Archive for the ‘Grübeleien’ Category

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Data will help us … ?

3. Februar 2016

Great statement by Jonathan Harris.

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Schreiben

15. September 2015

Ich glaube, ich muss schreiben, um mich selbst zu verstehen. In der oberen Etage wabert das ja alles in einer ziemlich undefinierten Masse, die mal in diesen, mal in jenen Winkel schleicht, mal diese, mal jene Gehirnwindung erkundet. Nebenher soll man aber trotzdem funktionieren. Ich glaube, wenn ich schreibe, dann gebe ich dieser Masse Struktur, bringe Ordnung ins Chaos und bin irgendwie Herr der Gedanken. Das ist gut. Etwas aufzuschreiben bedeutet, ihm eine Form zu geben. Sprache ist eine Art Geburtsvorgang.

Ich sollte wieder viel öfter die Zügel in die Hand nehmen.
Um weniger beeindruckt/bedrückt von dem Nebel zu sein.
Ordnung und Struktur.

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Intensitätsverlust

26. Januar 2015

Die drei vor etwa einem Jahr genannten Gründe halten mich auch weiterhin vom Blogschreiben ab. Hinzu kommt noch das Gefühl, dass ich gar nichts mehr zu sagen habe. Nicht mehr das dringende Bedürfnis, das Innerste nach außen zu kehren. Machen Partner lethargisch? Wird man durch Zufriedenheit langweilig? Bin ich zufrieden?

Ich rege mich auf über:

  • die laute Papierfabrik direkt neben meiner Zweitwohnung (WG) in einer deutschen Großstadt
  • das Umgehen der USA mit Terrorverdächtigen, speziell diese ganzen ungeklärten Fälle auf Guantanamo, die Menschenrechtsverbrechen, die da seit Jahren laufen und scheinbar von allen toleriert werden
  • meine Freundinnen und Bekannte, die nur noch von WIR sprechen (WIR sind schwanger, so ein Quatsch, SIE ist schwanger!) und nur noch über Hochzeiten und Säuglinge reden können
  • einige Freunde, denen unserer westlicher Alltag so sinnlos erscheint, dass sie seelenkrank werden
  • meinen Chef, der es schafft, in jeder Mittagspause die Schlechtigkeit der Welt auf meinen Teller zu werfen: Guten Appetit!
  • meine Mitbewohnerin in der Zweitwohnung, die ständig die Waschmaschine laufen lässt
  • schlechte Wissenschaft, mit der ich immer wieder konfrontiert bin
  • die Lethargie im Freundeskreis, als hätte man keine Themen mehr und keine Energie

Bin also ein wenig zufrieden, rege mich aber trotzdem auf. Vielleicht bin ich einfach schon wieder zu lange in Deutschland? Vielleicht fehlt mir die Intensität? Die Energie der Zwanziger? Das unbequeme Single-Dasein?

Eigentlich suche ich nach wie vor nach jemandem, der mir ähnlich ist. Weiß nicht, ob es mir vergönnt ist, eine solche Person einmal kennen zu lernen… Schön wäre es wohl. Sehr schön. Eine intensive Freundschaft. Das wär´s!

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grau

15. Oktober 2013

Schöner Tag noch, hat heute jemand in bestem Mannheimerisch zu mir gesagt. Ja, das ist sehr nett, wirklich sehr nett. Aber es geht halt nicht immer, einen tollen Tag zu haben. Ich fühle mich irgendwie richtungslos, grau und ausgelutscht. Die Motivation ging baden. Keine Ahnung wo. Wenn man sich auf einer Metaebene bewegt, dann verschwindet der Sinn ganz schnell. Man kann Leben vor- und rückwärts denken, gar spulen, hat das Gefühl, irgendein Automatismus läuft ab. Ein Ereignis folgt dem nächsten ohne eine echte Veränderung, ohne einen Richtungswechsel. Dann wiederum: Sollte er doch einmal erfolgen, der Richtungswechsel, dann werde ich mich anschließend auch wieder niederlassen, festigen, und der Alltag geht von vorne los. Vorprogrammierter Stillstand.

Auf Analysen der Welt habe ich auch keine Lust mehr. Ich hab das Gefühl, dass ich bereits durchblickt habe, wie das alles hier funktioniert. Nach welchen Dingen die Menschen trachten, warum sie handeln. Ist sicherlich Schwachsinn, zu glauben, man hätte die Welt verstanden. Aber manchmal fühle ich mich so. Und dann fehlt der Sinn. Dabei ist er doch so wichtig, dieser Sinn. Manche kriegen Kinder. Auch eine Art von Sinn. Aber ich denke eben, der Sinn, der muss ganz aus mir heraus kommen. Kommt er meist auch, viel tiefer aus mir selbst, als bei vielen. Aber der Lausebengel ist flüchtig, geht öfter mal flöten und ich muss dann wieder suchen, suchen, suchen…

Naja. Niemand hat behauptet, es sei einfach.

