Archive for the ‘Berlin’ Category

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Maradonavirus

23. Mai 2013

Hui… schon länger nichts geschrieben. Vermutlich weil ich arbeitstechnisch eingebunden bin. Und wenn ich nicht arbeitstechnisch eingebunden bin, dann mache ich Urlaub (in den zwei B Städten). Und werfe Bälle ins Leben und gucke, was das Leben zurückwirft.

Habe mein erstes Herpesrezidiv. Mein Herpes (HSV-1) habe ich mir vor 14 Monaten bei einem entfernten Verwandten von Diego Maradona geholt. Da hatte ich die Erstinfektion, so eine Art Mundfäule, mit Fieber und Schüttelfrost, richtig schlimm. Und an einem der unwirtlichsten Orte, die ich jemals aufgesucht habe. Das läutert. Danach haben die Viren sich erstmal schlafen gelegt und diesen Dienstag sind sie aufgewacht und haben Hallo gesagt, uns gibt es auch noch. Naja. So ist das halt. Man muss lernen zu teilen.

„De acuerdo. Nosotros, los argentinos, somos especialistas. Ni en el cajon podemos quedarnos tranquilos. Somos algo asi como ‚la crem de la crem‘ del quilombo universal.“

(Inés Fernández Moreno: Un amor de agua. Alfaguara, 1997)

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En mi tierra desierta, eres la última rosa.

31. März 2013

Lieber B.,

wie geht es dir? Wartest du auch sehnsüchtig auf den Frühling? Ich lese gerade chilenische Exilliteratur, die in der DDR geschrieben wurde. Das sich selbst darin Erkennen verursacht gleichzeitig verwunderte Freude und sehnsüchtigen Schmerz. Warum haben wir eigentlich nie darüber gesprochen, wie deine Kindheit/Jugend in diesem (verschwundenen?) Land war? Es ist gut, dass Dinge sich verändern, aber es wäre auch schön, das Gute aus der Vergangenheit festhalten und in die Gegenwart integrieren zu können. Ist dies möglich? Kann ich im so vereinnehmenden Hier und Jetzt leben und gleichzeitig eine andere Zeit und einen anderen Ort in meinem Geist/Herzen tragen? All dies in einer Persönlichkeit zu integrieren, damit beschäftige ich mich gerade. Mir fehlen Menschen, mit denen ich darüber reden kann und die verstehen. Wann kommst du nach M? Ich komme Ende Mai nach B. Menschen-Handwerker im Finden schulen. Und mit dir einen Kaffee trinken. Mindestens.

Herzliche Grüße

MJ

Vorne steht:

In meinem verlassenen/wüsternen Land bist du die letzte Rose. (Pablo Neruda)

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Sueño Buenos Aires, sueño Berlin.

2. Juni 2011

Ah, wieder was Schönes gehört. Wunderschön, das ganze Album. Und passend zu meinem Gemütszustand.

„go back to that time in Berlin that was a deep and intense experience and make sense of it all“

Link zu einer Besprechung „como dios manda“ und zu Federico Aubele.

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No pasó nada

29. Mai 2011

– Por qué lloras? – me dijo.
– Porque sentí que ustedes estaban llorando.
– Eso no es un motivo – dijo -. Aquí se llora cuando no se aguanta más, y por cosas de importancia. Oyó?
– Sí, papi.
– La próxima vez que lo pille llorando le voy a sacar la chucha para que llore con ganas. Entendió?

 

En la vida uno se encuentra con muchos libros. Por lo general unos te excitan más, otros menos. La mayoría de veces están „bien“, es decir: no ha estado mal leerlos, pero tampoco han cambiado tu vida. Pero muy rara vez pasa que uno se encuentra con un libro que por razones x en éste justito momento encaja bárbaramente en tu vida. A mi me acaba de pasar eso con un texto del año 1980, el cuál me ha dejado fascinada y „alucinando“ (como dirían los españoles) y que por lo tanto he tenido que leer dos veces seguidas este fin de semana. Se trata de „No pasó nada“ del chileno Antonio Skármeta y este relato realmente me ha reventado el corazón. Ese lenguaje sabroso, que combina lo vulgar y la tristeza de una forma tan bella, que me ha dejado boquiabierta. Siempre me fascina cuando me encuentro con un escritor que – tratando temas tristes – es capaz de hacernos reír a la misma vez. Aquí un par de ejemplos:

„El papi para variar me dijo que me iba a sacar la chucha por andar preguntando huevadas. Como se habrán dado cuenta mi papito colabora con cariño y entusiasmo a la educación de sus hijos.“

„Yo al comienzo me sentí más tirado que pucho en Berlín. Para más remate a mi hermano y a mí nos metieron de cabeza en la Escuela del barrio. Cuando nos decían „Guten Morgen“ creíamos que nos estaban sacando la madre.“

„Era mayor que yo, pero sería de mi mismo tamaño. Y tenía una cara chiquita, así como de conejo, y unos ojos inmensos que se los aleteaba a cada rato con esas pestañas falsas cargadas de su buena libra de petróleo. Las pestañas de Sophie eran la falsedad absoluta, pero no la mirada. Era la vendedora más convincente que he conocido, incluyendo a los que venden „Die Wahrheit“ en Turmstraße, los sábados a la salida del Hertie.“

Gracias por este libro!

El cartel de la adaptación filmográfica alemana.

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Dort sind nämlick och de Leude freundlisch, wa?

23. Mai 2011

Achja, mal wieder nur dahingeschlonzt. Andere Leute werden dafür anjeschnauzt. Zum Glück ist das hier ein Eigenprojekt ohne übergeordnete Instanz. Also halte ich kurz fest: I woz back in big B.

Interessant, wie die Gegenwart das Sein zementiert und beeinflusst. So dass man sich geradezu wundert, wenn man „alte“ Orte aufsucht und sieht, dass sie scheinbar weiterexistiert haben. In B. haben die Penner weiter gekotzt, die Linken weiter geschmiert, die fertigen Menschen sich weiter demoliert, die Kunst sich weiter entwickelt, die Jugend fährt nachts weiter in betrunkenem Zustand U8, die U-Bahn riecht weiterhin wie Berliner U-Bahn, die Titel in der Lieblingsbibliothek sind weiterhin die selben, die Flagshipstores flagshippen weiter, die Investoren erweitern Hotels, die Inder in der Oranienburgerstr. haben ebenso erweitert, es wird weiter gestreetartet, weiter gebaut, weiterhin teure Schuhe verkauft. Ick bin höchst anjeregt, uffjeregt und schlußendlich nach vier Tagen trotzdem leise froh wieder zurück in MA zu sein. Wo ich überall nur 10-15 Minuten hin brauche, mir keener vor die Tür jekotzt hat und es Straßen nicht mehrmals gibt. („Sie wissen schon, dat es die Jrunewaldstraße in Bählin drei Mal jibt? Eene in Spandau, eene in Schöneberch un eene in Steglitz. Wo wollense denn überhaupt hin? Schöneberch? Ja, da sindse hier janz falsch. Hier sindse nämlick in Steglitz, junge Frau. Da hamse ja noch Glück jehabt, dat se nich in Spandau jelandet sind, wa?)

Trotzdem, ab und zu een bisken Uffrejung is schon ok.

Sehr schön auch: Rottkäppchen uff Berlinerisch.

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Ein schöner Tag

5. Januar 2010

M. war in B. und hatte einen wunderbar schönen Tag.

9:15 Uhr: Aufstehen und duschen.

9.55 Uhr: Von der Kreutzigerstraße zum Boxi laufen.

10:15 Uhr: 3 x fast ausgerutscht. Dann zu zweit im Hundertwasser gefrühstückt. Sie hatten alles was ich zum Essen brauche. Pure bliss! :-)

12:00 Uhr: Nach Mitte gefahren. 77,47 Euro bei Dussmann gelassen. Wie immer. Man kann da nicht rein und ohne etwas wieder raus. Hat bei mir noch nie geklappt.

13:00 – 17 Uhr: Deutsche Geschichte von 100 vor Christus bis 1850. Fertig mit der Welt und dem unteren Rücken.

