Archive for the ‘tanzen’ Category

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Ort der Extreme

9. Dezember 2007

Gestern Abend war ich tanzen. Mit Melanie. Melanie und ich waren seit 2002 nicht mehr zusammen tanzen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Seit 5 Jahren nicht mehr mit ihr tanzen gewesen. Es war also höchste Zeit. Die Location: Ein kleiner Mannheimer Club. Klein aber SoHo. ;-)

Mal davon abgesehen, dass die Musik (RnB, HipHop) nicht so ganz meines war (bis auf das ab und zu eingestreute Vocal House), war´s ganz nett. Man muss nur genug trinken, dann klappt das auch mit dem HipHop. Meine Arbeitskollegin sagte mir, ich solle berichten wie das Publikum so sei. Vielleicht Kindergarten? Jetzt wo ich da war, kann ich sagen, nein, Kindergarten nicht. Aber Grundschule. BWLer Grundschule. Was vielleicht am HipHop lag? Whatever. Drei Stunden später sind wir jedenfalls wieder heim. Der Alkoholeinfluss hatte nachgelassen, die Füsse taten in den schicken Schuhen weh und der DJ weigerte sich erneut Vocal House zu spielen. Time to go.

Jedenfalls habe ich mich heute morgen an eine E-Mail von einem Freund erinnert. Eine E-Mail in Sachen Discotheken, Frauen und Männern. Der Mann schreibt unglaublich, ich will dass er ein Buch schreibt. Aber lest selbst:

Hi Marie,

ich könnte kotzen, Frauen drehen es sich immer so wie sie es brauchen.

Ich habe gerade mit Nadine telefoniert. Was man so erzählt. Ich habe von letzter Woche geredet. Meiner Geburtstagsfeier und letzten Donnerstag. Von der Verena aus Polen mit der ich mich verabredet hatte. Die Verena die ich im Club an meinem Geburtstag kennengelernt hatte. Die Verena, der ich dort gesagt hatte: Ich finde dich hübsch, ich habe Leidenschaft für dich, blah…

Und hier kommt Nadine mit ins Spiel und sagt ich würde ja auch immer übertreiben. Es sei meine Schuld. Die Frauen kriegen Angst. Ich würde mich benehmen wie ein Psycho. Es mächte einen Eindruck als sei ich ein „notgeiler Stelzbock“. Und hier weiß ich da gäbest du ihr Recht. Sollte ich das Geschriebene wirklich an dich abschicken? Jedenfalls sag ich : Jaah. Ist auch so. Sie sagt weiter ich würde mich verstellen und das geht so nicht. Man lernt sich in Diskos gar nicht kennen. Man tauscht nur Adressen aus.
Und wenn da einer ist und eine Frau gleich so anhimmelt und schwärmt und drängt, dann sähe man das ja an meiner Erfolglosigkeit, dass es der falsche Weg und total plem plem sei. Ich solle mich erst mal zurück nehmen und unterhalten und auf Freundschaft machen.
Nun sage ich aber zu meiner Rechtfertigung. Das der Ort Diskothek ein Ort der Extreme ist. Es geht den Leuten dort zwar sicherlich auch um Freundschaft. Aber zu allererst. Ist es ein Ort des Kampfes. Beide Geschlechter sind dort im Kampf untereinander, miteinander und gegeneinander. Den Frauen geht es oft um die meiste Aufmerksamkeit. Das ist die Tussies Spezies. Eine Unterart der Männer plustert sich auf und läuft mit den „Rasierklingen unter den Armen“ überall anstoßend durch das Gewühl. Die Männer schauen sich abschätzig an. Die Frauen eifersüchteln im Tanz. Es ist eine total überspitzte Situation. Kein Wunder, dass ich auf Signale übertrieben reagiere. Wenn eine Frau lächelt. Begeistere ich mich all zu überschwänglich. Schließlich darf man ja keine Schlägerei mit den Kerlen anfangen: Doch die Energie muss irgendwohin… Ich gebe es zu, ich muss dringend mein Bedürfnis bedienen. Und das ist hormonell bedingt. SEX SEX SEX SEX.

