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Snowboarden bzw. Schneesitzen

18. Februar 2009

Seit die Süddeutsche Zeitung vor einigen Jahren die beste Jugend-Zeitschrift ever einstellte (die Rede ist natürlich vom Jetzt:-Magazin), bin ich auf dem Markt der Jugendkulturmagazine (und damite meine ich nicht Bravo und Konsorten) etwas rastlos umhergeirrt. Mal die NEON ausprobiert, mal das IQ-Style, sogar blond… War mir aber alles nix.

Derzeit bin ich einigermaßen begeistert von der Printversion des U_mag. Vor allem die Kolummne von Sasa Stanisic (TausendSasa), dessen Buch ich noch unbedingt lesen will, hat es mir angetan. Deshalb war die Freude umso größer, als ich vorhin feststellte, dass er für die Februarausgabe das Thema „Mein erstes Mal snowboarden“ ausgesucht hat. Yes! Me, too! Statt also groß und breit von meinen Feldbergerfahrungen des letzten Wochenendes zu berichten, zitiere ich Mr. TausendSasa:

  • Auf die Frage, was ich hier wolle, antworte ich mit vollem Ernst: „Snowboardfahren wie ein Großer.“
  • Eine Weile beobachte ich die ganz Kleinen, die Babys auf Skiern. Ihre Mienen sind eiskalt und absolut angstfrei.
  • Am Morgen Ganzkörpermuskelkater. Am zweiten Tag soll die Angst vor dem Fall verschwinden.
  • Wir fallen aufs Steißbein. Es tut vehement weh. Ich stehe auf, krieche zurück, fahre, stürze. Es beginnt zu schneien. Ich fahre los und kriege die Linkskurve hin. Dann: Angst und Steißbein. Ich könnte jetzt Parallelen ziehen: Fallen – Aufstehen, Sport – Leben, Mut – Erfolg. Aber dieses Jahr vergleiche ich nicht. Dieses Jahr stehe ich auf und versuche es noch mal.

Ergänzen möchte ich noch:

  • Schleppliftfahren ist sehr cool. Je lockerer man selbst ist, desto eher kommt man auch oben an. Meine Bilanz: Nur zwei Mal rausgefallen. Das ist verdammt gut, wie ich finde. Trotz der evil Bodenwellen of doom, die sich im Laufe des Tages auf der Spur bilden.
  • Die Leute fahren nicht aus Spaß. Die fahren um ihre Klamotten zu zeigen. Eigentlich ist so ein Abhang auch eher ein Laufsteg zum runterrutschen.
  • Ganz Coole haben nicht nur schicke Burton-Hosen und Jacken an, sondern drehen sich im Schlepplift noch einen Joint, setzen sich oben hin, kratzen sich am Bart, smoken einen und ab geht´s. Klar, dass die keine Angst vorm Fallen haben!
  • Tiefschnee rocks! Nicht nur fährt es sich darin wunderbar (man muss allerdings mit Schmackes rein, sonst bleibt man stecken), sondern es fällt sich darin auch wunderbar weich.
  • Mein bester Freund prägte den passenden Ausdruck „Muskelkater vom anderen Stern“. Genau so ist es. Und dazu gesellen sich blaue Flecken am Knie, vom Steißbein ganz zu schweigen und Druckstellen an den Waden.
  • Im Liftanstehgedrängel stehe ich neben einem kleinen Scheißer auf Skiern. Er guckt zu mir hoch und sagt: „Ich hasse Snowboardfahrer!“. – Ich: „Aber warum?“. – Er: „Die sitzen immer auf der Piste und man muss ihnen ausweichen.“ – „Und deshalb hasst du sie?“ – „Ja!“
  • Man ist nie zu alt zum Anfangen. Nächste Saison bin ich wieder dabei!

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2 Kommentare

  1. hey marie jacqueline frapeur, eine leidensgenossin! toll! und deine ergänzungen haben so richtig wieder erinnerungen geweckt (die leider aufgrund der kolumnenlänge nicht alle in den print gekommen wären). die lifte waren am anfang die reinste hölle. wenn hinter einem so 20 knirpse warten und du dann rausfällst, ich glaub, da gibts weniger peinlicheres. wie auch immer – am ende war ich einigermaßen gut unterwegs und versuche es vielleicht noch diesen winter wieder.

    bestes aus der schweiz
    s.


    • Hey S.,

      es freut mich außerordentlich, dass du den Weg zu meinem Blog gefunden hast. Ich freue mich immer, wenn Menschen, die weit weg scheinen, doch nah sind. :-)

      Ja, gib nicht auf! Übung macht den Meister. Diese Saison werde ich wohl nicht mehr fahren (mein Steißbein + untere Waden haben sich gerade erst langsam erholt), aber nächste bestimmt. Hab ich meinem besten Freund versprochen.

      Und: Eines Tages werde ich auch nach Hause gehen und ein Buch schreiben.

      Viele Grüße
      die erfreute M.



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