h1

Lebensentwürfe

18. Juni 2010

Meine Lieblingssätze aus Norbert Bolz: Ich will einen Unterschied machen! (APuZ 41/2009)

  • Man muss vor allem verstehen, dass das was informativ ist, nicht auch schon wichtig ist, und dass nichts aus sich selbst heraus wichtig ist. Das Wichtigste ist deshalb, zu verstehen, was einem wichtig ist.
  • Jeder Einzelne muss sich eine Lebensrolle definieren. Der Mensch ist nicht einfach mit sich selbst identisch, sondern er muss seine Identität erst leisten.
  • Das Selbst ist der dramatische Effekt des Alltagstheaters. Man spielt die Rolle, man selbst zu sein. Und diese Selbstdarstellung ist die Grundlage des sozialen Vertrauens.
  • Statt das „wahre“ Selbst zu entdecken, geht es darum, ein interessantes Selbst zu erschaffen.
  • Das Leben eines Menschen ist die Erforschung eines Wertefeldes. Noch wichtiger als zu bekommen, was wir uns wünschen, ist herauszufinden, was wir uns wirklich wünschen.
  • Wünsche und Vorlieben entstehen nicht aus der Seele oder aus dem Bauch, sondern aus der sozialen Situation.
  • Das Bedürfnis ist das Thema der Ökonomie, der Wunsch ist das Thema der Psychologie und das Begehren nach Anerkennung ist das Thema der Soziologie.
  • Dass Wünsche unerfüllbar sind, liegt daran, dass sie nur Stellvertreter eines Begehrens sind, das unser ganzes Leben beherrscht: das Begehren nach Anerkennung. Ansehen ist der reinste Wert. Wir sind eben durch und durch soziale Wesen und brauchen die Anerkennung durch die anderen wie die Luft zum Atmen. Anerkannt wird heute aber nicht unser Wohlstand, sondern unser Lebensstil. Was uns in den Augen der anderen Würde und Wert verleiht, ist nicht der Lebensstandard, sondern die Lebensführung. (…) Heute zählt wieder Charakter, und der ist das Resultat von Selbstdisziplin.
  • Die Globalisierung fördert die Individualisierung. Das eigentliche Problem der Selbstverwirklichung liegt vielmehr darin, Freiheit in Sinn zu verwandeln. (…) Es geht um die Aufgabe, sich selbst zu verwirklichen, indem man sich zu Aufgaben herausfordert, die man selbst bestimmt.
  • Das gute Leben fordert Selbsttranszendenz. Freiheit verpflichtet mich, zu tun, was Not tut. Solange man noch die Wahl hat, ist man nicht frei. Wahlfreiheit ist nur die Freiheit der Unfreien. Charakter dagegen entsteht durch den freien Verzicht auf Möglichkeiten.
  • Die Welt ist unsicher, aber die Seele ist fest. Dass das möglich ist, verdanken wir der Kraft des Glaubens.
  • Der erfolgreiche Bourgeois ist der natürliche Feind des Bohème.
  • Die Unpolitischen, denen Kinder oder Senioren zu anstrengend und soziale oder Umweltprobleme zu komplex sind, sorgen sich um Haustiere.
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: