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think less but see it grow like a riot

1. Mai 2010

Oh Gott, ja. Manchmal kommen Dinge einfach zusammen. Wochenlange Lethargie. Mit was soll ich mich beschäftigen, was brennt in meinem Herzen? Ich muss für etwas brennen, sonst funktioniere ich nicht. Und dann kommen plötzlich Dinge ins Rollen. Ich verabschiede mich von bekloppten Idealkonstruktionen von Personen in meiner Wahnvorstellung einen Menschen gefunden zu haben, der mich versteht, der die Bausteine kennt, aus denen ich gemacht bin. Fuck it! Esos tipos surfistas no valen para nada. Let it go (music, lied#3).

Dann Momente der größte Unzufriedenheit, in letzter Zeit erschreckend regelmäßig. Ich erwische mich dabei, wie ich in Zürich in einem Museum vor lauter Frust eine halbe Stunde vor einer Installation mit Videos von männlichen Geschlechtsteilen sitze, die von einem Grafikdesigner angehübscht und mit emotionaler Musik hinterlegt wurden. Danach ist die schlechte Laune wie weggeblasen (*tschuldigung, das ist an dieser Stelle nicht ganz ohne Humor). Und dann wieder: Ich sitze auf der Arbeit und es geht gar nichts mehr vor lauter Frust. Zum Höhepunkt setzt sich der idiotische Typ, der mich vor 4 Wochen noch dumm angemacht hat, direkt vor mein Fenster mit seiner neuen Freundin und sie küssen sich leidenschaftlich. Unglaublich, manche Menschen… Ist mir doch egal, was du tust, aber tu es nicht vor meinem Fenster!

Die Sonne scheint, ich fahre mit dem Fahrrad (Fahrrad fahren und das Gefühl von Freiheit sind irgendwie miteinander verbunden) am Neckar entlang, betrachte – NIE OHNE LIEBE – diese Stadt. Fahre zur Keimzelle von Kunst, die nicht so viele Menschen verstehen. Ich auch nicht immer. Aber: Was solls. Man muss ausprobieren. Ich kann nicht anders. Und meine innere Stimme, der ich sehr vertrauen kann, sagt: Mach es! Mach es! Es fühlt sich gut an. Ich habe keine Ahnung auf was ich mich einlasse. Treffe dann zwei interessante Frauen. Frauen, die ungeschminkt sind, die gelebt haben, Ideen und Vorstellungen haben und so viel mehr ausstrahlen, als die Heidi Klums und die Schlampen, die man heute überall sieht. Nein, das sind keine Frauen für mich. Sie und ich, wir haben nichts, nichts, nichts gemeinsam. Aber diese beiden, die sind interessant.

Wir gehen in den Proberaum und ich muss Gedanken aussprechen und aufnehmen. Es ist sehr seltsam, sich mit dem Thema stream-of-conciousness und der inneren Stimme auseinanderzusetzen. Es kostet Überwindung, auf der Bühne einfach zu sagen, was einem gerade durch den Kopf geht. Daran arbeiten wir zusammen. Üben, üben, üben, die Zensur sein zu lassen. Die Grenzen zwischen innerem Gedachten und äußerem Gesprochenen aufzuheben und dies vor einem Publikum. Ich bin sehr gespannt. Das ist echtes Neuland. Es tut gut, es tut so gut sich auf etwas einzulassen, von dem man keine Ahnung hat, diese völlige Offenheit… Was auch immer passieren wird, ich lasse es auf mich zukommen. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich, es ist Freiheit, es ist Losgelöstheit, es ist Neugier, es ist Gelassenheit, es ist Glück.

Die Erkenntnis, dass in den letzten Jahren Menschen in ihr Leben treten mit einer Funktion: X betritt die Bühne, um ihr das eine Buch zu geben, dass zur Identitätshinterfragung führt. Y für die Auseinandersetzung mit einer vergangen Zeit und Wissensanhäufung diesbezüglich. Z, der ihr ein Lied vorstellt, dass die Lethargie wegpustet. A um über die schlimmste Zeit hinwegzuhelfen. B für neues Körperbewusstsein… Nein, ich kann das nicht auf Funktionen reduzieren, es ist mehr als würden nebeneinander fliegende Seifenblasen aneinander geraten und dadurch eine neue Flugrichtung erhalten.

Dieses Video passt irgendwie. Wenn ich es gucke muss ich lachen. Mir gefällt besonders der Teil mit dem Stuhl. :-D

Ich höre zuviel Musik. Wie immer, mein Ohrwurm in unendlicher Endlosschleife. So eine seltsame Angewohnheit von mir. Und lese einen Artikel und plötzlich kommt es: Ich weiß worüber ich schreiben will. Es ist nocht nicht ganz konkret, aber das schleife ich noch raus. Wenn ich darüber nachdenke ist es nur geradezu logisch. Es kann nicht anders sein. Natürlich, wieso habe ich es die ganze Zeit nicht gesehen? Egal, jetzt weiß ich es ja. :-)

Kultur und Stadt hängen zusammen. Subkulturen sind der vordere Teil des Regenwurms. Geld kann aufbauen und zerstören. Ohne Subkultur geht die Gesellschaft nicht weiter. Können diese Prozesse gesteuert werden? Wie stark beeinflusst uns die Umwelt, die geografische, urbane Umwelt? Warum müssen kreative Menschen weg von den reichen Menschen, die sich selbst stoppende Klodeckel haben, die nicht auf die Klobrille fallen können, sondern kurz davon weich abgedämpft werden? Versteht ihr was ich meine? Diese Menschen können die Gesellschaft nicht vorwärts bringen, weil es einfach nicht mehr knallt! Die Kreativen gehen also ins sozial Präkere. Gehören teilweise selber dazu und teilweise nicht. Wohin führt das? Ist das problematisch? Wenn ja, für wen und wie kann man es anders machen? Was ist die Seele eines Stadteils? Befindet sie sich in dem Mülleimer mit den vielen Aufklebern drauf? Ich glaube, da muss man suchen.

Was passiert sonst in der Welt? Menschen trennen sich. Andere kommen zusammen. So ist es eben. Der Lauf der Dinge. Leid und Glück. Es geht nicht das eine ohne das andere. Wer nie wirklich alleine war, kann nie wirklich zusammen sein.


Thought it could have been something else.

These days it comes and comes and comes and comes and goes.

Think less but see it grow like a riot.

From a mess to the masses.

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3 Kommentare

  1. und wer wirklich
    alleinsein kann

    findet beide
    hälften in sich

    und kann sich
    dann aussuchen

    zu wievielt es
    gut ist

    das leben


  2. und:
    david lemaitre rules!


  3. Und wie er rult! ;-)



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