Archive for the ‘Zweifel’ Category

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Der überfahrene Blumenstrauß

4. Juli 2012
  • Warum verhält man sich eigentlich so bescheuert, wenn man (unbewusst, aber es passiert) beschließt, jemanden als sexuell zu betrachten. Sprich: Vorher ist diese Person ein Mensch, danach ist diese Person ein Problem? Vorher ist man selbst ein Mensch, danach ist man ein Iditot. Warum? Vorher hat man ein Gehirn, danach nur noch einen hormondurchströmten Körper.
  • Heute zum ersten Mal einen überfahrenen Blumenstrauß gesehen. Interessant, irgendwie.
  • Warum schmeckt mir neuerdings eigentlich Bier? Bisschen spät, oder?
  • Gestern einen abstrusen, aber tollen kubanischen Film gesehen: La vida es silbar.
  • Komische Dinge passieren, die ich nicht verstehe: JT kommt vorbei und redet mit mir. Wie immer, Kontakt halten, aber schön unverbindlich. M kommt vorbei und redet mit mir und will meine Nummer haben? Hä? Genug ist doch genug, oder? Der Fahrradjunge lächelt mich an und grüßt mich. W guckt mich an, lächelt, wie immer. Und es passiert nichts. Wie immer. Und ich weiß nicht, ich weiß wirklich nicht, wie ich euch Männer verstehen soll. Ich und Männer in Deutschland, das klappt nicht. Ich und diese ganzen verhaltenen, nicht ausgesprochenen Emotionen. I am an emotional creature! Ich externalisiere meine Gefühle. Aber in Deutschland ist das kulturell verboten, weshalb die anderen das nicht können/dürfen/wollen/sollen… und ich bin desorientiert und weiß nicht, an was ich bin und wie ich mich verhalten soll.
  • Ich weiß nur, ich kann mir selbst vertrauen. Wenn ich alleine bin, bin ich ruhig. Ich empfinde gerade eine große Liebe für die Welt. Und für diesen Moment. Ich bin gerade offen. Alles ist möglich. Now let´s play.
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Ich denke zu viel

20. Juni 2012

drehe mich im Kreis, finde keine Lösung, setze keine Logik ein, sondern Emotionen. Ich glaube, das ist nicht gut. Ich glaube, ich sollte differenzierter und sachlicher denken. Statt dessen baue ich irgendwelche Mauern, weil ich denke, die würden mir Struktur geben. Immer bilde ich Differenzen, immer versuche ich mich zu definieren, indem ich definiere, was ich nicht bin, mich also abgrenze. Ich weiß nicht, ob das langfristig sinnvoll ist. Die Identität als Problem?

Die Denkinhalte kurz umrissen:

  • Man kann Erfahrungen nicht teilen.
  • Happyness is a choice, angeblich.
  • Leute ändern sich nicht. Sie entfalten sich nur.
  • Innerliches Tikitaka Fussball vs. Schland.
  • Das Elend ist groß / wie mit dem Wohlstand leben?
  • Ich mag unsere weltfremde Mittelschicht nicht.
  • Eu sou um vira-latas e prefiro outros vira-latas.
  • Ganz oder gar nicht, finde ich. MJFs usual black or white.
  • Wahrgenommen werden. Ein Menschenrecht.
  • Echt sein. Über alles andere. Echt sein.
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Ya no quiero

12. Juni 2012

… vivir acá.

Me lo tengo que decir una y otra vez: Ya no quiero vivir acá.

Acá significando ésta ciudad, éste país, éste continente.

Me quiero ir, ya no aguanto, ya no veo ningún futuro acá.

Me aburren las personas. Me aburre la vida, acá.

Yo, acá, ya no quiero.

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Ohne darüber nachzudenken

12. September 2011

Eine Woche später. Wieder Sonntag, bappig, schwül und grau. Aber einen goldenen Himmel, mit zuckerwattigen leuchtenden Wolken auf der Rückfahrt gesehen (und somit die Schönheit). Ich mag grau und blau kontrastiert mit orange und gelb. Sehr.