17:15 Uhr: Ein wunderbares neues Gebäude angeschaut und mich über meinen Beruf gefreut und mich ganz erhaben gefühlt.

17:30 Uhr: Suppenbörse. Wie früher. Weeste wie ick meen?

18:00 – 20:00 Uhr: Kaffee mit Sojamilch getrunken, Haruki Murakami gelesen.

20:15 – 23:45 Uhr: B-Flat. Kitty Solaris. My home is my disco. Freunde. Rotwein.

0:30 Uhr: Kreutzigerstraße. Schlafsofa. Buch über Freundschaft gelesen.

In B fühle ich mich wohl, weil ich mir so normal vorkomme. In B gibt es nichts, was es nicht gibt. Man kann sich ausleben, man muss nur im richtigen Stadtviertel sein. Man muss sich nicht so viele Gedanken darüber machen, dass man anders ist, als die Mitte der Gesellschaft. Sondern man bekommt noch das Gefühl: So wie du bist, ist´s gut. Es ist nicht nur gut, es ist geil. Anders geht es gar nicht.

Trotzdem ist mir B zu groß. Ja, es ist mir zu groß. Aber wenn ich mich mal ganz schlecht und außenseitermäßig fühlen sollte, dann fahre ich zu meinen Freundinnen nach B. und komme erstmal klar. ;-)

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zurück in MA, was von Berlinern auch schon mal für einen Vorort von Frankfurt gehalten wird. ;-)

3. August 2009

J: Liegt aber auch echt dicht beisammen :-)
MJ: Klar, von Berlin aus gesehen. :-)
P: global gesehen is mannheim auch n vorort von berlin, wogegen ich aber doch HEFTIG protestieren möchte!
G: ich würd sagen: frankfurt ist mannheims flughafen – oder?
R: Was ist Frankfurt ?
MJ: Ein Würstchen. ;-)
CCL: dann mag R es :o)
R: So eine Frankfurter Rindswurst ist schon was leckeres, ja ;)
G: zuviel phospor, nitrosamine, ultrafettig, cholesterin …
R: Sag ich doch, lecker.
G: liwwa än äppelwoi on de monnemer rhoipromenad als ä frankfurter westchä im bonkäschatte!
R: Do hoschd abber aa rescht. Mist, jetzt muss ich dauernd an Frankfurter Grüne Soße denken. Die ist nämlich auch lecker. Ich sollte was kochen.
MJ: Ich gehe jetzt Sushi-Essen. Und danach verkneife ich mir einen Berliner. Haha. :-)

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Graf Fidi

12. März 2009

Graffidi. Neues aus Berlin. Liebe mitlesenden Juristinnen, guckt euch die Hintergrundtänzer an. Rülpsen zum Liedbeginn finde ich übrigens unkultiviert. Dann doch lieber das Konstantin Gropper´sche Rotzen in „Christmas in Adventure Parks“. Ansonsten schöner HipHop.

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Die Stadt B. II

4. März 2008

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B. liegt zwar in Deutschland, ist aber doch ganz anders als der Rest dieses Landes, so ganz eigen. Oder eher: B. ist wie die dicke Lupe, die mein Opa immer neben seinem Briefmarkenalbum liegen hatte. Alle Aspekte der deutschen Gesellschaft liegen hier, im brandenburgischen Nichts, verstärkt auf diesem großen Fleck vor. Alles was Deutschland zu bieten hat, findet sich also hier in genau betrachteter, grotesk vergrößerter Sicht. Oder noch eher: B. besteht aus Extremen und zeigt alle Extreme der deutschen Gesellschaft: politisch, modisch, künstlerisch, wirtschaftlich, musikalisch, sportlich, hygienisch: Es ist alles da. Es gibt alles. Für alles ein Stadtviertel, für alles eine Straße, für alles einen Laden.

Mich faszinieren immer wieder zwei Aspekte: Die Jugendkultur und die „wahre“ Kultur. Ich behaupte: Die Warschauer Brücke ist der beste 24 Std. Laufsteg in Sachen Streetwear. Ich behaupte: B. ist ein Kulturschlaraffenland. Ich behaupte: Diese Stadt ist so reich wie sie arm ist. Man begreift den Wahnsinn und die Großartigkeit kaum wenn man „draußen“ ist. Man kann sich nicht anderes mehr vorstellen, wenn man „drin“ ist.