Frauen sind gar nicht so, sagt Nadine. Sie sind nicht für eine Nacht rumzukriegen. Und hier wird es nun wirklich interessant. Was soll das denn, frage ich mich. Sie regt sich über notgeile Typen auf. Ich sage ihr, sie ist doch früher auch mit den Typen mitgegangen oder nicht? Und hier kommt das Gespräch in ein Gebiet wo es mir wehtut. Da sagt sie: Ich hatte meinen Vater verloren und wollte vergessen, ich war ein Wrack und niemand hat es gesehen. Oder meinst du ich habe es genossen mich von den Typen halb vergewaltigen zu lassen? Meinst du ich habe dabei irgendetwas gefühlt?
Ich finde es schon fast wieder lustig. Oder muss ich jetzt heulen? Da bekomme ich Hass. Diese blöde Sau. Dreht es sich wie sie es brauch. Jeder konnte sehen, dass ich verliebt war in sie. Und sie hielt mich als Pausenklown. Und gab sich jedem dahergelaufenem Spasti hin. Während ich alles für sie tat. Sie beschwert sich über mein falsches Bild von Frauen, das erst durch sie mitgeprägt wurde. Und das mich jedes weitere Mal, dass sie mit anderen rumgefickt hat, verletzt hat, daran denkt sie gar nicht. Mein Leben damals hat mich total zerstört. Ich hatte null Selbstwertgefühl. Jahre brauchte ich um das zu verarbeiten. Heute da es sich mit in alle Bereiche meines Lebens zieht, diese Peinigungen von damals… Und sie sagt jetzt, dass es ihr dabei ach so schlecht ging! Und sie sei ein Wrack gewesen.

Du bist ja nicht dumm, Marie. Du bist eine Frau. Ihr wisset mehr über einen Mann als er selbst. Ich schreib das jetzt dir. Doch hätte ich es der Nadine gerne auch gleich gesagt. Was meinst du? Hauptsache, du weißt was ich so denke. Vielleicht hilft es ,wenn du das weißt. Letztlich muss ich es immer wieder bei Frauen wie dir versuchen. „Nur Freunde sein„ das kann man ja wenn man erstmal miteinander geschlafen hat. Andererseits weiß ich, dass es Schwachsinn ist wie ich es gerne hätte. Es ist kurzsichtig und utopisch. Wie das Takatuka Land. Wir können nichts miteinander haben. Wir sind nicht ohne Vergangenheit. Ich bin ein blöder Idiot. Zu leicht lass ich mich immer wieder um den Finger wickeln. Ich will das nicht mehr, ich will Kämpfen gegen solche Frechheiten. Das Leben ist kein Spiel. Es geht um die Zukunft. Irgendwo tief in mir ist mein Stolz. Ein kleiner Mann mit zu leiser Stimme. Ich habe seine Warnungen missachtet damals. Darf man nicht machen! Großer Fehler. Jetzt muss ich alles tun, seine Sprache wieder zu lernen. Denn er schreit teilweise und faselt unverständliches Zeug. Manchmal verstehe ich ihn auch falsch.

Eine Beziehung wäre wie Medizin für mich. Ich bin froh das ich die Arbeit habe. Und die Leute mit denen ich arbeite. Sie halten mich wirklich vom Abgrund weg.

Lieber Freund,

Diskotheken sind ein Ort der Extreme. Vollkommen richtig. Und ich weiß auch nicht, ob es der richtige Ort ist um jemanden kennen zu lernen. Letzendlich ist man nicht so, wie man dort ist. Man projiziert ein Bild von sich: Das der verruchten Frau. Das der Frau, die ihren Hüften schwingt. Das der Frau, die in die Knie geht. Das der Frau, die sich vor Musikgeilheit auf die Lippen beisst. Die vollen, feuchten Lippen. Und wie ist man daheim? Jogginghose, ungeschminkt. Griesbrei essend. Klo putzend. Verstehst du?

Ich glaube, zum jemanden mitnehmen sind Diskos sehr gut. Aber stelle sicher, dass diejenige vor dem nächsten Morgen wieder weg ist. Oder dass du verschwunden bist. Sonst würde man Dinge sehen, die man vielleicht gar nicht sehen will. So ist das, wenn man nur Sex haben möchte, und sich einbilden möchte, der andere sei perfekt. Denn eigentlich ist es so: Wir sind doch alles zugleich. Verrucht und müde, sexy und traurig, anziehend und nachdenklich, hübsch und hässlich. All das in einem Menschen. Aber das wollen die Leute, die in Diskos gehen, nicht sehen. Der Markt ist erstmal einer der Oberflächlichkeiten. Stimmen diese, kann man dann gucken, was hinter der kleinen Kellertür steckt. Ob es dort wirklich so dunkel und verstaubt ist. Ob man dort putzen muss, putzen soll, oder ob man versucht, diesen Ort zu ignorieren.