Mein Gehirn tendiert zum Zweifel und zur Weltherrschaft (aka. Regime des Körpers). Dabei ist es auch nur ein Organ, das seine Dienste verrichtet. Allerdings kann ich darauf Einfluss nehmen. Was für eine Erkenntnis! Meiner Leber kann ich keine Anweisungen geben, wohl aber dem ollen Blumenkohl/Blattsalat da oben. Dem automatischen Maler, der Pollock-Bilder fabriziert (und die haben mir noch NIE zugesagt).

Ich weiß wie du funktioniertst: Es gibt Punkte (Neuronen) und du schaffst Verbindungen (oder etwa doch ich? ;-) und dann trampeln wir beide gemeinsam die Pfade platt und je öfter wir sie entlang gehen, desto breiter werden sie. Aber es gibt ja – gottseidank – die neuronale Plastizität, von der ich wenig Ahnung habe, aber es klingt gut und ich glaube darunter zu verstehen, dass man aufhören kann, Pfade zu gehen und die dann auch wieder zuwachsen (was bei kleinen Wegen natürlich länger dauert, als bei asphaltierten Autobahnen, die schon im Dritten Reich angelegt wurden, äh, ok, in meinem Fall wohl eher in „the early 80ies“).

Zuwachsen mit Unkraut oder stinkenden lila Pflanzen, wobei wir schon beim nächsten Thema wären: Der Unterschied zu letztem Sonntag ist, ich war sehr viel im Wald. Wandern. Wandern? Unglaublich, aber wahr. Noch nichtmal 30 und es wird schon gewandert. (Wo soll das nur wieder hinführen? – Ans Ziel, Blumenkohl! – Der Weg ist das Ziel! – Achja, du platter Blumenkohl, lass ruhig alles raus, was du zu dem Thema zu bieten hast. Komm, geh ruhig alle Pfade die von dem Punkt „Ziel“ aus sich in deinem Netz gebildet haben. Aber ich sage dir eines, es ist mir herzlich egal, wo du heute noch entlang läufst. Ich komme nicht mit.)

Ich will singen
so wie die Vögel singen
ohne darüber nachzudenken
wer mir zuhört
und was andere dabei denken.

Rumi

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Die berühmten Launen

4. September 2011

des Fräulein F.:

  • Es ist grau, es regnet, es ist leicht bappig schwül, es ist Sonntag.
  • Hochzeiten deprimieren mich. Ich brauche jemanden, der mich versteht und habe die leise Befürchtung, dass es niemanden gibt.
  • Ich glaube, ich muss hier weg. Guckt sie euch an, die Deutschen. Da kann man oft nur den Kopf schütteln.
  • Ich fühle mich anders (positiver wäre „besonders“, aber „positiv“ wäre etwas Besonderes für mich ;-).
  • Auch in Gemeinschaften fühle ich mich manchmal alleine und habe ein starkes Abgrenzungsgefühl.
  • Ok, vielleicht liegt es auch daran, dass ich gerade PJ Harvey höre.
  • Mehmet sagt immer, danke für so viel Schönheit, aber ich kann sie manchmal nicht sehen.
  • Heftig Weinen tut immer gut. Es beruhigt auf einer körperlichen Ebene.
  • Wenn die Oberfläche kaputt ist, hat man keine andere Wahl als in die Tiefe zu gehen. Ausgesucht habe ich mir das nicht.
  • Und eigentlich geht´s mir bei all dem doch trotzdem gut. Relativ gesehen. Was auch wiederum in gewisser Weise tragisch ist.
  • Ich beobachte mich. Diese Emotionen sind Teil meiner konstruierten Realität. Ich weiß. Aber manchmal fühlt es sich so echt an.

Das bin ich nicht. Aber das könnte ich sein.

Schöne Aktion von ZRE.

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Einen Plan

9. August 2011

Wenn ich doch einfach mal:

  • einen Plan hätte. EINEN!
  • 100% hinter etwas stehen würde. 100%!
  • ein Land für mich festlegen könnte! EINES!
  • was knallhart durchziehen würde. KNALLHART!
  • jemanden anziehend finden könnte. ANZIEHEND!
  • nur ein Buch lesen würde. EINES!

