Archive for the ‘youWISH’ Category

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die Tiefe kennen

27. Oktober 2013

Es muß Herzen geben,

welche die Tiefe unseres Wesens kennen

und auf uns schwören,

selbst wenn die ganze Welt uns verläßt.

– Karl Gutzkow

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Sommergrübelei

24. Juli 2013

Endlich liegt einmal wieder ein ordentlicher Sommerurlaub vor mir. Ich habe, so erklärte ich es jedenfalls diese Woche einem Kollegen, der mich – sehr deutsch – nach dem Stand der Planung und Vorbereitung fragte, das Grundgerüst erstellt, den Rest lasse ich undefiniert und kläre ihn vor Ort. So kann man sich Offenheit bewahren. Und die ist wichtig.

Weil es so warm ist und die kleinen Biester einen quälen (man weiß nicht, mit was mehr: dem Stich oder der Vorahnung eines Stiches durch das Geräusch), kann ich nicht schlafen. Also fragte ich mich, wie ich vor einem Jahr war. Das sage ich, als wäre es das normalste der Welt, sich sowas nachts um drei zu fragen. Aber das ist egal, es geht bei mir persönlich schließlich selten um den inneren Teil der Normalverteilung, eher um die äußeren Ränder. Also gut, schaue ich in meinem Blog nach. Und sehe, eigentlich beschäftigen mich immer noch die gleichen Dinge. Ist denn wirklich rein gar nichts passiert? Nunja, das würde ich so nicht sagen. Es ist schon was passiert. Und ich habe mich weiter entfaltet, jawohl Herr Frisch. Ich würde sagen, es sind Grundsteine gelegt worden (heute hab ich´s aber mit der Bauanalogie). Und wer weiß, wo die noch hinführen. Ich war nicht untätig. Ich habe vorerst meinen Teil getan (achja?). Den Rest darf das Leben spielen. (soso!)

Die Q-Frage. Warum mache ich das nicht einfach? Jetzt könnte ich gehen und traue mich nicht. Halten mich jetzt etwa der Wohlstand und die Sicherheit fest? Oder der Glaube, da drüber niemanden finden zu können. (Und ich brauche doch die sosehr, die mich verstehen. Und ich brauche doch die sosehr, die mich anregen.) Oder die Schwierigkeit, das Vertraute, das was Teil meiner momentanen Identität ist, das was Teil meiner Identität der letzten Jahre war, zurück zu lassen? Freunde, Familie, Orte, Lebensart?

Und was heißt das überhaupt? They are in each other all along.

Schleier, Schleier, Schleier, überall Schleier.

Ist mein wahrer Blick getrübt?

Kann man das Wesentliche, kleinprinzmäßig, nur mit dem Herzen sehen?

Zwischen den Zeilen der mystischen Dichter lesen.

Der Versuch einer Interpretation.

Sie geben das her, wozu ich gerade bereit bin.

Gelassenheit ist grundsätzlich da, Vertrauen auch.

Aber manchmal vergesse ich beides.

Manchmal kann ich die Schönheit nicht sehen.

Dann gilt es, das zu verstehen:

Vielleicht liegt die Schönheit auch im Schmerz.

Lade alle ein. Alles ist Teil. Von dem Einen.

Auch wenn es dich glaubt,

du seist getrennt.

Eins.

 

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En mi tierra desierta, eres la última rosa.

31. März 2013

Lieber B.,

wie geht es dir? Wartest du auch sehnsüchtig auf den Frühling? Ich lese gerade chilenische Exilliteratur, die in der DDR geschrieben wurde. Das sich selbst darin Erkennen verursacht gleichzeitig verwunderte Freude und sehnsüchtigen Schmerz. Warum haben wir eigentlich nie darüber gesprochen, wie deine Kindheit/Jugend in diesem (verschwundenen?) Land war? Es ist gut, dass Dinge sich verändern, aber es wäre auch schön, das Gute aus der Vergangenheit festhalten und in die Gegenwart integrieren zu können. Ist dies möglich? Kann ich im so vereinnehmenden Hier und Jetzt leben und gleichzeitig eine andere Zeit und einen anderen Ort in meinem Geist/Herzen tragen? All dies in einer Persönlichkeit zu integrieren, damit beschäftige ich mich gerade. Mir fehlen Menschen, mit denen ich darüber reden kann und die verstehen. Wann kommst du nach M? Ich komme Ende Mai nach B. Menschen-Handwerker im Finden schulen. Und mit dir einen Kaffee trinken. Mindestens.

