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Depressed and drunken keys

9. September 2008

Look what  I found on Flickr.  :-)

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I fuck on the first date

8. September 2008

No, this time it´s not about me. Sorry to those of you who thought so. My indecency does not comprise these kind of details, so keep wondering.

This is about a man I saw this Friday. He was standing infront of our most central department store, wearing a t-shirt with this slogan. One asks oneself what exactly he is trying to tell the world. That he´s very straightforward? Well yes, you could put it that way. That he´s a honk?  He wouldn´t need this shirt if he was one, right? That he fucks on the first date? Hell yes and who cares? Probably only very desperate women. And I doubt even those feel attracted by him.

Anyway, he got me thinking. What if a woman was wearing this shirt? It would somehow taste slutty and cheap. And here comes the big question: Why? I do not have an answer. But I realize that there´s still a long way to go in order to achieve gender equality when even I as a woman feel that for me it makes a difference whether a man or woman wears a shirt like this. And let me tell you that I´m not exactly happy about this finding.

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Die männliche Amélie

1. September 2008

Francesc Miralles: Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen, List, 2008, 272 S.

Originaltitel: Amor en minúscula

Der einsame, sozial-scheue Samuel, ein in Barcelona lebender Germanist mit festgefahrenem Alltag, entdeckt plötzlich, dass sich sich Leben komplett verändern kann, wenn man das Augenmerk auch auf die kleinen Dinge legt. Dabei erinnert er mich sehr an Amélie, naja, eine etwas langweiligere männliche Version von Amélie.

Der in Spanien sowohl für seine Romane als auch für seine Selbsthilferatgeber bekannte Autor Francesc Miralles erzählt in diesem leichtfüßigen Roman die Geschichte dieser “männlichen Amélie”. Eines Tages merkt Samuel, wie der Alltag, durch kleine liebevolle Handlungen, z.B. dem Hinstellen einer Schale Milch für eine Katze und dem Besuch eines Nachbarn, in dessen offene Wohnungstür besagte Katze hinein rennt, ungeahnte Entwicklungen durchlaufen kann. Immer öfter dieses Prinzip anwendend, bricht Samuel plötzlich aus seiner engen Welt mit ihren bewährten Gewohnheiten aus und erlebt skurrile und bereichernde Begegnungen, die sein Leben verändern und ihn durch die ganze Stadt treiben, immer auf der Suche nach der Dame mit dem “Schmetterlingskuss”. Es sind eben doch die kleinen Dinge, die das Leben besonders schön machen. Dem Autor ist hier jedenfalls ein kurzweiliges Werk gelungen, das sich wunderbar leicht lesen lässt und einem bei der Lektüre das Herz erwärmt, ohne kitischig zu sein.

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Zwei Filme, dunkel und sehnsüchtig

28. August 2008

Dunkel: The Dark Knight (Batman)

Superhelden sind insgesamt ja nicht so mein Ding, weder als Comic noch als Film. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Batman. Er begleitet mich persönlich ja schon sehr lange. Teil 1 + 2 sah ich in meiner Jugend mit großer Begeisterung. Mit 12 war Catwomen für mich Berufswunsch: Peitschend übte ich mich im Innenhof. Leider ist nichts daraus geworden, da meine Mutter sich weigerte, ein Latexkostüm für mich zu nähen. Traurig, aber wahr. Naja. Zurück zum Film: Teil 3 war dann schon nicht mehr so gut, ganz zu schweigen von dem grauenhaften Teil 4, in dem - Skandal - nicht nur kalifornische Gouvernöre in spe ihr Unheil trieben, sondern auch noch Uma Thurman! Was hat die denn in so einem Schund verloren? Doch zum Glück kam Chris Nolan, kehrte den schlechten Spuk unter den Teppich und holte den dunklen, tiefsinnigen Batman für uns hervor.

Voller Vorfreude, jedenfalls, saß ich 2005 mit meiner damaligen Mitbewohnerin in Berlin im Kino. Gezeigt wurde “Batman Begins” und damit eine ganz neue Sicht auf den Batman-Stoff, nämlich eine düstere Sicht. Auch der neue Film (in dem bis auf Katie Holmes, die durch die großartige Maggie Gyllenhaal ersetzt wurde, die gleichen Schauspieler auftraten) begeistert mich. Er ist sehr dunkel, trieft vor Moral und wird gekrönt durch eine meisterhafte Darstellung des Jokers. Auch gefällt mir die Einbindung des Charakters Two Face. Und schließlich: Batman muss für Gotham das sein was es braucht. Böse oder gut. Wie´s gefällt. Das finde ich gut! Also: Ihr könnt mich auch haben, wie ihr´s braucht. Böse oder gut. ;-)

Sehnsucht: Before Sunset

Als weibliches Wesen kaum zu überleben ist diese Fortsetzung von “Before Sunrise”, den ich wohlbemerkt noch nicht gesehen habe. Mir war jedoch nach Schnulze und ich dachte, es sei kein Hinderungsgrund, den Vorgänger nicht gesehen zu haben. Ist es auch in der Tat nicht. Und welch Glück, dass mich dies nicht abgehalten hat, den Film mitzunehmen. Denn er ist unglaublich gut.

