Archive for the ‘movies’ Category

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Zwei Mal Begeisterung

9. November 2010
  • Orly. Sehr schöner Film (meint auch die FAZ), der jetzt im Verleih ist. Habe ich im Sommer auf dem atmosphärisch einmaligen Festival des deutschen Films auf der Parkinsel in LU gesehen. Gesehen ja, wahrgenommen nur teilweise, weshalb ich überlege, nochmal hinzugehen, weil ich abgelenkt war mit Überlegungen, ob ich einen jungen Mann hinter der Bar ansprechen soll. Am Ende des Films hatte ich mich – angespornt durch den Film – durchgerungen und fest beschlossen, es zu wagen. War dann fast dort und dann wurde mir der Zugang zu genau dieser Bar verwehrt: „VIPs only“. Holy shit! Wenn das kein Zeichen ist.
  • Pimp and Soil Sessions. Sehr fett, sehr fett. Nicht nur der spärlich mit einem Bademantel bedeckte Bauch des „Agitators“, sondern vor allem die Musik. Das ging mal echt gut ab. Yeah! Go see and hear them, if you have the chance. Schmunzeln, in dem Zusammenhang, muss man auch über deren Albumtitel: 2004: Pimpin‘, 2005: Pimp Master, 2006: Pimp of the Year, 2007: Pimpoint, 2008: Planet Pimp, 2009: 6…. Äh, Moment, 6 ?!?!  Unpimp my album-title, sort of. ;-)
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3 Filme

3. Oktober 2010

die ich letzte Woche sah, in der Reihenfolge meines Gefallens.

  • Trade – Willkommen in Amerika (Krass! Gut! Scheißwelt! Man kann für 3 Sekunden die Mundwinkel nach oben verziehen, sonst nicht. Die letzte Szene ist nochmal wichtig. Fazit: Ich wünsche, es wäre nur ein Film. Ay, México, dueles!)
  • Fierce People (Erstmal nur seltsamer, landschaftlich interessanter, aber – hoffentlich – unrealistischer US-Hedonismus, dann ein wenig krass, dann wieder zu nett. Aber ich jauchze bei den permanent eingeblendeten Szenen über einen lateinamerikanischen Urwald-Stamm. Fazit: Zwischen einer kokainabhängigen Frau und einer liebevoll-fürsorglichen Mutter liegen nur zwei Wochen Landurlaub.)
  • Adoration / Simons Geheimnis (Hä?, aha, hä?, aha, hä? Fazit: Ein Nokia verbrennt schön.)

PS: 20 Jahre vereintes Deutschland. :-) Schön!

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Mein Mai

2. Juni 2010

Der Mai war ein Monat geprägt von höheren und tieferen Lagen. Sowohl körperlich, emotional, beruflich als auch wettertechnisch betrachtet. Nebenher habe ich mich abgelenkt, unterhalten, gebildet, getroffen, zerworfen. Außerdem bin ich zum Zahnarzt gegangen und habe mich wieder einmal über die Inhaltslosigkeit des Focus gewundert. Eigentlich business as usual.

Mein Kulturmai:

* Kino: Sin nombre

* Musik: Sophia

* Theater: TIG 7 – Here and now (u.a. mit Action Hero aus Bristol)

* Ausstellung: Kirchner und Tatjana Doll (Hack Museum, Ludwigshafen)

* Medienkunst: Lux Vocat – Durch die Nacht zum Licht (ZKM, Karlsruhe)

* Ballett: Frida Kahlo, Nationaltheater Mannheim

* Film: Nichts als Gespenster

* Musik: Talking to turtles, cafga, Mannheim

* B. Schlinks Vortrag: Über Vergangenheit schreiben, Heidelberg

* Tanzen: Shantel, halle02, Heidelberg

Und was ich dazu gehört habe – neben tausendmal Sophia – findet ihr auf meinem Mixtape.

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Werde ich…

20. Dezember 2009

jeden Tag mehr ich selbst? Und: Werde ich radikaler?

Ich glaube, ich kann mehr ich selbst sein, mich mehr finden, seitdem ich Single bin. Eine Beziehung lenkt da irgendwie ab. Ich bin unabhängig (bis auf meinen Arbeitgeber) und ich werde immer linker. Nicht, dass ich das schlecht finde – ganz im Gegenteil, weil um einen herum alles angepasster wird – , aber ich merke, wie ich weiter und immer weiter weg von der „Mitte der Gesellschaft“ rutsche.

Dabei hab ich in letzter Zeit immer öfter das Gefühl, sehr sehr sehr weit weg zu sein, aber manchmal – je nachdem auf was für einer Veranstaltung man so ist – denke ich mir: Ah, es gibt doch ein paar Menschen, die ähnliche Werte haben, ähnlich denken. Aber das reicht nicht, man muss auch tun. Man muss tun!

Ich versuche vorerst im Kleinen zu tun. Da gibt es eine ganze Menge. Aber es tut weh, zu sehen, dass nicht viele diese Einsicht haben. Dass man belächelt wird und ein bisschen ein Freak ist. (Lieber ein Freak als eine angepasste Tussi.) Muss ich denn nach Freiburg ziehen um mich nicht ganz als die totale Außenseiterin zu fühlen?

Wissen Sie, was ich glaube? Dass wir in eine Welt hineingeboren werden, in der sich niemand die Zeit nimmt, der zu werden, der er ist – und all diese Menschen, die nicht sie selbst sind, verletzen die wenigen Menschen, die sich diese Zeit nehmen.

(Sean Penn)

Ich verstehe nicht, wie wir alle so vor uns hin leben können: Arbeiten, studieren, uns unterhalten lassen (vom Fernseher oder Musik hörend), hier mal krank sein, da mal eine gescheiterte Beziehung, hier mal fett einkaufen gehen, da mal eine Reise in die DomRep, hier mal ein Kinderwagen für 500 Euro, da mal mein Audi, hier mal schnell zum Lidl gefahren, der 30 Km entfernt ist, da mal schnell mit Billigflieger nach London, hier mal dick die Heizung in meiner 8-Zimmer-Wohnung aufgedreht und im T-Shirt durch die Gegend gerannt, da mal schnell mit 8000 anderen Bekloppten Weihnachtskonsumterror in der Fußgängerzone gemacht, hier mal schnell Tickets für eine Kabarett gekauft, da 6 Std. lang Videos auf YouTube angeschaut, hier Alkohol getrunken und diesen Mann klargemacht, hier mal „I love college, I love women“ gehört, dumm gegrinst und Bier getrunken…

Das ist der zum Scheitern verurteilte Versuch sein langweiliges, weich ausstaffiertes Leben mit Sinn zu füllen. Das ist kein Glück, kann niemals Glück sein! Ein großer Flachbildfernsehr macht nicht glücklich. Eine Pseudo-Ehe auch nicht. Mancher stellt es erst mit 50 fest, kennt dann aber keine Alternativen.

Der Tod gibt dem Leben seinen Sinn. Es sind die Religionen, die das umdrehen, all diese menschenvernichtenden Religionen. Alle. Das ist der Lärm, der mich so ankotzt. Ich vertraue darauf, dass die Menschen eine Religion haben. Als Individuen, nicht als Gruppe. Wie bitte, man muss zu einem Club gehören, um etwas glauben zu dürfen? Das Einzige, was man mit Sicherheit sagen kann und worin sich die Wissenschaft und die Religion einig sind: Wir werden sterben. Wenn wir den Tod akzeptieren als die einzige wirkliche Veränderung in unserem Leben, dann haben wir auch die Möglichkeit, ein paar Antworten darauf zu finden, was wir mit unserem Leben anfangen sollen.

(Sean Penn)
Ich sehe zu viele aufwühlende Filme: Revolución, Baader-Meinhof-Komplex, The Age of Stupid, Garden State und gestern Abend „Into the Wild„. Und dieser Film hat mich sehr berührt. Sean Penn ist ein Leuchtturm.

Ich weiß nicht, wohin das alles führt, aber es fühlt sich grundsätzlich gut an, obwohl manchmal auch Gefühle wie Wut, Hilflosigkeit, Einsamkeit dazu gehören. Es führt irgendwo hin. Zum Tod sicherlich. Aber das ist ja sowieso unser aller Ziel. ;-)

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Drei Filme gesehen

14. Dezember 2009

1) The Fall. Interessant seltsam. Schöne Landschaftsbilder. Schräge Story.

2) The Age of Stupid. Aua, aua, aua. Selbst ich hatte danach ein schlechtes Gewissen. Und ich lebe recht grün. Man muss mehr tun Leute, man muss mehr tun! Wir sind die Macht! Es ist so einfach, aber eben etwas unbequemer. Aber die meisten sind so bequem! Schöne warme Scheiße in der wir leben.

3) Qué tan lejos. :-) Genau so sieht es aus! Mist, ich muss fliegen lernen.