Ansonsten: Rasierklingen unter die Achseln und ab ins Getümmel. Meine Erfahrung: Man ist immer so sexy und anziehend wie man sich selbst gerade fühlt. Und frag mich nicht zu Beziehungen: Ich weiß nicht, wie diese funktionieren. Und wie man da jemanden geeigneten trifft: Nur durch Glück. Aber glaube auch nicht, dass dich eine Beziehung heilen kann. Verabreiche dir die Medizin erstmal selbst. Unser Selbstbewusstsein in einer Beziehung zu heilen, das ist langfristig ungesund. Es muss nämlich auch ohne Beziehung stimmen. Das ist das was ich gelernt habe.

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When I get into a song

20. September 2007

I listen to it in an infinite loop (right now happening with MBWTEYP´s „Wonderland“). And eventually I spit out the remaining stone. Does this sound familiar to you?

One of my all time favourite activities is to sit in a nice fast train and listen to music via headphones. (Everything else is a bad alternative, well if you have to: lock yourself up in your room and turn up the volume of your stereo/ibook/whatever and look outside the window). I prefer to look at the landscape while sitting in a train. And beautiful green Germany passing by. And I daydream. And the music I´m listening to turns into the soundtrack of my imagined life.

But people outside, I mean outside the music, can they understand? Can they really understand our feelings, the feelings of the headphone-wearers? You can see them everywhere, those people with the headphones. Never ever judge about them unless you know what thery´re listening to. It means everything.

And, headphone-wearers, don´t forget that those people outside – those without our perfect drug – are cold-hearted, they don´t feel what we are feeling. So don´t start dancing, tapping your feet, shaking your head, making faces, smiling a silly but happy smile. They just don´t know… It´s useless. Keep it to yourselves. Enjoy the drug.

Unless, you´re locked up in your room, of course. ;-)

Something else: Electronic music. Some people know that dancing to good electronic music is one of the few out of body experiences I utterly trust. And I want to recommend this to you, I´ve always done so. Try it! Go somewhere they play this music, drink something, step onto the dancefloor and give away to the music.

Maybe you´ll understand.

Good night, sleep tight.

Marie-Jacqueline

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Abtanzen im Wonderland

19. September 2007

Mittlerweile habe ich mich mal ein bisschen in die Band eingehört, deren Sticker ich vor wenigen Wochen auf der Reeperbahn von einem Fremden mit tiefer Stimme in die Hand gedrückt bekam. My baby wants to eat your pussy. Zumindest in die drei Songs, die gerade auf deren myspace hörbar sind.

„Wonderland RMX“- wie geil ist das denn?! Ich würde am liebsten aus dem Bett springen und tanzen. Und die kommen wohl noch aus der Gegend. Ajo! Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Und downloadbar ist. :-) Da schlägt das Herz der Musikfreundin höher.

Und weil´s so schön zu der Stimmung im Lied passt, anbei ein sehr cooles Flickr Foto, das die Mieze von Mia. zeigt. Auch schon lang nicht mehr live gesehen…

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Heute nur Schnipsel

15. August 2007

Schnipsel, Schnipsel, Schnipsel. Juhu!

Fangen wir mit dem vergangenem Wochenende an. Auf der total überfüllten Reeperbahn in einem Club getanzt, was lustig war, aber die Musikmischung war schlecht. Die begleitende Freundin verbrachte sehr viel Zeit mit Koordinierungstelefonaten auf ihrem Blackberry. Und immer wenn sie mich alleine ließ, kamen die gruseligen Männer an. Flugzeugbaustudierender. Hilfe! Da bist du bei mir an der ganz falschen Adresse. „Na, auch Semesterferien?“ – „Nee, Schätzchen, bin schon länger fertig.“ Das ist vielleicht eine unkreative Anmache! Soviel zum Fluch der Handys. Wieso kann man bei Verabredungen nicht mal verbindlich etwas ausmachen, statt sich am Abend 10 x anzurufen und den neuen Standort durchzusagen? Ich bin für mehr Verbindlichkeit! Dann wird die Freundin auch vom schmierigen DJ in Ruhe gelassen…

Auf dem Weg zum blauen Paul dann einen Sticker mit der Aufschrift „MY BABY WANTS TO EAT YOUR PUSSY“ erhalten. Nein, dies war kein Flyer für den nächsten Sexclub. Das ist eine Band. Der verteilende Typ (Riesensonnenbrille + Cowboyhut) raunte noch „Geheimtipp!“ und ich sagte: And your baby wants to eat your dick! Also geh mal schön nach Hause.

