Archive for the ‘pfui’ Category

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Geschlecht

24. September 2013

Ich muss mal wieder Romane lesen. Ich tue das gerne, ich suche sie mir nur nicht aus und außerdem muss ich sie zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig gelesen haben, das ist manchmal anstrengend. Ich lese also mehrere Romane, und da fällt mir wieder einmal dieses grässlich neutrale Wort auf, das von manchen Autoren und Übersetzern eingesetzt wird, wenn es um unsere Geschlechtsteile geht.

Werte Autoren und Übersetzer, ich möchte nirgendwo Sätze lesen wie „er presste sein Geschlecht an ihren Bauch“, „er rieb sein hartes Geschlecht an ihm“ oder gar „in ihrem Geschlecht verspürte sie eine zuckende Regung“. Ähnlich schlimm: „In ihrem Schoß wurde es spürbar wärmer.“

Leute! Nennt die Dinge doch einfach mal beim Namen. Auch wenn es hochwertige Literatur ist, bedeutet dies nicht, dass man sich vage um die Sache herumdrücken und dafür Wörter verwenden muss, die wirklich niemand braucht. Penis und Vagina sind vollkommen benutzbar. Gerne auch „Schwanz“ oder bei der Frau eben nicht einzeln benannt, denn wir spalten „sie“ nicht so sehr von unserer Persönlichkeit ab, wie die Männer, sondern so etwas wie „sie verspürte eine angenehme Wärme zwischen den Beinen und wurde feucht“.

Verschont uns bitte mit diesem schrecklichen, furchtbar ungenauen, fast schon klinischen und vorsinnflutlichen „Geschlecht“.

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5 Freiheiten

23. Dezember 2011

Die Freiheit:

  • zu sehen und zu hören, was jetzt ist, anstelle von dem, was sein sollte, war oder sein wird.
  • zu sagen, was ich fühle und denke, anstatt was ich fühlen und denken sollte.
  • zu empfinden, was ich jetzt empfinde, anstelle von dem, was ich empfinden sollte.
  • nach allem zu fragen, was mir wichtig ist, anstatt immer auf die Erlaubnis von anderen zu warten.
  • eigenverantwortlich Risiken einzugehen, anstatt nur in der alten Sicherheit zu verharren und nichts zu verändern.

~ Virginia Satir ~

 

PS: Ein wenig jahreszeitbedingte Besinnlichkeit. Ich wäre aber nicht ich, wenn ich nicht zugeben würde, dass ich gerade wieder etwas über den Zustand der Welt verzweifelt bin. Ich komme nämlich aus einem Freiburger Edeka (für mich ein exotisch-gruseliger Supermarkt), und musste sehen, was andere Menschen sich zu essen kaufen und dass die Pilze aus Korea kommen (wo doch Kräuterseitlinge auch in Deutschland wachsen), meine Mutter keine Ahnung hat, dass gerade keine Himbeerzeit ist (die waren aus Chile) und wie orientierungslos die Leute in Sachen Ernährung sind. Pilze aus Asien, Obst aus Timbuktu … egal, die meisten kaufen ja sowieso nur leckere Diabetes-, Herzinfarkt- und Schlaganfall-„Lebens“mittel.

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Tranquille / Schauspiel / sent from my

15. Dezember 2011

Die deutschen Tugenden sind Filmkulissen. Es ist alles unecht. Nur Pappe.

Ich habe die Nase gestrichen voll von der Pseudo-Spießbürgerlichkeit, den Pseudo-Konservativen, den Pseudo-Werten. Am Ende mauscheln sie doch alle vor sich hin, schlafen sich hoch, nehmen Drogen statt Lebensmitteln zu sich und finden sich dabei sau geil und normal. Jeder ist nur an seinem eigenen Wohlergehen und evtl. noch an dem der unmittelbaren Familie und des Freundeskreises interessiert.

Leistung zählt nicht. Auf Pünktlichkeit wird geschissen. Verbindlichkeit ist Geschichte.

In dem Moment, wo ihnen ein Gedanke kommt, fangen Sie an aktionistisch zu agieren. Keiner denkt mehr, keiner reflektiert und bevorzugt werden die kurzfristigen Lösungen, die einen selbst gut aussehen lassen. Ob das langfristig gut ist, interessiert keine Sau. Ob es Auswirkungen hat, die mich nicht unmittelbar betreffen interessiert auch keine Sau.

