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Zur Lage der Nation

24. Oktober 2010

Die Nation versucht einzuschlafen. Plötzlich kommen Pseudotagträume mit W. Obwohl er in den hintersten Winkel verschickt wurde, im Halbwachzustand kommt er aus irgendeinem Loch gekrochen und verursacht krasse Sehnsucht. Am nächsten Morgen kann die Nation das Ausmaß und die Qualität der Sehnsucht nicht nachvollziehen. Die Nation weiß, es ist ein Hirngespinst, keine echte, auf der Erde wandelnde – also in der Realität –  und in greifbarer Nähe oder gar zur Verfügung stehende Person. Ceci n´est pas un pipe. Sieht nur so aus, sieht NUR so aus!

Die Nation muss ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten zurückfahren. So geht das jedenfalls nicht weiter. Wo ist der Egoismus hin? Er wohnt doch sonst überall, nur nicht in dieser Nation! Wir brauchen qualifizierte Einwanderer. Greencard gibt´s nur für Egoisten! Ausgeflogen und abgeschoben werden ab sofort: Frau Al-Thruismus, Herr G. Meinwohl, Frau G. Ben, Herr N. Onprofit.

Die Nation probiert „Integration“ von der anderen Seite und besichtigt zwei Moscheen. Allāhu akbar.

Die Nation hört Arcade Fire. Hört, naja… Vielmehr: Alle Bürger schreien es aus den Fenstern. Nochmal, nochmal, nochmal „We used to wait“. Nochmal, nochmal, nochmal, nochmal, nochmal „The Suburbs“. Die Häuser brennen, sometimes I can´t believe it, I´m moving past the feeling again. Und „Rococo“, arghghg! Let´s go downtown and talk to the modern kids. Deshalb müssen aber nicht sofort Bündnisse geschlossen oder Kommuniques an eine andere Nation verschickt werden, die auch Arcade Fire mag. Das hat nichts zu sagen. Die andere Nation hat die Lieder nicht verfasst. Und singt sie im Übrigen auch nicht.

Die Nation bekommt einen guten Musikgeschmack attestiert. Die Nation und ihre Musiker feiern in einem coolen Büro. Der Chef macht Musik. Die Kinder tanzen, trinken Vodka, versuchen sich gegenseitig einzurenken, machen Fotokopien von ihren Gesichtern, aschen auf den Boden, demolieren die Schreibtischlampe. Dazu: „I´m sorry Mrs. Jackson, I am for real, never meant to make your light go out, I apologize a trillion times.“ ;-) Am Ende schlafen alle in einem zu kleinen Zimmer. Einer hält beim Schlafen ein Lineal in der Hand wie ein Laserschwert („Nein, Mann, ich will noch nicht einschlafen, ich will noch n bisschen tanzen!“ ;-), einer zieht seine Hose aus, der andere XXX. Und schon geht der Vorhang für die bekannte Szene auf.

Soviel zur Lage der Nation.

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