Und weil ich diesen Bandnamen jetzt hier erwähnt habe, wird mein Blog demnächst bestimmt bei lauter schweinischen Suchanfragen gefunden. Was mich zu meinem nächsten Schnipsel bringt: Ich verfolge jetzt meine searchTERMS. Have fun!

And last but not least: Endlich Zach Braffs „The last kiss“ gesehen. (Und bemerkt, dass er gar nicht von ihm ist, sondern er nur mitspielt.) Trotzdem sehenswert! Beziehungsfilm. Männer, die Panik kriegen und so. Und wer ist überhaupt die richtige Frau?

Und während ich weg war, ist meine „bester Tag“ Statistik mal so eben auf „101 views“ gesprungen. Ja wat ist denn hier los, Jacqueline? Sollte wohl öfter mal wech fahren.

Is sowieso schon wieder viel zu spät. Was soll mein „neoliberaler“ (ja, dieser Ausdruck stand letztens in einer Beschwerdemail, weil der Chef etwas Unsozialistisches bei Christiane Sabinsen gesagt hat) Arbeitgeber denn dazu sagen?

Ade, eure Marie Jacqueline Frapeur.

PS: Fast hätte ich einen ganz kleinen Schnipsel vergessen. BaWü ist jetzt rauchfrei. Super! Selten so frische Luft geatmet. Nun, in dieser Stadt ist das wohl eher marginal.


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Es ist Freitag Abend

7. Juli 2007

Hi Marie,

lade dich hiermit auf einen Streifzug durch Frankfurt ein. Angedacht ist ein Besuch in diesem Club an der Hanauerlandstrasse Kreuzung Dieselstrasse in Frankfurt. (Wupps jetzt habe ich das schlimme Wort gesagt!) Am besten ich gehe in Zukunft drüber weg. Oder ich sage immer „Apokalypsen Stadt“, wenn dir das lieber ist.

Je nach Zustand und Laune wirst du ein wenig Cocktails schlurfen und abdancen. Während ich mich an Go Go Tänzerinnen festgucke und wieder los reiße, festgucke und wieder los reiße. Und mir dann irgendwann beim Tanzen den Rücken zerre oder angeschwipst jede mit „hallo Hübsche“ anspreche. Vielleicht lernen wir aber auch Leute kennen und unterhalten uns über Erotik in Zeiten von Fußbodenheizungen. Naja, wenn wir keine Schlägerei anzetteln, müssen wir schließlich sonst irgendwie für Spannung sorgen.

Wie stellst du dir einen Freitag Abend vor?

 

Lieber Gezerrter,

Al Bundy würde jetzt sagen: Es ist Freitag-Abend! Solltest du nicht duschen, dich fein anziehen und dann ins Bett gehen?

Marie F. hat sich mal im „Cyberspace“ umgeguckt und zusammen getragen, was andere Leute tun:

  • Astartus beginnt ein neues Leben, weil das alte fad ist.
  • Aussichtlos denkt über Träume nach und ob man sie aufgeben soll.
  • Freitags Abends allein zu Hause, das ist Sab.
  • Beckertim fragt sich an einem Freitag, ob man im Internet die Leute besser kennen lernen kann als in der Kneipe. (Marie F. meint ja).
  • Es ist Freitag Abend und Hartmut sitzt mittendrin in den Vorbereitungen für die Predigt am kommenden Sonntag.
  • In Bulimic Time wird die Gesellschaft von Eis und Schokolade als angenehmer empfunden, als die Gesellschaft von realen Menschen.
  • Stick Boy und Match Girl (supersüß!) erleben ihren Freitag in MyBitterHalf so.
  • Dieser bis heute nicht wirklich erwachsen gewordener Mann hat einen Job angenommen, tut so als wenn er Ahnung hätte um sich so seine Brötchen zu verdienen. Die Begeisterung für das weibliche Geschlecht hat ihn seine Ehe gekostet. Und dies hier ist sein Freitag Abend.

Letzendlich war ich dann doch nicht in der Apokalypsenstadt, sondern bei ihr.

