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Die feuchten Gebiete der Frau R.

5. März 2008

„Ein Minenfeld des Ekligen.“

„Schleimporno gegen Hygienezwang.“

„Ekelprosa mit sekretfixierter Heldin.“

„… reichhaltiges Sperma- und Eiterreservoir gegen die überreinliche, sakrotangetränkte westliche Welt.“

„Ich benutze mein Smegma wie andere ihre Parfümflakons. Mit dem Finger kurz in die Muschi getunkt und etwas Schleim hinters Ohrläppchen getupft und verrieben. Wirkt schon beim Begrüßungsküsschen Wunder.“

Helen Memel in „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche

Seit Samstag ist dieses Buch in meinem Besitz. Sonntag Abend angefangen. Fasziniert gelesen. Und etwas geekelt. Wobei eher gelacht. Krass, die Frau. Die Sex- und Unhygienegeschichten der Helen ekeln mich eigentlich nicht. Sowas finde ich eher „interessant“. Aber ich bin etwas delikat was detaillierte medizinische Beschreibungen angeht. Und deshalb bin ich nur bis Seite 174 gekommen. Und da ich im Zug nicht so gerne in Ohnmacht falle, und mir auch beim zweiten Versuch diese Seite zu lesen schwarz vor Augen wurde und ich mich nur mit Landschaft gucken und etwas ujjayi Atmung beruhigen konnte, habe ich es dann gelassen.

Das ist sicherlich keine hochwertige Literatur (dafür ist die Handlung etwas zu banal und die psychologischen Hintergründe der Frau Memel zu wenig ausgearbeitet). Aber interessant ist´s allemal. Und wenn ein Wort passt, dann krass. Endlich mal ist etwas wirklich krass. Und das Thema an sich, die verordnete, teilweise recht unnatürliche Hygiene, die vor allem Frauen betreiben (müssen / wollen / sollen), ist etwas worüber man und frau nachdenken sollte.

Charlotte meint übrigens: „Ich bin nicht so cool, wie man nach der Lektüre des Buches denken könnte. Wenn ich bei einer Freundin eine Intimwaschlotion auf dem Badewannenrand sehe, spreche ich sie nicht drauf an. Diese Lotionen senden die Botschaft aus: Du stinkst. Jede Frau hat irgendwann mal gehört, dass ihr Geschlechtsorgan angeblich schlecht riecht. Das macht es unmöglich, selbstbewusst zu sagen: Ja, leck mich, ich stinke. Wer ist denn so cool? „

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5 Kommentare

  1. Ist leider kein wirklich tolles Buch. Man denke sich die ganzen Eckelgeschichten weg, was bleibt? Nicht viel. Lese es aber trotzdem zu Ende. Will unbedingt wissen, ob ich das „Gröbste“ schon hinter mir habe oder ob da noch was geht.


  2. Ich will´s auch noch zu Ende lesen. Weiß nur nicht, wie ich über diese zwei Seiten weg kommen soll… Die waren für mich bisher das „Gröbste“. Schöner Ausdruck! :-D


  3. Habt ihr inzwischen das Ende gelesen? Nach einer Weile wird man ja Ekel-gelangweilt, aber am Ende ist es noch einmal heftig. Das ist Selbstmord, so brutal. Selbstmord, den die liebe Charlotte versucht mit allerlei Flüssigem zu übertünchen. Traurig.


  4. Ohje, dann lasse ich es wohl endgültig bleiben. Das Buch steckt jedenfalls bei mir im Regal, ganz fest zwischen anderen Büchern. Damit es ja nicht sabbert… ;-)


  5. Super geniales Buch, ich hab es von einer Freudin empfohlen bekommen…

    Ist zwar genial zum lesen, da es von der Art wies geschrieben ist, man es in einem Zug durchlesen kann und wird:) aber manchmal ein wenig „to much“

    Am besten nach dem Essen anfangen



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