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Träumen…

3. Mai 2011

mit Varguitas:

„Doch in der Bibliothek verbringe ich nur einige Stunden am Tag. Die andere Hälfte meiner erträumten Existenz findet außerhalb statt: in den staubigen Straßen der Großstadt. Ich gucke Filme über Filme, sitze stundenlang in Cafés und inhaliere alles mit der gleichen brennenden Neugier: Nachrichten, Musik, Politik, Geschichte, Kultur, Sport, Börseninformationen, Technik, Wissenschaften. Unerwartetes, Menschliches, Übermenschliches.“

„Die Unterwelt mit ihren Dämonen zieht mich magisch an. Gute Menschen sind aus schriftstellerischer Sicht uninteressant. Das Unvorhersehbare, Gefährliche und Mysteriöse, von dem wir uns bedroht fühlen, erzeugt Literatur. Aus der persönlichen Konfrontation mit den dunklen Mächten speist sich meine Fantasie. Als der ungezogene Junge, der ich schon immer war, werde ich vom Chronisten zum Mittäter ihrer Konspirationen und schmutzigen Geschäfte. Meine Rechtfertigung lautet: Ich werde meine Erfahrungen zu Literatur verarbeiten. Sollte ein gutes Werk daraus entstehen, möge mir vergeben werden.

„Mein Traum spielt sich in einer Welt ab, in der Grenzen praktisch komplett verschwunden sind. Eine Welt mit einer faszinierenden Mischung aus Kulturen, deren Eigenheiten allseits begrüßt werden. Grenzen sind für mich die absurdeste Erfindung in der Geschichte der Menschheit. Auch wenn es mir nicht gelungen ist, so viele Sprachen zu beherrschen, wie ich mir wünschte, und ich nicht an allen Plätzen dieser Welt leben kann, habe ich es zumindest geschafft, mich in gewisser Weise zu denationalisieren und damit eine Winzigkeit zur Idee einer grenzenlosen Welt beizutragen.“

„Im Traum sind meine Partnerin und ich uns beide der Zerbrechlichkeit des Systems immer bewusst – und der Tatsache, dass unser unendlich scheinendes Glück jeden Moment zusammenbrechen kann. Machen wir uns nichts vor. Am Horizont ist diese Angst immer gegenwärtig. Aber gerade diese latente Bedrohung steigert den Genuss in jedem Augenblick ins Unfassbare.“

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