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1. Mai

1. Mai 2007

Zu der heutigen Nacht und dem darauf folgenden Tag möchte ich festhalten:

  • Ich mag das 603qm, gute Musik, gute Preise, feines Programm: Eine echte Bereicherung für das Darmstädter Nachtleben. Immer wieder gerne.
  • Wer sich das noch nicht angetan hat: Die Bergsträßer Weinlagenwanderung ist sehr empfehlenswert. Da wird man plötzlich zur Weinliebhaberin. Ich sage nur: Müller-Thurgau, Auerbacher Höllberg, erträglich. D.h. für meine Verhältnisse: Lecker!
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Unsere Nächte sind farbiger als eure Tage

27. Januar 2002

Ich weiß nicht, warum nach einer guten Nacht immer so eine gewisse Sehnsucht bleibt. Es ist, als ob einem die Leute fehlen, als wären sie Freunde oder Bekannte, obwohl man sie eigentlich gar nicht kennt. Man vermisst die Masse, weil sie sich in den Momenten fühlt wie man selbst. Ich bin die Masse. Alle diejenigen, die mitmachen, die ebenfalls elektrisiert sind, die all das fühlen, sind wie ich. Und ich bin wie sie. Egal, wie sie aussehen wenn sie tanzen und schwitzen. In den Momenten sind sie wichtig. Und danach, im Bett mit dem ewigen Tinitus, vermisst man sie.

Ich habe ein Mädchen gesehen, das wundervoll tanzen konnte. Perfekte Bewegung zur perfekten Musik. Da spielt der Körper keine Rolle mehr…

Als ich klein war, wollte ich irgendwann ein Bild malen, dass die Leute zum Weinen bringt. Dabei stelle ich es mir immer als eine richtige Attraktion vor: Das Bild würde in einem Museum einen kleinen schwarzen Raum für sich alleine bekommen, wegen der Wirkung. An den Wänden hängen sonst nur noch Taschentuchspender. Und alle Leute die reingehen und sich das Bild angucken, müssen weinen.

Jetzt wo ich etwas größer bin und schon viele schreckliche und traurige Sachen gesehen habe, stelle ich fest: mit Bildern Gefühle zu erwecken ist schwer. Das liegt daran, dass die Augen so viel sehen und dabei abstumpfen. Wir haben doch bereits in jungen Jahren alles gesehen und gehört. Die Jugend von heute hat mit 14 Jahren Sex. Was kann da noch kommen? Es gibt keine Geheimnisse mehr, und dort wo es keine Geheimnisse gibt, gibt es keine Kindheit.

Richtige Gefühle erweckt man mit Musik. Was wäre ein trauriger Film ohne die Hintergrundmusik? Er wäre nicht traurig! Kauft man sich einen Soundtrack, stellt man fest, dass Musik alleine jedoch die traurige Wirkung nicht verliert. Also werde ich irgendwann einmal Musik machen. Die erweckt richtige Gefühle.

Ich hatte immer feste Richtlinien: Keine Drogen außer Alkohol und Hasch in meinem Leben. Letztes Wochenende stand ich dann vor der Wahl: B. hatte Pilze dabei. Zu Pillen und Tickets konnte ich bisher immer problemlos NEIN sagen, aber zu Pilzen? Hmmm, die sind doch natürlich, dachte ich mir. Auf der einen Seite wollte ich es: Aufgedreht sein, wegfliegen, Alltag abstreifen. Auf der anderen Seite hatte ich Angst. Wer weiß, wie ich reagiere (und ich hasse den Verlust der Selbstkontrolle). Und was, wenn es mir zu gut gefiel? Ich habe dann nichts genommen. Heute frage ich mich warum, und ich frage mich, ob man überhaupt Drogen nehmen kann, ohne süchtig zu werden. Ich hatte immer feste Richtlinien.

Gestern habe ich festgestellt, man braucht gar keine Drogen. Vodka Red Bull und geile Musik, das ist Droge genug. Man kann plötzlich so rumspringen. Ich wollte ja drauf kommen, also das Zeug super schnell runtergespült. Dann eine riesige Wolke in meinem Kopf. Geil, geil, geil…. Ich muss die Musik in Bewegung umsetzen und alle Leute gucken so, weil sie sehen, dass es passt. Meine Bewegungen passen. Der Mensch kann sich mit Vodka Red Bull und einem mächtigen Gehirn sehr viel einreden. Man kann sich Gott und die Welt einreden…

Es lebe das Robert Johnson. Es lebe gute elektronische Musik.

Wer braucht schon Drogen, wenn er die beste Musik hat? Keiner! Und es ist vollkommen ok irgendwann müde zu sein. Gute Dinge müssen ein Ende haben. Sonst wären sie nicht so gut.