Archiv für die Kategorie ‘Zweifel’

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Sie schwankt

5. Oktober 2009

Ja, das ist der Normalzustand. Sie schwankt. Himmelhochjauchzend zu Tode betrübt. Sollte ich mich eventuell beizeiten auf Schizophrenie oder manische Depression untersuchen lassen?

Die Stadt M

Meine Liebe für diese Stadt ist unerklärlich. Wo kommt sie her? Wo führt sie hin? Ich weiß nicht, was ich euch sagen soll, damit ihr es einigermaßen nachvollziehen könnt oder es mir zumindest glaubt. Ich lasse mich anfahren, ich verschmiere mein Blut an Brücken, ich klebe mit bloßen Händen meine Bilder an Wände, ich bleibe zu lange in der Straße der Straßen, ich sitze an Ufern und in Cafés, ich rieche allerlei,  ich betrachte Gebäude, Plätze, Brücken. Ich finde einfach keinen hässlichen Ort. Alles gehört so. So ist das Leben. So sieht es aus. Ich möchte einen Menschen treffen, der so ist, wie diese Stadt.

Duale Persönlichkeit

Für Abwechslung und Aufregung sorgt die Tatsache, dass man zwei Seelen in sich trägt. Sagte ja auch Goethe schon. Befreiend und beängstigend zugleich, wenn man unterschiedliche Persönlichkeiten ausleben kann. Den angeblich spießigen Teil: Im Öffentlichen Dienst arbeiten, Pseudo-Sicherheit mit befristetem Vertrag, Tagungen, vor jungen Quälgeistern dozieren, sich über Drucker und Bürokratie aufregen und über die Servicementalität mancher „Abteilungen“ auch. Den angeblich wilden Teil: Rotwein bis zum Abwinken, Kleben Kleben Kleben, Hinz und Kunz treffen, mit 19-jährigen Briefträgern aus Berlin und 32-jährigen Informatikern und einem Darmstädter bei den Strümpfen kickern. Scheiße, war der Berliner gut. Mit einer Hand (in der anderen die Kippe oder die Bierflasche) gegen zwei und trotzdem scheißgut. Mann. Das will ich auch!

Ich weiß nicht, ob ich in 10 Jahren zwei Kinder und einen Arzt als Mann haben will, die ich täglich bekoche, nachdem ich morgens im Engelhorn BOSS-Pullis einkaufen war. Oder ob ich in Sneakers durch Gebüsche rennen und „on the edge“ leben soll, direkt in den Mund, eine kleine Mietwohnung haben, aber auf sämtlichen Gästelisten stehen, Hedonismus und Freiheit.

Mensch, ich bin sooo unentschlossen. Beides ist fatal und interessant zugleich.

Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,
Die eine will sich von der andern trennen;
Die eine hält, in derber Liebeslust,
Sich an die Welt mit klammernden Organen;
Die andere hebt gewaltsam sich vom Dust
Zu den Gefilden hoher Ahnen.
(Faust I)

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Opening the closet

17. September 2009

Big detour. More a note to myself. World, have a laugh. And imagine whatever you like.

This is a list of all non-platonic men who until now have played a major or minor (no to say minuscule but noteworthy) role in my life (in chronological order), hopefully to be continued, need not be for years though:

  • Mr. DiCaprio
  • Mr. Kiss
  • Mr. Prozac
  • Mr. Engineer
  • Mr. Englishman
  • Mr. Wood
  • Mr. Pussy-Whipped
  • Mr. Hurt
  • Dr. Loveletter
  • Mr. Olala-Ohno
  • Dr. G-Spot
  • Dr. Worried
  • Dr. Liberal-Christmas
  • Mr. Charming-Style
  • Mr. Whisky
  • Mr. Apple
  • Mr. Papi
  • Dr. Notshyatall
  • Mr. Yes-iCheat
  • Mr. Dancefloor
  • Mr. Notlikethat-Dear
  • Mr. Brotherincrime
  • Mr. Bass
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Das Leben als Kleinkunst

14. Juli 2009

Heute ist so ein Tag an dem man langsame Musik hören, sich mit einem guten Buch auf die Couch verziehen und Tee trinken sollte. Vielleicht noch Kerzen anmachen und dem Regen dabei zuhören wie er leise an die Scheibe klopft.

