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Was treibt dich an?

27. Oktober 2010

Wenn mich meine Chefin heute fragen würde, was mich antreibt, dann würde ich mit Goethe  sagen: Was du nicht fühlst, wirst du nicht begreifen. Es ist tatsächlich so, dass ich glaube, dieser Generation oder diesem Menschentypus nicht verständlich vermitteln zu können, was mich, was uns (Leute wie mich) antreibt. Ich könnte es zwar versuchen, aber sie würden es wahrscheinlich nicht verstehen, denn sie können es nicht fühlen.

  • Mich treiben ein gutes Gespräch, ein gemeinsames Lachen, ein gemeinsames Erlebnis an.
  • Mich treibt gute Musik an. Mich treibt es grundsätzlich an, etwas künstlerisches zu hören, zu lesen, zu sehen, zu erleben, dass in meinen Sinnstrukturen Resonanz verursacht und diese bestätigt oder erweitert.
  • Mich treiben Menschen mit ähnlichen Werten an.
  • Mich treibt es an, wenn Menschen etwas genießen, wozu ich beigetragen habe.
  • Mich treibt es an, wenn ich etwas für jemanden organisieren konnte, das ihm das Leben leichter macht.
  • Mich treibt es an, wenn ich jemandem etwas beibringen oder erläutern kann.
  • Mich treibt es an, etwas auf dieser Welt bewegen zu können.
  • Mich treibt Schönheit an, mich treibt Sinn an. Das was für mich schön ist, das was für mich Sinn ergibt.
  • Mich treibt es an, Dinge zu erzählen, die mich antreiben. Heutzutage aka. „teilen“.
  • Mich treiben die Endlichkeit des Lebens und die Einzigartigkeit des Moments an.

„Der Mensch nehme nicht das „An sich“ der Dinge wahr, sondern die Erscheinung, die dadurch entsteht, daß die Dinge ihn affizieren und er diese Affektionen nach den Gesetzen seines Verstandes und seiner Vernunft verbindet.“

 

Ästhetik und Lernen

… sind (…) keine Gegensätze. Im Gegenteil glaube ich, dass Lernen nur gelingen kann, wenn sich in unseren Köpfen das Wissen zu Gestalten ausformt, die auch mit ästhetischen Kategorien beschreibbar wären: Das plötzliche Begreifen eines Zusammenhangs, die Konstruktion von Sinn bei der Lektüre eines Gedichts sind ebenso ’schön‘ und befriedigend wie die Harmonie einer gelösten mathematischen Gleichung oder die Eleganz eines neuen wissenschaftlichen Modells. Alles, was wir denkend, forschend, rechnend und redend tun, schafft eine Ordnung, von der wir oft erst dann emotional begeistert sind, wenn eine geheimnisvolle Ausgewogenheit erreicht ist. Auch das Lernen könnten wir als einen Prozess der zunehmenden Ordnungsbildung auffassen, der allerdings nicht additiv verläuft, sondern als ständige Um- und Neuorganisation zu verstehen ist.“ (Heinz von Foerster)

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