Archive for the ‘DasLiebeD.’ Category

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Blonder Tango

20. April 2013

Zitate aus „Blonder Tango“ von Omar Saavedra Santis. Neues Leben: Berlin, 1983:

„… sieht nur, was es für Sachen gibt, gib acht auf dich, Brüderchen, vergiß nicht den Cambita Ojopi, der dich so gern hat, na also; wenn du dort in dem Europa der blonden Schamhaare und der kleinen Herzen bist, erinnere dich an deinen Camba und komm bald zurück, laß mir die Adresse von deiner Familie da, denn bald komme ich aus diesem Wüstengrab voll Sonne heraus…“ (S. 14f.)

„… denn ich kann mir vorstellen, daß diese Sprache eine schreckliche Sache sein muß, Gott sei Dank sprichst Du etwas Französisch, und das müßte Dir weiterhelfen, denn Dein Onkel Alfonso hat mir erzählt, daß alle Deutschen bis zu drei und noch mehr Sprachen sprechen.“ (S. 19)

„Ich hätte niemals gedacht, daß Du beim Theater enden würdest, umgeben von Künstlern und bedeutenden Leuten, aber ich freue mich für Dich, weil das Theater Dir immer so großen Spaß gemacht hat, genau wie Deinem Vater. Außerdem hat Josefina Apablaza mir gesagt, daß diese Länder eine viel höhere Kultur haben als wir hier, und so muß es auch sein, dafür ist es Europa.“ (S. 20)

„… und sie blieb, ohne recht zu wissen, warum, sie stellt die Tassen symmetrisch auf den Tisch, oder sie blieb, weil auch sie ihn begleiten wollte, die Kekse und den Zucker, und die magische Formel finden wollte, um ihn zu trösten, überlegt, wo sie das Saccharin hingestellt hat, der fliegen gelernt hat in einem so fernen und mysteriösen Kontinent, den sie liebt, ohne ihn zu kennen, verflucht ihre Tendenz zuzunehmen, nur weil er von dort kam, beschließt, den Kaffee schwarz zu trinken, denn als er zu ihr sprach, war es, als würde man einem Land begegnen, das man nicht hat und das man begehrt, sie sagt ihm, daß der Kaffee kalt wird, denn er weckte in ihr einen Hunger, das Unbekannte kennenzulernen, weckte auch in ihr einen Hunger nach ihm, verbrennt sich mit dem ersten Schluck heißen Kaffees die Zunge, aber das sagt sie ihm nicht…“ (S. 64f.)

„<Als wir uns kennenlernten, wolltest du nicht.>
<Weil du betrunken warst, und da wäre es genauso gewesen wie masturbieren. Genau wie jetzt.>
<Ich wollte zwischen uns nichts versauen, verdammt! Ich wollte nicht! Weil es leichter ist, mit jemandem zu ficken, als sich zu unterhalten! Bring das in deinen deutschen Dickkopf hinein!>
<Sich unterhalten oder dir zuhören? Sich wirklich unterhalten? Dein einziges Interesse gilt doch immer nur dir selber und deiner verfluchten Geschichte vom Kindchen, das so fern von zu Hause ist.>“ (S. 66)

„… das Leben verläuft hier ohne große Turbulenz. Ein bißchen zu ruhig für meinen Geschmack, aber ich bin sicher, Dir würde es gefallen, Onkel. Ich frage mich manchmal, ob man bei so viel Sicherheit wirklich glücklich sein kann. Es ist, als würde man in einem Sanatorium leben, aber das scheint sie nicht weiter zu stören. Ich glaube, sie versuchen immer, den heutigen Tag sehr dem gestrigen gleichen zu lassen und den morgigen sehr dem heutigen.“ (S. 68)

„Diese Ruhe, von der ich Dir erzähle, wird immer dann verdächtig, wenn man ihnen zuhört, wie sie nach Gründen und Motiven für die einfachsten Dinge des Lebens suchen. Halb im Scherz, halb im Ernst (wie immer) sagen wir, daß dies die Lieblingslosung der Deutschen ist ‚Wozu einfach, wenn´s auch kompliziert geht.‘ Im Theater ist das eine goldene Regel. Ich glaube, ihnen fehlen ein bißchen Sonne unter den Füßen und Flügel zum Fliegen.“ (S. 68)

„Doch obwohl ich keine direkte Erfahrung gemacht habe, glaube ich, daß die Ehe eine sehr ernste Angelegenheit ist, von der man zwar weiß, wie sie beginnt, aber nie, wie sie endet. Es geht mir auch der Gedanke durch den Kopf, daß mit einer Deutschen die Sache noch um vieles ernster ist. Wenn Du mir den Vergleich gestattest, so glaube ich, daß es etwas Ähnliches sein muß wie eine Mischung aus Pelé und Beckenbauer, das heißt, etwas, was man sich nur sehr schwer vorstellen kann.“ (S. 120)

„Niemals könnte ich sagen, daß ich mich in diesem Land zu Hause fühle. Das wäre wirklich eine rosarot gefärbte, exakt graue Lüge. Ha! … Habe ich Ihnen schon von dem Nein der Deutschen erzählt? … Lassen Sie mich erzählen, so werden wir etwas zu lachen haben. Unter den Rezepten, die wir uns ausdachten, um uns dem Heimweh hinzugeben, nahm das Nein der Deutschen lange Zeit einen besonderen Platz ein: Wir setzten uns, gemeinsam mit anderen Landsleuten, hin, um die Nein aufzuzählen: die Deutschen sind nicht unterhaltsam, die Deutschen verstehen nichts vom Essen, sie verstehen nicht, sich zu betrinken, sie haben kein Temperament, sie blicken nicht zum Himmel, sie sind nicht großzügig, sie können nicht tanzen, sie sind nicht bescheiden, sie verstehen nicht zu verlieren, sie verstehen nicht zu gewinnen, sie essen keine rohen Muscheln, sie üben keine Selbstkritik, sie nehmen keine Kritik an, sie glauben nicht, sie können nicht über sich selbst lachen, sie haben niemals Zeit, sie hören nicht zu, sie sind nicht flexibel, nein, nein und nochmals nein. Nun die Liste war lang … Und wir? Nun, wir mußten glauben, daß wir eben besser waren… Selbst wenn Sie mir nicht glauben, auch das war und ist ein Teil der Liebeserklärung an dieses Land und seine Menschen…“ (S. 131f.)

„… wenn du deinen Mund nicht aufmachst, um auch auf unsere Probleme einzugehen, entziehst du uns auch die fremden Augen, die manchmal mehr sehen als unsere eigenen, läßt du uns allein in einer Provinz, und wenn das geschieht, werden wir weiterhin glauben, daß diese Provinz die Welt ist und wir ihr Nabel.“ (S. 143)

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reale Vielfalt

18. Februar 2013

Gerade im Newsletter des Haus der Kulturen der Welt gelesen:

„Seit einigen Wochen tobt in Feuilletons und Kulturmagazinen eine Debatte, die erneut zeigt, wie weit die Mitte der deutschen Gesellschaft von einer Akzeptanz ihrer realen Vielfalt noch entfernt ist.“

Da haben wir es also wieder. Das Problem der Deutschen mit der „Otherness“.

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Alemana de papel, latina de corazón!

14. Februar 2013

Queridos seres de otros lugares. Les cuento que los alemanes estan bien loquitos, pero relocos! Ir al trabajo acá significa ir a la guerra. La guerra de los argumentos, de la lucha por el poder, de ser el más bacán, de tener razón, de amargarse la vida. Generalmente hablando, de buscarse problemas donde no hay! Tanto sufrimiento en vano, tanta energía malgastada, increíble!

Lo lindo es: Camino por las calles, por el trabajo, por mi casa y soy mucho más yo que antes. Me chupa un huevo lo que hagan o digan los otros. Yo soy yo. Ya no me importan sus reglas cómo hay que vestirse, cómo hay que comportarse, qué se pueda decir, simplemente me chupa un huevo. Tienen que aprender que existe la alteridad, que existe lo otro y que no por ser diferente sea malo.