Herzliche Grüße

MJ

Vorne steht:

In meinem verlassenen/wüsternen Land bist du die letzte Rose. (Pablo Neruda)

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Abschreckend

31. März 2013

Niemand gibt gerne Macht ab. Die Reichen/Gebildeten/Lenkenden wollen weder Reichtum noch Macht abgeben. Denn wer degradiert sich schon gerne und gibt Privilegien auf? Um mehr Gleichheit zu schaffen, müssten die Armen/Ungebildeten/Benutzten mehr Bildung und dadurch mehr Handlungs- und Gestaltungsspielräume, also auch mehr Macht bekommen. Aber Verteilung der Macht bedeutet immer, dass diejenigen, die sie bisher besaßen etwas abgeben müssen. Und wer will das schon?

Besonders gefährlich/seltsam/abschreckend/systemkorrumpierend sind deshalb diejenigen Menschen, die aus dieser Schicht kommen, die Ungleichheit erkennen und bereit sind für Veränderung und Degradierung. „Aber sie gehören doch zu uns. Das kann nicht ihr Ziel sein!“ Oh doch, das kann es. Es gibt Menschen, die Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Allgemeinwohl höher schätzen, als ihr eigenes persönliches Wohl und das ihrer Familie und Freunde. Vielleicht auch, weil sie erkannt haben, dass das eigene Wohl letztendlich auch mit dem Wohl aller zu tun hat.

Ich gehe zu arg in die Tiefe, das schreckt viele ab. Fucking 130? Nein! Quantifizierungen sind egal, solange ich so sein darf, wie ich bin. Und alles sagen darf, was ich denke. Die einzige Herausforderung an der Sache ist, zu wenige zu haben, mit denen man über die Sachen reden kann, die einen bewegen und immer wieder das Gefühl zu haben, nicht verstanden zu werden.

Ich suche einen Mann mit bikulturellem Hintergrund, Lust auf Sex, Hunger auf Sinn, Sinn für Ironie und politisch linker Einstellung. Und das ohne Algorithmus, sondern zufällig. Total unrealistisch! Also, lasse ich das. Wichtiger wären erstmal ganz allgemein Menschen jeglichen Geschlechts, Vorder- oder Hintergrundes, mit denen ich über das reden kann, was in mir brennt. Gleichzeitig gebe ich mir selbst die Aufgabe, eine Form dafür zu finden. Aber ich prokrastiniere, obwohl es wichtig wäre. Was soll´s, wichtige Dinge tauchen immer wieder auf. Die innere Notwendigkeit kennt kein Vergessen.

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hacerme un par de cosas

26. Februar 2013

Hola S.,

tu mail me hizo reir. Lo leí en el trabajo, por la mañana y me alegró el día. Fue de lo más opuesto que existe en el mundo: Estar sentadita en la biblioteca llena de estudiantes estudiando, pero igual tranquila. Afuera todo gris, nieve y frio. Yo tenía turno (de atender), pero no había mucho que hacer, así que empezé a leer mis mails. Y ahi estaba el tuyo, con esa frase de querer agarrarme contra una pared y hacerme un par de cosas. Leer semejante cosa en ése ambiente sobrio, académico y alemán fue bien chistoso. :-)

Para mí (no sé si seré la única) es dificil entender que esos dos mundos existen a la misma vez. Argentina y Alemania. Claro que „sé“ que existe la otra cosa, pero es dificil de realmente sentirla. Entendés? Me gustaría sentir/vivir las dos cosas a la misma vez, pero talvez sea bueno no poder hacerlo, porque me rompería el corazón. Pero esa frase me lo hizo sentir un poco más de lo que normalmente consigo.