Im Leben läuft nicht alles so, wie man es gerne hätte. Aber: Oft weiß man auch gar nicht was wirklich gut für einen ist. Das Leben kriegt es dann erstaunlicherweise rückblickend gesehen doch ganz gut hin. Man erkennt es halt in diesem Moment oft nicht.

Gestern „Kabale und Liebe“ gesehen. Mitgelitten.

Heute Privatsphäre überprüft. Fleck entdeckt. E-Mail geschrieben. Hoffen.

Morgen sollen es 30 Grad werden und schwül. Schwitzen.

Menschen, die sich nicht permanent in Frage stellen, gibt es die eigentlich? Und wenn ja, wie geht das? Kann mir das jemand erklären? Obwohl. Ich weiß, dass es die gibt. Es gibt sie ganz oft. Und ich will nicht so werden. Also gut, dann stelle ich mich halt jeden Tag in Frage. Und mache Kleinkunst.

Ihr sitzt in euren Zimmern und ihr wartet auf das Glück
und ihr habt schon 20000 Zigaretten ausgedrückt
redet nur von den Projekten und von eurem neuen Stück
manchmal frag’ ich mich : „Bin ich oder ihr verrückt ?“
Ich will nicht schlecht über euch reden, es ist ja doch nur primitv
Ich verabscheue euch wegen euerer Kleinkunst zutiefst
Es gibt eine Herzlichkeit jenseits vom Jonglieren
Das ist doch wirklich gar nicht allzu schwierig zu kapieren
Ihr werdet 100000-mal Kaffee trinken gehen
Und werdet 100000-mal wieder nichts verstehen
Ich will nicht schlecht über euch reden, es ist ja doch nur primitv
Ich verabscheue euch wegen euerer Kleinkunst zutiefst

(Tocotronic: Ich verabscheue euch wegen euerer Kleinkunst zutiefst)

Ah, die Sonne geht auf. :-)

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Selbstbezogene Grübelei

10. Januar 2008

Es gibt Tage an denen ich von meiner Antriebskraft, nämlich der Individualität und Selbstverwirklichung, genervt bin. Dieses Wahrgenommenwerdenwollen, dieses Lechzen nach Geborgenheit, Freundschaft, Mitgefühl, Anerkennung, Beachtung, Wertschätzung. Es nervt mich manchmal unglaublich. Dann denke ich mir: Hallo DU, was genau machst du da und warum genau tust du es? Was soll das alles?

Manchmal frage ich mich, ob wir nicht in einer zu individualistisch geprägten Gesellschaft leben. Jeder denkt an sich, jeder findet sein ICH wertvoll, will an seinem ICH arbeiten, will sein ICH als wertvoll empfunden bekommen. Will sich verwirklichen. Moment mal, sich verwirklichen? Sich also wortwörtlich wirklicher machen als man sowieso schon ist. Wir sind doch alle schon wirklich. Können wir dieses noch wirklicher werden wollen nicht mal sein lassen? Oder ist es so: Wenn ich aufhöre, noch wirklicher sein zu wollen, werde ich dann unwirklich? Werde ich unwirklicher als andere und sterbe deshalb aus der Wirklichkeit ab? Ist das die moderne Evolution?

Was tun wir eigentlich, wenn wir mit anderen Leuten reden? Wir projizieren ein Bild unseres ICH in die Umgebung. Interaktion ist immer eine Mitteilung unseres Selbst. Wenn wir Kleidung kaufen und anziehen, wenn wir unsere Meinung mitteilen, wenn wir unseren Alltag gestalten, wenn wir unseren Lebenssinn suchen, die Art und Weise wie wir Dinge tun, das sind alles Äußerungen des ICH. Und ich glaube, Menschen sind gar nicht so unterschiedlich. Jeder will etwas besonderes sein, aber letztendlich sind wir gar nicht so verschieden. Trotzdem streben wir alle nach etwas ganz Eigenem, etwas Besonderem. Warum ist es so schwer zuzugeben, dass man gar nicht so einzigartig und besonders ist? Und sich einfach so zu akzeptieren. Ohne nach dem Grund zu suchen, warum alles letztendlich ok ist, so wie es ist und man sich nicht ständig profilieren, abheben, individualisieren muss.

Warum habe ich trotzdem dieses Bedürfnis? Es nervt.

Nun zu diesem ICH:

Wie ich wirklich bin: Das wahre ICH.

–> kennt wohl keiner wirklich, nicht einmal ich selbst, aber es unterliegt einer Veränderung bzw. ständigen Verfeinerung. Ich werde immer mehr zu mir selbst und kann nicht anders. Ständige Transformation. Wobei irgendetwas die Basis bildet.

Wie ich glaube, zu sein: Das eingebildete, selbstwahrgenommene ICH.

–> ist bei mir abhängig von der Tagesform. Und manchmal für meinen Geschmack etwas zu instabil. Ich nehme mich in unterschiedlichen Sichten wahr. Zu unterschiedlich? Ich wäre für mich selbst gerne konstanter. Ich hätte gerne eine ausgewogene Meinung über mein eigenes Sein.

Wie ich anderen dies mitteile und mich darstelle: Das verbreitete ICH.

–> durchaus unterschiedlich. Ich wäre gerne für jeden etwas anderes und ich bin bereit mich anzupassen. Braves für Brave. Nachdenkliches für Nachdenkliche. Lustiges für Lustige. Dreistes für Dreiste. Versautes für Versaute. Aber meistens bricht die Grundessenz von dem was ich bin doch aus mir heraus. Und vielleicht sind dann manche überrascht. Manche lernen sie früher, manche später kennen. Manche gar nicht.

Wie ich glaube, wahrgenommen zu werden: Das eingebildete, wahrgenommene ICH.

–> unterscheidet sich oft deutlich von dem, wie ich wirklich wahrgenommen werde. Was sicherlich an mir liegt. Ich kann nicht anders als interpretieren. Das führt oft zu falschen Schlüssen. Es fällt mir aber sehr schwer, dieses Interpretieren sein zu lassen, obwohl ich mir der Gefahr bewusst bin, dass dies vermutlich selten der Wirklichkeit entspricht.

Wie ich wirklich von anderen wahrgenommen werde: Das wahrgenommene ICH.

–> durchaus unterschiedlich, denn da spielt ja auch das ICH des anderen wiederum eine Rolle. Ich gehöre zu den Personen, die nicht so viel Wert darauf legen, so wahrgenommen zu werden wie sie wirklich sind. (Ist ja sowieso illusorisch.) Solange man mir nicht etwas unter die Nase reibt, was überhaupt nicht stimmt. Dann habe ich großen Aufklärungsbedarf.

So, es reicht für heute. Nicht, dass ihr mir noch alle davonklickt. Statt dessen im nächsten Post für euch das zum Hören, was ich höre und mag. Tipp zum Öffnen: Was bedeutet mein zweiter Vorname?

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Endlich ist es kalt genug.

18. Dezember 2007

Und ich war mittlerweile auf drei Weihnachtsmärkten. Fast alle Geschenke sind besorgt, die Riesterrente abgeschlossen, die Wirtschaft angekurbelt und ich habe nun Lust feiern zu gehen. Mit Simone und Julia in die Sauna, auf das man so schön zurückglotzen kann wie man angeglotzt wird (was einem aber bei 3,5 Dioptrin nicht viel bringt). Mit Kollegen im Ballett und im Café Flo, wobei man feststellen kann, von Kultur zu Unkultur braucht es nur ein paar Getränke. Auf der Weihnachtsfeier des Instituts, die dann wohl morgen ist, und bei der ich versprochen habe bis um 5 Uhr zu bleiben. Ohje. Im neu eröffneten VaPiano in Mannheim, als Ausklang in eine besinnliche Stimmung. Und was da noch so kommen möge.