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artmetropol.tv

23. Oktober 2009

Mag ich gerne. Nicht nur wegen der hübschen und intelligente Fragen stellenden Moderatorin. Denn artmetropol.tv bildet schön die regionale Kulturszene ab. Besonders mochte ich folgende Videos:

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It´s a free world

4. Januar 2009

Aua, dieser Film tut weh. Ist es dies, an dem unsere Gesellschaft krankt? Jeder versucht das Beste für sich herauszuholen. Koste es was es wolle. Und sie sieht dabei noch gut aus und spricht diesen herrlichen englischen Akzent.

Und dann ist es auch so unbequem, wenn man sich als Zuschauerin nicht mit der Hauptdarstellerin identifizieren kann. Will man das an einem Samstag Abend?  Im Kino war es jedenfalls atmosphärisch so unangenehm, dass ich fast froh war, mit meinem Fahrrad bei -3 Grad in die dunklen Straßen flüchten zu können.

Ausführliche Kritik der SZ.

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Dezember

2. Dezember 2008

Heulen, heulen, heulen könnte ich. Nicht weil mir der Glühweindampf die Tränen in die Augen treibt oder weil ich dringend Aufgaben abzugeben hätte. Nein: Ich bin in Wien (was an sich ja schön ist), während in unserem schönen Dreieck „The (International) Noise Conspiracy“ und „Get well soon“ spielen. Da verlässt man ein Mal die Gegend und schon verpasst man die Welt. Katastrophe!

Gut, werde ich mich halt in Wien vergnügen. Mit Sachertorte und Schokoladengetränk werde ich meinen Frust wegessen und -trinken und mich auf „The Notwist“ freuen und auf hoffentlich 500 Euro vom Finanzamt.

Auch will ich endlich „Vicky Cristina Barcelona“ sehen, wenn möglich im Original. Und zu den „Weltstars der Fotografie“ will ich auch noch, bevor es zu spät ist. Und vor dem 21. muss ich es auch noch zur „Lion´s Art“ schaffen. Alles für mein Studium, ist klar. ;-)

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Lachen & Weinen

17. November 2008

Lachen bei: Un roman policier.

Weinen bei: Hotel Ruanda.

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Kulturnovember

7. November 2008

Bekanntlich ist Kultur ja das beste Mittel gegen Depressionen, die im grauen Herbst manchmal sogar das sonnigste Gemüt ereilen. Deshalb hinein!

Was schon war:

  • „Wenn du deinen Schwanz aus mir raus nimmst, das ist schlimmer als Terrorismus.“ – Ich gebe zu, dieser Satz klingt, so ganz aus dem Kontext gerissen, etwas brachial. Er brachte mich aber während des genialen Theaterstücks „Bilder von Männern und Frauen“ des Studio Werkbühne sehr zum Lachen. Wobei einem bei manchen Szenen das Lachen auch schnell wieder weg bleibt. Das ganze Drama einer Beziehung in 75 Minuten auf einer geschätzten 4x4m-Bühne, sehr empfehlenswert!
  • Ebenfalls sehenswert: Brad Pitt in der charmanten Rolle eines Dummbatzes aus dem Fitnessstudio, in bester Fargo-Manier, zeigt der Film „Burn after reading„.
  • Nach einem Vortrag von Frau Hoppe-Ritter von Ritter Sport weiß ich jetzt warum sie quadratische Kunst sammelt und dass die beiden hässlichen grauen Blöcke am Mannheimer Hauptbahnhof tatsächlich von einem bekannten Architekten entworfen wurden. Wer hätte das gedacht.

Was hoffentlich noch kommt:

Und wo geht ihr hin?

Und nun noch ein paar abschließende Erkenntnisse aus meinem neuen Studium:

Der professionelle Kulturmanager ist ein Grenzgänger, der fähig sein muss in unterschiedlichen Kontexten zu denken und durch das Wahrnehmen verschiedener Perspektiven Felder unter Spannung und Bewegung zu setzen. Sein Vorbild ist der „Magier“: Er steuert indirekt, interveniert und greift in autonome Systeme ein, ohne deren Autonomie zu zerstören. Darüber hinaus muss er strategische Visisionen vermitteln können, damit er diese in einer komplexen, erlebenisdynamischen Gesellschaft, deren Orientierungslinien diffus sind, kommunizieren kann. Er verbindet strategisches Denken und kommunikative Kompetenzen um zwischen unterschiedlichen Sprach- und Sinnwelten zu vermitteln.