Deutschland, Europa und die ganze westliche Welt ist eine falsche Gesellschaft. Ein Schauspiel. Nichts ist echt. Alles ist Farce. Am liebsten vergammeln sie in ihren teuren Wohnungen, fressen Mist und gucken sich Mist auf dem Großbildflachdingsbums an. Der Inhalt muss mit Größe kompensiert werden. Oder gerne kompensiert man Inhalt auch durch Reaktionsgeschwindigkeit. Unüberlegte Scheiße. Sent from my iphone. Da war der Finger mal wieder schneller als das Gehirn…

Ich muss hier sowas von weg…

Zum Beispiel hierhin:

Eigentlich ist das Ziel Gelassenheit. Scheint leider noch nicht ganz zu klappen. ;-)

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Nase voll

9. Mai 2011

Ich habe die Nase voll von Selbstdarstellungswahn, Anerkennung und Gruppenzwängen, alle drei umfassend präsent in unserer Gesellschaft. Ich habe die Nase voll von den Menschen, die denken, sie müssten „cool“ tun. Die sind ja so desorientiert (in sich drin)! Cool ist man, wenn man authentisch ist, sich eine eigene Meinung bildet und nicht unter Gruppenzwang steht. Wenn man ehrlich ist (mit sich selbst und seinen Mitmenschen), wenn man seinen Gefühlen nachgeht, wenn man sich verhält, weil einem tief in einem drin danach ist und nicht, weil es von außen und anderen so erwartet wird, oder man sich anpassen will (um der Kultur willen, um der Zugehörigkeit willen). Ich weiß, das soll in Gemeinschaften Orientierung bieten. Aber es ist eigentlich falsch. Man kommt – als reflektierter erwachsener Mensch – irgendwann an den Punkt, sein Verhalten nicht mehr an der (wie auch immer gearteten) Gruppe ausrichten zu müssen. Sondern nur noch vor sich selbst gerade zu stehen. Nur sich selbst treu sein. Ich empfinde Sympathie für Menschen, denen es gelingt, sich selbst treu zu sein. Ich glaube darin besteht Erwachsen sein. Dem Gruppenmief entwachsen sozusagen. ;-)

PS: Notizen an mich selbst:

  • Radiologie ist nicht Radioonkologie.
  • Organisation ist nicht das Gegenteil von Chaos.
  • Jede Art von geglückter Kommunikation ist ein Wunder.
  • Männer als Mitbewohner. Immerhin!
  • Meine Motivation ist eine unglaubliche Diva!
  • Mehr freie Zeit. Wirklich freie Zeit, Fräulein.
  • Keine Angst vorm Alleinsein oder vorm Fliegen. ;-)
  • Sich selber achten. Sagt schon Herr Nietzsche.
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REAL

23. Februar 2011

Vor einigen Jahren gab es doch diese Zigarettenwerbung „Für mehr echte Freunde“… oder so. Zigaretten hin oder her, es ist scheißwahr (um mal ein wenig jugendlichen Slang hier einzuführen). Ich weiß, ich müsste das eigentlich genauer ausführen und konsequenter begründen, aber ich bin im Herzen eine Dilettantin und meine Begründung heißt Bauch/Herz/Kopf-Gefühl. Ich bin selten wissenschaftlich drauf, viel ist bei mir emotionale Intelligenz und ich höre darauf und bin oft gut damit gefahren. Deshalb meine Gedanken/Gefühle in Stichworten:

  • Netzwerke machen mein Leben nicht schöner. Lose Kontakte machen mein Leben nicht bedeutsamer.
  • Ich will ECHTE und EHRLICHE Gefühle. ECHTE, nicht auf oberflächlichen Interessen basierende „Beziehungen“: Bei meinen Freunden, bei meiner Arbeit, in meinem Leben. Nur echte und tiefe Gefühle, nur ernste und spirituelle (das Adjektiv gefällt mir nicht ganz, aber ich weiß nicht wie ich es anders sagen soll) Menschen – die wissen das Oberflächlichkeit langfristig nicht glücklich macht – können mich inspirieren. Ich möchte mehr mit diesen Menschen zu tun haben. Ich möchte ihnen begegnen, ich möchte sie erkennen, ich möchte mich mit ihnen umgeben und mich mit ihnen austauschen. Alle anderen toleriere ich (ich kann leider nicht respektieren sagen, aber tolerieren, auch das ist ehrlich), ich möchte aber nicht viel mit ihnen zu tun haben.
  • Echter Austausch, echte Kommunikation, das ist es doch! Why use Facebook, when you´ve got real life?
  • Freundschaft ist selbstlos. Ohne Zweck. Ohne Interesse. Ohne „social graph“. Echte Freunde rufen an. Echte Freunde treffen sich mit dir. Echte Freunde investieren Zeit. Echte Freunde sind an dir als Mensch interessiert. Auch im Elend. Nicht an dir als…. Objekt? Sozialkapital? Erhöhung der Anzahl der „Freunde“?
  • Ich rede hier die ganze Zeit von Freunden, aber eigentlich möchte ich mit diesen Leuten auch zusammenarbeiten (und man muss nicht zwangsläufig auch befreundet sein). Aber schwer ist es: Schließlich kann man sich seine Arbeitskollegen nicht immer aussuchen. Ehrliche Menschen! Menschen mit Werten. Das ist es doch! Es geht nur darum, sie kennen zu lernen, zu erkennen und zu begeistern.
  • Erkenntnis: Man verpasst nichts. Es gibt nämlich auch gar nichts zu verpassen. Alles was dir dienlich ist, im Leben, passiert. Aua. Das Leben hat seine Wege. Wirklich. :-)

So und jetzt muss ich in einem Katalog was über eine Ausstellung lesen, auf der ich heute im Mannheimer Kunstverein war. Die Auflösung der Ökonomie. Weil das beschäftigt mich sonst so sehr, dass ich nicht einschlafen kann. Und es hat was mit dem oben beschriebenen zu tun. Immer hat alles mit allem zu tun. Wirklich. :-)

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Mysteriöse Ehrlichkeit

5. Januar 2011

Ehrlichkeit, Authentizität. Wichtige Dinge.

Ich bin in Italien, Land der ehrlichen Männer. Oder? Man läuft auf der Straße, man geht in eine Disko, sie zeigen dir unmittelbar, ob sie dich gut finden oder nicht. Einen Freund in Deutschland haben? Ist doch egal. Er ist doch nicht hier, oder? ;-) Sie bemühen sich (bis zum Punkt, wo man kotzen könnte), aber sie bemühen sich. Eindeutigkeit, das ist auch was. Ja, es ist anstrengend. Und vermutlich oft nicht ehrlich. Denn sie machen ja JEDE so an. Insofern ist man austauschbar. Dieses Gefühl hat keiner gerne. Trotzdem ist es ehrlich, oder? Trotzdem mag ich dieses südländische Gefühl des Umworbenwerdens.

Hingegen in Deutschland: Mysteriöse Vorgehensweise. Nie weiß man, woran man ist. Steht der jetzt auf einen oder nicht? Es wird jahrelang geguckt, aber halbherzig. Will der jetzt was, oder nicht? Wenn er was will, warum dann so schüchtern? Einmal bekommt man solche SMS („wann sehen wir uns endlich?“) dann wiederum andere („mein Kopf ist gerade zu voll“). Sie flirten mit dir und haben dann doch Freundinnen. Das ist nicht ehrlich. Sich mehrere Kaffees warmhalten, was ist dazu zu sagen? Hauptsache nicht alleine sein? Lieber den Spatz im Bett, als die Taube auf dem Dach.

Darüber habe ich am Montag Abend mit einer Deutschen, einem Italiener und einer Amerikanerin bei bestem italienischen Essen in einer Trattoria diskutiert. D & A waren mehr für letztere „mysteriöse“ Vorgehensweise. I & ich waren eher für erstere. Aber, ehrlich gesagt, verarscht werden kann man doch immer. Egal von mysteriösen oder dreisten Exemplaren. Ich bin weiterhin etwas ratlos. Ich glaube nicht, dass man sagen kann, die einen sind besser als die anderen. Letztlich ist es ja wohl abhängig von der einzelnen Person. Eine reife, reflektierte Person mit Schwanz, das wär´s doch. ;-)

Aber all diese Menschen mit diesen halbherzigen Gefühlen und halbherzigen Beziehungen tun mir von Herzem leid. Das ist etwas, was früher oder später weh tut. All diese unehrlichen Menschen tun mir von Herzem leid. All diese orientierungslosen Menschen mit den halbherzigen Werten tun mir leid. Weil sie irgendwann fallen, sehr tief. Früher oder später.

Ich hingegen, auch orientierungslos, aber auf eine andere Art, sehne mich nach ehrlichen Menschen. Menschen die mit Herz bei der Arbeit sind, weil sie etwas für diese Welt machen wollen. Nicht für ihre eigene Tasche. Menschen, die ernsthaft fühlen. Menschen die mit Taten handeln und nicht nur Worte sagen. Menschen, die eine Ahnung davon haben, einen Hauch von Ahnung, was ECHTE LIEBE ist.

Herr Cocker, den ich sehr schätze, sagte dazu:

Well, you can stay all night if you want to. You can hang out with all of his friends. You can go & meet his mother and father: you’d better make sure that’s where it ends. ‚Cos baby, there’s one thing that you gotta know: let him read your palm & guess your sign. Let him take you home & treat you fine. But baby, don’t let him waste your time. Don’t let him waste your time.

‚Cos the years fly by in an instant & you wonder what he’s waiting for – then some skinny bitch walks by in some hot-pants & he’s a-running out the door. So remember that one thing that you gotta know: let him read your palm & guess your sign. Let him take you home & treat you so fine. But baby, don’t let him waste your time. Don’t let him waste your time.

You ain’t getting no younger & you’ve got nothing to show so tell him that it’s now or never and then go, go, go, go, go. He can have his space. Yeah, he can take his time. Now he can kiss you where the sun don’t shine. Oh baby, don’t let him waste your time. Don’t let him waste your time.

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Over & out: Ich bin raus aus facebook!

21. Oktober 2010

Just do it! Yesssss! Ich hatte keine Lust mehr auf die Scheiße. :-)

  • Echte Freunde kontaktieren einen auch anders. Ich will nicht wissen, wo jemand ist, der mir nichts bedeutet, oder was er gerade macht, mit wem er gestern Abend geschlafen hat und wo er morgen hingeht.
  • Außerdem die immer schlechter werdende Privatsphäre, ohne dass man gefragt wird. Ich möchte nicht, dass die Welt weiß, was ich mag. Sowieso dieses Wort „LIKE“: Igitt! It´s everywhere!
  • Die unaufhörliche Selbstdarstellung und das permanente Fremdschämen… Das möchte ich nicht mehr. Das hat man im echten Leben schon genug, und da ist es schon oberflächlich. Was aber auf FB abgeht, das geht auf keine Kuhhaut mehr. Zumindest nicht auf meine.
  • Zuletzt hat FB auch noch die Gruppe gelöscht, die für einen gemeinsamen Ausstieg gegründet wurde. No more fuck, Mr. Sugarmountain. Did I ever mention sugar is not good for you? Now you can not not even imagine how bad a mountain of sugar is…

Qualifiziertere Auseinandersetzungen mit dem Thema:

Das Beste ist: Gerade dieses Wochenende saß ich mit meiner Oma auf der Couch und sie fragte, in der Zeitung blätternd: „Was ist denn ein facebook?“  – Ich: „Das ist eine Webseite im Internet, wo du eine Seite über dich erstellst, deine Interessen angibst und dich mit deinen Freunden, die da auch registriert sind, verbindest und ihnen mitteilst wo du bist, was du machst und was du magst. Ich trete in vier Tagen aus.“ – Sie: „Ah danke, ich glaube, das brauche ich nicht. Meine Freunde sind da sowieso nicht.“ – Ich: „Ja, das glaube ich auch. Nur dass ich für diese Erkenntnis 2 Jahre gebraucht habe.“ (Diese Situation erinnert mich übrigens an diese Episode).

An dieser Stelle muss ich unbedingt erwähnen, dass meine Oma (87 Jahre alt) wirklich für ihr Alter topfit ist, was das Internet angeht. Sie schreibt E-Mails, aktualisiert ihren Virenscanner alleine, spielt „Das Quizz mit Jörg Pilawa“ online und bucht sich Flüge mit Ryanair, weil der Flughafen direkt in der Stadt nebendran ist. Was dazu führt, dass sie eher nach Mallorca oder Budapest fliegt, als nach Mannheim zu kommen. ;-))) Und das wiederum zeigt mir: „Alt sein“ ist eine Sache der Einstellung, nicht des biologischen Alters.