Ist schon ok so.

Irgendwie.

Vage.

So.

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Sommergrübelei

24. Juli 2013

Endlich liegt einmal wieder ein ordentlicher Sommerurlaub vor mir. Ich habe, so erklärte ich es jedenfalls diese Woche einem Kollegen, der mich – sehr deutsch – nach dem Stand der Planung und Vorbereitung fragte, das Grundgerüst erstellt, den Rest lasse ich undefiniert und kläre ihn vor Ort. So kann man sich Offenheit bewahren. Und die ist wichtig.

Weil es so warm ist und die kleinen Biester einen quälen (man weiß nicht, mit was mehr: dem Stich oder der Vorahnung eines Stiches durch das Geräusch), kann ich nicht schlafen. Also fragte ich mich, wie ich vor einem Jahr war. Das sage ich, als wäre es das normalste der Welt, sich sowas nachts um drei zu fragen. Aber das ist egal, es geht bei mir persönlich schließlich selten um den inneren Teil der Normalverteilung, eher um die äußeren Ränder. Also gut, schaue ich in meinem Blog nach. Und sehe, eigentlich beschäftigen mich immer noch die gleichen Dinge. Ist denn wirklich rein gar nichts passiert? Nunja, das würde ich so nicht sagen. Es ist schon was passiert. Und ich habe mich weiter entfaltet, jawohl Herr Frisch. Ich würde sagen, es sind Grundsteine gelegt worden (heute hab ich´s aber mit der Bauanalogie). Und wer weiß, wo die noch hinführen. Ich war nicht untätig. Ich habe vorerst meinen Teil getan (achja?). Den Rest darf das Leben spielen. (soso!)

Die Q-Frage. Warum mache ich das nicht einfach? Jetzt könnte ich gehen und traue mich nicht. Halten mich jetzt etwa der Wohlstand und die Sicherheit fest? Oder der Glaube, da drüber niemanden finden zu können. (Und ich brauche doch die sosehr, die mich verstehen. Und ich brauche doch die sosehr, die mich anregen.) Oder die Schwierigkeit, das Vertraute, das was Teil meiner momentanen Identität ist, das was Teil meiner Identität der letzten Jahre war, zurück zu lassen? Freunde, Familie, Orte, Lebensart?

Und was heißt das überhaupt? They are in each other all along.

Schleier, Schleier, Schleier, überall Schleier.

Ist mein wahrer Blick getrübt?

Kann man das Wesentliche, kleinprinzmäßig, nur mit dem Herzen sehen?

Zwischen den Zeilen der mystischen Dichter lesen.

Der Versuch einer Interpretation.

Sie geben das her, wozu ich gerade bereit bin.

Gelassenheit ist grundsätzlich da, Vertrauen auch.

Aber manchmal vergesse ich beides.

Manchmal kann ich die Schönheit nicht sehen.

Dann gilt es, das zu verstehen:

Vielleicht liegt die Schönheit auch im Schmerz.

Lade alle ein. Alles ist Teil. Von dem Einen.

Auch wenn es dich glaubt,

du seist getrennt.

Eins.

 

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Möglichkeiten

30. Mai 2013

Diese tausend Möglichkeiten, die wir glauben zu haben, sind nicht wirklich vorhanden. Es ist nur das möglich, was wir leben. Und wir leben nur das, woran wir glauben. Glaube an deine Möglichkeiten!

Kam mir in der U1 beim Rausfahren aus dem Halleschen Tor. In Berlinski. Heute.

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Marrow

26. April 2013

Ich bemerke, ich löse mich ein wenig, von Menschen, von Orten, von Beschäftigungen. Ich denke, das gehört zum Leben und zur Entwicklung dazu.

