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Die Schreibmaschine

19. Juli 2011

„Seitdem schreibe ich fast täglich. Ich bin eine echte Schreibmaschine geworden. Aber über die Frage, wieso ich schreibe, habe ich lange Zeit nicht nachgedacht. Erst vor Kurzem: Das Schreiben hatte immer etwas mit meinem Innenleben zu tun, das mich unaufhörlich dazu zwang. Dabei haben sich drei Phasen ergeben, die mir jedoch gar nicht bewusst waren. Am Anfang schrieb ich und dachte durch dieses Schreiben könne ich meine Gefühle in Worte fassen. Wie eine Art Blitzableiter, der mich vor seelischen Niederlagen schützen sollte. Wenn mich ein Schicksalsschlag traf, schrieb ich und erfuhr so eine Erleichterung, als wären die Blitze, die meine Seele durchzuckten, auf das Papier abgeleitet worden. In der zweiten Phase glaubte ich, mit dem Schreiben die Welt verändern zu können. Genau wie ein Revolutionär, aber eben nicht mit der Waffe, sondern mit dem Bleistift. Daran glaubte ich wirklich sehr lange. Letztlich gelangte ich zu der Überzeugung, dass ich mich durch mein Schreiben selbst besser verstehen kann.“

~ Abbas Khider: Der falsche Inder ~

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