz ohne Grund. Und nicht anders kann, als mich zu fragen: Mache ich etwas falsch? Können wir nicht einfach alle mal Menschen sein? Können wir nicht mal alle das alte Rein-Raus vergessen?

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Endlich ist es kalt genug.

18. Dezember 2007

Und ich war mittlerweile auf drei Weihnachtsmärkten. Fast alle Geschenke sind besorgt, die Riesterrente abgeschlossen, die Wirtschaft angekurbelt und ich habe nun Lust feiern zu gehen. Mit Simone und Julia in die Sauna, auf das man so schön zurückglotzen kann wie man angeglotzt wird (was einem aber bei 3,5 Dioptrin nicht viel bringt). Mit Kollegen im Ballett und im Café Flo, wobei man feststellen kann, von Kultur zu Unkultur braucht es nur ein paar Getränke. Auf der Weihnachtsfeier des Instituts, die dann wohl morgen ist, und bei der ich versprochen habe bis um 5 Uhr zu bleiben. Ohje. Im neu eröffneten VaPiano in Mannheim, als Ausklang in eine besinnliche Stimmung. Und was da noch so kommen möge.

Gestern bei der fabelhaften Patsy Jones weise Worte gelesen:

  • “Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand.”
  • “Man sollte über möglichst viele Dinge mit möglichst vielen Leuten möglichst häufig reden. Ist doch völlig klar.”
  • “Es sind nicht die Orte, die es ausmachen. Es sind immer die Begegnungen.”

Kennt ihr dieses “ich lasse alle meine Freunde zurück”-Gefühl? Früher hatte ich das immer kurz vor den Sommerferien. Da habe ich mich so prima mit den Leuten verstanden, dass es mir fast das Herz zerrissen hat, diese Pausengespräche, die Witze, die Anspielungen 6 Wochen lang nicht mehr zu haben. Und jetzt: Ich freue mich zwar auf die freien Tage, aber ich habe ein wenig die Befürchtung, alleine zu sein. Nicht, weil man wirklich alleine ist, sondern weil man sich alleine fühlt. Ups. Da war sie. Die blanke und nackte Wahrheit. Alleine inmitten von Menschen? Ok. Soldat. Pflücken sie sich vom Boden. Die Strategie:

* Sex and the City zu Ende gucken. Tatsächlich Liebe sehen. Und vielleicht Atonement, um sich über Briony aufzuregen.
* Scheuklappen aufziehen. Und Blick nach vorne.
* Unterhaltungen mit brasilianischen Austauschstudenten. Und Bruderherzen.
* Lampen kaufen. Bücher lesen. Regale bauen. Wandaufkleber befestigen.
* Gefühlschaos. Verblendung. Ablenkung.
* Leute treffen, die man schon lange nicht mehr gesehen hat.

Und weil´s so gut passt, ein wenig Edna St. Vincent Millay:

If to be left were to be left alone,
And lock the door, and find one’s self again,
Drag forth and dust Penates of one’s own,
That in a corner all too long have lain;
Read Brahms, read Chaucer, set the chessmen out
In classic problem, stretch the shrunken mind
Back to its stature on the rack of thought
Loss might be said to leave its boon behind.
But fruitless conversation and the exchange
With callow wits of bearded cons and pros
Enlist the neutral daylight, and derange
A will too sick to battle for repose.
Neither with you nor with myself, I spend
Loud days that have no meaning and no end.

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Advent blues

13. Dezember 2007

Nothing special to say. So don´t you write about it, you say. I say, well. Let´s add a bit of nothingness to this web of confusion and chaos. My days consist of:

* A december that wants to be an april. A wednesday that feels like a friday. All wrong.

* Treacherous cups at the office - they reveal wheather somebody has already left or not. Is that blue cup already there, waiting to be put into the dish washer? Then colleague XYZ has left. Again so early. Or: It´s not there. Hey, she must still be here. Working? Or fucking in the copy room. (Ok, too much “sex and the city” lately.)

* Peep show: My baby wants to eat your pussy´s SO DEEP has a video now. I´m very happy. :-) If you want to see them, they are playing in Weinheim at the Café Central on the 22nd of december. I won´t make it. What a shame!

* Persepolis, a graphic novel by the great Marjane Satrapi, turned into a movie. Actually it´s quite nice.

* Real friends. An archaic idea. Really, real friends, do you have some? Haven´t they all gone on holiday with their partner? Why are partners suddenly best friends, I wonder. Why are friends too lazy to come over to your place? I don´t think phone calls are enough. I realize: I have too many acquaintances and not enough good friends. Real friends. My sister says: It´s not hard to meet new people, but at your age it´s hard to make real friends. And the real question behind all this: Why are people so afraid to get to know each other better? With all the good and bad things one has to offer. Is it like this at 25: You´ve got your circle of friends, and that´s it? You don´t need to get to know other people better?

* Have your ever wanted a glimpse of clarity on electronic music? Here it is. Amazing. ;-)

* What is your job worth? To yourself, really. Why do you work? To make money? To let the world know how good you are? To believe it yourself? To spend some time? Not to hang around in vain? For your fulfilment? I don´t know. Right now I think: Why don´t I marry a rich man? And all I have to do is: offer regular meals, decorate our house, casual sex, some shopping, some cleaning. And the rest just for myself. Is this such a bad life after all? Women nowadays think it´s big shit to define themselves through their jobs. I think so too. And the truth is, I don´t know.