Freitag = War ich auf der hervorragenden Fortbildung von Mary Ellen Bates. Siehe vorheriger Post. Sie hat einen total netten Stil: „Now look at that tool. Is that cool, or what?“. Vielleicht komme ich in den nächsten Tagen dazu, einige ihrer echt hilfreichen Tipps zu Google, Yahoo und MSN Live zu posten. Abends dann in den Hackeschen Höfen in I´m not there, dieser Dylan-Verfilmung. Echtes Experimentalkino. Man muss schon ein Fan sein, um ansatzweise was zu kapieren. Aber Cate Blanchett ist supercool. Wie immer. ;-)

Samstag = Führung durch die Kulissen der Staatsoper. Hatte mich kurzentschlossen dazu gesellt, nachdem draußen dieser Orkan tobte. Hat sich aber gelohnt, denn es war sehr eindrucksvoll zu sehen, was hinter der Bühne alles abläuft und wie viele Leute an dem Gelingen einer Aufführung beteiligt sind. Übrigens war ich sicherlich die jüngste Teilnehmerin. Alles andere Omis und Opis. :-) Weitere Stationen auf dem Weg nach Prenzlberg: Dussmann („Feuchtgebiete“ erworben), Mitte (Tee getrunken, Kuchen gegessen, hippe Leute bestaunt) und dann lecker Abendessen bei Freunden. Und lustige Gespräche in der Schwalbe. Jenny hat sich beim Rugby ein Veilchen gepflückt, es war interessant zu sehen, wie die Farben sich im Laufe des Wochenendes noch änderten.

Sonntag = Rumhängen und angesichts des schlechten Wetters doch nicht zum Boxi. Stattdessen wieder Kaffee (Caro-Kinderkaffee!!!) und Kuchen in der Kaufbar. Anschließend ins PrimeTimeTheater zu „Gutes Wedding, schlechtes Wedding“. Großartig, absolut zum Totlachen. Sehr empfehlenswert.

Dank an Jenny und Astrid für die Bleibe und das „ich bin wieder 2 Jahre jünger Gefühl“.

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Mein März

29. Februar 2008

Ganz im Sinne des Kulturspiegels plant Frau Frapeur ihren März.

  • Beginnen soll er mit einer Kurzreise nach Berlin. Dort geht es zunächst auf eine eintägige Fortbildung mit dieser äußerst interessanten Dame, auf die ich schon sehr gespannt bin. Außerdem langersehntes Wiedersehen mit den Berlinmädels und Berlinjungs. Besuch von Monsieur Vuong. Das Restaurant, nicht den Social-Bookmark-Dienst!
  • Bücher lesen: Ich werde vermutlich keine Zeit haben, aber falls doch, würde ich gerne die zwei folgenden neuen Skandalbücher lesen: „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche (die mir schon immer sympathisch war), in dem es darum geht, den Körperkult der Frauen auf eine krasse Art zu entmystifizieren. Und „Die Wohlgesinnten“ von Jonathan Littell, von dem Jorgé Semprún sagt „Dieses Buch ist das Ereignis unserer Jahrhunderthälfte.“
  • Ausgetrickst“ von Alex Robinson besprechen. Endlich einen/eine (?) „graphic novel“!!!
  • Meinen Resturlaub verbraten, vermutlich um Ostern herum. Nur wohin es gehen soll, weiß ich noch nicht. Irgendelche Tipps (bitte keine die ein Flugzeug erfordern ;-)?
  • Folgende Filme scheinen mir interessant: Control, Unsere Erde, Märzmelodie.
  • Ins Nationaltheater zu einem Stück von Lars von Trier gehen: Der Boss vom Ganzen / The Boss of it all.
  • Hoffentlich schaffe ich es auch in die Ausstellung Comics made in Germany in der DNB in Frankfurt.

Soweit, so gut. Ich informiere dann, wie erfolgreich ich war. :-)
Gruß von den Rechercheclients der ZLB in Berlin
sendet euch
Marie Jacqueline