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Interessant

4. Juni 2012

waren heute zwei Situationen:

Eine junge Frau kam beruflich zu mir. Wir redeten auf Deutsch, sehr distanziert, sehr professionell. Sie trug mir ihre Anliegen vor. Ich antwortete ihr. Als ich dann auf einem Dokument ihren Namen las, sprach ich sie darauf an, ob sie Portugiesin oder Brasilianerin sei. Plötzlich ein Strahlen in ihren Augen. „Sou brasileira“ und fragte sofort, warum ich Portugiesisch spreche. Ich sagte, ich war in Brasilien. „E adorou?“ – „Sim, adorei!“ Plötzlich war sie wie ausgetauscht. Ich aber auch. Plötzlich war dieses Kühle/Distanzierte weg, und da war eine sympathische junge Frau, die ganz viel lächelte und mit mir herumschäkerte. Und das nur, weil wir die Sprache gewechselt haben. Die Sprache ist doch viel stärker ein Ausdruck der Kultur, als ich dachte. Wechselt man, ist man plötzlich „da“. Das bedeutet, dass Übersetzung nur grob möglich ist. Dass es etwas gibt, was man nicht übersetzen kann. Und dass man ein anderer Mensch ist, wenn man in einer anderen Sprache spricht. Ein bisschen wie mit anderen Kleidern, die man sich anzieht.

Auch wenn man etwas durchblickt hat, also Emotionen, und warum sie in einem passieren, wenn man also schon reflektiert hat, warum bestimmte Menschen/Situationen in einem Emotionen auslösen und das alles bis in seine Kindheit/Jugend zurückgespult hat, und weiß, dass das nur wandelnde Projektionen sind, die diese Gefühle nicht per se hervorrufen, sondern weil man ihnen selbst Bedeutung zugeschrieben hat, jedenfalls selbst dann… passieren diese Emotionen noch, lassen sie sich nicht so einfach abstellen. Wie lange muss der Pawlow´sche Hund eigentlich die Klingel hören, ohne dass es Essen gibt, bis er aufhört Speichel zu produzieren? Irgendwann muss doch der Lerneffekt wieder da sein… Also, irgendwann muss man doch auch mal dekonstruieren können. Den Film abstellen und diese Menschen wieder einfach nur als Menschen sehen. Oder Flughäfen als Flughäfen. Ich bin die Königin der Konstruktion/Interpretation. Ich musste 30 werden um zu verstehen, dass ich „in diesem Ausmaß“ etwas tue, was nicht normal ist. Ich lese ständig die Welt, weil sie für mich voller Zeichen ist. Aber das ist sowas von gar nicht objektiv. Weil meine Fantasie ohne Grenzen ist. Manchmal derart ohne Grenzen, dass ich eine komplette Nacht durchdenken kann.  Wirklich: Die Paralleluniversen der MJF. Sie existieren. Zumindest in meiner Realität.

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