Freundschaften bzw. Bekanntschaften die man führt, kann man auch überdenken, wenn man feststellt, dass es doch weniger Gemeinsamkeiten gibt bzw. grundlegende Unterschiede. Wenn sie einem eher schlecht tun, als gut. Wenn man das Gefühl hat, nur dann bedacht zu werden, wenn es der andere braucht. Manchmal besteht die Gemeinsamkeit lediglich darin, dass man vom Leben zusammengeführt wurde, aber sich nicht bewusst für einander entschieden hat. Gerade als Single neigt man ja dazu, sich möglichst mehrere Menschen warm zu halten, weil man seine Beziehungen mangels „der einen“ (die ich ja sowieso in ihrer permanenten Idealisierung anzweifle) diversifiziert. Trotzdem kann man feststellen, dass manchmal der Zeitpunkt kommt, an dem man sich auseinanderentwickelt. Und dann kann man auf Abstand gehen, man muss ja nicht gleich brutal beenden. Das ist das Schöne an platonischen Beziehungen, man muss nicht so krass definieren: Sind wir denn nun zusammen oder nicht. Und schließlich gibt es auch einfach Zyklen der Annährung und des Abstandes, die zum Leben dazu gehören.

Mit dem Ort… und weil ich ja gerne viel nach- und vordenke: Ich glaube, ich denke jetzt schon darüber nach, ohne dass es akut ist, weil ich dann, wenn der Wechsel kommt, besser damit umgehen kann. Ich glaube jetzt schon zu wissen, was ich vermissen werde. Aber da kommt sicherlich noch einiges hinzu und manches fällt gar einfacher als gedacht. Gestern Abend sagte ich zu A., mir würden die Jungbuschabende fehlen, sollte ich hier weggehen. Seine Mensa (sein dritter Ort), sei bei mir der Jungbusch.

Und Beschäftigungen… damit meine ich, ich fühle weniger die Notwendigkeit, unter Menschen zu gehen. Weil da kaum noch überraschende, authentische Verhaltensweisen kommen. Ich habe das (sicherlich leicht überhebliche Gefühl), dass mich hier kaum noch etwas überraschen kann. Oder anders ausgedrückt: Ich habe keine Erwartungen mehr. Es ist einfach viel zu wenig passiert, wenn ich zwischen ihnen war. Viel zu wenig, was mich ernsthaft begeistert/berührt hat. Und da ich, wie mein bester Freund gestern sagte (und er teilt diese Verhaltensweise) zur Überinterpretation sozialen Verhaltens neige, waren da oft Erwartungen, die nicht erfüllt wurden. Die möchte ich jetzt nicht mehr haben bzw. im Zaum halten. Und das ist keine zynische oder verbitterte Feststellung, sondern einfach die Erkenntnis, dass ich anders ticke und Bedürfnisse habe, die von der Allgemeinheit nicht verstanden/erwiedert werden. Also gehe ich nicht mehr so häufig unter die wilden Tiere. :-)

Ich halte mich an diejenigen, die mir Anstöße geben. An die, die ich erkannt habe. Oder die mich erkannt haben. Die hier auf dieser Erde nicht ihre Rolle abspulen/spielen, sondern überlegen, ausprobieren, versuchen und sich von niemandem vorschreiben lassen, wie sie zu leben haben. Sondern die (im Rahmen der Notwendigkeit, sich irgendwie Geld zu beschaffen, zu Essen zu haben und saubere Klamotten) frei sind und sich frei entwickeln wollen. Ethische Grundsätze respektierend, klar, dies ist schließlich kein Aufruf zur Anarchie und zum Egoistentum.

Heimat ist, wo man sich wohlfühlt, heißt es doch. Und da gehe ich hin: Wo ich mich wohlfühle. Das sind bestimmte Orte, bestimmte Menschen, bestimmte Tätigkeiten. Und es gibt noch viel mehr, was ich nicht kenne. (Übrigens auch in mir drin, nicht nur in der äußeren Welt). Aber ich weiß es ist da und ich muss nur Zeit und Raum dafür finden, um dem zu begegnen, und immer schön offen bleiben. Offen, bis zuletzt. Mein Ziel ist es, sich dem Tod offen in die Arme zu werfen. Klingt gar nach Selbstmord? Dann falsch interpretiert. Das Ziel ist gut zu leben und gut zu sterben. Sich dem hinzugeben, was kommt. Zu gucken, was dieses Leben mit dieser Seele macht. Zu lieben, ernsthaft zu leben, mit Wonne zu sterben. Klingt vielleicht krasser als es ist, denn ich bin völlig normal. Ich denke nur gerne. :-)

Taking detours to the marrow. Ich hätte nie gedacht, dass dieser Titel, den ich vor 8 Jahren diesem Blog gab, so lange Gültigkeit behalten und dass ich so konsequent an DIESEM Ort festhalten würde.

Grenzgängerin. :-)

„Wenn du dich positioniert hast in deinem Leben, sagt sie, ziehst du den(/die) entsprechenden (Menschen) automatisch an.“ (taz vom 20./21. April)