Sea como sea, yo voy para allá. Es sólo una cuestión de tiempo. Osea, la decisión está tomada. Es ahora sólo esperar si puedo conseguirlo cómo yo quiero, trabajando para esa organización. Vamos a ver… Bring it on, life! :-)

Y vos entonces estudiando y rindiendo exámenes. Aburrido, pero dale… exigíle, protestále y cuestionále a tus profesores. Hay que ser inquieto y dudar mucho. „Mi mayor incorporación a la vida ha sido la duda“. No sé de quien es la frase, pero me la apunté en algún momento y me gustó. :-) Che, pero tres idiomas a la misma vez? Portugues, bueno, ese está facilíto. Pero además mi querido alemán y ni hablando del chino? Bueno, como sos un pibe remaduro talvez te lo bancas. :-)

Ah, y te quería recomendar un libro. De un viajero „argentino/español“ por Latinoamerica. No el típico viajero, sino un escritor (joven), que toma notas mientras hace su gira (por su última novela). Me reencantó y viene en pedacitos. „Como viajar sin ver“ de Andrés Neuman.

Ok, flaquito, un beso,
MJ

PD: Te adjunto la foto que me pediste. Más la que te saqué con los pibes. Más una que es simbólica. :-)

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Alemana de papel, latina de corazón!

14. Februar 2013

Queridos seres de otros lugares. Les cuento que los alemanes estan bien loquitos, pero relocos! Ir al trabajo acá significa ir a la guerra. La guerra de los argumentos, de la lucha por el poder, de ser el más bacán, de tener razón, de amargarse la vida. Generalmente hablando, de buscarse problemas donde no hay! Tanto sufrimiento en vano, tanta energía malgastada, increíble!

Lo lindo es: Camino por las calles, por el trabajo, por mi casa y soy mucho más yo que antes. Me chupa un huevo lo que hagan o digan los otros. Yo soy yo. Ya no me importan sus reglas cómo hay que vestirse, cómo hay que comportarse, qué se pueda decir, simplemente me chupa un huevo. Tienen que aprender que existe la alteridad, que existe lo otro y que no por ser diferente sea malo.

  • Acá, todo lo que es diferente es malo.
  • Acá la gente se ignora cuando no se conoce.
  • Acá los hombres no te paran bola. Lo máximo que hacen es mirarte 1 segundo y desviar la mirada enseguida.
  • Acá mostrar emociones es una debilidad. Se las castiga, porque las emociones son malvistas.
  • Acá se crean problemas, porque realmente no hay problemas.

Cada vez me identifico menos con ciertas circunstancias acá.
Me voy a ir. Este año me voy a ir.
Porfavor, no te olvides.
Rutina, no te tragues ese sentimiento.
Quiero vivir en Latinoamérica.

Recordálo!

Sólo soy alemana de papel, pero latina de corazón.

Y mis argentinos me mandan cosas hermosas como las del posting anterior, o esta siguiente:

Hola MJ
¿Cómo estás? ¿Ya comenzaste con la rutina del año?
Estoy algo sorprendido pensando si han decidido importar un poco de viveza criolla. Me imagino que no habrás sido tú la que le llevó idea a la ministra Annette Schavan. Ja, ja, ja. Cuando necesites los contactos en Munich para la edición de tu novela, avisame.
Besos, te quiero mucho
J

ESA es la puta diferencia, me entendés?

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lo que no te llega

8. Februar 2013

Ich habe hier schon lange nichts mehr geschrieben. Das liegt daran, dass ich unterwegs war und Reisetagebuch, einen offiziellen Blog plus viele E-Mails geschrieben habe. Außerdem war ich an einem Ort, wo man seine Emotionen oft offen leben darf.

Aber jetzt bin ich wieder da, zurück, (warum eigentlich zurück?) und muss meine Emotionen wieder kontrollieren, weil das zur hiesigen Kultur dazu gehört und deshalb brauche ich wieder diesen Blog.

Ich habe Sehnsucht, verdammt, wirklich Sehnsucht.

Ich denke an diesen 21-Jährigen.
Ich frage mich, warum ich den Menschen, die so sind wie ich, nicht begegne.

„No se puede hacer nada contra lo que no te llega.“ acabo de leer en un libro que me hace sonreir mucho („Cómo viajar sin ver, de Andrés Neuman).

Pero sí puedo cambiar de lugar.
Así como puedo cambiar de idioma.
Y este año lo voy a hacer.