h1

Was wir in unsere Köpfe lassen…

21. Juli 2011

Gerne gelesener Artikel der FAZ:

„Was geschieht unterdessen mit unseren eigenen Gehirnen? Immerhin ist unser Gehirn weit mehr als nur eine Werkstatt oder ein Nachschlagewerk, nämlich der Stammsitz von Liebe, Glaube, Freude, Freundschaft und jeder Erfahrung, die wir im Leben machen. Wie können wir die Kontrolle über das elektronische Gehirn erlangen, statt diesem erdumspannenden Wunderding zu erliegen?

Diese Herausforderung gleicht gewissermaßen der, vor der wir bei unserer Ernährung stehen. Die meiste Zeit seines Erdenlebens musste der Mensch, wie andere Tiere auch, nach Nahrung suchen. Höhlenmenschen zählen keine Kalorien. Angesichts des Überflusses in den heutigen reichen Gesellschaften führen unsere allesfresserischen Instinkte jedoch zur Fettleibigkeit. Auch Informationen waren lange Zeit ein rares Gut. Sie sind es aber nicht mehr. Wir können uns mit ihnen überfrachten. Wir können uns am Ramsch ins Koma saufen. Damit nähren wir das elektronische Gehirn und riskieren es, unser eigenes verhungern zu lassen. Mehr als je zuvor müssen wir steuern, was wir in unsere Köpfe lassen.

Was sollten wir in unseren Köpfen behalten? Das ist die Frage unserer Generation.

Und wie ich finde auch:

  • Mit was verbringe ich meine Zeit? Mehr mit „atoms“ oder mehr mit „bits“? Ich möchte mehr „atoms“, auch wenn die „bits“ (das „erdumspannende Wunderding“) ständig reizen und mir erlauben, Kontakt zu halten zu den anderen Kulturen, die mir wichtig sind / die ich auch bin. Kürzlich lud mich jemand zu Google + ein. Aber ich steig doch nicht nach erfolgreichem Entzug von Heroin auf Methadon um! ;-)
  • Mit welchen Menschen umgebe ich mich, mit welchen interagiere ich? Welche nehme ich gar nicht wahr? Zum Beispiel unsere Studenten hier. Da läuft die Putzfrau vorbei, wischt ihnen ihre Tische ab, sie gucken sie nicht mal an. Als wäre sie ein Möbelstück.
  • Welche Orte suche ich auf, welche nicht? Welche Orte existieren überhaupt in meinem Bewusstsein? Da ich meinen Urlaub schon hinter mir habe, mache ich jetzt Urlaub in meiner Stadt. Ich gehe in Straßen, in denen ich noch nicht war. Ich gehe an Orte, an denen ich noch nicht „wahr“. Da gibt es auch nach Jahren noch so viel, was ich nicht kenne, obwohl es direkt neben mir liegt.
Werbeanzeigen

One comment

  1. abstract: overinformed and underf*cked

    was ich auch gern mache:
    ein öffentliches verkehrsmittel aussuchen,
    mit dem ich sonst nie fahre,
    und von einer endstelle zur anderen fahren.
    (eventuell fotoapparat mitnehmen)



Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: