Archive for the ‘Kunst!’ Category

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Mein Mai

2. Juni 2010

Der Mai war ein Monat geprägt von höheren und tieferen Lagen. Sowohl körperlich, emotional, beruflich als auch wettertechnisch betrachtet. Nebenher habe ich mich abgelenkt, unterhalten, gebildet, getroffen, zerworfen. Außerdem bin ich zum Zahnarzt gegangen und habe mich wieder einmal über die Inhaltslosigkeit des Focus gewundert. Eigentlich business as usual.

Mein Kulturmai:

* Kino: Sin nombre

* Musik: Sophia

* Theater: TIG 7 – Here and now (u.a. mit Action Hero aus Bristol)

* Ausstellung: Kirchner und Tatjana Doll (Hack Museum, Ludwigshafen)

* Medienkunst: Lux Vocat – Durch die Nacht zum Licht (ZKM, Karlsruhe)

* Ballett: Frida Kahlo, Nationaltheater Mannheim

* Film: Nichts als Gespenster

* Musik: Talking to turtles, cafga, Mannheim

* B. Schlinks Vortrag: Über Vergangenheit schreiben, Heidelberg

* Tanzen: Shantel, halle02, Heidelberg

Und was ich dazu gehört habe – neben tausendmal Sophia – findet ihr auf meinem Mixtape.

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Kurioses

25. September 2009

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1. Fundstück des Tages. Aus der WDL.

2. Fundstück des Tages. Aus der W.

‚Bohème’ und ‚Avantgarde’ werden häufig fälschlicherweise synonym verwendet: Die Bohème provoziert durch Normverstöße in ihrer Lebensführung, eine Avantgarde dagegen provoziert durch Normverstöße in ihrer Kunst. Sollte ein Künstler sowohl durch seine Lebensführung als auch in seiner Kunst gegen die etablierten Normen verstoßen, können sich die Begriffe überlagern. Doch dies ist nicht zwangsläufig der Fall.

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Was ist Kunst?

7. Mai 2009

Madame Frapeur et l´art. Let me tell you.

Madame Frapeur ist seit einigen Monaten tief in die Kunstszene gerutscht. Hat einen freien Kurator und die Pressesprecherin eines Museums kennen gelernt, eine Weihnachtsfeier im Atelier eines Künstlers verbracht, Tee im Atelier einer Videokünstlerin getrunken, einer Auktion im Kunstverein beigewohnt. Zahlreiche Vernissagen und Museen besucht. 500 Euro in ein Kunstwerk investiert, das nun in ihrer Küche hängt. Und damit es nicht langweilig wird, ist sie noch auf der Art Karlsruhe und der Art Cologne gewesen und hat mit Galeristen geredet. Über Preise, Krisen und die ewige Frage: Was ist Kunst?

Kunst darf für sich selbst sein. Das ist schon einmal gut. Weil sie keinen Zweck erfüllen und nichts erreichen muss. Weil es keine Grenzen gibt. Nur Ideen. Weil man alles ausdrücken darf und kann. Weil man sein Weltbild darstellen und gleichzeitig in Frage stellen kann. L´art pour l´art. Vivat!

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Vitamin B

5. März 2009

In der Kulturbranche scheint Vitamin B die einzig wirksame Methode zu sein, um an gute Stellen zu kommen. So etwas wird nicht ausgeschrieben, so etwas wird szeneintern vergeben. Man muss einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und die richtigen Leute kennen.

Heißt: Wenn man da mitmischen will, muss man sich in die Szene hineinstürzen. Kontakte knüpfen. Telefonieren. E-Mails schreiben. Auf Vernissagen erscheinen. Am Ball bleiben. Vitamin B in rauen Mengen. So läuft der Hase.

Ist vermutlich allgemein bekannt, nur die kleine MJF stellt es wieder einmal mit Verwunderung fest.

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Mein März

28. Februar 2009

Ich könnte jetzt herumheulen und den Zustand meines Körpers oder den der Welt beklagen, tue ich aber nicht. Statt dessen zähle ich lieber auf, was ich im März vor habe:

  • In die Ausstellung „Superman und Golem: Der Comic als Medium jüdischer Erinnerung“ im Jüdischen Museum in Frankfurt zu gehen.
  • Der Wiedereröffnung des Hack-Museums in Ludwigshafen beizuwohnen.
  • Auf die art Karlsruhe gehen und u.a. schauen was Stefan Strumbel Neues gemacht hat.
  • Zu Polarkreis 18 ins dasHaus nach LU gehen, um endlich die Frage zu klären, ob wir nun allein sind oder nicht.
  • Im Kino „Der Vorleser“ gucken.
  • Eine Videokünstlerin in der Sternwarte bei mir um die Ecke zu besuchen und heraus zu finden, was mit diesem Gebäude los ist.
  • Auf die Lange Nacht der Museen in MA/LU zu gehen.
  • Den bei Reprodukt erschienenen Comic „Fuck“ von Chester Brown zu besprechen, in dem es über die Jugend in einer kanadischen Kleinstadt geht.
  • Hören was die genialen Triband so machen. Natürlich live.

Und zwischendurch ein wenig arbeiten gehen – was zur Zeit extrem angenehm ist, weil die Kinder alle Ferien haben und es schön ruhig ist – und in den schönen Bibliotheken dieser Stadt für die Klausur über Medienblabla lernen.

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Erkenntnisse des Wochenendes

8. Februar 2009

Man gebe sich ein Kontrastprogramm. Hinsichtlich des Alters.

Ich war auf der Vernissage der „Strümpfe“ und konnte mehr oder weniger ansprechende Kunst in einem sehr ansprechenden, wunderbaren, kleinen Raum begutachten. Dabei interessante Menschen kennen lernen, die jugendlich und sehr kreativ gekleidet waren, aber nicht mehr so jugendlich sind. Aber innerlich jung geblieben, und das ist das was zählt, oder? Jedenfalls kamen wir auch auf die Onkel Otto Bar zu sprechen, von der ich der Meinung bin, sie ist das Mannheimer Auffangbecken für Männer mittleren Alters (30-40), die auf der Jagd sind. Und als Beute stellen sich – von mir arroganter Sau einmal abgesehen – hübsche und einfach mit nach Hause zu nehmende Frauen zur Verfügung, die sicherlich nicht zur intelligenten Elite dieser Nation zählen. *räusper* Jedenfalls wurde gemeinsam erörtert: Die OO-Bar ist ein Ort für Frotteure. Wie geil ist dieses Wort! Also Leute, die sich an anderen reiben wollen, was in der OO-Bar hervorragend möglich ist. Trotzdem: OO-Bar rules. Ab und zu kann man (und frau) sich ihr nicht entziehen. :-)

Wer sich an jüngeren Körpern reiben will, der möge sich in die Alte Feuerwache auf ein Konzert der „The Subways“ begeben. Frottieren in der OO-Bar ist, verglichen mit dem Körperkontakt der da stattfand, eine geradezu prüde Angelegenheit. Die Subways sind musikalisch ebenfalls nicht elitär und der Sänger ist für sein Alter ganz schön arrogant. (Hier fällt mir der geniale Zwischenruf eines Berliner Konzertbesuchers ein, der damals in der Kalkscheune den ebenfalls sich zu Tode possierenden „Sugarplum Fairies“ entgegen rief: „You´re not the Hives!“). Aber sie rocken, rocken, rocken! Junge, wohltrainierte, tätowierte, nackte Männeroberkörper mit Guitarrendeko sind hübsch anzusehen. Aber rechtfertigen sie eine Orgie mit der schwitzenden Jungfleischmasse? Ich bin noch unschlüssig. Lustig war´s aber auf jeden Fall. Das lag aber vor allem an den guten Freunden, die dabei waren und mich vor so manchem Ellbogen im Gesicht bewahrt haben. Blaue Flecken hab ich leider trotzdem. Zukünftig also lieber wieder OO-Bar?

Ich hoffe, diese zwei Absätze können das Dilemma der 25-30-Jährigen annähernd wiedergeben. Oder um es mit der Überschrift eines Artikels aus dem U_mag zu sagen: „Niemand will alt werden, doch zu jung ist auch irgendwie uncool.

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I so love this city…

6. Februar 2009

and these pictures. Look at them! I simply love MA.

Benched by HolgerE

Mannheim Neckarpromenade by Tobi Doomed

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Analog oder digital?

31. Januar 2009

Ich habe gerade das Vergnügen, die Magisterarbeit einer Freundin zu lesen, in der es um digitale und analoge Fotografie geht. Und ich meine das ernst: Es ist wirklich erhellend, das zu lesen. Ein paar Absätze möchte ich im Folgenden zitieren. Ich hoffe, ich kann sie davon überzeugen, es zu publizieren.

Die Gleichsetzung kognitiver Prozesse mit Digitalität, führte laut Schröter zu einem Antagonismus, der „das Analoge als das Ursprüngliche, Natürliche, Reale (oder kausal mit dem Realen Verbundene) – aber auch Unbestimmte und Amorphe; das Digitale und insbesondere das Binär-Digitale hingegen als das Omnipotente, Universelle, ja Kulturelle codiert“ . Schröter formuliert weiter, dass sich mit der Bezugnahme der Attribute analog/digital auf den Medienbegriff, die Dichotomie weiter verfestigt hat. Er verortet hierfür die Anfänge in den sechziger Jahren ; die breite Entwicklung dieser Differenz findet jedoch mit der Erfindung der CD (Compact Disc) in den achtziger Jahren statt. Damit hat sich in der Gegenüberstellung von Schallplatte und CD die „Dichotomie analog=real, aber auch mit den Trübungen der Welt behaftet vs. digital=hyperreal, also realer als real, aber potenziell auch irreal“ etabliert. Schröter beobachtet weiter eine sich durchsetzende normative Wertung der Kategorien analog und digital: Im Zuge der Verbreitung des Personal Computers, der digitalen Kamera und der Bildbearbeitungsprogramme, entwickelte sich schließlich ein Verständnis von digital als fortschrittlich und analog als überkommen.

Durch die Fotografie wird ein neuer Wirklichkeitsbegriff definiert, „der die Simulation und Virtualität als neue Ontologie proklamiert“ . Während die analoge Fotografie die Realität als Simulacrum im Sinne des Ebenbilds wiedergibt, gibt die digitale Fotografie sie als neuartiges Simulacrum wieder. Für dieses ist charakteristisch, dass es „die Wirklichkeit absorbiert hat und zur neuen Wirklichkeit geworden ist“ oder wie Schaesberg es formuliert: „Im Simulakrum wird die Wirklichkeit durch ihre Repräsentation ersetzt.“ Als Beispiel können die Aufnahmen von weiblichen Porträts in der Werbefotografie genannt werden. Diese vermittelt das Bild einer Frau, die es in der Realität nicht gibt, mitunter gar nicht geben kann. Durch Beauty-Retuschen werden Idealbilder von Frauen geschaffen, wie dies Feron mit seiner Retusche von Behnaz Sarafpour getan hat, die jedoch auf viele Frauen als verbindliche Realität wirken und so in Form des Vorbilds zur faktischen Realität werden.

Auch Batchen setzt sich mit dem Gedanken der Simulation auseinander. Er argumentiert im Sinne der Zeichentheorie, dass vor allem mit Hilfe von Bearbeitungssoftware die Möglichkeit gegeben ist, Bilder ohne jeglichen Wirklichkeitsbezug zu schaffen, die jedoch real erscheinen. Diese ‚Fotografien’, es handelt sich hierbei faktisch um Computerbilder, simulieren Realität, sind in Wahrheit jedoch von virtueller Natur.

Auch Rötzer vertritt die These, dass die „Täuschung (..) das innerste Prinzip der technischen Bilder“ sei und „deren Realismus stets ein Selbstbetrug“ . Wobei durch die mannigfachen Möglichkeiten der Bildbearbeitung, eine Steigerung dieses Prinzips in der Digitalfotografie für ihn zu beobachten ist. Die Fotografie ist für ihn jetzt eine „perfekte Malerei eines digitalen Surrealismus“ – das Bild wird zur „nackte[n] Imaginationsfläche, die der subjektiven Aufzeichnung offen steht“ .

Für René Berger ist das Wesentliche und gleichzeitig qualitativ Nneue am digitalen Bild, dass es die „Technologie als Ko-Autor“ hat. Das Neue an diesem Bildtypus ist daher die doppelte Autorenschaft, die in Form von unter anderem automatischer Einstellung der Blende, der Belichtungszeit, des Kontrast, des Weißabgleichs, der ISO-Werte und des Autofokus starken Einfluss auf das Endresultat einer Fotografie nimmt. Der Claim von Kodak „You press the button, we do the rest“ bringt diesen Aspekt der digitalen Fotografie gut zum Ausdruck und zeigt, dass sich diese Entwicklung schon seit 1888 begann abzuzeichnen und ihren Höhepunkt in der Digitalfotografie erlebt.

