Archive for the ‘Kunst!’ Category

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REAL

23. Februar 2011

Vor einigen Jahren gab es doch diese Zigarettenwerbung „Für mehr echte Freunde“… oder so. Zigaretten hin oder her, es ist scheißwahr (um mal ein wenig jugendlichen Slang hier einzuführen). Ich weiß, ich müsste das eigentlich genauer ausführen und konsequenter begründen, aber ich bin im Herzen eine Dilettantin und meine Begründung heißt Bauch/Herz/Kopf-Gefühl. Ich bin selten wissenschaftlich drauf, viel ist bei mir emotionale Intelligenz und ich höre darauf und bin oft gut damit gefahren. Deshalb meine Gedanken/Gefühle in Stichworten:

  • Netzwerke machen mein Leben nicht schöner. Lose Kontakte machen mein Leben nicht bedeutsamer.
  • Ich will ECHTE und EHRLICHE Gefühle. ECHTE, nicht auf oberflächlichen Interessen basierende „Beziehungen“: Bei meinen Freunden, bei meiner Arbeit, in meinem Leben. Nur echte und tiefe Gefühle, nur ernste und spirituelle (das Adjektiv gefällt mir nicht ganz, aber ich weiß nicht wie ich es anders sagen soll) Menschen – die wissen das Oberflächlichkeit langfristig nicht glücklich macht – können mich inspirieren. Ich möchte mehr mit diesen Menschen zu tun haben. Ich möchte ihnen begegnen, ich möchte sie erkennen, ich möchte mich mit ihnen umgeben und mich mit ihnen austauschen. Alle anderen toleriere ich (ich kann leider nicht respektieren sagen, aber tolerieren, auch das ist ehrlich), ich möchte aber nicht viel mit ihnen zu tun haben.
  • Echter Austausch, echte Kommunikation, das ist es doch! Why use Facebook, when you´ve got real life?
  • Freundschaft ist selbstlos. Ohne Zweck. Ohne Interesse. Ohne „social graph“. Echte Freunde rufen an. Echte Freunde treffen sich mit dir. Echte Freunde investieren Zeit. Echte Freunde sind an dir als Mensch interessiert. Auch im Elend. Nicht an dir als…. Objekt? Sozialkapital? Erhöhung der Anzahl der „Freunde“?
  • Ich rede hier die ganze Zeit von Freunden, aber eigentlich möchte ich mit diesen Leuten auch zusammenarbeiten (und man muss nicht zwangsläufig auch befreundet sein). Aber schwer ist es: Schließlich kann man sich seine Arbeitskollegen nicht immer aussuchen. Ehrliche Menschen! Menschen mit Werten. Das ist es doch! Es geht nur darum, sie kennen zu lernen, zu erkennen und zu begeistern.
  • Erkenntnis: Man verpasst nichts. Es gibt nämlich auch gar nichts zu verpassen. Alles was dir dienlich ist, im Leben, passiert. Aua. Das Leben hat seine Wege. Wirklich. :-)

So und jetzt muss ich in einem Katalog was über eine Ausstellung lesen, auf der ich heute im Mannheimer Kunstverein war. Die Auflösung der Ökonomie. Weil das beschäftigt mich sonst so sehr, dass ich nicht einschlafen kann. Und es hat was mit dem oben beschriebenen zu tun. Immer hat alles mit allem zu tun. Wirklich. :-)

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Vielleicht

7. Februar 2011

Heute bei schönstem Sonnenschein auf der erinnerungsauslösenden Mathildenhöhe flaniert. Den meditativen Garten des Hauses mit dem überwucherten Garten darf man mittlerweile durchschreiten und entdeckt dabei so manch schönen Brunnen. Anschließend in der großartigen Expressionistenausstellung gewesen. Dort folgendes entdeckt:

„Vielleicht gehe ich morgen nach Mannheim, das muss man doch gesehen haben.“

(Darmstadt, 27.09.1907 – Brief von Aby Warburg an seine Frau)

und

„Es wäre zu schön, wenn diese Sache uns wirklich zusammenbrächte, denn mir scheint eine persönliche Aussprache von Subjekt zu Subjekt immer dringender nötig. Vielleicht kann der Ort des Treffpunktes zentral zwischen uns alle gelegt werden, obwohl ich persönlich für längere Zeit keine Entfernung scheue.“

(Itzehoe, 22.07.1920 – Brief von Wenzel Hablik an Bruno Taut)

 

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above the waist line

12. Januar 2011

Sehr cooles Dokumentationsprojekt von Kritzeleien.

