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Geschlecht

24. September 2013

Ich muss mal wieder Romane lesen. Ich tue das gerne, ich suche sie mir nur nicht aus und außerdem muss ich sie zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig gelesen haben, das ist manchmal anstrengend. Ich lese also mehrere Romane, und da fällt mir wieder einmal dieses grässlich neutrale Wort auf, das von manchen Autoren und Übersetzern eingesetzt wird, wenn es um unsere Geschlechtsteile geht.

Werte Autoren und Übersetzer, ich möchte nirgendwo Sätze lesen wie „er presste sein Geschlecht an ihren Bauch“, „er rieb sein hartes Geschlecht an ihm“ oder gar „in ihrem Geschlecht verspürte sie eine zuckende Regung“. Ähnlich schlimm: „In ihrem Schoß wurde es spürbar wärmer.“

Leute! Nennt die Dinge doch einfach mal beim Namen. Auch wenn es hochwertige Literatur ist, bedeutet dies nicht, dass man sich vage um die Sache herumdrücken und dafür Wörter verwenden muss, die wirklich niemand braucht. Penis und Vagina sind vollkommen benutzbar. Gerne auch „Schwanz“ oder bei der Frau eben nicht einzeln benannt, denn wir spalten „sie“ nicht so sehr von unserer Persönlichkeit ab, wie die Männer, sondern so etwas wie „sie verspürte eine angenehme Wärme zwischen den Beinen und wurde feucht“.

Verschont uns bitte mit diesem schrecklichen, furchtbar ungenauen, fast schon klinischen und vorsinnflutlichen „Geschlecht“.

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