Bei der Frage nach der Objektivität von Fotografien, vor allem angesichts der Entwicklungen im digitalen Bereich, wird oft vergessen, dass der Fotograf sowohl im analogen als auch im digitalen Bereich bereits im Voraus des Fotosvor dem eigentlichen Fotografieren, viele Entscheidungen treffen muss. Entscheidungen, die die Wirkung des Fotos deutlich entscheidend beeinflussen und damit individuell färben. Der manipulative Charakter dieser Entscheidungen wird in Wolfgang Coys Terminus für sämtliche Maßnahmen, die vor der Aufnahme vorgenommen werden, deutlich: primäre Fälschung . „Das Objektiv (…) ist [eben] nicht so objektiv“ , wie es Damisch formuliert.

„[Bei der Digitalfotografie] handelt [es] sich um eine neue ‚Schrift’, die von allen beherrscht werden sollte, wenn sich zwischen den gebildeten und allmächtigen Hohepriestern und den digitalen Analphabeten, die eine leichte Beute in den Händen der Magier der Information sind, nicht immer tiefere Gräben bilden sollten“ (Quéau 1996: 111).

Deussen dagegen, schlägt einen Perspektivenwechsel vor: Alle Bilder sollten demnach zunächst als manipuliert betrachtet werden. Als authentisch würden sie nach seiner Theorie erst durch die Auszeichnung mit einem speziellen Gütesiegel gelten. Bei Verwendung des Gütesiegels verpflichtet sich der Fotografen dazu, das Bild im Internet zur Verfügung zu stellen, so dass es von jedem mit geeigneten frei zugänglichen Analyseprogrammen, wie gerade beschrieben, getestet werden kann. Die Urheberrechte müssen selbstverständlich dabei gewahrt werden. Des weiteren müsste der Fotograf das Bild in einem speziellen Format speichern, so dass alle Arbeitsschritte von der Aufnahme an nachvollziehbar sind. Um die Authentizität der Ausgangsdatei zu gewährleisten, schließlich könnte die Ausgangsdatei ja bereits manipuliert sein, schlägt Deussen weiter vor, dass von der Kamera ein digitaler Fingerabdruck eines jeden Bildes erzeugt werden müsste, der garantiert, dass das Foto mit der Kamera aufgenommen wurde. Dieser Abdruck müsste in Kamera und Bilddatei gespeichert werden, so dass ein Abgleich mit den im Internet publizierten Daten jederzeit durchgeführt werden kann.

Aber auch für Künstler wie beispielsweise Pedro Meyer ist die Kennzeichnung manipulierter Fotografien interessant. Dieser fügt zwar nicht das Kürzel [M] hinzu, gibt aber sowohl Aufnahmedatum der Fotografie wie auch das Datum der Fotomanipulation an. Fotografien mit zwei Aufnahmedaten können bei ihm daher sofort als manipulierte Fotografien erkannt werden.

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Hallo Foto

9. Januar 2009

Dieser Mann wohnt in meinem Haus. Aber ich war vorher da. ;-)

Wenn ich es recht bedenke: Im letzten halben Jahr sagt die Fotografie mir ständig Hallo. Erst dieses unglaublich überraschende Foto von diesem Studenten. Kurz danach das Fotoshooting mit meiner ältesten Freundin im Englischen Garten. Dann in die Female Trouble-Ausstellung. Dann schwierige Recherchen nach Fotos von nackten, gefesselten, mit Gemüse in Körperöffnungen verzierte Frauen im MMK Frankfurt (von Nobuyoshi Araki, von dem ich kürzlich las, dass er sich beim Sex langweilt, der Arme). Dann Architekturfotografie im Centre Pompidou in Paris. Dann lerne ich einen Szene-Fotografen in Wien kennen, der sich abgefahrene Kameras für einen Abend leiht. Dann die grandiose Weltstars der Fotografie– und die Paolo Pellegrin „As I was dying“-Ausstellungen.

Und jetzt wohnt dieser Mann noch unter mir. Was cool ist. Ich hoffe inständig, dass er meine Klavierexzesse und gelegentlich aufgerotzte Musik verkraftet. Es wäre schade, wenn er wieder ausziehen würde.

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Kurz und knapp

8. Januar 2009

Woran erkennt man eine Metropolregion?

Weil hiea die Pole in die Metro renne. Sagt zumindest der Mannheimer.

Wie lautet Picassos Hauptthema?

Die Begegnung zwischen Mann und Frau. Sprich: Zwischen ihm und vielen Frauen. Der alte Lustmolch! Aber es ist interessant anzusehen.

Was ist die Re-Individualisierung der Massenmedien?

Die Steigerung der Souverenität des Konsumenten durch die Möglichkeit Informationen nach seinen speziellen Bedürfnissen und Interessen zusammenstellen zu können. Jeder ist sein eigener Programmdirektor!