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With or without you

30. Dezember 2008

Ich sollte putzen, studieren, einkaufen, mir die Beine rasieren und aufhören in PubMed nach meiner Lieblingskrankheit zu suchen. Und doch kitzelt es mich in den Fingern, wabbert in meinem Kopf herum und da ist es wieder, das Thema Beziehungen. Du denkst nichts Böses und plötzlich fallen die Soldaten um dich herum tot zu Boden. Beziehungen, das omnipräsente Thema. Als ginge es in diesem Leben um nichts anderes.

Es scheint ein inneres Bedürfnis zu sein (oder ist es, in fact, ein gesellschaftlich eingetrichtertes Bedürfnis?), jemanden zu finden, der es langfristig mit einem aushält und mit dem man es aushält. Sehr unromantische Ansicht, denkt ihr jetzt sicherlich. Ich kann auch anders: Letztendlich geht es darum, jemanden zu finden, der dich trotz deiner Macken auf Händen trägt. Und – sehr wichtig und oft vergessen: Bei dem du ehrlich bereit bist, das Gleiche zu tun. Die meisten Leute haben doch in erster Linie Erwartungen. Aber was ist mit dem, was ich geben will / sollte / müsste / kann?

Manchmal erscheint es mir ein wahres Wunder, dass es Leute gibt, die langfristig zusammen sind (und dabei zufrieden). Es ist ein Wunder! Immerhin hat man es mit zwei Leuten zu tun, die sich entwickeln. Und es funkt so viel dazwischen: Der Haushalt, die Familie, die Vergangenheit, die Lust auf Sex mit anderen Menschen, Oberflächlichkeiten, der Alltag, die Selbstzentriertheit, mangelnde Selbstliebe und Selbstreflexion, mangelndes Vertrauen.

Aber die spannendste Frage: Ist „die eine Beziehung“ wirklich das, was uns Menschen enstpricht? Warum wollen wir das „Einzigartige“, das „Ewige“, das „Unbedingte“? Sind wir hoffnungslose Romantiker? Haben wir zu viel Kino geguckt? Sind wir konterevolutionär? Warum fühlen wir so? Es scheint, der Mensch will – inmitten der ständigen Veränderung – sich unbedingt an etwas festhalten. Aber Festhalten verursacht Leid.

Ich weiß nicht warum und wie es geht. Aber eines ist sicher: Glückliche Beziehungen, das ist nicht etwas was existiert, das ist etwas was täglicher Investition bedarf, Reife, Gelassenheit und Liebe. Und ich glaube, unbedingte Liebe, das ist etwas, was sehr wenige zu geben imstande sind. Weil es auch so überhaupt nicht unserer (westlichen? selbstzentrierten? kapitalistischen?) Denkweise entspricht.

Ein paar kluge Worte zum Thema, leider nicht von mir:

„Love makes people hurt themselves and other people, too.“

„Liebe so, als seist du nie verletzt worden.“

„Liebe birgt die Erwartung des absoluten Glücks, eines Paradieses auf Erden: eine Insel inmitten des chaotischen Lebens von heute, eine Zuflucht aus Sex, Zärtlichkeit und Gemeinsamkeit, die uns für immer von der Einsamkeit befreien wird, von der Monotonie, wir selbst zu sein.“

„Wie im Theater gibt es auch in der Liebe mehrere Akte.“

„Der Volksmund sagt, dass wir uns in die Vorstellung von jemandem verlieben und uns trennen, sobald wir den anderen wirklich kennen. Freud versucht es so zu erklären: „Liebe ist die Überhöhung des Objekts, auf das sich die Libido richtet.“ Hat sich die Libido dieses Objekt der Lust auserkoren, beginnt die Abhängigkeit und Angst.“

„Sind es tatsächlich zwei Menschen? Da gibt es unzählige verborgene Phantome, die aus der Kindheit kommen und die sich hinter dem geliebten Gesicht, dem begehrten Körper verstecken. Nicht zu sprechen von den Phantomen der Gegenwart; manchmal eine Mutter, ein Sohn oder eine Tochter, eine Freundin oder einen Chef, die Arbeit, Süchte.“

„Todavía es así: Hombres no pueden con mujeres de carácter…“

„Love is all very well in its way, but friendship is much higher. Indeed, I know of nothing in the world that is either nobler or rarer than a devoted friendship.“

„You come to love not by finding the perfect person, but by seeing an imperfect person perfectly.“

„There is more hunger for love and appreciation in this world than for bread.“

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2 Kommentare

  1. Hi,
    erlaube mir einen weiteren klugen Spruch hinzuzufügen. Ist von Platon, ich kenn es aber nur weil es in einem Roman zitiert wurde (möglicherweise nicht ganz wörtlich):

    Liebe ist in dem der liebt, nicht in dem der geliebt wird.

    Eigentlich ist das vollkommen klar, aber irgendwie muss ich immmer wieder drüber nachdenken, wie auch immer.

    Ach ja, dem Datum angemessen wünsche ich einen guten Rutsch!


  2. Ich freue mich von dir zu hören. Zumal dein beigesteuerter Spruch wahres Grübelpotential hat. Denn er impliziert, dass man mit seiner Liebe letztendlich ganz alleine da steht. Ganzschön bitter. Denn das größte Glück für den Liebenden ist es ja, zurückgeliebt zu werden. Und das dies überhaupt möglich ist, wundert mich ebenso, wie die Tatsache, dass es dann ggf. auch selten von Dauer ist. Komische Sache mit der Liebe.

    Hier noch ein süßes Video dazu: http://www.youtube.com/watch?v=N1naG4CyB0I



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