Eigentlich hätte dies gar kein Film werden müssen, denn es wird sowieso die ganze Zeit nur geredet. Doch Gott sei Dank ist es auch kein Hörbuch geworden, ich hätte sonst Ethan Hawkes Mund nicht sehen können. Und das wäre ein großer Verlust. Überhaupt ist es schön diese beiden zu sehen. Jedes Wort in diesem Film ist perfekt, jeder Dialog zwischen besagtem Adonis und Julie Delpy. Und ich könnte bei jedem Satz innerlich aufjauchzen vor Zustimmung und Freude. Mit jedem Moment nimmt die Spannung zu, schnürt sich die Brust zusammen und am Ende möchte man nur noch schreien: So fallt doch endlich über einander her, ihr Trottel, das ist die Chance eures Lebens!

Das. Will ich auch. *schmacht*

Journalist #1: Do you consider the book to be autobiographical?
Jesse: Uh, well, I mean… isn’t everything autobiographical?

Celine: Do I look any different?
[long pause]
Celine: I do?
Jesse: I’d have to see you naked.

Celine: So what’s it like to be married? You haven’t talked much about that.
Jesse: I haven’t? How weird.

Jesse: Maybe what I’m saying is, is the world might be evolving the way a person evolves. Right? Like, I mean, me for example. Am I getting worse? Am I improving? I don’t know. When I was younger, I was healthier, but I was, uh, whacked with insecurity, you know? Now I’m older and my problems are deeper, but I’m more equipped to handle them.

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Ich suche nach…

24. August 2008

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Mittagspause

22. August 2008

Wühle gerade alte E-Mails durch und bin auf folgende poetische Mittagstischseinladung gestoßen:

Hallo Ihr Lieben,

bald ist die Arbeit heut vollbracht,
bald führen meine Schritte mich nach Haus,
schon denkt ich an den Abend, an die Nacht,
doch schnell schick ich noch diese Mail hinaus.

Nicht missen möchte ich unser gemeinsam Mahl
in dieser Woche, wie zuvor,
und so stelle ich Euch vor die Wahl
und bin, betreffs der Antwort, nun ganz Ohr.

Ist es die Pizzateca, ist’s der Thai
ich gehe gerne mit Euch aus,
schreibt, was Euch zu Belieben sei -
meinetwegen auch das Bistro im Haus.

Nur was den Tag angeht,
da muss ich sagen:
Nur Mittwoch frei im Kalender steht -
der würde mir behagen.

Geschwinde schreibt mir Eure Präferenzen -
oder wollt Ihr diese Woche schwänzen?

——————————–

Ich bin so frei - gehen wir zum Thai?

——————————–

Nicht länger wolln wir Zaudern, Schwanken,
verschwenden Reden und Gedanken,
Es sei -
wir gehn zum Thai!

——————————–

ist’s Euch genehm
mit dem bewährten
und doch verschrobenen Gelehrten
zu Mittag wieder auszugehn?

Auf die vielen schönen Mahle
will ich hier verweisen -
auf dass wir wieder speisen
im italienischen Lokale.

Der Freitag - ist er recht?
Mich würde es freuen!
Freilich sollt Ihr nicht scheuen
abzusagen, wenn er schlecht.

——————————–

Darf ich es wagen,
kann ich mich trauen
zwei so schönen Frauen
ein Mittagessen anzutragen?

Es sei hiermit geschehen!
Ob ich Euch überzeugen kann
vom Donnerstag beim Pizzamann,
das werd ich morgen sehen.

——————————–

wie ist es schön
zu lesen und zu sehn
dass wir auch in dieser Woche
einmal Gäste sind beim gleichen Koche.

Eure Wünsche wurden mir nicht klar
eine schwierige Entscheidung , ja, fürwahr
doch männlicher Entscheidungsdrang
hasst das Zögern, wird es lang.