Statt dessen: Tausend Ideen, ständige Gedankenströme, spenden für Projekt E, spenden für Afrikas Horn (ist das moralisch zu verantworten?), hier ein bißchen Internetrumklickerei (ah, es gibt mittlerweile die GIZ, interessant!), hier ein bißchen Cashew-Kerne, ein bißchen Grüner Tee, ein bißchen Sonne (jeder Strahl muss in diesem Sommer ausgekostet werden), hier ein wenig E-Mail-Schreiberei (würde aber lieber in irgendeiner Kneipe hocken und mit Leuten reden), ein wenig Musik, ein wenig Adressen physisch in ein Buch schreiben (da komm ich ran, unabhängig von Strom, Geräten etc, I want more atoms, less bits), Kontaktlinse reiben, verspannten Rücken spüren, Foto in Skype ändern (danke, Ego, aber das bin ich nicht und du bist nicht ich), To-Do-Listen schreiben, um sie dann wochenlang zu ignorieren (ist sowieso alles „kleine Scheiße“, ich sag nur Verwirrung im Kali-Yuga, und höre auf, Dinge zu schreiben, die nur ich verstehe: Notiz an mich selbst, Neuronenverknüpfung, wir können überhaupt nicht kommunizieren, das hier ist nicht wirr, ich habe meine Ordnung, das Gehirn will sowieso nur ordnen und kategorisieren, ist ja klar, weil sonst könnte es ja auch keine Verknüpfungen herstellen, ständig wird da oben gestrickt… aber das bin ich nicht.)

Ich liebe schlafen. Soll das Gehirn doch machen was es will, weiter blöken und krakeelen, ich mache da nicht länger mit. Ich weiß, das Programm läuft weiter, aber ich schalte ab. Eine kurze Pause vom Leben, im Leben. Und trotzdem bin ich. Tief in mir drin, reine Glückseligkeit. :-)

Gute Nacht.

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Meine Diva Motivation

4. Juli 2011

Manchmal nervt mich meine Motivation. Die ist dann nämlich irgendwie weg. Und meine Konzentration auch. Ich kann mich nicht auf eine Sache konzentrieren und sie abarbeiten. Mich nervt das „ständig Neue“. Mich nerven Bullshitbingo-Begriffe in sämtlichen Publikationen, die ich lese. Ich bin jemand, der Anwendung mag. Ich denke auch gerne nach, ja. Aber nicht strukturiert. Mäandrierend eher. Manchmal weiß ich vor lauter Bullshitbingo-Begriffen nicht mehr, was die Leute eigentlich sagen wollen. Das ist mir alles zu abstrakt. Und was mich noch nervt, ist dass ich nicht überzeugt bin, von dem was ich tue. Dass ich mich nicht verkaufen kann. Dass ich nicht von meiner eigenen Geilheit überzeugt bin, wie dies offensichtlich viele Menschen sind. Die machen dann irgendetwas total Banales und dann reden sie darüber (als wäre es was Großes) und dann schreiben sie darüber und dann… Ätzend! Bin ich zu zweifelnd, zu bescheiden? Oder einfach nur nicht so kapitalistisch / geil drauf?

[Ergänzung 05.07.2011]: Gestern Abend geschrieben und heute gelesen: „Motivation ist eine psychische Kraft, die dem menschlichen Verhalten und Erleben Richtung, Intensität und Ausdauer gibt. Diese Kraft aber kommt aus dem Menschen selbst und ist nichts, was von außen in den Menschen hineingegeben werden kann. [… Aber:] Wenn wir nämlich die Erkenntnis, dass sich Menschen autonom, kompetent und sozial anerkannt fühlen wollen, unserem Handeln zugrunde legen, haben wir durchaus die Möglichkeit, die Motivation der Menschen in unserem Umfeld zu stärken. Dieses Unterfangen beginnt damit, dass ich mein eigenes Denken, mein Menschenbild überprüfe. Akzeptiere ich die Prämisse, dass sich jeder Mensch autonom, kompetent und sozial anerkannt fühlen will?“ (B. Spinath)