Gestern bei der fabelhaften Patsy Jones weise Worte gelesen:

  • „Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand.“
  • „Man sollte über möglichst viele Dinge mit möglichst vielen Leuten möglichst häufig reden. Ist doch völlig klar.“
  • „Es sind nicht die Orte, die es ausmachen. Es sind immer die Begegnungen.“

Kennt ihr dieses „ich lasse alle meine Freunde zurück“-Gefühl? Früher hatte ich das immer kurz vor den Sommerferien. Da habe ich mich so prima mit den Leuten verstanden, dass es mir fast das Herz zerrissen hat, diese Pausengespräche, die Witze, die Anspielungen 6 Wochen lang nicht mehr zu haben. Und jetzt: Ich freue mich zwar auf die freien Tage, aber ich habe ein wenig die Befürchtung, alleine zu sein. Nicht, weil man wirklich alleine ist, sondern weil man sich alleine fühlt. Ups. Da war sie. Die blanke und nackte Wahrheit. Alleine inmitten von Menschen? Ok. Soldat. Pflücken sie sich vom Boden. Die Strategie:

* Sex and the City zu Ende gucken. Tatsächlich Liebe sehen. Und vielleicht Atonement, um sich über Briony aufzuregen.
* Scheuklappen aufziehen. Und Blick nach vorne.
* Unterhaltungen mit brasilianischen Austauschstudenten. Und Bruderherzen.
* Lampen kaufen. Bücher lesen. Regale bauen. Wandaufkleber befestigen.
* Gefühlschaos. Verblendung. Ablenkung.
* Leute treffen, die man schon lange nicht mehr gesehen hat.

Und weil´s so gut passt, ein wenig Edna St. Vincent Millay:

If to be left were to be left alone,
And lock the door, and find one’s self again,
Drag forth and dust Penates of one’s own,
That in a corner all too long have lain;
Read Brahms, read Chaucer, set the chessmen out
In classic problem, stretch the shrunken mind
Back to its stature on the rack of thought
Loss might be said to leave its boon behind.
But fruitless conversation and the exchange
With callow wits of bearded cons and pros
Enlist the neutral daylight, and derange
A will too sick to battle for repose.
Neither with you nor with myself, I spend
Loud days that have no meaning and no end.

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Tonight I have to leave it

14. Dezember 2007

Another great song by the „Shout out louds„. Listen to it on their myspace. In both versions!

Don’t come up to me and say you like it
It’s better if you say you hate it, that’s the truth exactly
When we go out dancing I don’t want to be bothered
I just want to be bothered with real love

So I heard it’s no good to run
but it feels so much better now that it’s done
and tonight I have to leave it

So I’ve heard you know how to write it
does it mean you’re good at putting things on paper?
Rumours say that you’re very sorry
Oh no you’re not sorry, no you’re not

So I heard it’s no good to run
but it feels so much better now that it’s done
and tonight I have to leave it

Why don’t you give love?
Why don’t you give love?

Tonight I have to leave it

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Advent blues

13. Dezember 2007

Nothing special to say. So don´t you write about it, you say. I say, well. Let´s add a bit of nothingness to this web of confusion and chaos. My days consist of:

* A december that wants to be an april. A wednesday that feels like a friday. All wrong.

* Treacherous cups at the office – they reveal wheather somebody has already left or not. Is that blue cup already there, waiting to be put into the dish washer? Then colleague XYZ has left. Again so early. Or: It´s not there. Hey, she must still be here. Working? Or fucking in the copy room. (Ok, too much „sex and the city“ lately.)

* Peep show: My baby wants to eat your pussy´s SO DEEP has a video now. I´m very happy. :-) If you want to see them, they are playing in Weinheim at the Café Central on the 22nd of december. I won´t make it. What a shame!

* Persepolis, a graphic novel by the great Marjane Satrapi, turned into a movie. Actually it´s quite nice.

* Real friends. An archaic idea. Really, real friends, do you have some? Haven´t they all gone on holiday with their partner? Why are partners suddenly best friends, I wonder. Why are friends too lazy to come over to your place? I don´t think phone calls are enough. I realize: I have too many acquaintances and not enough good friends. Real friends. My sister says: It´s not hard to meet new people, but at your age it´s hard to make real friends. And the real question behind all this: Why are people so afraid to get to know each other better? With all the good and bad things one has to offer. Is it like this at 25: You´ve got your circle of friends, and that´s it? You don´t need to get to know other people better?

* Have your ever wanted a glimpse of clarity on electronic music? Here it is. Amazing. ;-)

* What is your job worth? To yourself, really. Why do you work? To make money? To let the world know how good you are? To believe it yourself? To spend some time? Not to hang around in vain? For your fulfilment? I don´t know. Right now I think: Why don´t I marry a rich man? And all I have to do is: offer regular meals, decorate our house, casual sex, some shopping, some cleaning. And the rest just for myself. Is this such a bad life after all? Women nowadays think it´s big shit to define themselves through their jobs. I think so too. And the truth is, I don´t know.

The pillars are cracking, friends.

Thank god for music. For food. And sleep.

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Sex and death

20. November 2007

Sometimes sex is a beginning. For all non-believers death is the end. So in the last few days, sex and death both dropped by and said hello.

Sex, because I´m experiencing a little „Sex and the City“ overdose. Watching 4 episodes on DVD each night, even my accent is changing to American English. Let me tell you that I normally don´t watch TV. And if I do, I watch crime series or movies. So here I go, watching this series 5 years later than the rest of humanity and I wonder how on earth this could have been broadcasted on American TV. It´s so explicit sometimes, but very funny. It´s flecked with corns of wisdom from time to time. And it´s a good way to improve your vocabulary. In many ways.

Death, because people die. All of a sudden. They choose it themselves, God does, or whoever, and they´re gone. Children, parents, grandmas. Like this. You wake up, your life is ok. You´re angry because the mailman doesn´t arrive, you think you´re the most disgraced person on earth because there´s a pimple on your face, you feel unworthy because you don´t earn enough money or your love life´s a mess. And suddenly someone dies or chooses to die and you say: Hey, is my life really so bad? Shouldn´t I be glad for every day I´m alive? God, we tend to be so superficial when everything´s ok… I don´t like that.

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Beauty is the beast

8. November 2007

Dear all,

in the last few weeks I´ve really been taking a big detour from what this blog was really meant to be. It was not meant to be a tourist diary. It was not meant to be a cultural reporter. Neither was it meant to be a documentation on the horrors of moving. It was meant to be the marrow. So, for a start, I´m pondering about beauty today.

Has it happened to you, that people make a big impression on you just because they´re beautiful, handsome, good-looking, whatever? I would like to resist the fact that people who look good make a bigger impression on me than average looking people. But I can´t. Women who are good looking intimidate me, men who are good-looking intimidate me. I somehow seem to respect them more. They´re like „the big thing“. Why? I don´t like myself being this way.

We all know that the inner part of your and others´ self should be the important part. The part we value the most. And I don´t mean your organs. ;-) I mean: character, personality, thoughts, opinions, behavior. And here I am, believing this. Then a handsome colleague comes in and I start dropping my pen and all this sort of stuff. I mean: fuck! I don´t want this.

I know there are studies that show that somehow life is easier for good-looking people. But why? Are we, after all, just slaves of outer beauty? Are we, after all, slaves of our genes, who tell us: This woman/man is beautiful. You have to respect him/her. She/he is somehow better than me. Or is this just my ever-lacking selfesteem? Or my juvenile immaturity? Do genes care about inner beauty? I doubt it. And I don´t like it.

That´s all for today.

Men have made the a-bombs, men have made guns
The dreaded torture chambers and the barbed wire fence
But of all the awful things that men did invent
The idea of ideal beauty is worth the most contempt

And tell me who’s a killer?
If we all consider that emotion runs as deep as flesh
And the idea of ideals that say what beauty is
Has sentenced so many to death

So, if beauty is your friend you’d better go deceive it
Beauty is the beast, you better believe it
You’re wasting your whole life if you’re trying to achieve it
Beauty is the beast and you better believe it

Now, who can tell me how and where to begin
In a world who thinks of ugly as the cardinal sin
And constantly is talking about the beauty within
But locks up in the cellar everything that is grim

The Ark – „Beauty is the beast“

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Outing: Ich gehöre zu den LOHAS

5. September 2007

Wie einige von euch bereits wissen, neigt MJF ja durchaus zu einer gewissen Radikalität. Was vielleicht auf die südländische Mentalität zurück zu führen ist? Keine Ahnung. Wie auch immer: Wenn ich von etwas überzeugt bin, dann bin ich meist sehr hartnäckig darin. Und dann muss auch erstmal etwas Dickes passieren, um mich davon wieder abzubringen. Beim Vegetarismus ist dies noch nicht passiert (das klappt seit 7 Jahren sehr gut, und da zwischenzeitlich kein Gammelgemüse aufgetaucht ist, vermutlich auch weiterhin).