  • Acá, todo lo que es diferente es malo.
  • Acá la gente se ignora cuando no se conoce.
  • Acá los hombres no te paran bola. Lo máximo que hacen es mirarte 1 segundo y desviar la mirada enseguida.
  • Acá mostrar emociones es una debilidad. Se las castiga, porque las emociones son malvistas.
  • Acá se crean problemas, porque realmente no hay problemas.

Cada vez me identifico menos con ciertas circunstancias acá.
Me voy a ir. Este año me voy a ir.
Porfavor, no te olvides.
Rutina, no te tragues ese sentimiento.
Quiero vivir en Latinoamérica.

Recordálo!

Sólo soy alemana de papel, pero latina de corazón.

Y mis argentinos me mandan cosas hermosas como las del posting anterior, o esta siguiente:

Hola MJ
¿Cómo estás? ¿Ya comenzaste con la rutina del año?
Estoy algo sorprendido pensando si han decidido importar un poco de viveza criolla. Me imagino que no habrás sido tú la que le llevó idea a la ministra Annette Schavan. Ja, ja, ja. Cuando necesites los contactos en Munich para la edición de tu novela, avisame.
Besos, te quiero mucho
J

ESA es la puta diferencia, me entendés?

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El huevón

20. Januar 2013

Ich habe überhaupt keine literarische Sprache! Ich spreche wie so ein Teenager, ich schreibe, wie ich spreche und ich spreche auch noch nicht mal elaboriert, sondern wie mir der Schnabel gewachsen ist. Hingegen der Chilene, el huevón, ese sí que habla bien. Domina perfectamente los dos idiomas y es muy eloquente hablando en cualquiera de ellos. Que mierda! Cómo le tengo recelo por eso. Cómo me molestaba al no pararme bola. Qué tengo yo de malo, que hago yo para espantar tanto a los hombres en Alemania? Aunque fueran Latinos. No! A mí los hombres sólo me funcionan bien en Latinoamérica. Seré yo la que cambia, o serán ellos (los alemanes o los de afuera, los que se amargan en el momento en el que entran a éste, mí país, donde todos los gatos son rubios)? Dabei geht es mir bei ihm gar nicht um irgendeinen Flüssigkeitsaustausch, sondern um einen Gedankenaustausch. Weil er einen mir ähnlichen Lebenshintergrund hat. Aber auf diese Idee kommt er gar nicht, dass ich mich mit ihm nur mental vereinigen will. Also auf eine andere Ebene der Intimität hinstrebe. Oder vielleicht hat er gerade davor Angst. Bueno, él se lo pierde. Y me dice: „No, yo soy chileno nomás, no me considero alemán.“ Listo. Entonces que se vaya a Chile „nomás“ y seguro que en algún momento de su vida se le va a venir bien duro, que habiendo vivido más de 20 años acá uno no se puede no considerar (además de cualquier otra cosa) alemán.

El señor se fue al tiro pa´l aeropuerto… ;-)

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Ya no quiero

12. Juni 2012

… vivir acá.

Me lo tengo que decir una y otra vez: Ya no quiero vivir acá.

Acá significando ésta ciudad, éste país, éste continente.

Me quiero ir, ya no aguanto, ya no veo ningún futuro acá.

Me aburren las personas. Me aburre la vida, acá.

Yo, acá, ya no quiero.

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Coolness vs. Travelling bzw. Genieß es!

10. Mai 2012

Liebe X.,

wo auch immer du bist, ich hoffe, es geht dir gut.

Ich bin seit anderthalb Wochen zurück und habe so meine Schwierigkeiten. Obwohl meine Freunde mir einen lieben Empfang bereitet haben, ist das Wiedereingewöhnen für mich nicht so einfach und die Sehnsucht nach Lateinamerika ist groß.

Die erste Arbeitswoche war schon ganz schön schräg. Man weiss gar nicht, wie man in diese Welt wieder reinpassen soll. Auch die Menschen in Deutschland kommen mir so unglaublich kalt und distanziert vor. Hier geht´s nur ums Cool-sein.  Cool IST aber fast keiner! Vielmehr sind alle Emotionslegastheniker.

Ich merke, dass ich nicht mehr mein ganzes Leben hier sein kann/will. Mal sehen… Und wollte dir nur sagen, genieß die Zeit! Genieß die Reise!

Solltest du dich auch schräg fühlen, wenn du zurück kommst, kannst du dich gerne bei mir auslassen… :-)

Herzliche Grüße aus Mannheim
(in dem sich weniger ändert, als man denkt)
Marie

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Hallo Liebes,

ich hab schon oefter an dich gedacht und mir vorgestellt wo du wohl bist und was du schon alles gesehen hast.

schoen dass du mir berichtest, ich hab auch wirklich ein bisschen angst vor dem nach hause kommen. ich hab meinen flug auf september verlegt und kann der coolness so nochmal etwas laenger entkommen. und na klar, auch ich spiel mit dem gedanken etwas komplett neues anzufangen. wenn man erstmal weg ist, merkt man, dass man ja doch ein freier mensch ist und sicherheit nicht aaaaalles ist im leben. die kaelte in deutschland hab ich schon lange gespuert, ich habs nur nie geschafft zu fliehen ;-D

ich bin uebrigens immer noch in brasilien, ich komm von diesen tollen leuten einfach nicht los. ich hab ziemlich viel zeit in paraty (genauer gesagt trindade) verbracht, war ca. 1 monat in rio und bin jetzt seit ca. 1 monat im norden und reise hier mit einem schwulen isreali (voll super, wir koennen ueber maenner reden und sind beide extrem empfaenglich fuer alles positive um uns herum). morgen gehts aufs boot durch die amazonas. oh mann, ich hab ehrlich gesagt ganz schoen schiss, haha. aber ich will das fuer mich machen, ich glaub das tut mir gut. danach will ich nach peru zum machu pichu und dann nach kolumbien 1 monat volunteering. mehr plaene mach ich lieber gar nicht, ich bin echt ziemlich impulsiv bisher gereist, hehe.

liebes, bewerb dich doch einfach mal wild ueberall. du sprichst ja spanisch und so wie ich verstanden hab haengst du nicht extremst an deinem job in monnem?

hehe, vielen dank fuers angebot, ich werde bestimmt drauf zurueckkommen =)

ganz liebe gruesse und lass dich nicht aergern von den coolis ;-D

X.

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Tranquille / Schauspiel / sent from my

15. Dezember 2011

Die deutschen Tugenden sind Filmkulissen. Es ist alles unecht. Nur Pappe.

Ich habe die Nase gestrichen voll von der Pseudo-Spießbürgerlichkeit, den Pseudo-Konservativen, den Pseudo-Werten. Am Ende mauscheln sie doch alle vor sich hin, schlafen sich hoch, nehmen Drogen statt Lebensmitteln zu sich und finden sich dabei sau geil und normal. Jeder ist nur an seinem eigenen Wohlergehen und evtl. noch an dem der unmittelbaren Familie und des Freundeskreises interessiert.

Leistung zählt nicht. Auf Pünktlichkeit wird geschissen. Verbindlichkeit ist Geschichte.

In dem Moment, wo ihnen ein Gedanke kommt, fangen Sie an aktionistisch zu agieren. Keiner denkt mehr, keiner reflektiert und bevorzugt werden die kurzfristigen Lösungen, die einen selbst gut aussehen lassen. Ob das langfristig gut ist, interessiert keine Sau. Ob es Auswirkungen hat, die mich nicht unmittelbar betreffen interessiert auch keine Sau.

Deutschland, Europa und die ganze westliche Welt ist eine falsche Gesellschaft. Ein Schauspiel. Nichts ist echt. Alles ist Farce. Am liebsten vergammeln sie in ihren teuren Wohnungen, fressen Mist und gucken sich Mist auf dem Großbildflachdingsbums an. Der Inhalt muss mit Größe kompensiert werden. Oder gerne kompensiert man Inhalt auch durch Reaktionsgeschwindigkeit. Unüberlegte Scheiße. Sent from my iphone. Da war der Finger mal wieder schneller als das Gehirn…

Ich muss hier sowas von weg…

Zum Beispiel hierhin:

Eigentlich ist das Ziel Gelassenheit. Scheint leider noch nicht ganz zu klappen. ;-)