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Hostelfeeling, wie es weiter gehen soll, D&SA

12. April 2012

Jetzt gerade sitze ich in einem Hostel in Lima. Endlich wieder Waerme, endlich wieder Meer. Seit 15 Jahren wieder den Pazifik gesehen, aber noch nicht beruehrt. Es gibt tausende Hostels auf der Welt und alle kommen mit dem typischen Hostelfeeling. Ein Stueckchen Heimat in einem fremden Land. In der Regel gibt es eine laute Bar. Einen Computer. Mehr oder weniger saubere Baeder. Im Idealfall Zimmer mit nur 6 Betten. Die Gespraeche laufen fast immer gleich ab. Woher kommst du, wo warst du schon, wohin gehst du, wie lange hast du noch? Auch das werde ich vermissen, obwohl es mir manchmal auf den Sack geht. Werde ich mich noch an dieses Gefuehl erinnern koennen, sobald ich zurueck bin? Wird mich meine Heimat (?) wieder verschlucken? Werde ich (ja), hoffentlich (ja) ein bisschen anders sein als vorher. Ja.

Dank suedamerikanischer Maenner weiss ich, dass ich anziehend bin. Das konnten mir die Deutschen nicht vermitteln. Ist das ein Grund mich besser zu fuehlen? Vielleicht. Dank Suedamerika weiss ich, dass ich nicht nur Deutsche bin und es nie werde sein koennen. Ich weiss, dass ich immer etwas vermissen werde. Hier dort, dort hier. Am liebsten waere mir jemand, der das versteht. Meine Geschwister? Vielleicht. Ich meine, das zwischen beiden Kulturen stehen. Beides sein. Auch wenn man meinen muesste, das schliesst sich aus, aber das tut es nicht. Das habe ich gelernt.

Traue ich mich Deutschland den Ruecken zu kehren? Langfristiger als das hier, meine ich. Was passiert mit den Freunden, die man dort laesst? Kontakt halten ist schwer, das hat mir auch diese Reise gezeigt. Manche melden sich, manche nicht. Interessant, manchmal schmerzhaft zu sehen. Wuerde mir das Chaos hier langfristig die Nerven rauben? Ich denke, man koennte es ausprobieren. Vielleicht ist das die Aufgabe fuer die naechsten 10 Jahre. Was weiss ich. Kinder kriegen und sie das Gleiche durchmachen lassen, ich meine, zwei Kulturen in einer Person zu sein. Kann ich das verantworten? Mit all dem Schmerz, den dies mit sich bringt, aber gleichzeitig auch diese Breite der Welt zu kennen, die das mit sich bringt. Zu wissen, dass es sowohl das eine, als auch das andere gibt und beides funktioniert?

Gruebelei. Weil ich sowieso nicht schlafen kann, weil die Bar zu laut ist.

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