Grundsätzlich bin ich ja auf dem Gesundheits-Trip. :-) D.h. ich bin der Meinung, die Gesundheit ist eines unserer höchsten Güter und viele Leute werfen sie täglich weg und gehen schlecht mit ihrem Körper um, weil man meistens erst dann jammert wenn es weh tut. Für mich gibt es nichts Abschreckenderes als Krankenhäuser. Deshalb will ich gesund leben. Und überhaupt. Die Gesundheit setzt sich (nur die körperlichen Aspekte betrachtend) aus drei Faktoren zusammen: Nahrung, Bewegung, Entspannung.

Bewegung: Dass regelmäßig Sport treiben ganz gut ist, hat jeder mittlerweile zumindest schon einmal gehört. Entspannung: Gut die meisten denken, das würde auch prima vor dem Fernseher klappen, eigentlich gehört etwas mehr dazu, aber immerhin: Die meisten Leute sind der Meinung sie können sich prima entspannen. Aber Nahrung? Sie essen alles. Alles. Und denken nicht darüber nach. So gibt es Menschen, die viel Geld für Klamotten ausgeben, aber Lebensmittel immer nur zum billigsten Preis kaufen möchten. Diese Menschen finde ich seltsam. Viele stopfen extrem viel Müll in sich hinein. Was daran liegt, dass ihr Vertrauen in die Lebensmittelhersteller recht groß ist.

Bei mir ist das anders. Einerseits versuche ich vielseitig zu essen, d.h. auch nicht so viel Süßzeug sondern viel Gemüse und Obst. Auf der andern (der radikaleren) Seite zweifle ich grundsätzlich daran, dass Lebensmittelhersteller daran interessiert sind, ein gutes Produkt zu verkaufen. In erster Linie wollen sie Profit machen. Punkt. Profit macht man mit Scheisse. Mit wohlschmeckender und gutaussehender Scheisse. Da ich dies glaube (warum ich das glaube, das „würde diesen Beitrag sprengen“, ich möchte hier nur auf sämtliche Skandale verweisen bzw. zum Gucken von „We feed the World“ raten) bin ich (entgegen der Behauptung auf dem Button oben rechts) eine optimale Zielgruppe für Bio-Produkte. Junge Dame mit akademischen Hintergrund, die gesundheitsbewusst lebt, bereit ist dafür viel Geld auszugeben und dies zu ihrem Lifestyle macht, somit neusoziologisch zugehörig zu den LOHAS („Lifestyle of Health and Sustainability“). Gesundheitsförderung besteht im salutogenetischen Ansatz darin, die stabilisierenden, gesunden Anteile in den Vordergrund zu stellen, d.h. sie zu benennen, zu begünstigen und sich entsprechend zu verhalten. Also kauft diese Dame gerne Bio-Produkte (im Bioladen, im Reformhaus, im Biosupermarkt, ja, auch im Discounter), glaubt, damit die Welt zu verbessern und sich selbst gesund zu essen. (Übrigens: Ich finde bei vielen Bio-Produkten schmeckt man, dass sie Bio sind).

Deshalb bin ich momentan etwas erschüttert über den Fakt, dass es auch bei den Biolebensmitteln Skandale gibt (siehe den Titel des dieswöchigen Spiegels), dass LIDL bei Basic einsteigt und ich eigentlich dieser Verarschung und dem Essen von Scheisse aus dem Weg gehen wollte. Aber: Es ist schwer! Und deshalb bin ich etwas deprimiert, weil ich quasi feststelle, das Gott nicht aussieht wie David Hasselhof sondern wie Bart Simpson. Im übertragenen Sinne zu verstehen.

Ich höre euch schon sagen: „Liebe Marie-Jacqueline, das Leben ist nicht schwarz-weiß.“ Ich weiß. Aber es wäre einfacher, wenn es so wäre. Und ich möchte doch so gerne gut sein. Gut zu mir, gut zu anderen, gut zu der Welt. *seuftz*

„Health is a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity.“ (Definition der WHO). Wenn man das nimmt: Wer von uns ist dann eigentlich gesund?

Die schicke Kette gibt´s übrigens bei Katis Atelier.