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Zwei anspruchsvolle Comic-Biografien aus dem Carlsen Verlag

21. November 2008

Héctor Osterheld (Text), Alberto und Enrique Breccia (Grafik): Che (2008)

Ho Che Anderson : Martin Luther King (2008)

Die nun zum ersten Mal auf Deutsch erscheinende graphische Biografie des kubanischen Revolutionärs Che Guevara ist ein Gemeinschaftswerk dreier südamerikanischer Künstler. Es entstand, wie im Vorwort erklärt wird, bereits ein Jahr nach seinem Tod und war in den darauffolgenden Jahren in ganz Lateinamerika stark nachgefragt.

Die in Comicform gebrachte Lebensgeschichte bietet ihren Lesern einen eindrucksvollen und kondensierten Bericht über das Leben und Wirken des Ernesto Guevara. Besonders die oftmals groben Zeichnungen vermitteln ein bedrückendes Gefühl und Verständnis für die Motivation des Revolutionärs.

Der anspruchsvolle Comic ist aufgrund der dichten Erzählweise und Zeichentechnik nicht ganz einfach zu lesen und erfordert zum Verständnis eine gewisses Hintergrundwissen über die Person Che Guevaras. Abgerundet wird die Ausgabe durch eine Chronologie des Lebens des Che sowie Informationen über die Künstler.

Vom Anspruch ist dieses Werk am ehesten vergleichbar mit der in diesem Jahr ebenfalls bei Carlsen erschienenen biografischen Graphic Novel „Marthin Luther King“. An dieser hat Autor und Zeichner Ho Che Anderson über 10 Jahre gearbeitet. Sie erschien zum 40. Jahrestag des Todes des afroamerikanischen Bürgerrechtlers auf Deutsch.

Die künstlerische Interpretation der Biografie beeindruckt v.a. durch die Bandbreite der gestalterischen Techniken. So arbeitet Anderson viel mit Linolschnitt, aber auch stark gerasterte Fotos aus dem Archiv sowie Pastell-, Kohle- und Tuschezeichnungen kommen zum Einsatz. Die Grafiken sind überwiegend in schwarz-weiß gehalten, nur bei Schlüsselszenen kommt Farbe ins Spiel.

Herausgekommen ist ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk, das King nicht nur als die in der Öffentlichkeit bekannte Symbolfigur, sondern auch als Privatmenschen zeigt. Allerdings liest sich der Comic nicht ganz leicht, denn durch die verwendeten Techniken ist das Wiedererkennen der Figuren oft erschwert. Auch ist er im Vergleich mit anderen Werken des Genres recht textlastig. Beides macht ihn zu einer anspruchsvollen Lektüre.

Weitere Infos über die beiden Werke erhält man auf der – für alle Liebhaber des Genres sowieso sehr empfehlenswerten – Webseite Graphic-Novel.info.

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