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Mein Mai

2. Juni 2010

Der Mai war ein Monat geprägt von höheren und tieferen Lagen. Sowohl körperlich, emotional, beruflich als auch wettertechnisch betrachtet. Nebenher habe ich mich abgelenkt, unterhalten, gebildet, getroffen, zerworfen. Außerdem bin ich zum Zahnarzt gegangen und habe mich wieder einmal über die Inhaltslosigkeit des Focus gewundert. Eigentlich business as usual.

Mein Kulturmai:

* Kino: Sin nombre

* Musik: Sophia

* Theater: TIG 7 – Here and now (u.a. mit Action Hero aus Bristol)

* Ausstellung: Kirchner und Tatjana Doll (Hack Museum, Ludwigshafen)

* Medienkunst: Lux Vocat – Durch die Nacht zum Licht (ZKM, Karlsruhe)

* Ballett: Frida Kahlo, Nationaltheater Mannheim

* Film: Nichts als Gespenster

* Musik: Talking to turtles, cafga, Mannheim

* B. Schlinks Vortrag: Über Vergangenheit schreiben, Heidelberg

* Tanzen: Shantel, halle02, Heidelberg

Und was ich dazu gehört habe – neben tausendmal Sophia – findet ihr auf meinem Mixtape.

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Kurioses

25. September 2009

Bild 2

1. Fundstück des Tages. Aus der WDL.

2. Fundstück des Tages. Aus der W.

‚Bohème’ und ‚Avantgarde’ werden häufig fälschlicherweise synonym verwendet: Die Bohème provoziert durch Normverstöße in ihrer Lebensführung, eine Avantgarde dagegen provoziert durch Normverstöße in ihrer Kunst. Sollte ein Künstler sowohl durch seine Lebensführung als auch in seiner Kunst gegen die etablierten Normen verstoßen, können sich die Begriffe überlagern. Doch dies ist nicht zwangsläufig der Fall.

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Was ist Kunst?

7. Mai 2009

Madame Frapeur et l´art. Let me tell you.

Madame Frapeur ist seit einigen Monaten tief in die Kunstszene gerutscht. Hat einen freien Kurator und die Pressesprecherin eines Museums kennen gelernt, eine Weihnachtsfeier im Atelier eines Künstlers verbracht, Tee im Atelier einer Videokünstlerin getrunken, einer Auktion im Kunstverein beigewohnt. Zahlreiche Vernissagen und Museen besucht. 500 Euro in ein Kunstwerk investiert, das nun in ihrer Küche hängt. Und damit es nicht langweilig wird, ist sie noch auf der Art Karlsruhe und der Art Cologne gewesen und hat mit Galeristen geredet. Über Preise, Krisen und die ewige Frage: Was ist Kunst?

Kunst darf für sich selbst sein. Das ist schon einmal gut. Weil sie keinen Zweck erfüllen und nichts erreichen muss. Weil es keine Grenzen gibt. Nur Ideen. Weil man alles ausdrücken darf und kann. Weil man sein Weltbild darstellen und gleichzeitig in Frage stellen kann. L´art pour l´art. Vivat!

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Vitamin B

5. März 2009

In der Kulturbranche scheint Vitamin B die einzig wirksame Methode zu sein, um an gute Stellen zu kommen. So etwas wird nicht ausgeschrieben, so etwas wird szeneintern vergeben. Man muss einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und die richtigen Leute kennen.

Heißt: Wenn man da mitmischen will, muss man sich in die Szene hineinstürzen. Kontakte knüpfen. Telefonieren. E-Mails schreiben. Auf Vernissagen erscheinen. Am Ball bleiben. Vitamin B in rauen Mengen. So läuft der Hase.

Ist vermutlich allgemein bekannt, nur die kleine MJF stellt es wieder einmal mit Verwunderung fest.