Deshalb sage ich jetzt nur:
Pizzateca, Donnerstag, um 12 Uhr.
Ich freu’ mich schon, Euch dort zu sehn
mit Euch am selben Tisch zu stehn.

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Stormy Barcelona

19. August 2008

Das ist mal ein beeindruckendes Video! Danke an Tommy für den Hinweis.

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Female Trouble in München

19. August 2008

Als Frau sorgt man oft für Ärger, ist klar. Mein “Female Trouble”-Wochenende begann jedenfalls mit einem Fotoshooting im EC, das - nach Ankunft und Zwischenstation im Hotel - im sonnendurchfluteten Englischen Garten weiter ging. (Eines dieser Fotos wird hoffentlich bald die “about”-Seite bevölkern). Die Objektive der Kamera meiner Freundin verursachten bei manchen Männern Penisneid und auch das Stativ, welches vom “best girl” tapfer durch die Stadt geschleppt wurde, sorgte für Aufsehen. Wir verbrachten viel Zeit auf diversen Brücken, verpassten dabei den chinesischen Turm, kamen dann bei einem ungemütlichen Schwulenfest im Glockenbachviertel zum Halten und hätten mit leckerem Essen und einem Gang in die Hotelsauna den Abend beenden sollen. Aber nein, nach dem Essen ging der Female Trouble erst los. Denn wir wollten noch Tanzen gehen. Aus Bequemlichkeit in die nächstgelegenste Disko gefahren und einen der schlechtesten Partyabenden der letzten Zeit verbracht. Eine knappe Erklärung, die das Martyrium nur unzulänglich beschreiben kann, folgt in 4 Punkten:

1. Von einem 19-jährigen angemacht werden, der mit bayrischem Akzent behauptet er sei aus New York, den man, weil man ihn nicht gleich vor den Kopf stoßen will und einen Satz mit ihm wechselt, nicht mehr loswird. Schließlich sieht man sich gezwungen, zu radikaleren Maßnahmen zu greifen und muss ihm in Gesicht sagen: “Schätzchen, ich bin 26. Viel zu alt für schlechten Sex.” Das ist Female Trouble.

2. Von einem Kerl, der auf den Boden spuckt, darauf hingewiesen zu werden, dass man nicht aussieht, als habe man Spaß. Ihm dann zu sagen, das läge daran, dass hier drin alle Männer Tieren gleichen. Er dann schleimig-tröstend sagt, nicht alle Männer seien Tiere. Worauf man nur antworten kann: Zum Glück! Das ist Female Trouble.

3. Aus dem Konsumtempel mit Tieren und Tussen endlich an die frische Luft zu gehen, sich das Kaugummi von den Füssen entfernend, zur S-Bahn-Station zu eilen um dann festzustellen, dass es kalt ist und die S-Bahn sich alle 10 Min. um 10 Min. verspätet. Das ist Female Trouble.

4. Um halb fünf endlich im Hotel anzukommen, die Füsse gleichen einem Christus (wie man auf Spanisch sagen würde), aber: selbst schuld daran, weil Frauen immer komplizierte Schuhe anhaben müssen. Das ist Female Trouble.

Am nächsten Tag dann endlich die Krönung dessen, auf das ich mich in der Nacht schon einmal einstimmen durfte: Female Trouble in der Pinakothek der Moderne. Sehenswert, denn so ist das Leben. Als Frau wünscht man sich oft, mehr Mensch sein zu dürfen. Und weniger Frau. Wie schön ist es also, wenn man in einer Videoinstallation zugucken darf, wie eine attraktive Brünette in einem herrlich wehendem hellblauem Kleid und roten Lackschuhen eine Straße entlag läuft, eine stabile Blume in der Hand, und jedem dritten Auto die Scheibe einschlägt. Dabei wunderschön lächelt und von Polizistinnen und Pasantinnen freundliche Zustimmung erfährt. Herrlich!

Zur Ausstellung:

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My aunt says

13. August 2008

… that I look like a “Chica Labanda” (by Jordi Labanda),

means more or less like this:

Actually this could be me. Infront of a Pollock. Certainly not liking it.

And certainly not knowing who the guy at my right is!

