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Outing: Ich gehöre zu den LOHAS

5. September 2007

Wie einige von euch bereits wissen, neigt MJF ja durchaus zu einer gewissen Radikalität. Was vielleicht auf die südländische Mentalität zurück zu führen ist? Keine Ahnung. Wie auch immer: Wenn ich von etwas überzeugt bin, dann bin ich meist sehr hartnäckig darin. Und dann muss auch erstmal etwas Dickes passieren, um mich davon wieder abzubringen. Beim Vegetarismus ist dies noch nicht passiert (das klappt seit 7 Jahren sehr gut, und da zwischenzeitlich kein Gammelgemüse aufgetaucht ist, vermutlich auch weiterhin).

Grundsätzlich bin ich ja auf dem Gesundheits-Trip. :-) D.h. ich bin der Meinung, die Gesundheit ist eines unserer höchsten Güter und viele Leute werfen sie täglich weg und gehen schlecht mit ihrem Körper um, weil man meistens erst dann jammert wenn es weh tut. Für mich gibt es nichts Abschreckenderes als Krankenhäuser. Deshalb will ich gesund leben. Und überhaupt. Die Gesundheit setzt sich (nur die körperlichen Aspekte betrachtend) aus drei Faktoren zusammen: Nahrung, Bewegung, Entspannung.

Bewegung: Dass regelmäßig Sport treiben ganz gut ist, hat jeder mittlerweile zumindest schon einmal gehört. Entspannung: Gut die meisten denken, das würde auch prima vor dem Fernseher klappen, eigentlich gehört etwas mehr dazu, aber immerhin: Die meisten Leute sind der Meinung sie können sich prima entspannen. Aber Nahrung? Sie essen alles. Alles. Und denken nicht darüber nach. So gibt es Menschen, die viel Geld für Klamotten ausgeben, aber Lebensmittel immer nur zum billigsten Preis kaufen möchten. Diese Menschen finde ich seltsam. Viele stopfen extrem viel Müll in sich hinein. Was daran liegt, dass ihr Vertrauen in die Lebensmittelhersteller recht groß ist.

Bei mir ist das anders. Einerseits versuche ich vielseitig zu essen, d.h. auch nicht so viel Süßzeug sondern viel Gemüse und Obst. Auf der andern (der radikaleren) Seite zweifle ich grundsätzlich daran, dass Lebensmittelhersteller daran interessiert sind, ein gutes Produkt zu verkaufen. In erster Linie wollen sie Profit machen. Punkt. Profit macht man mit Scheisse. Mit wohlschmeckender und gutaussehender Scheisse. Da ich dies glaube (warum ich das glaube, das „würde diesen Beitrag sprengen“, ich möchte hier nur auf sämtliche Skandale verweisen bzw. zum Gucken von „We feed the World“ raten) bin ich (entgegen der Behauptung auf dem Button oben rechts) eine optimale Zielgruppe für Bio-Produkte. Junge Dame mit akademischen Hintergrund, die gesundheitsbewusst lebt, bereit ist dafür viel Geld auszugeben und dies zu ihrem Lifestyle macht, somit neusoziologisch zugehörig zu den LOHAS („Lifestyle of Health and Sustainability“). Gesundheitsförderung besteht im salutogenetischen Ansatz darin, die stabilisierenden, gesunden Anteile in den Vordergrund zu stellen, d.h. sie zu benennen, zu begünstigen und sich entsprechend zu verhalten. Also kauft diese Dame gerne Bio-Produkte (im Bioladen, im Reformhaus, im Biosupermarkt, ja, auch im Discounter), glaubt, damit die Welt zu verbessern und sich selbst gesund zu essen. (Übrigens: Ich finde bei vielen Bio-Produkten schmeckt man, dass sie Bio sind).

Deshalb bin ich momentan etwas erschüttert über den Fakt, dass es auch bei den Biolebensmitteln Skandale gibt (siehe den Titel des dieswöchigen Spiegels), dass LIDL bei Basic einsteigt und ich eigentlich dieser Verarschung und dem Essen von Scheisse aus dem Weg gehen wollte. Aber: Es ist schwer! Und deshalb bin ich etwas deprimiert, weil ich quasi feststelle, das Gott nicht aussieht wie David Hasselhof sondern wie Bart Simpson. Im übertragenen Sinne zu verstehen.

Ich höre euch schon sagen: „Liebe Marie-Jacqueline, das Leben ist nicht schwarz-weiß.“ Ich weiß. Aber es wäre einfacher, wenn es so wäre. Und ich möchte doch so gerne gut sein. Gut zu mir, gut zu anderen, gut zu der Welt. *seuftz*

„Health is a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity.“ (Definition der WHO). Wenn man das nimmt: Wer von uns ist dann eigentlich gesund?

Die schicke Kette gibt´s übrigens bei Katis Atelier.

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