The pillars are cracking, friends.

Thank god for music. For food. And sleep.

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36 Std. in Paris

3. November 2007

Herzlich willkommen im Tourismusmarathon: Die Kurzfassung (etwas langsamer als sonst, da brasilianische Laptoptastaturen etwas gewoehnungsbeduerftig sind, aber immerhin nicht ganz so schlimm wie die franzoesischen, bei denen jeder Buchstabe wo anders ist):

  • TGV von Grenoble nach Paris, um ein Haar verpasst, dann aber doch bekommen. Am Gare de Lyon Treffpunkt mit Carlinhos, einem brasilianischen Erasmus-Kollegen von meinem Bruder. Deshalb auch die brasilianische Tastatur. :-)
  • Zur Jugendherberge (D´Artagnan, Metro: Porte de Bagnole) fahren, die eigentlich prima ist, bis auf die fehlenden Kopfkissenhuellen.
  • Dann auf zum Hotel de Ville, weiter zu Notre Dame. Erste Lektion: Paris ist teuer, gerade was Getraenke angeht. Und je naeher an Sehenswuerdigkeit, desto teurer. Ich habe einen schwarzen Tee getrunken, der so schmeckte, als haette sich eine Maus vorher drin gebadet. Lecker! Anschliessend zu St. Chapelle, die zu viel Eintritt kostete, also wieder raus.
  • Danach weiter zum Jardin de Luxembourg, wo wir nach 10-minuetigem Entspannen auf der Parkbank wieder weg geschickt wurden, da um 17 Uhr “fermeture” ist, wie laut auf Trillerpfeifen blasende Polizisten uns zu verstehen gaben.
  • Von dort aus zum Panthéon, und dann ziemlich fertig zurueck in die Jugendherberge und anschliessend ins Kino um “Paranoid Park” zu gucken (von Gus van Sant). Der Film hat mir erstaunlich gut gefallen, da fantastisch fotografiert.
  • Heute Morgen: Nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht - auch Franzoesinnen schnarchen - aufgebrochen zum Eiffelturm. Anstehen, anstehen, anstehen. Aber dann habe ich mich sogar in die zweite Etage hochgetraut und es nicht bereut. Und eine schicke Uhr gekauft, die in die Kueche kommt.
  • Dann zu Trócador gelaufen und den Eiffelturm nochmal aus der Ferne betrachtet, technotanzende Youngster gesehen, weiter mit der Metro zum Arc du Triomphe. Den Wahnsinn der Verkehrskreisel in Paris begutachtet. Ulrich Wickert meint ja angeblich, man kann da drueber laufen, wenn man nur die Autofahrer nicht anguckt, aber wir haben das nicht ausprobiert.
  • Von dort aus zum Louvre, das war der beeindruckendste Teil des Tages. Was fuer ein grosses Museum. Fast schon groessenwahnsinnig und kaum zu bewaeltigen ohne Stendahl-Syndrom. Ich sach nur: Mona Lisa on tour, so ungefaehr geht es in dem einen Saal ab. Kreischende Teenies und gehobene Digitalkameras. Ich glaube, man kann darin eine Woche verbringen, aber fuer uns mussten 3 Std. ausreichen. Und natuerlich teuer im Museumscafé gegessen. Kellner scheinen in Frankreich oft eher schlecht gelaunter Natur zu sein.
  • Vor einer Stunde noch zur Place de la Concorde, Riesenrad und blitzenden Eiffelturm bewundert, an der Seine entlang spaziert (Paris ist wirklich sehr romantisch). Und nun sitze ich in der Bar der Jugendherberge und schreibe dies.
  • Es gibt uebrigens eine Metro-Station, die Kléber heisst. :-)

Bonne soirée.

PS: Ein kleiner Nachtrag zu Grenoble: Ein empfehlenswertes kleines Laedchen zum Teetrinken und selbstgebackene Kekse essen: “Adelaide” an der Rue des Clercs.

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Zurück vom Kinoplaneten

23. Oktober 2007

Gott sei Dank ist das Filmfestival zu Ende. In meinem übereifrigen Enthusiasmus hatte ich mir eine 10er-Karte gekauft, denn, so dachte ich mir, die ist übertragbar und man kann auch Freunde mitnehmen. Das tat ich dann auch. Hatte aber nicht genug Freunde bzw. nur 3 (eine ging zwei Mal). So dass ich mir insgesamt 6 Filme ansehen durfte (zusätzlich noch “Liebevolle Grausamkeiten”, krasser Film mit unbefriedigendem Ende, “Tie a yellow ribbon”, gut gemachter Film über Identitätsprobleme von Migranten, und “Der Schriftsteller und die Schöne”, sehr langatmig). Natürlich ist die Rückkehr vom exotischen Kinoplaneten auch schade, aber auf der anderen Seite kann ich mich wieder den weltlichen Dingen zuwenden: Telefonanschluss, Küche, Müslidosen, Stühle, Müllabfuhrpläne … Bevor ich mich wieder ins nächste zeitintensive Abenteuer stürze und nach Frankreich flüchte.