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Objektorientierte Geschichten: Gefälschte Handtaschen

10. August 2008

Frauen und Männer dieser Welt, lernt Jerome kennen. Jerome ist Franzose, dunkelhaarig gelockt, schlacksiger Körperbau mit einer steilen Nase, die voll von seinem Biologie-Studium ist. Weshalb er sich letzten Freitag spontan ein Interrailticket gekauft hat und damit nach Barcelona gefahren ist. Die Fahrt war anstrengend, aber lustig, da er zwei Gleichaltrige aus Indonesien getroffen hat, die per EuroDomino Ticket durch Europa fahren, aussteigen, ein Foto machen und wieder einsteigen. Nur um am Ende ihrer Reise festzustellen, dass sie nun wissen, dass sich die Toiletten der französischen und der italienischen Nachtzüge gleichen, dass die Deutsche Bahn die schönsten Züge mit den unterkühltesten Schaffnern hat und dass sie mehr über die Verbindungen zwischen den Städten, als über die Städte selbst wissen.

Völlig übermüdet und verschwitzt kommt Jerome in Barcelona an. Unter den Brücken, die in die Stadt hinein führen und an denen der Zug vorbeifährt, sieht er schwarze Menschen hausen. Sie sind sehr schwarz und haben vermutlich 7.000 Euro dafür bezahlt, dass sie hier sind. Nun fährt der Zug unterirdisch und er kann sie nicht mehr sehen.

Er steigt an der Plaza de Catalunya zum ersten Mal an die Oberfläche. Sofort gerät er in einen riesigen Schwarm voller Mücken. Die Viecher sitzen im Café, gucken ihn mit ihren grün schimmernden Facettenaugen sinnentleert an, schlürfen an ihren Getränken und sind so unzulänglich bekleidet, dass man ihre weißen, haarigen Beine sieht und bei der weiblichen Spezies Blicke ins Innerste ermöglichen. Jeromes Kopf schmerzt. Kann das sein? Oder was waren das für Tickets gestern, die ihm die indonesischen Gleichaltrigen angeboten hatten? Er schüttelt sich, guckt nochmals zu den zahlreichen Straßencafés hinüber. Ach, es sind doch nur die Paket-Touristen, 5 Tage Barcelona für 250 Euro. Prost! Wer will da 7.000 Euro an irgendwelche Marrokaner zahlen, die einem nur eine sehr ungemütliche Überfahrt mit ungewissem Ziel anbieten?

Zwischen den Touristen breiten auf den Bürgersteigen Schwarzafrikaner Laken aus, auf denen sie gefälschte Handtaschen (Prada, Gucci, Fendi, YSL, Louis Vuitton) anbieten. An jeder Ecke des Lakens eine Schnur, die in der Mitte zu einer Schlinge zusammen führt. Jerome schlendert in der elenden Abendhitze die Ramblas entlang. Touristen, Bierdosen verkaufende Straßenhändler, geschlossene Blumenläden, Artisten, get-your-comic-in-20-min, Trickbetrüger und dazwischen die Schwarzafrikaner mit ihren aufmerksamen weißen Augen. Sie gucken rechts, sie gucken links. Nice bag for the lady, Mister?

Vielleicht hätte er doch mit seinen Eltern nach Deauville fahren sollen? Immer dieser Scheiß. Er hat keine Lust mehr auf das Familiengetue, keine Lust mehr auf die Mädchen reicher Eltern, die sich alle gleichen. Die alle diesen Taschen hinterher rennen. Lächerlich. Deshalb ist er hier, inmitten dieser Masse. Plötzlich heult neben ihm eine Polizeisirene auf (”Tonino tonino toninooo”). Wie in einer perfekten Choreografie, ziehen alle Schwarzafrikaner gleichzeitig an ihrer Schlinge, alles verschwindet in dem Sack aus Laken und ein schwarzer Schwarm rennt unter lauten Rufen hinein ins Barrio Gótico, in dessen engen, nach Urin stinkenden Gässchen die Flucht vor dem Polizeitauto erneut möglich ist. Die Ware ist gerettet.

Jerome bleibt weitere 5 Tage, es geht noch billiger als 250 Euro, um schließlich zurück nach Frankreich zu fahren und über der Kategorisierung von Ameisenarten dieses Elend schnell wieder zu vergessen. So wie wir alle, denen es gut geht und die hier und da zwar davon hören, dass es anderen nicht so gut geht. Denen es kurz leid tut, die tatsächlich den Bruchteil einer Sekunde eine gewisse Dankbarkeit verspüren, von der die meisten aber nicht wissen, an wen sie diese richten sollen, und die dann weiter machen. Wie bisher. Während da draussen alle zwei Wochen Leute ertrinken, die für eine Überfahrt in einem schlecht geflickten, verrosteten Kahn mehr zahlen als so manche für 3 Wochen DomRep Halbpansion.

Frauen und Männer dieser Welt, lernt Jerome kennen.